31.10.08

Neue Heimat für Muslime


Deutschlands größte Moschee steht in Duisburg-Marxloh. Das islamische Gotteshaus im Ruhrgebiet soll den Dialog und das Miteinander der Kulturen fördern. Doch es gibt auch Kritik.

Marxloh, ein Stadtteil Duisburgs, gilt als sozialer Brennpunkt(r.問題.爆發點) mit hohem Ausländeranteil. In dreieinhalbjähriger Bauzeit ist hier die größte Moschee Deutschlands entstanden. Das 34 Meter hohe Minarett(s.伊斯蘭教寺院的圓形屋頂) wird nur noch von den Schornsteinen(r.煙囪) der stillgelegten(vt.中斷) Fabriken überragt(vt.高過.突出). Im Innern ist die Moschee mit riesigen Leuchtern und bunten Wandmosaiken geschmückt. Es gibt Platz für 1200 Gläubige.



Ein 82-jähriger Mann bewundert den Bau, der seiner Meinung nach schöner ist als "unsere" Kirchen. Früher, im Bergbau, hat er mit Türken zusammengearbeitet. Nun hat er keinen Kontakt mehr zu den ehemaligen Gastarbeitern.



Direkt vor dem Eingang der Moschee steht der Rentner Osman Calek. Jeden Tag hat er die Baustelle besucht – dreieinhalb Jahre lang. Für ihn ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Seit 40 Jahren lebt Osman Calek in Deutschland. Nun hofft er, eine neue Heimat in dem Gotteshaus zu finden. Und er wünscht sich, dass viele kommen, um in der Begegnungsstätte Geburtstage oder Hochzeiten zu feiern.



Auch Nichtmuslime sollen das Gebäude besuchen können. In dem Gebetshaus befindet sich deshalb auch eine Begegnungsstätte mit Bibliothek und Café. Dafür haben das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union fast die Hälfte der Kosten übernommen.



Dennoch befürchten manche Deutsche, dass die Moschee nicht der Integration dient. Denn der Gottesdienst wird nicht auf Deutsch, sondern auf Türkisch gehalten, von Imamen aus der Türkei. Mustafa Kücük, Sprecher der Duisburger Moschee-Gemeinde, wirbt um Verständnis. Schließlich gibt es in Deutschland erst seit wenigen Jahren die Möglichkeit, islamische Theologie zu studieren.



Dienstag, 28. Oktober 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3748050,00.html

Glossar



Moschee, die – das Gotteshaus der Muslime



Ruhrgebiet, das – eine Region im Westen Deutschlands, in der es früher viel Industrie und (Kohle-)Bergbau gab



Dialog, der – hier: ein Gespräch zum Verständnis des jeweils anderen



sozialer Brennpunkt, der – ein Ort mit vielen sozialen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit



Ausländeranteil, der – die Zahl der Ausländer in einem bestimmten Ort oder Gebiet



Minarett, das – der Turm einer Moschee



etwas stilllegen – etwas für immer zumachen; etwas für immer schließen



etwas überragen – größer sein als etwas



Bergbau, der – das Herausholen von Kohle, Metallen oder Salz aus dem Boden



Gastarbeiter, der – jemand, der in ein anderes Land geht, um dort zu arbeiten



ein Traum geht in Erfüllung – ein Traum wird zur Realität



Begegnungsstätte, die – ein Ort, an dem sich Menschen aus verschiedenen Kulturen treffen können



riesig – sehr groß



Mosaik, das – ein Bild, das aus vielen Stückchen (Stein, Glas) zusammengesetzt wird



Nordrhein-Westfalen – eines der 16 Länder, die zusammen die Bundesrepublik Deutschland bilden; im Westen Deutschlands



Integration, die – hier: die Bildung einer Gemeinschaft mit Menschen aus verschiedenen Kulturen



Imam, der – jemand, der in der Moschee den Gottesdienst hält



um etwas werben – hier: sich (mit Worten) um etwas bemühen

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