31.10.08

Die Frau hinter der Kamera

Nur wenige Frauen in Afghanistan führen ein selbstbestimmtes Leben. Eine, die es geschafft hat, ist die Pressefotografin Farzana Wahidy. Auch im Westen werden ihre Fotos vom Leben in Afghanistan sehr geschätzt.

Stolz erzählt Farzana Wahidy von dem Foto, mit dem sie erstmals Aufmerksamkeit erregte. Es hängt heute in der Schule für Fotografie in Kabul. Darauf ist eine enge Gasse zu sehen und der Rücken eines alten Mannes, der die traditionelle Männerkleidung trägt: Eine weite Hose, ein langes Hemd und auf seinem Kopf einen Turban(r.男用頭巾). Der Mann schiebt eine Schubkarre(e.手推車). "Das Foto habe ich in der Altstadt von Kabul gemacht. Meinem Lehrer hat es damals sehr gut gefallen", sagt die 25-Jährige.



Wahidys Mutter starb sehr früh. Der Vater ist schon lange arbeitslos. Wahidy zog die drei jüngeren Geschwister alleine auf und verdiente das Geld für den Unterhalt. Sie wollte immer selbstständig sein, und ihr Wunsch war es, Journalistin zu werden. Von Kollegen hörte sie eines Tages, dass Kurse zur Ausbildung von Fotojournalisten angeboten werden. Sie bewarb sich um einen Ausbildungsplatz und wurde genommen.



Heute arbeitet Farzana Wahidy als Fotografin für eine Nachrichtenagentur. Allerdings ist es nicht selbstverständlich, dass Frauen diesen Beruf in Afghanistan ausüben. Sie muss deshalb oft gegen Vorurteile ankämpfen. Aber die selbstbewusste Fotografin hat keine Angst, denn es gibt auch positive Reaktionen: "Ich treffe Männer, die froh sind, wenn sie eine Frau sehen, die so arbeitet."



Oft reist sie für ihre Aufträge in die Provinzen(e.省.邦) des Landes. Auch dazu gehört viel Mut, denn es gibt kaum öffentliche Verkehrsmittel und die Gefahr von Anschlägen(r.謀害.碰撞.企圖瞄準) ist groß. Aber es lohnt sich: Für ihre Bilder bekam sie schon viel internationales Lob(s.讚揚). Ihre Foto-Dokumentation "Die Geschichte der afghanischen Frauen" gewann eine Auszeichnung(e.標價.表揚) der Zeitschrift National Geographic.


Dienstag, 14. Oktober 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3709030,00.html


Glossar



selbstbestimmt – so, dass man selbst entscheidet, was man macht



etwas schätzen – hier: etwas sehr gut finden



Aufmerksamkeit erregen – hier: viel Beachtung bekommen



Gasse, die – eine schmale Straße



Turban, der – eine Kopfbekleidung aus weißem Stoff (Der Mullah trägt einen Turban.)



Schubkarre, die – ein kleiner Wagen mit einem Rad zum Transportieren von zum Beispiel Erde oder Steinen



aufziehen – hier: Kinder großziehen



Unterhalt, der – die Kosten für das Leben



sich um etwas bewerben – sich für einen Job vorstellen, indem man seine Dokumente/Zeugnisse vorzeigt



Nachrichtenagentur, die – eine Firma, die Nachrichten sammelt und (z.B. an Zeitungen) weitergibt/verkauft



einen Beruf ausüben – arbeiten



selbstbewusst – so, dass man an sich selbst glaubt und mit sich zufrieden ist



Provinz, die – die Region, der Teil eines Landes



Anschlag, der – hier: ein Angriff, bei dem Menschen getötet werden sollen



Dokumentation, die – hier: ein genauer und langer Bericht/Film oder auch eine Foto-Sammlung zu einem bestimmten Thema



Auszeichnung, die – hier: ein Preis für eine besondere Leistung

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