31.12.08

Alle(s) halb so wild


Die sexuelle Entwicklung der Jugendlichen in Deutschland hat sich nicht verändert, sagen Experten. Auch heute haben Teenager "ihr erstes Mal" nicht früher als ihre Eltern damals.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung befragt regelmäßig Jugendliche zum Thema Sex. Glaubt man ihr, hat etwa die Hälfte der Jugendlichen den ersten Geschlechtsverkehr(r.性交) im Alter von 15 oder 16 Jahren, und ungefähr ein Drittel wartet sogar bis nach dem 18. Lebensjahr.
 
Mit diesen Ergebnissen widerspricht die Bundeszentrale einer in der Öffentlichkeit weit verbreiteten Meinung. David Riha, Sexualpädagoge bei Pro Familia in Brandenburg, kritisiert, dass zu oft von Einzelfällen auf die gesamte Jugend geschlossen wird. "Das Sexualverhalten von Jugendlichen ist nicht zu verallgemeinern(vt.使一般化)", so Riha.
 
Experten weisen darauf hin, dass sich die Sexualaufklärung in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat. "Die größere Offenheit vieler Familien erleichtert eine gesunde Sexual-Entwicklung sehr", sagt die Leipziger Familienberaterin Catrin Dix. "Heute weiß man, dass Kinder bereits ab einem Alter von nur einem Jahr sexuelle Gefühle haben." Ihrer Meinung nach sollten Kinder deshalb noch vor der Pubertät(e.成年) aufgeklärt werden.
 
Auch David Riha stimmt dem zu. Er findet es wichtig, Jugendliche aufzuklären, bevor sie ihr Wissen über Sex aus Pornofilmen(r.色情電影) im Internet beziehen. Gleichzeitig warnt er davor, den Einfluss des Internets zu überschätzen(vt.評估過高): "Untersuchungen zeigen, dass alle Jugendlichen verschiedene Quellen nutzen", so der Sexualpädagoge. "Haben die Jugendlichen einmal ihre Neugier im Internet gestillt(), ist die Sache damit meist erledigt."
 
Dienstag, 30. Dezember 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3898003,00.html 
Glossar
 
etwas ist halb so wild – etwas ist nicht so schlimm
 
Experte/in, der/die – jemand, der über ein Thema sehr viel weiß
 
"das erste Mal" – der erste → Geschlechtsverkehr
 
Aufklärung, die – hier: die Erklärung, wie Sex funktioniert, welche Probleme es geben kann usw.
 
Geschlechtsverkehr, der – der sexuelle Kontakt zwischen Menschen
 
Sexualpädagoge/in, der/die – jemand, der vor allem Jugendliche über das Thema Sex, Liebe, Erwachsenwerden usw. informiert
 
von etwas/jemandem auf etwas/jemanden schließen – nach dem Vergleich mit etwas/jemandem denken, dass etwas/jemand bestimmte Eigenschaften hat
 
etwas verallgemeinern – etwas als allgemein gültig darstellen
 
etwas erleichtern – etwas leichter machen
 
Pubertät, die – der Lebensabschnitt, während dessen sich ein Mädchen zur Frau beziehungsweise ein Junge zum Mann entwickelt
 
Pornofilm, der – ein Film, dessen einzige Funktion es ist, Menschen beim Sex zu zeigen
 
etwas beziehen – hier: etwas bekommen
 
etwas überschätzen – etwas wichtiger finden als es ist
 
Quelle, die – hier: der "Ort" (z. B. das Internet), an dem man Informationen findet
 
seine Neugier stillen – dafür sorgen, dass man erfährt, was man unbedingt wissen will

29.12.08

Von Punkrock zum Theater


Die Toten Hosen sind eine der erfolgreichsten deutschen Bands. Mit mehr als 22 Millionen verkauften Alben in 26 Jahren ist die Düsseldorfer Punkrockband(e.搖滾龐克樂團) ein Vorbild für viele andere Musiker. ‎

Die Band um den Sänger Campino hatte es in den ersten Jahren nicht leicht: Sie wurde nicht ernst genommen. 1988 kam dann mit ihrem Album "Ein kleines bisschen Horrorshow" der große Erfolg. Und dieser Erfolg hält bis heute an. Das 2008 erschienene Album der Band "In aller Stille" erreichte wie die sechs Alben zuvor Platz eins der deutschen Charts(e.排行榜).
 
Die Toten Hosen bieten den Fans eine Mischung aus Saufliedern und nachdenklichen Songs. Ihren Hit "Zehn kleine Jägermeister" kann man zum Beispiel oft auf Partys hören. Der Klassiker "Kauf mich" dagegen kritisiert den Konsumwahn(r.消費幻想症.) in der Gesellschaft. Auf dem Album "In aller Stille" aber gibt es gar keine Sauflieder mehr. Die Texte handeln von Themen wie Liebe, Verlust und Vergänglichkeit(e.短暫.瞬間.曇花一現).
 
Das Ende seiner langjährigen Partnerschaft und die Fernbeziehung zu seinem Sohn waren für Sänger Campino die Gründe für die ernsteren Texte. Aber auch seine Arbeit als Schauspieler hat die Songs stark beeinflusst: 2006 spielte er in Brechts "Dreigroschenoper", 2008 war er Hauptdarsteller in "Palermo Shooting", einem Film des bekannten deutschen Regisseurs(r.導演) Wim Wenders. "Ich habe über die Beschäftigung mit dem Theater und dem Film wieder mehr Spaß an der Sprache entwickelt", sagt der Sänger.
 
Die Zusammenarbeit mit Wenders war eine unvergessliche(adj.難忘的) Erfahrung für den Punkrocker. "Wenn es nach mir ginge(如果就如我所願), würde ich den Film heute noch drehen. Und er müsste nie gezeigt werden. Das wäre mir alles wurscht. In Palermo bin ich morgens aufgewacht und zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig glücklich gewesen."
 Freitag, 26. Dezember 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3897481,00.html
Glossar
 
tote Hose – (umgangssprachlich) langweilig, nichts los (Auf der Arbeit war tote Hose.)
 
Album, das (Plural: Alben) – hier: eine CD o. Ä., auf der Songs einer Band zu hören sind
 
Punkrock, der – eine Musikart, die sehr laut und schnell ist
 
Band, die – eine Musikgruppe
 
Charts, die – eine wöchentliche Liste von Songs oder Alben, die am meisten verkauft wurden
 
Fan, der – hier: jemand, der eine Band sehr mag
 
saufen – (umgangssprachlich) viel Alkohol trinken
 
Hit, der – hier: ein sehr erfolgreicher Song
 
Jägermeister, der – ein Getränk mit viel Alkohol, das in Deutschland hergestellt wird
 
Konsumwahn, der – die Tatsache, dass Menschen immer mehr haben und kaufen wollen
 
Vergänglichkeit, die – die Eigenschaft, dass alles irgendwann aufhört zu sein
 
Fernbeziehung, die – eine Beziehung zu jemandem, der sehr weit weg lebt
 
Hauptdarsteller, der – ein Schauspieler, der die wichtigste Rolle in einem Film spielt
 
unvergesslich – so, dass man etwas nicht vergisst oder vergessen möchte
 
wenn es nach mir ginge … – wenn ich entscheiden könnte …
 
etwas ist jemandem wurscht/wurst – (umgangssprachlich) etwas ist jemandem egal

23.12.08

Armes Amerika


Rund 3,5 Millionen Menschen leben in den USA auf der Straße. Jeder zehnte Amerikaner hätte ohne Unterstützung nicht genug zu essen. Für sie gibt es Einrichtungen wie "Miriam's Kitchen" – und viele freiwillige Helfer.
Noch nie waren in den USA so viele Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen wie heute. Mehr als 36 Millionen Amerikaner haben nicht genug Geld, um sich jeden Tag eine warme Mahlzeit zu leisten. Hilfe bieten hier karitative(adj.慈善的) Einrichtungen wie "Miriam's Kitchen" in der Innenstadt von Washington DC. Dort gibt es jeden Morgen von Montag bis Freitag ein Frühstück umsonst. Und das besteht nicht nur aus Brötchen und Kaffee, sondern auch aus Omelettes(s.雞蛋捲.煎蛋餅), frischen Früchten und Gemüse. 

Mehr als 63.000 Einrichtungen, die sich um Bedürftige kümmern, gibt es in den USA. Sie funktionieren, weil Menschen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Bei "Miriam's Kitchen" arbeiten insgesamt 14 Festangestellte und 1500 ehrenamtliche Helfer aus allen Berufen und Schichten. Die ehrenamtlichen Helfer sind zum Beispiel pensionierte(adj.退休的) Diplomaten oder Hausfrauen.

Dell war früher Versicherungsvertreterin. Bei "Miriam's Kitchen" hilft sie nicht nur in der Küche. "Ich mache Maniküre(e.修指甲), aber nicht nur für Frauen." Gerade Männer würden ihren Service sehr genießen, weil sie in Obdachlosenheimen keine spitzen Gegenstände wie Nagelscheren besitzen dürften, meint Dell. Den Haarschnitt der Gäste übernehmen andere Freiwillige. Außerdem kommen regelmäßig ein Arzt und ein Psychiater vorbei. Sogar Kunstkurse werden nach dem Frühstück angeboten.

Mr. C. ist seit vielen Jahren Gast in "Miriam's Kitchen". "Das ist einer der besseren Plätze, zu denen man gehen kann, wenn man obdachlos ist. Besonders, wenn man etwas Gutes essen möchte", sagt er. Der korpulente(adj.肥胖的) Mann fühlt sich wohl in "Miriam's Kitchen". Denn hier kennt jeder jeden. "Als würde man zur Nachbarschaft gehören."



Dienstag, 23. Dezember 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3897352,00.htm

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Glossar 

freiwillig – so, dass man etwas macht, obwohl man es nicht muss

auf etwas angewiesen sein – etwas unbedingt brauchen; etwas benötigen

karitativ – so, dass etwas (eine Einrichtung, eine Organisation) armen Menschen hilft

Omelette, das – eine Speise aus gebratenen Eiern

Bedürftige, der/die – jemand, der sehr arm ist

etwas zur Verfügung stellen – etwas (ab-)geben; etwas anbieten

Festangestellte, der/die – jemand, der mit einem festen Vertrag bei einem Unternehmen/einer Firma arbeitet und dafür Geld bekommt

ehrenamtlich – so, dass jemand für eine Arbeit oder Tätigkeit kein Geld bekommt

pensioniert – so alt, dass man nicht mehr (als Beamter) arbeitet; in Rente sein

Diplomat/-in, der/die – ein/-e offizieller Vertreter/-in eines Staates in einem anderen Staat

Versicherungsvertreter/-in, der/die – jemand, der anderen Menschen Versicherungen anbietet und verkauft

Maniküre, die – die Pflege der Hände, besonders der Fingernägel

etwas genießen – Freude oder schöne Gefühle bei etwas haben

Obdachlosenheim, das – ein großes Haus, in dem Menschen, die keine feste Wohnung haben, übernachten können

Nagelschere, die – eine Schere, mit der man sich die Fingernägel schneidet

korpulent – ziemlich dick

20.12.08

Eine deutsche Fernsehlegende


Er war der dienstälteste Kommissar des deutschen Fernsehens: Stephan Derrick alias(adv.別名為.又名為) Horst Tappert. Seine Rolle als Vorzeigepolizist machte Tappert weltweit bekannt und er bekam viele Preise dafür.‎

Kein deutscher TV-Kommissar hat mehr Fälle gelöst als Oberinspektor Stephan Derrick. 281 "Derrick"-Episoden liefen zwischen 1974 und 1998 im deutschen Fernsehen. Im Durchschnitt hatte eine Sendung etwa zehn Millionen Zuschauer. Aber nicht nur in Deutschland wurde die Serie zum Erfolg, sondern auf der ganzen Welt. Krimi-Fans in mehr als 100 Ländern kennen und lieben den aufrechten(adj.正直的) Kommissar. "Derrick" ist die im Ausland erfolgreichste deutsche Fernsehserie aller Zeiten.
 
Dargestellt wurde Derrick vom Schauspieler Horst Tappert. 1923 in Wuppertal geboren, startete Tappert seine Karriere 1945 am Theater im ostdeutschen Stendal. Dort hatte sich der gelernte Kaufmann eigentlich als Buchhalter beworben. Der Leiter des Theaters aber entschied anders und machte Tappert zum Schauspieler. Es folgten Rollen in Film und Fernsehen, unter anderem in den beim Publikum sehr beliebten Edgar-Wallace-Krimis.
 
Sein "Derrick" aber stellte alle früheren Erfolge Tapperts in den Schatten(片語.超越某人某事). Die Serie über den Kommissar und seinen Assistenten Harry Klein entwickelte sich nicht nur zu einem internationalen Exportschlager. Für seine Rolle wurde Tappert auch mehrfach ausgezeichnet. 1998 bekam er sogar das Bundesverdienstkreuz(s.聯邦十字勳章)verliehen. In der Begründung hieß es, dass er als Derrick zum Ansehen der Bundesrepublik in der Welt beigetragen(vt.做出貢獻) hat.
 
Horst Tappert starb im Alter von 85 Jahren in einer Münchner Klinik. "Es ist traurig, aber jetzt hat er seine Ruhe", so die Worte seiner Ehefrau Ursula Tappert, "Mein Mann hatte ein erfülltes(adj.豐富的) Leben."

Freitag, 19. Dezember 2008 VON http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3882107,00.html 
 
Glossar
 
Legende, die – hier: jemand, der sehr berühmt ist
 
Dienstälteste, der/die – jemand, der länger als alle seine Kollegen in einem Beruf gearbeitet hat
 
alias – auch genannt; bekannt als
 
Vorzeigepolizist/in, der/die – der/die perfekte Polizist/in
 
einen Fall lösen – ein Verbrechen aufklären
 
(im Fernsehen) laufen – im Fernsehen gezeigt werden
 
Fan, der – jemand, der etwas oder jemanden ganz toll findet
 
aufrecht – hier: ehrlich; moralisch
 
Karriere, die – der Erfolg im Beruf
 
Buchhalter/in, der/die – jemand, der die finanziellen Daten eines Unternehmens betreut
 
etwas in den Schatten stellen – sehr viel besser, größer usw. sein als etwas anderes
 
Assistent/in, der/die – jemand, der seine/n Chef/in bei der Arbeit unterstützt
 
Exportschlager, der – etwas, das in sehr viele Länder exportiert wird
 
mehrfach – mehrere Male
 
jemanden für etwas auszeichnen – jemandem für etwas einen Preis geben
 
Bundesverdienstkreuz, das – ein Kreuz aus Metall, das Menschen in Deutschland für besondere Leistungen bekommen
 
jemandem etwas verleihen – jemandem etwas feierlich überreichen
 
zu etwas beitragen – etwas zu etwas dazu geben oder dazu tun
 
erfüllt – erlebnisreich

16.12.08

Liberal für Deutschland – die FDP ‎

Eine große Partei war sie nie, dafür eine wichtige. Denn die FDP ist nicht selten das Zünglein an der Waage(片語.對某事起決定性作用): Seit Gründung der Bundesrepublik gehörte sie oft zur Regierungskoalition(e.聯盟) – mit CDU/CSU oder mit der SPD. ‎

Am 11. und 12. Dezember 1948 wurde von den liberalen Parteien der westlichen Besatzungszonen in der kleinen Stadt Heppenheim eine gemeinsame Partei gegründet: Die Freie Demokratische Partei Deutschlands (FDP). Am Anfang war die FDP allerdings nicht sehr liberal. In den Fünfzigerjahren standen etliche FDP-Mitglieder rechts vom konservativen(adv.保守地) Koalitionspartner CDU/CSU. Ein Teil von ihnen hatte außerdem eine nationalsozialistische Vergangenheit.
 
In den Sechzigerjahren folgte ein Kurswechsel der Liberalen: Die FDP regierte ab 1969 in einer Koalition mit den Sozialdemokraten. 1982 wurde dann der Christdemokrat Helmut Kohl von den Freien Demokraten und der CDU zum Bundeskanzler gewählt – eine umstrittene Entscheidung. Die Partei verlor daraufhin viele Wähler und Mitglieder.
 
Am Anfang des 21. Jahrhunderts hatten die großen Volksparteien SPD, CDU und CSU Schwierigkeiten, ein klares Profil zu finden. Die Liberalen aber verzeichneten(取得一項成就+Erflog) mit ihrem wirtschaftsfreundlichen Kurs neue Erfolge. 2004 konnten sie wieder ins Europaparlament einziehen, in dem sie zehn Jahre lang keinen Vertreter hatten.
 
Aber es gab auch schwere Zeiten für die FDP: Im Jahr 2002 sorgte Jürgen Möllemann, Partei-Chef in Nordrhein-Westfalen, mit antisemitischen(adj.反猶太的) Äußerungen für einen Skandal(r.醜聞). Er musste von allen Parteiämtern zurücktreten(vt.離職.向後退.縮). Umstritten war im gleichen Jahr der Wahlkampf des FDP-Chefs Guido Westerwelle. Einen Sprung von 7 auf 18 Prozent wünschte er sich für die kleine Partei. Dafür warb er sogar mit Aufklebern unter seinen Schuhen. Seine Wahlkampfreise durch Deutschland in einem Wohnwagen, dem so genannten "Guidomobil", sorgte für Spott(r.嘲笑) bei Kollegen und Bevölkerung. Die 18 Prozent konnte die FDP am Ende nicht erreichen.
  
 Dienstag, 16. Dezember 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3878537,00.html
Glossar
 
dafür – hier: stattdessen; aber
 
das Zünglein an der Waage sein – in einer unentschiedenen Situation entscheiden, wer gewinnt
 
Koalition, die – die Zusammenarbeit von mehreren Parteien
 
CDU/CSU – Christlich Demokratische Union/Christlich Soziale Union, die beiden Parteien kandidieren gemeinsam für die Bundestagswahl
 
SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands
 
westliche Besatzungszonen, die – die amerikanische, britische und französische Zone Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg
 
etliche – viele
 
nationalsozialistisch – auf das Deutschland der Nazis bezogen
 
Kurs, der – hier: die Richtung
 
umstritten – so, dass man sich nicht einig ist, ob etwas richtig ist
 
daraufhin – als Folge von etwas
 
Profil, das – hier: Forderungen, die eine Partei von den anderen unterscheidet
 
Erfolg verzeichnen – Erfolg haben
 
für etwas sorgen – hier: etwas verursachen
 
antisemitisch – feindlich gegenüber Juden
 
Amt, das – eine offizielle Aufgabe, die jemand in einer Partei oder einer Institution hat
 
zurücktreten – ein Amt abgeben
 
Wahlkampf, der – die Werbung der Parteien in den Wochen vor der Wahl
 
Aufkleber, der – eine bedruckte Folie, die man auf etwas kleben kann; der Sticker

14.12.08

Nichts als leere Worte?‎

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist 60 Jahre alt, und die meisten Staaten bekennen sich weiterhin zu ihr. Doch bis heute werden Menschenrechte weltweit missachtet – auch von den westlichen Staaten.‎

Sie war die Antwort auf den Zweiten Weltkrieg, die Herrschaft der Nationalsozialisten und den Völkermord(r.種族屠殺) an den europäischen Juden: Am 10. Dezember 1948 einigten sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Damit wurde erstmals ein Wertesystem formuliert, das für alle Menschen und Staaten gelten sollte.
 
Seit den Terroranschlägen(r.恐怖攻擊) vom 11. September 2001 in den USA sind jedoch viele menschenrechtliche Positionen in Frage gestellt worden. Der Irak-Krieg, der Einsatz von Folter(e.拷問) bei der Terrorbekämpfung oder die Einschränkung der Bürgerrechte haben dazu geführt, dass das Vertrauen in die westlichen Staaten verloren gegangen ist. Gleichzeitig hat der moralische Druck auf die weniger demokratischen Staaten nachgelassen.
 
Die Arbeit des neu gegründeten Menschenrechtsrechtsrats der UN wird deshalb oft kritisiert. Doch die großen Probleme der Gegenwart und Zukunft können nur durch internationale Zusammenarbeit gelöst werden: Der Klimawandel, die Globalisierung, die Ernährungskrise und der Terrorismus betreffen alle Menschen und ihre universellen(adj.普遍的) Rechte.
 
Für Heiner Bielefeldt, Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte, bleibt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unverzichtbar(adj.不可以放棄的). Er betont dabei besonders die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements: Ohne Organisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch, so Bielefeldt, wären wir im Umgang mit den Ungerechtigkeiten in der Welt noch hilfloser.
Freitag, 12. Dezember 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3870540,00.html 
 
Glossar
 
sich zu etwas bekennen – hier: öffentlich sagen, dass man von etwas überzeugt ist und danach handeln will
 
etwas missachten – etwas (z. B. bestimmte Regeln) nicht beachten
 
sich auf etwas einigen – durch Verhandlungen eine gemeinsame Position finden
 
Wertesystem, das – die Zusammenstellung von bestimmten Vorstellungen oder Ideen, die für viele besonders wichtig sind
 
etwas formulieren – etwas, das man ausdrücken will, in Worte fassen
 
Terroranschlag, der – ein Versuch, Menschen zu töten oder etwas zu zerstören, um Angst zu verbreiten und bestimmte Ziele zu erreichen
 
etwas in Frage stellen – Zweifel an etwas haben
 
Folter, die – hier: das Verursachen von starken Schmerzen bei Gefangenen
 
Einschränkung, die – hier: die Entscheidung, dass jemand von etwas weniger hat als bisher
 
Bürgerrechte, die (Pl.) – die gesetzlichen Rechte, welche die Bürger/-innen eines bestimmten Staates haben
 
moralischer Druck, der – hier: der starke Einfluss auf jemanden, sich "richtig" oder "gut" zu verhalten
 
etwas lässt nach – etwas wird weniger
 
etwas betrifft jemanden – etwas ist wichtig für jemanden; etwas geht jemanden an
 
universell – hier: allgemeingültig; sich auf alle Bereiche beziehend
 
unverzichtbar – so, dass etwas unbedingt da sein muss
 
zivilgesellschaftliches Engagement, das – der Einsatz für bestimmte Ziele, ohne dafür einen Auftrag zu bekommen oder (vom Staat) bezahlt zu werden
 
Umgang, der – hier: die Art, wie etwas behandelt wird

10.12.08

Gegen Rassismus im Klassenzimmer


Rassismus und Diskriminierung(e.歧視) sind ein Problem an deutschen Schulen. Das Projekt "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage(s.勇氣)" macht Kindern und Jugendlichen Mut, aktiv zu werden und gegen Vorurteile zu kämpfen.

Aktionstag an der Nicolaus-August-Otto-Berufsschule in Köln: Ein paar Schüler sprühen(vt.噴出.噴射.流露) bunte Graffitis auf die grauen Mauern der Schule. Andere diskutieren mit einem alten Mann, der als Kind im Konzentrationslager war. Einige üben auf dem Schulhof Breakdance. Die Themen Rassismus und Integration stehen im Mittelpunkt.
 
Armin Ahlheim und Christoph Wesemann betreuen das Projekt. "Einen großen Teil der Diskriminierung bekommen wir als Lehrer gar nicht unbedingt mit", sagt Wesemann. "Deshalb wollen wir den Schülern Mut machen, selbst aktiv zu werden." Für seinen Kollegen Armin Ahlheim geht es vor allem darum, ethische(adj.合乎道德的) Werte zu vermitteln – sogar im Technikunterricht: Darf ein Lehrling in einer Autowerkstatt einen kaputten Airbag wieder einbauen, weil sein Chef ihm den Auftrag dazu gibt – auch wenn dadurch ein Mensch bei einem Unfall sterben könnte? "Ethische Fragen sind nicht nur ein Thema für Gymnasien und Universitäten, sondern gehen uns alle an", so Ahlheim.
 
Die Jugendlichen überzeugt das Projekt. "Durch die gemeinsamen Aktionen kommt man sich einfach näher", sagt Andreas, Schüler an der Kölner Berufsschule, "wir lernen hier voneinander – und das ist eine super Sache!" Auch sein Mitschüler Alex ist begeistert. Der Nigerianer spürt persönlich den Erfolg des Projekts. "Seit ich hier an dieser Schule bin, habe ich noch nie erlebt, dass ein Schüler wegen seiner Hautfarbe diskriminiert wurde", sagt er. "Dieses Projekt hat das Bewusstsein der Menschen verändert. Ich fühle mich an dieser Schule zu Hause: Hier werde ich akzeptiert – so wie ich bin."

Dienstag, 9. Dezember 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3860563,00.html 
 
Glossar
 
Rassismus, der – die Ansicht, dass bestimmte Menschengruppen wegen ihrer Hautfarbe besser sind als andere
 
Diskriminierung, die – das schlechtere Behandeln von Menschen, die eine andere Hautfarbe, Religion, Kultur o. ä. haben
 
Courage, die – (aus dem Französischen) der Mut
 
etwas irgendwohin sprühen – sprayen; etwas Flüssiges (z. B. Farbe) in ganz vielen kleinen Tropfen auf etwas (z. B. einer Mauer) verteilen
 
Graffiti, das – (aus dem Englischen) ein → gesprühtes Bild
 
Konzentrationslager, das – ein Lager, in dem die Nationalsozialisten (1933 – 45) sehr viele Menschen gefangen hielten und töteten
 
Breakdance, der – (aus dem Englischen) eine moderne, sehr sportliche Art zu tanzen
 
Integration, die – hier: die Bildung einer Gemeinschaft mit Menschen aus verschiedenen Kulturen
 
etwas steht im Mittelpunkt – etwas ist besonders wichtig
 
etwas mitbekommen – etwas erfahren; etwas erleben
 
ethisch – bezogen auf Moral; bezogen auf die Frage nach Gut und Böse
 
etwas vermitteln – hier: jemandem etwas klar machen
 
Airbag, der – (aus dem Englischen) eine Art Sack, der sich bei einem Autounfall mit Gas füllt und wie ein Kissen vor Verletzungen schützt
 
begeistert sein – sich sehr freuen
 
etwas spüren – etwas fühlen; hier: etwas selbst erleben
 
Bewusstsein, das – hier: die Ansichten eines Menschen
 
jemanden/etwas akzeptieren – jemanden/etwas annehmen, so wie er/es ist

7.12.08

Fortschritte in der Aids-Forschung


In Deutschland sind etwa 59.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Durch neue Medikamente hat sich die Lebenserwartung von HIV-Infizierten inzwischen deutlich erhöht. Aber Aids ist immer noch nicht heilbar. ‎

Noch vor 15 Jahren gab es in Deutschland nur ein Arzneimittel(s. 藥品), das Aids-Kranken helfen konnte – aber die Wirkung war minimal. Das hat sich geändert: Die Aids-Forschung ist schnell und effektiv. Mit den neu entwickelten Medikamenten leben heute viele Patienten wesentlich länger als früher.
 
Erfolg versprechen vor allem Mittel, die die Entwicklung des Virus in einem sehr frühen Stadium(s.時期.狀態) bekämpfen. Das Medikament Maraviroc verhindert zum Beispiel, dass das HI-Virus überhaupt in die Zelle eines Menschen eindringen kann. Viele der neuen Medikamente haben weniger Nebenwirkungen und müssen seltener eingenommen werden. Oft werden mehrere Medikamente in einem Mittel kombiniert.
 
"Vor fünf Jahren hätten wir das nicht geglaubt", so Carlos Stemmerich, der bei der Aids-Hilfe in Köln Aids-Kranke berät. Früher seien viele HIV-Positive jung gestorben, erzählt er. Manche Wissenschaftler schätzen sogar, dass die Situation immer besser wird: Wer sich heute als 30-Jähriger mit HIV ansteckt, hat eine ähnliche Lebenserwartung wie ein Nicht-Infizierter – wenn er rechtzeitig mit einer entsprechenden Therapie beginnt.
 
Eine Heilung der HIV-Infektion ist im Moment aber nicht in Sicht. Das HI-Virus kann bisher durch keine Behandlung vollständig aus dem Körper entfernt werden. Auch die Hoffnungen auf eine Impfung(e.防疫) gegen HIV hält Carlos Stemmerich für falsch: "Selbst wenn heute ein Impfstoff entdeckt würde, dann dauert das bis zum Einsatz am Menschen mindestens zehn Jahre. Und deshalb muss man immer wieder sagen, dass das Kondom das einzige Mittel ist, um sich vor HIV zu schützen."

Freitag, 5. Dezember 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3851397,00.html
Glossar
 
HI-Virus, der (HIV) – das Virus, das die Krankheit Aids verursacht
 
jemanden infizieren – eine Krankheit an jemanden weitergeben; jemanden anstecken
 
Lebenserwartung, die – das Alter, das jemand normalerweise erreicht
 
nach wie vor – heute genauso wie früher
 
heilbar – so, dass es ein Medikament gegen eine Krankheit gibt
 
Arzneimittel, das – das Medikament
 
minimal – sehr klein; sehr gering
 
effektiv – so, dass etwas Erfolg hat
 
wesentlich – hier: viel
 
Stadium, das – ein Zeitpunkt in einer Entwicklung
 
Zelle, die – hier: der kleinste Teil von Menschen, Tieren und Pflanzen
 
eindringen – in etwas (mit Gewalt) hineinkommen
 
Nebenwirkung, die – eine unerwünschte Wirkung
 
kombinieren – mehrere Dinge zusammenfassen
 
HIV-positiv – mit dem HI-Virus infiziert
 
schätzen – hier: vermuten
 
entsprechend – hier: passend, richtig
 
Therapie, die – die Behandlung einer Krankheit
 
etwas ist nicht in Sicht – etwas wird in der nächsten Zeit nicht passieren
 
Impfstoff, der – das Medikament, das bei der Impfung benutzt wird

3.12.08

Wie deutsche Mode die Welt erobert

Bunte Farben und graphische Muster sind das Markenzeichen der Designerinnen Clara Leskovar und Doreen Schulz. In Japan sind sie inzwischen Stars – nur in Deutschland lässt der Erfolg noch auf sich warten.

In der internationalen Modewelt sind Clara Leskovar und Doreen Schulz sehr erfolgreich. Die beiden Frauen haben sich nach ihrem Studium als Designerinnen selbstständig gemacht. Unter dem Namen c.neeon verkaufen sie seither Mode, die sehr extravagant(adj.超越尺度的) ist: Die Stoffe liegen oft in mehreren Lagen übereinander, die graphischen Muster sind bunt und schrill(adj.刺耳的,這指非常奇特的).
 
Die Kollektionen(e.設計師尚未量產前的服裝) entstehen in einem Atelier(s.工作室) im Osten Berlins. Andere Designer, Fotografen und Autoren arbeiten im gleichen Haus, deshalb ist der Kontakt zu den anderen Künstlern sehr eng. Der Ort gefällt den beiden Frauen, denn die anderen Künstler inspirieren(vt.激勵.鼓舞) sie. Mode ist für c.neeon Kunst. Die Arbeiten wurden sogar in einem Museum in Berlin ausgestellt.
 
In Mailand, London, Tokio und Paris werden die Kollektionen gezeigt, in 25 Ländern werden sie verkauft. Besonders erfolgreich sind die Designerinnen in Japan und in den USA. Nur im eigenen Land lässt der Durchbruch(r.突破.衝破) noch auf sich warten: Deutsche wünschen sich für ihre Kleidung meistens gedeckte Farben, die Mode von c.neeon ist für viele zu extravagant.
 
Um den deutschen Markt trotzdem zu erobern, vergrößern die Designerinnen jetzt ihr Programm: Das neueste Projekt von c.neeon ist eine Teppichkollektion. Wenn es in deutschen Kleiderschränken also auch weiterhin schwarz aussieht – auf den Fußböden wird es vielleicht schon bald sehr bunt werden.
 
 Dienstag, 02. Dezember 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3842969,00.html
Glossar
 
jemanden/etwas erobern – hier: jemanden oder etwas für sich gewinnen
 
graphisch – so, dass etwas klare Formen oder Muster, z.B. Kreise oder Linien, hat
 
Markenzeichen, das – ein Merkmal, das für etwas oder jemanden sehr typisch ist
 
Designer/in, der/die – (aus dem Engl.) hier: jemand, der neue Mode herstellt
 
etwas lässt auf sich warten – etwas wird schon lange erwartet
 
extravagant – besonders; ungewöhnlich
 
schrill – hier: sehr bunt; sehr auffällig
 
Kollektion, die – hier: eine bestimmte Auswahl der Arbeiten eines → Designers
 
Atelier, das – ein Raum, in dem ein Künstler arbeitet
 
jemanden inspirieren – jemanden auf neue Ideen bringen
 
Durchbruch, der – hier: der Moment, in dem man mit seiner Arbeit Erfolg hat
 
gedeckt – hier: so, dass eine Farbe nicht auffällig ist
 
Projekt, das – eine bestimmte Aufgabe, an der längere Zeit gearbeitet wird
 
Teppich, der – ein Gegenstand aus weichem Material (z. B. Wolle), der auf dem Fußboden liegt
 
weiterhin – immer noch

29.11.08

Medizinische Informatik

Medizinische Informatik als „Leuchtturmprojekt“ gewürdigt
Heilbronn - Als „Leuchtturmprojekt“ wurde der Kooperationsstudiengang Medizinische Informatik, der gemeinsam von der Hochschule Heilbronn und der Universität Heidelberg durchgeführt wird, vom Gesundheitsforum Baden-Württemberg bezeichnet.

„Der Studiengang Medizinische Informatik wurde von uns als ,Leuchtturmprojekt' ausgewählt, weil er eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung und einen hohen Praxisbezug in idealer Form kombiniert“, erklärt Dr. Günther Hanke, der Präsident der Landesapothekerkammer und Leiter der Arbeitsgruppe „Qualität in der Ausbildung“ beim Gesundheitsforum.

Nur im Studiengang Medizinische Informatik gibt es eine solche gemeinsame Ausbildung einer Universität und einer Fachhochschule. Zudem bietet der Kooperationsstudiengang beste Voraussetzungen, um im Berufsleben erfolgreich bestehen zu können: Der Informatikstudiengang hat einen engen Bezug zur Medizin und zu den besonderen Anforderungen des Gesundheitswesens, in dem die IT durch den medizinischen Fortschritt zu einem unverzichtbaren Partner geworden ist.

Die Weiterentwicklung der Schnittstelle von Medizin und Informationstechnologie, die in dieser Kooperation zwischen Heilbronn und Heidelberg vorangetrieben wird, trägt zu einer hochwertigen Patientenversorgung und zu einem leistungsfähigen Gesundheitssystem bei. Durch zahlreiche Forschungsprojekte mit der Gesundheitswirtschaft entwickelt dieses Kooperationsmodell patientenorientierte Gesundheitsleistungen.

Das Gesundheitsforum Baden-Württemberg wurde 2002 auf Initiative der Landesregierung und des Sozialministeriums ins Leben gerufen. Hauptziel des Forums ist die Vernetzung der verschiedenen Gesundheitsbranchen und die Förderung von übergreifenden Kooperationen. red

Ein Schloss für Berlin


Schlösser sind in Deutschland sehr beliebt. Braunschweig hat sein historisches Schloss wieder aufgebaut. Potsdam und Berlin haben ähnliche Pläne. Das geplante Berliner Stadtschloss aber sorgt für Kritik.

Es gehörte zu den bedeutendsten Bauten der Stadt: das Schloss der preußischen Könige und Kaiser im Zentrum Berlins. Jetzt soll an seinem früheren Platz das so genannte Berliner Humboldt-Forum entstehen. Geplant ist ein Ort, an dem die Bereiche Kunst und Wissenschaft miteinander vereint werden. Möglich machen soll dies eine enge Zusammenarbeit zwischen der Berliner Humboldt-Universität sowie verschiedenen Bibliotheken, Museen und Kunst-Sammlungen.
 
Im Jahr 1950 wurde das historische Stadtschloss von der DDR-Regierung abgerissen. Es galt als Symbol kapitalistischer Herrschaft. 25 Jahre später baute man stattdessen den "Palast der Republik". Dabei wurden nicht nur tausende von Glühbirnen verwendet, sondern auch sehr viel Asbest. Bereits 2002 beschloss der deutsche Bundestag den Abriss(r.草圖,概要) des Gebäudes.
 
Nach dem Abriss wurde lange diskutiert, was auf dem leeren Platz entstehen sollte: ein Wiederaufbau des alten Schlosses oder ein ganz anderes Gebäude? Schließlich entschied die Regierung, drei der historischen Fassaden(e.建築物的外觀) zusammen mit der Schlosskuppel(e.圓屋頂) für das neue Humboldt-Forum nachzubauen. Die vierte Fassade sollte modern gestaltet werden.
 
Viele weitere Fragen aber wurden noch nicht beantwortet. Wie werden die historischen Fassaden im Detail aussehen? Wie soll das Innere des Gebäudes genau genutzt werden? Wie viel wird der Bau tatsächlich kosten – und wer kann ihn bezahlen? So viel ist jedenfalls klar: Die Berliner werden noch eine ganze Weile(一段相當長的時間) auf ihr neues – altes – Stadtschloss warten müssen.

Freitag, 28. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3831784,00.html
Glossar
 
historisch – bezogen auf etwas oder jemanden aus der Vergangenheit; hier: alt
 
bedeutend – sehr wichtig; sehr bekannt
 
preußisch – bezogen auf den Staat Preußen (1701 – 1947)
 
Forum, das – ein Ort, an dem Fragen gestellt und Meinungen diskutiert werden können
 
etwas mit etwas vereinen – hier: aus zwei oder mehreren Dingen eins machen
 
sowie – und auch
 
DDR, die – die Deutsche Demokratische Republik (1949 – 1990)
 
etwas abreißen – ein Gebäude kaputtmachen und die Teile abtransportieren
 
etwas gilt als etwas – viele Menschen haben eine bestimmte Meinung über etwas
 
kapitalistisch – bezogen auf den Kapitalismus (eine bestimmte Wirtschaftsform)
 
stattdessen – dafür; anstelle von etwas
 
Palast der Republik, der – das Gebäude des DDR-Parlaments
 
Glühbirne, die – die Birne aus Glas, die in einer Lampe steckt und Licht macht
 
Asbest, der – ein Material im Häuserbau, das sehr giftig ist
 
bereits – schon
 


Fassade, die – die Außenwand eines Gebäudes

 
Kuppel, die – ein Dach, das aussieht wie eine halbe Kugel (z. B. die Reichstagskuppel)
 
etwas gestalten – etwas nach einer bestimmten Vorstellung entwickeln oder formen
 
im Detail – im Einzelnen; ganz genau
 
eine ganze Weile – lange Zeit

26.11.08

Der letzte Weg der Haustiere


Ob Hund, Katze oder Hase – Millionen deutsche Haushalte besitzen ein Haustier. Oft wird es zum besten Freund des Menschen. Aber was passiert eigentlich mit den Tieren, wenn sie eines Tages sterben?

"Meinen geliebten Benno in den Müll schmeißen?" Das kann sich Anneliese Miller nicht vorstellen. Schon vor einigen Wochen starb ihr Hund, doch noch immer trauert die ältere Dame um das treue Tier. Tröstlich(adj.令人安慰的) ist für sie nur ein Gedanke: "Ich glaube, dass auch Tiere eine Seele haben und man sich irgendwo und irgendwann mal wiedertrifft".
 
Tatsächlich könnten Haustierbesitzer ihren toten Tieren nochmals begegnen – allerdings im Supermarkt. Stirbt nämlich ein Tier, wird es zu einer Abdeckerei(e.殯葬業者) gebracht. Dort wird der Kadaver(r.動物屍體) zerkleinert, gekocht und zu Mehl oder Fett verarbeitet. Mit diesen Rohstoffen werden zum Beispiel Klebstoff, Waschpulver oder Zahnpasta hergestellt. Für die Industrie ist diese Verwertung eine gute Lösung, aber Tierfreunde sind meistens schockiert.
 
Bestattungsinstitute(e.殯葬業者) für Tiere bieten deshalb eine Alternative an: Der Tierkörper wird verbrannt und der Besitzer kann entscheiden, wo die Asche(e.骨灰) begraben wird. Ein Grab im eigenen Garten ist preiswert; teurer ist der Platz auf einem Friedhof für Tiere. Evelyn Schäfer arbeitet in Kerpen auf so einem Tierfriedhof. Neben den Gräbern gibt es dort sogar einen besonderen Raum, in dem die Trauerfeiern(s.告別式) stattfinden. "Nur einen Pfarrer oder eine Grabrede(e.悼詞) werden sie bei uns vergeblich(adj.白費力氣的) suchen", berichtet Evelyn Schäfer.
 
Auch wenn viele Menschen über diese übertriebene(adj.過分的.誇張的) Tierliebe nur noch den Kopf schütteln: Anneliese Miller ist sich sicher, dass ihr Hund Benno an diesem friedlichen Ort besser aufgehoben ist(gut aufgehoben sein 在安全的地方) als in einer Zahnpastatube im Supermarkt.

Dienstag, 25. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3819571,00.html 
 
Glossar
 
Haustier, das – ein Tier, das bei Menschen lebt und nicht wild ist
 
eines Tages – hier: irgendwann, an einem unbestimmten Tag
 
etwas schmeißen – etwas werfen
 
um jemanden/etwas trauern – traurig sein, weil man jemanden/etwas verloren hat
 
tröstlich – so, dass man weniger leidet
 
Abdeckerei, die – eine Firma, die tote Tiere → verarbeitet
 
Kadaver, der – ein toter Körper
 
etwas zerkleinern – etwas in kleine Stücke teilen
 
etwas verarbeiten – aus einem Material etwas Neues herstellen
 
Rohstoff, der – hier: ein Material, aus dem etwas hergestellt wird
 
Verwertung, die – ein Prozess, bei dem altes Material wiederverwendet wird
 
schockiert sein – hier: etwas sehr schrecklich finden
 
Bestattungsinstitut, das – eine Firma, die sich um Beerdigungen kümmert
 
Asche, die – ein graues Pulver, das übrig bleibt, wenn etwas gebrannt hat
 
Grabrede, die – eine Rede, die an einem Grab gehalten wird
 
den Kopf schütteln – hier: den Sinn einer Handlung nicht verstehen
 
friedlich – hier: ruhig und sicher
 
gut aufgehoben sein – an einem sicheren Ort sein

22.11.08

Andersrum im Stadion

Homosexualität im Fußball ist immer noch ein Tabu. Der schwule Ex-Fußballer Marcus Urban will das ändern. Auch homosexuelle Fanclubs bauen Vorurteile ab, denn die Liebe zum Fußball verbindet.

Das Dortmunder Westfalenstadion sieht aus wie ein schwarz-gelbes Meer. Mitten drin: Alexander, Jens und ihre Freunde. Sie schauen auf das Spielfeld unter ihnen und halten ihre Schals (r.圍巾.(足球賽的那種))nach oben: "Rainbow-Borussen" steht darauf. In ihrer Liebe zum Fußball sind sich alle Fans einig(sich.在這點上取得共識) – egal, ob "Homo" oder "Hetero(r.異性戀者)". "Als ich einem anderen Fan mal gesagt habe, dass ich schwul bin, hat der nur kurz etwas dazu gesagt", erzählt Jens, der Präsident der Rainbow-Borussen, "dann war das Thema schon wieder Fußball."
 
Der ehemalige DDR-Jugendnationalspieler Marcus Urban wusste schon früh, dass er auf Männer stand(vt.喜愛某人.某事懷有獨特的興趣). Damit die anderen nichts merkten, gab er sich betont männlich(??男子氣概?), machte Macho(???????)-Witze und erzählte sogar, wie toll er Frauen fand. Anfang der 90er Jahre stand Marcus Urban kurz vor dem Erfolg. Aber er beendete seine Karriere, weil er es nicht mehr aushielt(vt.忍受.堅持住), seine Gefühle dauernd verstecken zu müssen. Nun kämpft Urban dafür, dass sich das ändert. In einem Buch beschreibt er seine Erfahrungen.
 
Bei den deutschen Profifußballern hat sich noch niemand als homosexuell geoutet. Die Angst davor, ausgegrenzt zu werden, ist immer noch groß. Der Sportjournalist Ronny Blaschke glaubt, am leichtesten würde es für einen Spieler sein, der seine Karriere schon hinter sich hat; am besten ein Spieler, der als sehr männlich gilt und der sehr erfolgreich war. Dann, so Blaschke, "hat die Fußballwelt ihr Vorbild."

Freitag, 21. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3810267,00.html 
 
Glossar
 
andersrum – hier: homosexuell
 
Stadion, das – eine große Sportanlage mit Zuschauerplätzen
 
Tabu, das – ein Thema, über das nicht gesprochen werden darf
 
schwul – so, dass ein Mann einen Mann liebt; homosexuell
 
Ex- – nicht mehr
 
Fanclub, der – eine Gruppe, die etwas oder jemanden ganz toll findet
 
Vorurteile abbauen – dafür kämpfen, dass es weniger Vorurteile gibt
 
Rainbow-Borussen, die (Pl.) – der homosexuelle → Fanclub des Fußballvereins Borussia Dortmund ("Rainbow": engl. für "Regenbogen")
 
sich einig sein – die gleiche Meinung haben; das Gleiche denken
 
Hetero, der – jemand, der nicht homosexuell ist (z. B. ein Mann, der eine Frau liebt)
 
DDR, die – die Deutsche Demokratische Republik (1949 – 1990)
 
auf jemanden stehen – jemanden toll finden
 
sich betont männlich geben – sich besonders männlich verhalten
 
Macho, der – ein Mann, der seine Männlichkeit sehr betont
 
Karriere, die – der Erfolg im Beruf
 
etwas aushalten – etwas tun, obwohl man sich dabei nicht wohl fühlt
 
sich als etwas/jemand outen (aus dem Engl.) – etwas, das man bisher geheim gehalten hat, öffentlich sagen
 
jemanden ausgrenzen – jemanden aus einer Gemeinschaft ausschließen
 
Vorbild, das – jemand, den man so sehr bewundert, dass man so werden möchte wie er

Buch digital- Das E-Book


Nicht jeder Roman ist heute aus Papier. Das so genannte E-Book ist auf dem Vormarsch(r.挺進.進軍). Es ist billiger als das klassische Buch – und meistens auch leichter. Aber kann es herkömmliche(adj.傳統的) Bücher ersetzen?

Bücher sind immer aus Papier. Das war früher! Heute gibt es auf der größten Buchmesse der Welt in Frankfurt am Main viele Bücher, die nicht mehr aus Papier sind: zum Beispiel das Hörbuch oder das E-Book. Damit man die E-Books nicht am Computer lesen muss, gibt es besondere Lesegeräte in Taschenbuch-Größe. Der Bildschirm liegt unter einem Deckel(r.封面), den man wie beim normalen Buch hochklappt.

In den USA verzeichnet die Branche bereits ein rasantes Wachstum(快速成長); Für den Kindle, das Lesegerät von Amazon, stehen mehr als 160.000 Titel zur Verfügung. In Deutschland wurden bisher vor allem Nachschlagewerke digital genutzt. Mittlerweile kann man hier auch Romane problemlos auf den neuen Geräten lesen.
 
Der traditionelle Buchmarkt verändert sich. Die großen Verlage müssen sich nun auf die neue Technik einlassen. Helge Malchow, Leiter des Verlages Kiepenheuer & Witsch, benutzt das E-Book bereits gerne: Auf seinem 500 Gramm schweren E-Book-Lesegerät hat er 20 Manuskripte(S.手稿.草稿) gespeichert. Normalerweise wären das ungefähr 10 Kilo Papier.
 
Aber noch gibt es bei der Digitalisierung Probleme mit dem niedrigeren Verkaufspreis und dem illegalen Download aus dem Internet. Probleme, die die Hörbuchbranche schon seit Langem kennt: Der Download ist bei Internetportalen wie Audible oder Claudio 30 Prozent billiger als ein Hörbuch auf CD. Aber Johannes Stricker, Verlagsleiter von Hörbuch Hamburg, glaubt nicht, dass bald nur noch Dateien gekauft werden. Die Leute wollen seiner Meinung nach etwas in Händen halten: "Eine Datei zu verschenken ist nicht besonders sexy."

Dienstag, 18. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3802484,00.html
Glossar
 
digital – hier: in Form einer Computerdatei
 
E-Book, das – Abkürzung des englischen Begriffs "electronic book"; elektronisches Buch
 
etwas ist auf dem Vormarsch – etwas wird immer erfolgreicher
 
herkömmlich – traditionell
 
etwas ersetzen – den Platz von etwas einnehmen
 
Hörbuch, das – eine CD, auf der ein Buch vorgelesen wird
 
Deckel, der – hier: die vorderste Seite eines Buches, die aus Pappe ist
 
etwas verzeichnet rasantes Wachstum – etwas wächst sehr schnell
 
Branche, die – französisch: der Bereich; hier: der Geschäftsbereich
 
Amazon – ein Internet-Unternehmen, bei dem man Bücher, Musik und elektronische Geräte kaufen kann
 
etwas steht zur Verfügung – etwas kann benutzt werden
 
Nachschlagewerk, das – z.B. ein Lexikon(s.辭典.百科全書) oder ein Wörterbuch
 
Verlag, der – ein Unternehmen, das Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen veröffentlicht
 
sich auf etwas einlassen – hier: etwas ausprobieren; mit etwas anfangen
 
Manuskript, das – hier: ein Buch, das vom Verlag noch nicht gedruckt wurde
 
illegal – nicht erlaubt, hier: ohne zu bezahlen
 
Download, der – das Speichern einer Datei aus dem Internet auf dem eigenen Computer
 
Portal, das – hier: eine Internetseite, auf der man Dateien kaufen und herunterladen kann

14.11.08

Der lange Kampf um Gleichberechtigung


Am 12. November 1918 erhielten Frauen in Deutschland das Recht, zu wählen und gewählt zu werden. Heute sind Frauen in der Politik ganz selbstverständlich – außer auf der kommunalen(adj.地方自治的.) Ebene.

Ende des 19. Jahrhunderts begannen in Deutschland Frauen aus allen Teilen der Bevölkerung für politische Gleichberechtigung zu kämpfen. Am 12. November 1918 stand schließlich fest, dass alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen das gleiche Wahlrecht erhalten.



Bei den Wahlen zur Nationalversammlung, am 19. Januar 1919, durften Frauen zum ersten Mal an die Urnen. "Die Frauen waren begeistert", sagt die Sozial- und Geschichtswissenschaftlerin Gisela Notz, "die Wahlbeteiligung war mit 82,3 Prozent sehr hoch." Auch weibliche Parlamentsabgeordnete konnten gewählt werden. Knapp neun Prozent der Sitze in der Nationalversammlung gingen an Frauen.



Die deutsche Frauenbewegung war in der Frage des Wahlrechts allerdings nicht immer einer Meinung. Vor allem kirchliche Frauenvereine waren am Anfang gegen das Frauenwahlrecht. "Sie fanden, dass die Frau für die Familie sorgen soll und dass das Wählen sie davon ablenkt(vt.轉移方向.焦點)", erklärt Gisela Notz.



Heute sind im deutschen Bundestag rund 34 Prozent der Mitglieder weiblich; in den Landesparlamenten erreicht der Frauenanteil 30 Prozent. Auf kommunaler Ebene sind allerdings nur sehr wenige Frauen zu finden. "Es gibt immer noch Städte und Gemeinden, in deren Parlament keine einzige weibliche Abgeordnete(e.委任.派遣者) sitzt", kritisiert Uta Kletzing von der Europäischen Akademie für Frauen in Wirtschaft und Politik. "Während viele Männer die Aufmerksamkeit genießen, ist es für Frauen oft ein Hindernis oder zumindest eine unangenehme Nebenerscheinung(e.得出的結論) der politischen Arbeit. Es ist immer noch nicht selbstverständlich für eine Frau, zu einer öffentlichen Person zu werden", so Kletzing.



Freitag, 14. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3793820,00.html

Glossar



kommunal – bezogen auf eine Stadt oder Gemeinde



Ebene, die – hier: eine von mehreren Stufen innerhalb einer Ordnung



feststehen; etwas steht fest – etwas ist entschieden; etwas ist sicher



Nationalversammlung, die – hier: das erste Parlament der Weimarer Republik



Urne, die – hier: der Kasten, in dem die Stimmzettel der Wähler/innen gesammelt werden



begeistert sein – sich sehr freuen



sozial- – bezogen auf die Gesellschaft



Wahlbeteiligung, die – der → Anteil aller Wahlberechtigten, die zu einer Wahl gehen



Abgeordnete/r, die/der – das gewählte Mitglied eines Parlaments



etwas geht an jemanden – jemand bekommt etwas



Bewegung, die – hier: eine Gruppe von Menschen, die für ein gemeinsames Ziel kämpft



kirchlich – zur christlichen Kirche gehörend



jemanden von etwas ablenken – dafür sorgen, dass jemand sich nicht mehr auf etwas konzentriert



Bundestag, der – das deutsche Parlament



rund – hier: etwa; ungefähr



Anteil, der – ein bestimmter Teil von etwas



Akademie, die – eine Organisation, die wissenschaftlich arbeitet oder Menschen ausbildet



jemand genießt etwas – jemand fühlt sich mit etwas sehr wohl



Hindernis, das – etwas, das jemandem im Weg steht



Nebenerscheinung, die – die Konsequenz(e.結果.得出的結論) von etwas; etwas, das eine Sache begleitet

13.11.08

Die Jugend spricht anders

"Gammel(adj. 廢物)fleischpartys sind peinlich und Zorn(r.發狂)röschen nervig." Alle, die jetzt kein Wort verstanden haben, können sich in Jugend- wörterbüchern informieren. Doch ob Jugendliche tatsächlich so sprechen, ist fraglich.

Jugendsprache wird häufig kritisiert: Viele Erwachsene sehen in ihr den Verfall(r.崩潰.衰落) der deutschen Sprache oder eine Bedrohung durch Anglizismen(r.外來語). Dabei denken sie vielleicht an Wörter wie "cool" oder "krass" – und übersehen, dass Jugendliche oft sehr kreativ in ihrem Sprachgebrauch sind.
 
Doch jetzt berufen(vt.sich提及) sich immer mehr Verlage auf diese Kreativität. Sie suchen das Jugendwort des Jahres im Internet und sammeln Wortneuschöpfungen(e.創造新詞) in so genannten Jugendwörterbüchern. Dort werden dann Begriffe wie "Zornröschen" (zickiges(adj.行為惹人怨的) Mädchen) oder "Gammelfleischparty" (Party für Leute über 30) als Jugendsprache verkauft. Der Nutzen solcher Wörterbücher ist allerdings umstritten(adj.爭議的).
 
Eva Neuland, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Wuppertal, bezweifelt, dass Jugendliche diese Begriffe tatsächlich verwenden. Sie glaubt, "dass dies Erfindungen von Leuten sind, die so was professionell machen." Neuland hält das für eine Vermarktungsstrategie(e.值得注意的策略): "Es wird mit dem Thema Jugendsprache sehr viel Geld in unserer Gesellschaft gemacht, eben weil Jugendlichkeit ein so positiver Faktor(r.要素.因素) für uns alle ist."
  
Eines steht jedenfalls fest: Jugendsprache ist etwas, das Erwachsene nicht verstehen sollten, wie Professorin Neuland erläutert: "Wenn andere Gruppen in der Gesellschaft diesen Sprachgebrauch übernehmen, dann verliert Sprache die abgrenzende Funktion für die Jugendlichen."
 
Dienstag, 11. November 2008 VON http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3781751,00.html 
 

Glossar
 
nervig – sehr störend
 
fraglich – hier: unsicher; zweifelhaft
 
Verfall, der – der immer schlechter werdender Zustand
 
Anglizismus, der – ein Wort, das aus dem Englischen in die deutsche Sprache übernommen wurde
 
krass – extrem; umgangssprachlich: besonders gut; besonders schlecht
 
etwas übersehen – etwas nicht sehen; etwas nicht erkennen
 
kreativ – mit neuen Ideen
 
sich auf etwas berufen – hier: etwas als Grund für sein/ihr Handeln nennen
 
Verlag, der – ein Unternehmen, das Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen veröffentlicht
 
Wortneuschöpfung, die – das Erfinden eines ganz neuen Wortes
 
zickig – umgangssprachlich: wenn (meist) Frauen oder Mädchen schnell ihre Laune ändern und andere damit stören
 
etwas als etwas verkaufen – dafür sorgen, dass etwas in einer bestimmten Weise dargestellt wird
 
umstritten – so, dass es verschiedene Meinungen zu etwas gibt
 
etwas bezweifeln – nicht an etwas glauben
 
professionell – hier: beruflich; als Beruf
 
Vermarktungsstrategie, die – ein Plan, wie etwas am besten verkauft werden kann
 
Faktor, der – hier: etwas, das eine bestimmte Wirkung hat
 
feststehen; etwas steht fest – etwas ist entschieden; etwas ist sicher
 
sich abgrenzen – durch bestimmte zeigen, dass man anders ist als andere

8.11.08

Barack Obama wird Präsident der USA

Die Amerikaner haben ihren neuen Präsidenten gewählt: Barack Obama. Vor allem von den Jugendlichen wird der Demokrat wie ein Rockstar gefeiert, denn man glaubt, dass sich mit ihm vieles ändern wird.

Am 4. November 2008 wurde Barack Obama zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA gewählt. Damit hat sich der Demokrat gegen John McCain, den Kandidaten der konservativen Republikanischen Partei, durchgesetzt. Aber er ist auch in vielen anderen Ländern sehr beliebt.
 
Der Sohn eines Kenianers und einer Amerikanerin aus Kansas lebte für kurze Zeit in Indonesien und später bei seinen Großeltern auf Hawaii. In seiner Autobiografie(e.自傳) schreibt er, dass er früher Probleme mit Drogen und Alkohol hatte. Nach einem Jura-Studium an der Harvard-Universität wurde Obama schließlich Dozent in Chicago und arbeitete in einer kleinen Anwaltskanzlei, die sich mit Bürgerrechten beschäftigte.
 
Mitte 2008 setzte sich Obama als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei gegen Hillary Clinton durch. Sie galt eigentlich als Favoritin(e.親信.最有希望的獲勝者) für dieses Amt. Er präsentierte sich als Vertreter einer neuen Generation, die das Land verändern will. Obama gilt als linksliberaler Politiker, der vor allem den sozial Schwachen helfen will.
 
Obwohl er ein entschiedener Gegner des Irakkriegs ist, lehnt er Krieg nicht grundsätzlich ab. Obama befürwortet(vt.支持) das Recht auf Waffenbesitz. Außerdem ist er gegen einen Ausbau (r.改建.完竣)der Sozialhilfe wie in Europa. Er will, dass die USA unabhängiger von ausländischem Öl werden und möchte mehr in die Bildung investieren(vt.投資.投入.任命). Seine republikanischen Gegner glauben nicht, dass er seine ehrgeizigen(adj.追求虛榮心的) Ziele erreichen wird.

Freitag, 07. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3771456,00.html

Glossar
 
sich gegen jemanden durchsetzen – jemanden besiegen,
 
Autobiografie, die – ein Buch, das jemand über sein eigenes Leben schreibt
 
Jura (ohne Artikel) – die Wissenschaft, die sich mit Gesetzen beschäftigt
 
Dozent/in, der/die – jemand, der an der Universität unterrichtet
 
Kanzlei, die – das Büro eines Anwalts
 
Bürgerrechte, die – die Rechte, die ein Staat seinen Bürgern zugesteht, z.B. Wahlrecht
 
Favorit/in, der/die – die Person, die am beliebtesten ist
 
jemand gilt als etwas – viele Leute haben eine bestimmte Meinung über jemanden
 
Generation, die – eine Gruppe von Menschen, die ungefähr gleich alt sind
 
sozial Schwache, der/die – jemand, der wenig Geld hat
 
entschiedener Gegner – jemand, der etwas stark ablehnt
 
etwas befürworten – etwas gut finden
 
Ausbau, der – hier: die Verbesserung, die Erhöhung
 
Sozialhilfe, die – das Geld, das arme Menschen vom Staat zum Überleben bekommen
 
von etwas unabhängig sein – etwas nicht brauchen
 
in etwas investieren – Geld für etwas ausgeben
 
ehrgeizig – wenn man große Dinge erreichen möchte

6.11.08

Deutschlands arme Kinder

Kein Geld und keine Perspektive: Die Armut trifft am häufigsten Kinder alleinerziehender Eltern und ausländischer Familien. Es fehlt bisher an ausreichender Unterstützung, um die Situation der Kinder zu verbessern.

In Deutschland leben nach Schätzungen des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) drei Millionen Kinder in Armut. Besonders stark betroffen sind Kinder alleinerziehender Eltern: Bis zu 40 Prozent von ihnen gelten als arm. Auch die Kinder ausländischer Familien gehören zu den großen Verlierern. Für sie ist das Armutsrisiko doppelt so hoch wie für Kinder aus deutschen Familien.
 
"Kinderarmut in Deutschland heißt nicht, dass die Kinder verhungern", sagt Thomas Krüger, Präsident des DKHW. Dennoch sind die Auswirkungen der Armut gravierend(adj.沈重的.份量重的): Arme Kinder haben geringere Bildungschancen, leiden öfter an Krankheiten und an Übergewicht und zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten(e.無禮的行為). Dies führt dazu, dass sie von ihren Mitschülern nicht akzeptiert werden, so Krüger. "Die Kinder müssen auf Dinge verzichten, die für viele ihrer Altersgenossen(r.同年齡) selbstverständlich sind."
 
Damit zukünftig mehr Eltern von jüngeren Kindern arbeiten gehen können, will die Bundesregierung nun die Zahl der Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren erhöhen. Außerdem soll das Kindergeld um zehn Euro im Monat angehoben werden. Thomas Krüger jedoch reagiert kritisch: "Eine solche Maßnahme löst die Probleme nicht", sagt er. Krüger fordert vor allem Verbesserungen im Bereich der Bildung, wie zum Beispiel eine frühe Sprachförderung für Kinder ausländischer Eltern, mehr Ganztagsschulen und einen kostenlosen Zugang zu Lernmitteln und Schulessen.
 
Dienstag, 23. September 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3665535,00.html
Glossar
 
alleinerziehend – so, dass ein Elternteil seine Kinder ohne Partner/-in erzieht
 
Perspektive, die – hier: die Möglichkeiten und Chancen für jemanden in der Zukunft
 
nach Schätzung – wie ungefähr bestimmt oder beurteilt wurde
 
jemand/etwas gilt als jemand/etwas – viele Leute haben eine bestimmte Meinung über jemanden/etwas
 
gravierend – von großer Bedeutung
 
Übergewicht, das – das zu hohe Körpergewicht
 
Verhaltensauffälligkeit, die – ein andauerndes, nicht normales Verhalten, das negativ bewertet wird
 
jemanden akzeptieren – hier: jemanden so annehmen, wie er ist
 
auf etwas verzichten müssen – etwas nicht haben oder machen können
 
Altersgenosse, der – jemand, der genauso alt ist wie jemand
 
Kindergeld, das – das Geld, das Eltern vom Staat für jedes Kind monatlich bekommen
 
etwas anheben – hier: etwas erhöhen; mehr von etwas geben
 
Bereich, der – hier: ein abgegrenztes Themengebiet
 
Maßnahme, die – eine Handlung, durch die etwas verändert werden soll
 
Sprachförderung, die – die Hilfe, die Unterstützung beim Erlernen einer Sprache

Der neue Bond


Sein Name: Bond. James Bond. Sein Auftrag: Verbrecher jagen und die Welt retten. Der britische Geheimagent ist zurück in den Kinos – und das mit bisher nicht gekannter Härte(e.硬度.嚴厲 ).

"Es ist ein lauter Bond geworden", so ein britischer Filmkritiker, "eine ununterbrochene Kette von Motorboot-, Flugzeug- und Auto-Zusammenstößen." Das neue Bond-Abenteuer "A Quantum of Solace" (Deutsch: "Ein Quantum(s.量.數量) Trost") ist actionreicher als all seine Vorgänger. Und noch nie war Agent 007 so durchtrainiert und hart wie in der aktuellen Darstellung des Schauspielers Daniel Craig.
 
Craig hat bereits zum zweiten Mal die Rolle des James Bond übernommen und dabei so viele Stunts wie möglich selbst gemacht. So war es keine Überraschung, dass er zur Premiere(e.首映) mit einem Arm in der Schlinge(e.手受傷綁繃帶,節.環.陷阱) erschien. "Das ist nichts weiter", beruhigte er, "eine alte Schulterverletzung aus dem letzten Film, die jetzt operiert werden musste."
 
In "A Quantum of Solace" will Bond den Tod seiner Geliebten rächen(vt.報仇) und dabei einen Kriminellen zur Strecke bringen(追捕.捕殺). Die Geschichte ist so kompliziert wie absurd(adj.不合理的). Aber um die geht es in Bond-Filmen ja sowieso nicht. Craig erklärt, dass er unbedingt einen Film machen wollte, dessen Stil dem der ersten Bond-Filme mit Sean Connery ähnelt: "In einem klassischen Rahmen, aber so modern wie möglich."
 
So modern wie möglich – das gilt für "A Quantum of Solace" auf jeden Fall. Für viele Bond-Traditionalisten aber sind Ironie und Eleganz der früheren Filme verloren. Ihrer Meinung nach fehlt Daniel Craig die Leichtigkeit, die Sean Connery hatte. Der neue Bond ist kompromisslos(adj.不妥協的.不讓步的) modern. "Ein Film wie das Leben", schrieb das Londoner Magazin 'Time out', "brutal, gemein und kurz." Nur ganze 103 Minuten.

Dienstag, 04. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3764574,00.html 
 
Glossar
 
James Bond – die erfundene Figur eines britischen → Geheimagenten
 
Geheimagent/in, der/die – jemand, der im Auftrag eines Staates geheime Informationen sammelt
 
Filmkritiker/in, der/die – jemand, der darüber schreibt, wie gut oder schlecht er einen Film findet
 
Zusammenstoß, der – hier: wenn Fahrzeuge gegeneinander fahren
 
Quantum, das – eine Menge; hier: der Name einer Verbrecherorganisation
 
actionreich – hier: mit vielen gefährlichen → Stunts, explodierenden Autos, etc.
 
Vorgänger/in, der/die – hier: jemand oder etwas, der/das vorher da gewesen ist
 
durchtrainiert – sportlich; mit vielen Muskeln
 
Stunt, der – eine gefährliche Aktion in einem Film, wie z. B. ein Sprung aus großer Höhe
 
Premiere, die – hier: der Tag, an dem der Film zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird
 
Schlinge, die – hier: ein Tuch, das am Hals festgebunden wird und in das man den verletzten Arm legen kann
 
Das ist nichts weiter. – Das ist nicht schlimm.
 
jemanden zur Strecke bringen – jemanden verhaften; jemanden töten
 
absurd – ohne Sinn; nicht logisch
 
Stil, der – die Art, wie jemand oder etwas ist
 
jemandem/etwas ähneln – jemandem/etwas ähnlich sein
 
Traditionalist/in, der/die – hier: jemand, der möchte, dass eine Tradition gepflegt wird
 
Leichtigkeit, die – wenn jemand sich nicht anstrengen muss
 
gemein – hier: nicht nett; böse

4.11.08

Voll bis obenhin


Jedes Jahr im Herbst findet das Münchner Oktoberfest statt. Doch nicht jeder darf mitfeiern. Die Zelte sind oft wegen Überfüllung geschlossen. Das ist ziemlich ärgerlich, vor allem für Touristen, die von weit her kommen.

Ein Elf-Stunden-Flug für 1000 Euro. Und dann auch noch das Geld für die Übernachtung. Jeremy und Christopher aus Südafrika lassen sich ihren Oktoberfestbesuch einiges kosten. Doch zu Beginn der "Wiesn" läuft für sie noch nicht alles nach Plan. "Vor jedem Zelt ist eine ewig lange Schlange. Und die Türsteher (r.門口檢查員)lassen keinen rein hier", beschwert sich Jeremy. "Das ist nicht sehr gastfreundlich", meint Christopher, "schließlich bringen die vielen Touristen ja auch viel Geld nach München."
 
Laut dem Münchner Tourismusamt, findet auf dem Oktoberfest jeder Gast seinen Platz. Schließlich dauert die Wiesn 16 Tage. Außerdem dürfen die meisten Plätze nicht reserviert werden. Doch Jeremy und Christopher hilft das in diesem Moment nicht weiter. Sie machen aus der Not eine Tugend(化不利為有利) und spazieren erst einmal über die bunte Festwiese – vorbei an Achterbahnen, Zuckerwatte und Lebkuchenherzen. Schließlich führt sie der Durst aber doch wieder zu einem der Bierzelte. Diesmal haben sie Glück. Der Türsteher lässt sie hinein.
 
Es dauert keine fünf Minuten, bis die beiden Männer ihre erste Maß Bier in der Hand halten, sich zuprosten und auf die Bierbank klettern. Schnell sind die ersten Freundschaften geschlossen, und Musik und Bier zeigen ihre Wirkung. Spätestens dann hat sich auch der Ärger über das lange Warten vor dem Zelt in Luft aufgelöst.

Freitag, 26. September 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3671572,00.html 
 
Glossar
 
Oktoberfest, das (auch: "die Wiesn") – ein Fest, das jeden Herbst in München stattfindet und das vor allem dafür bekannt ist, dass man in großen Zelten viel Bier trinken kann
 
Überfüllung, die – wenn zu viele Menschen in einem Raum sind
 
sich etwas einiges kosten lassen – für etwas ziemlich viel Geld ausgeben
 
etwas läuft nicht nach Plan – etwas passiert nicht so, wie es jemand vorher geplant hat
 
Schlange, die – hier: eine Reihe wartender Menschen
 
Türsteher, der – jemand, der vor einer Diskothek oder einer Kneipe steht und kontrolliert, wer hineinkommt
 
laut jemandem – wie jemand sagt
 
aus der Not eine Tugend machen – das Beste aus einer negativen Situation machen
 
Achterbahn, die – ein kleiner Zug, mit dem Leute zum Spaß sehr schnell auf und ab fahren
 
Zuckerwatte, die – eine Süßigkeit, die wie eine Wolke aussieht und aus Zucker gemacht wird
 
Lebkuchen, der – ein Gebäck mit Gewürzen und Honig
 
Maß, die (Bayrisch) – ein Glas mit einem Liter Bier
 
einander/jemandem zuprosten – sein Glas heben, es gegen das Glas eines anderen stoßen und "Prost!" sagen
 
Bierbank, die – eine lange Holzbank, die oft bei Feiern oder in einem Biergarten benutzt wird
 
etwas löst sich in Luft auf – hier: etwas ist kein Problem mehr
 

2.11.08

Moderner Antisemitismus


Noch immer ist Antisemitismus in Deutschland und anderen europäischen Ländern weit verbreitet. Untersuchungen zeigen, dass auch ganz normale Bürger Vorurteile haben.

Es gibt sie immer noch, die Vorurteile über reiche Juden oder eine jüdische Weltverschwörung(e.陰謀.(世界?)). "Der Antisemitismus verbindet Menschen", sagt der Sozialpsychologe Andreas Zick, "Untersuchungen der Universität Bielefeld zeigen, dass es Zusammenhänge gibt zwischen Nationalstolz und Antisemitismus". Daher ist Antisemitismus ein Problem, das die ganze Gesellschaft betrifft – häufig verbunden mit Vorurteilen gegen andere Minderheiten.
 
Die Umfragen zeigen: Nur vier Prozent der Befragten denken nicht in antisemitischen Klischees(s.陳腔濫調.這指有偏見). Mehr als zehn Prozent glauben immer noch, dass Juden zu viel Einfluss haben. Und fast sieben Prozent sind der Meinung, dass die Juden durch ihr eigenes Verhalten mitschuldig an ihrer Verfolgung(e.迫害) während der NS-Zeit waren. Mehr als die Hälfte sagen, dass sie es leid sind, immer wieder von deutschen Verbrechen an den Juden zu hören. Seit einiger Zeit stellen die Wissenschaftler außerdem fest, dass mehr und mehr Befragte den Staat Israel ablehnen. Ein beliebtes Argument: Israel verhält sich heute gegenüber den Palästinensern(巴勒斯坦人) genauso, wie sich die Nationalsozialisten gegenüber den Juden verhalten haben.
 
Dieses Jahr sollen in acht europäischen Ländern Menschen zum Thema befragt werden. Denn antisemitische Vorurteile gibt es nicht nur in Deutschland. "Wir haben viele rechtspopulistische Bewegungen in Europa. Der Antisemitismus ist ein wesentlicher Teil dieser Bewegungen", stellt Andreas Zick fest. "Wir brauchen eine gemeinsame europäische Strategie – aber nicht nur gegen den Antisemitismus, sondern gegen alle Vorurteile. Ich glaube, damit haben wir in Europa erst angefangen."
 
Dienstag, 30. September 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3681277,00.html
Glossar
 
Antisemitismus, der – feindliches Denken und Handeln gegenüber Juden
 
etwas ist verbreitet – etwas kommt häufig vor
 
Weltverschwörung, die – hier: der angebliche geheime Plan von Juden auf der ganzen Welt, anderen Menschen zu schaden
 
Sozialpsychologe/-psychologin, der/die – jemand, der das Verhalten einer Gesellschaft wissenschaftlich untersucht
 
Zusammenhang, der – wenn etwas zu etwas anderem gehört; wenn etwas mit etwas anderem verbunden ist
 
jemanden/etwas betreffen – mit jemandem/etwas zu tun haben; jemanden/etwas angehen
 
Minderheit, die – hier: eine kleine Gruppe von Menschen in einem Staat, die sich von den anderen zum Beispiel in ihrer Religion unterscheidet
 
in Klischees denken – Vorurteile haben
 
mitschuldig – hier: auch schuld an etwas; mitverantwortlich für etwas
 
Verfolgung, die – hier: wenn man bestimmte Gruppen von Menschen aus einer Gesellschaft ausschließt und leiden lässt
 
NS-Zeit, die – die Zeit des Nationalsozialismus (1933 – 45); die Diktatur Hitlers
 
etwas leid sein – keine Lust mehr auf etwas haben
 
rechtspopulistisch – seine politisch rechten Ziele so darstellen, wie man glaubt, dass es den Menschen gefällt
 
Bewegung, die – hier: eine Gruppe von Menschen, die für ein gemeinsames Ziel kämpft
 
Strategie, die – der Plan, wie man ein bestimmtes Ziel erreichen will
 

Kriegsverbrechen an Kongos Frauen

Im Kongo herrscht seit Jahren Bürgerkrieg. Vor allem die Situation der Frauen ist dramatisch: Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung und viele Frauen wurden mit HIV infiziert(vt.傳染).

Immaculée Birhaheka lebt im Ostkongo, wo seit Jahren ein Bürgerkrieg herrscht. Sie leitet eine Frauenorganisation, die sich um vergewaltigte Frauen kümmert. "Die Frauen werden vergewaltigt und leben weit weg von den Gesundheitszentren. Außerdem ist da das Problem der Scham(r.羞愧). Wenn ein Mann erfährt, dass seine Frau vergewaltigt wurde, dann verstößt(vt.驅逐) er sie", erzählt die Menschenrechtlerin. Deshalb sprechen viele missbrauchte Frauen nicht darüber.



Für viele Opfer ist die Vergewaltigung(e.強姦) keine einmalige Erfahrung. Immaculée Birhaheka erzählt, dass zum Beispiel junge Mädchen als Sexsklavinnen gehalten werden. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen schätzt, dass drei Viertel aller Vergewaltigungen weltweit im Ostkongo stattfinden. "Wir wissen", so Immaculée Birhaheka, "dass zwischen Januar und März allein in Nordkivu 15.000 Frauen vergewaltigt wurden."



Die Frauenärztin Monika Hauser arbeitet für die Organisation Medica Mondiale. "Die HIV-Infektionsrate ist extrem hoch. Wir haben keine genauen Zahlen." Aber ungefähr 95 Prozent der missbrauchten Frauen, die die Organisation untersucht, sind HIV-positiv. "Und wir wissen, dass über zwei Drittel aller Frauen zwischen zehn und achtzig Jahren sexualisierte Gewalt erlebt haben", sagt Monika Hauser.



Auch die UNO schätzt die sexualisierten Verbrechen an Frauen im Kongo als die weltweit schlimmsten ein. Seit einigen Monaten beschäftigt sich der Internationale Gerichtshof in Den Haag damit. Durch eine neue UNO-Resolution(e.決議) ist es möglich, die Täter auch dort zu bestrafen. Bis jetzt fehlt aber noch die erforderliche Unterstützung, meint Immaculée Birhaheka. Die Lage der Frauen im Kongo ist nach wie vor dramatisch.

Freitag, 03. Oktober 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3685657,00.html

Glossar

Bürgerkrieg, der – ein Krieg zwischen verschiedenen Gruppen in einem Land



dramatisch – hier: sehr schlimm



Vergewaltigung, die – wenn jemand von einer anderen Person zum Sex gezwungen wird



etwas ist an der Tagesordnung – etwas passiert jeden Tag oder sehr häufig



HIV – das Virus, das die Krankheit Aids verursacht



jemanden infizieren – eine Krankheit an jemanden weitergeben; jemanden anstecken



Scham, die – das Gefühl, dass einem etwas peinlich ist



verstoßen – hier: wegschicken



Menschenrechtler/in, der/die – jemand, der für die Rechte der Menschen kämpft



jemanden missbrauchen – sexuelle Handlungen gegen den Willen einer Person vornehmen



einmalig – so, dass etwas nur ein einziges Mal passiert



Sklave, der – ein Arbeiter, der gekauft wurde und nicht frei ist



schätzen – hier: eine ungefähre Zahl sagen, vermuten



weltweit – auf der ganzen Welt



Infektionsrate, die – die Anzahl der Menschen, die die Krankheit bekommen haben



HIV-positiv – mit dem HIV-Virus infiziert



sexualisierte Gewalt, die – Gewalt, die im Zusammenhang mit Sex steht



Resolution, die – der Beschluss



erforderlich – nötig



nach wie vor – heute genauso wie früher

Späte Gerechtigkeit für spanische NS-Opfer


David Moyano hat das KZ Mauthausen überlebt. 7000 Spanier waren dort inhaftiert(vt.拘留.扣留). Mehr als sechzig Jahre später beschäftigt sich nun die spanische Justiz mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an Spaniern.

David Moyano war 14 Jahre alt, als er sich in Spanien der republikanischen Armee im Kampf gegen Franco anschloss. Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs flüchtete Moyano 1939 nach Frankreich. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er dann in einer spanischen Kompanie der französischen Armee an der deutsch-französischen Grenze. Dort wurde Moyano von den Deutschen gefangen genommen.



Das Deutsche Reich brachte die spanischen Franco-Gegner ins Konzentrationslager(s.集中營). Moyano wurde am 25. Januar 1941 – an seinem 19. Geburtstag – nach Mauthausen deportiert(vt.押送). Um die 7000 Spanier waren dort inhaftiert, mehr als die Hälfte von ihnen starb. Am 5. Mai 1945 befreiten amerikanische Truppen das Lager.



Doch für die überlebenden spanischen KZ-Häftlinge(r.犯人.囚犯) begann nach der Befreiung die nächste Tragödie(e.悲劇): Das Franco-Regime entzog ihnen die Staatsangehörigkeit. David Moyano erhielt schließlich die belgische Staatsangehörigkeit. Aber er und die anderen ehe­maligen Kämpfer gegen den Faschismus warten bis heute darauf, in ihrer spanischen Heimat als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt zu werden.



Immerhin werden jetzt in Spanien zum ersten Mal ehemalige SS-Männer vor dem nationalen Gerichtshof in Madrid angeklagt: Johann Leprich, Anton Tittjung, Josias Kumpf und Iwan Demjanjuk warten zurzeit in den USA auf ihre Auslieferung nach Spanien. Aufgrund des Alters der Zeugen und Täter ist dieser Prozess für die spanischen Opfer des Nationalsozialismus vielleicht die letzte Chance, Gerechtigkeit zu erleben. David Moyano ist 86 Jahre alt – und einer der vier Ankläger.

Dienstag, 07. Oktober 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3695496,00.html

Glossar



NS – Abkürzung für Nationalsozialismus: die Diktatur Hitlers (1933-1945)



KZ, das – Abkürzung für Konzentrationslager: ein Lager, in dem die Nationalsozialisten sehr viele Menschen gefangen hielten und töteten



jemanden inhaftieren – jemanden gefangen halten



Justiz, die – hier: das Gericht



sich einer Gruppe anschließen – Mitglied einer Gruppe werden



Kompanie, die – eine Gruppe der Armee



Armee, die – alle Soldaten eines Landes



deportieren – hier: viele Menschen mit einem Zug in ein Konzentrationslager bringen



um die 7000 – ungefähr 7000



Truppe, die – eine Gruppe von Soldaten



Häftling, der – jemand, der gefangen gehalten wird



Tragödie, die – hier: das Unglück, das schlimme Ereignis



Regime, das – eine Diktatur; eine Regierung, die nicht demokratisch ist



jemandem die Staatsangehörigkeit entziehen – jemandem den Pass eines Landes/die Nationalität wegnehmen



jemanden als Opfer anerkennen – offiziell sagen, dass jemand Opfer von etwas/jeman­dem ist



SS, die – die militärische Polizei der Nationalsozialisten



Auslieferung, die – die Übergabe einer Person an einen anderen Staat, weil die Person dort wegen eines Verbrechens gesucht wird



Ankläger, der – jemand, der jemand anderen wegen eines Verbrechens vor Gericht bringt

1.11.08

Rainbow und lancelot-Namenwahl auf Chinesisch


700 für 1,3 Milliarden: In China werden die Nachnamen knapp. Ein neues Gesetz erlaubt mehr Freiheit bei der Wahl des Namens. Viele Chinesen entscheiden sich zusätzlich für fantasievolle englische Vornamen.

In China gibt es ein neues Namensrecht. Das Kind erhielt bisher den Familiennamen des Vaters. Nun können ihm die Eltern aber zusätzlich auch den der Mutter geben. So soll vermieden werden, dass viele Kinder identische Namen haben. In der Zukunft soll es Schülern nicht mehr so gehen wie der heute 24-jährigen Zhang Wei: In ihrer Klasse hießen damals acht Kinder genau so wie sie.
 
In China gibt es nur knapp 700 Familiennamen – äußerst wenige für eine Bevölkerung von 1,3 Milliarden. 20 Familiennamen kommen besonders oft vor – wie etwa Zhang, Wang oder Li. Mit der neuen Regel können die Eltern ihr Kind ein wenig aus der Masse herausheben. In Chinas Städten gibt es einen weiteren Trend: Viele Menschen schmücken sich mit einem zusätzlichen westlichen Vornamen. Zum einen, weil manche Schriftzeichen nicht mit dem Computer lesbar sind, zum anderen, weil es als schick(adj.流行的) gilt.
 
Diese Namen sind amtlich(adj.官方的) nicht festgehalten, können also nach Lust und Laune(隨心情) geändert werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Snowy, Rainbow oder Sugar. Klassischer ist hingegen Edeltraud. Unter Männern trifft man auf Rainman, Micky oder Lancelot. Oder Arnold, der – nomen est omen – im Fitnessstudio um die Ecke als Trainer arbeitet.
 
Viele Ausländer hingegen legen sich in China einen Namen in chinesischen Schriftzeichen zu, weil dies den Umgang mit Behörden erleichtert. Für westliche Firmen, die hier Geschäfte machen wollen, ist ein chinesischer Name absolut notwendig. Denn allein der Name kann über den Erfolg eines Produktes entscheiden. Eine gute Übersetzung sollte deshalb ähnlich wie das Original klingen und eine positive Bedeutung haben. Gut getroffen ist dies mit "xi men zi" für Siemens ("Tor zum Westen"), "bao ma" für BMW ("kostbares Pferd") oder "ben chi" für Mercedes Benz ("schnell und sicher fahren").

Freitag, 5. Oktober 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2809747,00.html 
GLOSSAR
 
Namensrecht, das – ein Gesetz, das die Wahl der Vor- und Nachnamen regelt
 
etwas vermeiden – etwas verhindern
 
identisch – gleich
 
aus der Masse herausheben – von den anderen Menschen unterscheiden
 
Trend, der – etwas, das zu einem bestimmten Zeitpunkt viele Leute tun oder mögen; eine Modeerscheinung
 
sich mit etwas schmücken – etwas wählen, um damit positiv aufzufallen
 
schick – modisch; aktuell; vornehm
 
amtlich nicht festgehalten – bei keiner Behörde vermerkt; nicht offiziell
 
nach Lust und Laune – wie man es gerade möchte
 
der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – es gibt keine Regeln; man kann alle Ideen umsetzen
 
Rainman – eine Figur aus einem amerikanischen Film, wörtlich: Regenmann
 
Lancelot – eine Figur aus einer alten Erzählung über den König Artus
 
Arnold – deutscher Vorname, hier: Verweis auf Arnold Schwarzenegger, österreichischer Ex-Schauspieler, bekannt für seinen muskulösen Körperbau (Bodybuilder)
 
nomen est omen – lateinisch: der Name sagt etwas über die Person (wörtlich: Der Name ist ein Vorzeichen)
 
sich etwas zulegen – etwas besorgen; sich etwas neu anschaffen
 
erleichtern – einfacher machen
 
Geschäfte machen – wirtschaftlichen Erfolg haben

Der Regenschirmmörder


Vor 30 Jahren wurde ein bulgarischer Regimekritiker(r.統治制度批評者) in London ermordet. Bis heute sucht die Polizei nach dem Täter – ohne Erfolg. Nun hat ein Journalist die Akten über den geheimnisvollen Mord untersucht.

Georgi Markov starb am 11. September 1978 in London. In seinem Körper fanden die Ärzte eine millimetergroße Kugel mit dem Gift Rizin. Einige Tage davor wurde Markov auf der Straße von einem Unbekannten mit der Spitze eines Regenschirms am Bein verletzt. Seitdem sucht Scotland Yard nach dem "Regenschirmmörder".

 
Der Journalist und Schriftsteller Markov war ein bekannter Kritiker der Kommunistischen Partei Bulgariens  und des früheren Staatschefs Todor Schivkov. Verdächtigt wird deshalb vor allem der damalige bulgarische Geheimdienst. Der Journalist Hristo Hristov hat jahrelang prozessiert(vt.起訴.提起訴訟), damit der Staat das Archiv öffnet. "Auf diese Weise habe ich nun etwa 100 Aktenordner bekommen", so der Journalist. Darin gibt es nach Hristov Hinweise, dass Markov "unschädlich(adj.無害的)" gemacht werden sollte.

Möglicherweise ist der italienische Agent(r.間諜.特務) Francesco Gulino der "Regenschirmmörder". Ihm wurde in Bulgarien sofort nach dem Mord ein Preis verliehen, erzählt Hristov. Bis Ende 1989 bekam der Agent keine wichtigen Aufträge mehr und wurde trotzdem bezahlt. Im Archiv findet man außerdem Hinweise darauf, dass 1972 die bulgarischen Geheimdienste vom sowjetischen Geheimdienst KGB schnell wirkende Gifte bekommen haben – und die Mittel, mit solchen Giften unbemerkt zu schießen.

Nach Hristov handelt es sich um einen politischen Mord. "Der tatsächliche Täter kann nur durch die internationale Ermittlung(e.探查.調查) von Scotland Yard festgestellt werden", meint der Journalist. 2009 verjährt(vt.起訴) der Fall laut bulgarischer Gesetzgebung(e.立法). In Großbritannien allerdings gibt es für Mord keine Verjährung(e.起訴時效).

Freitag, 19. September 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3656461,00.html
Glossar

Regimekritiker, der – jemand, der öffentlich die Politik eines Staates ablehnt

 
Akte, die – eine Sammlung von Dokumenten zu einem Thema oder Ereignis

 
Scotland Yard – eine Bezeichnung für die Londoner Kriminalpolizei

 
kommunistisch – eine politische Richtung, die sich nach Karl Marx und Friedrich Engels richtet

 
der/die/das damalige – der/die/das frühere

 
Geheimdienst, der – eine Organisation, die zum Beispiel Informationen zum Schutz des Staates sammelt, wie der KGB oder die CIA

 
prozessieren – vor Gericht klagen

 
unschädlich machen – dafür sorgen, dass jemand keinen Schaden anrichten kann; hier: töten

 
möglicherweise – vielleicht

 
Agent, der – jemand, der für den Geheimdienst arbeitet, z.B. James Bond

 
jemandem einen Preis verleihen – hier: jemanden öffentlich für seine Arbeit oder seine Taten ehren

 
unbemerkt – ohne dass es jemand sieht oder hört

 
es handelt sich um – es ist
 
tatsächlich – wirklich; echt

 
Ermittlung, die – die Untersuchung

 
etwas verjährt – ein Verbrechen wird nach einer bestimmten Zeit nicht mehr bestraft

 
laut jemanden – wie jemand sagt

 
Gesetzgebung, die – das geltende Gesetz

Die Stadt der weißen Models


Wenn in Paris die Modeschauen stattfinden, haben die Models viel zu tun. Zumindest die weißen. Schwarze Models sind auf den Shows nicht zu sehen und haben es in Paris generell schwer, von der Arbeit als Model zu leben.

Tiguida ist bildschön. Ein Model eben. 1,79 Meter groß, 56 Kilo. Sie hat schöne braune Augen, schwarzes Haar und einen herzförmigen Mund. Tiguida ist schwarz, die Eltern kommen aus Mali und Niger. Doch auf den Pariser Modeschauen, wie der Prêt-à-porter, ist sie nicht dabei. Als Mannequin arbeitet sie kaum für Modeschauen. "In den Pariser Shows gibt es nicht zwei Schwarze, sondern nur eine, eine Schwarze oder ein Mischlingsmädchen(s.混血女生). Keine zwei, nur eine einzige", sagt die 19-Jährige. "Paris ist Weltmodehauptstadt: für die Weißen."
 
"Es ist einfach nicht genügend Arbeit für mehr", sagt die Deutsche Sabine Killinger von Elite Paris. "Ein schwarzes Model spricht in Asien nicht an, es gibt auch ethnische Geschichten, dass Araber und Schwarze sich sozusagen nicht besonders grün(片.不受歡迎) sind." Es gehe im Modebereich um Identifizierung(e.身分的證明). Und die Kundschaft könne eben eher von blond, groß und mager träumen "als wenn da jemand Schwarzes ist", sagt Killinger.
 
Tiguida macht Werbung für Cremes, Make-up und Frisuren – für Schwarze. "In London und in Italien haben schwarze Models Arbeit. Das ist nur in Frankreich so. Das ist Rassismus," sagt Tiguida. Die französische Agentur(e.代辦處) "Mode Black" erklärt dies so: In England ist die Situation dank der Communities und der ethnischen(adj.合乎道德的) Werbung besser, in Italien, weil die Modemacher dort mehr Schwarze buchen.
 
Für Tiguida heißt das Umziehen. "Ich habe beschlossen, ins Ausland zu gehen, weil es in Frankreich leider nicht genug Arbeit gibt für Schwarze." Es ist dabei nur ein kleiner Trost, dass es anderen in der Branche noch schlechter. "Ich habe eine arabische Freundin, sie hat nach drei Jahren beschlossen, wieder auf die Schule zu gehen, denn als Model findet sie keine Arbeit", sagt Tiguida. "Im Ausland würde es gehen, aber ihre Familie will sie nicht weg lassen. Deshalb hört sie auf – sie kann in Frankreich nicht arbeiten."

Dienstag, 2. Oktober 2007 (Real) von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2805760,00.html 
GLOSSAR
 
Modeschau, die – eine Veranstaltung, bei der Models die neuen Kleider von Designern tragen und präsentieren
 
es schwer haben – Probleme haben
 
Mannequin, das – eine Frau, die auf Modeschauen neue modische Kleidung trägt
 
Mischlingsmädchen, das – eine junge Frau, deren Eltern unterschiedliche Hautfarben haben
 
sich nicht grün sein – sich nicht mögen; zwei Menschen verstehen sich nicht
 
Identifizierung, die – hier: die eigene Wiedererkennung in jemanden
 
Kundschaft, die – eine Gruppe Menschen, die etwas kauft
 
Make-Up, das – englisch: die Schminke; z.B. Lippenstift
 
Agentur, die – hier: ein Büro, das Firmen hilft, ein passendes Model für ein Projekt zu finden
 
Community, die – englisch: die Gemeinschaft
 
jemanden buchen – jemandem für eine kurze Zeit Arbeit geben
 
Branche, die – der Arbeitsbereich

Raumfahrt für Millionen


Fahrten ins All haben eine große Faszination. Mittlerweile steht aber nicht mehr die Forschung im All im Vordergrund, sondern die wirtschaftliche Nutzung der Raumfahrt für das Leben auf der Erde.

Ob beim Wetterbericht oder bei der Navigation im Auto, ob beim Empfang von Fernseh- und Radioprogrammen oder von neuesten Daten zum Zustand des Waldes: Immer sind Satelliten(r.衛星) mit im Spiel. Raumfahrt spielt in unserem Alltag an vielen Stellen eine größer werdende Rolle. Matthias Spude von der Raumfahrtfirma EADS Astrium in Bremen sagt: "Raumfahrt ist eine Technologie, die ganz viele Geschäfte ermöglicht." So ist es zum Beispiel möglich, Veränderungen der Umwelt über Satelliten zu erkennen. Das ermöglicht Sicherheit, Kommunikation, Mobilität und Technologie. Spude meint, dass viele Bereiche von der Raumfahrttechnik profitieren und die Raumfahrt ein wirtschaftlich wichtiges Gebiet sei.
 
Doch so wichtig die Technologie mit Satelliten auch ist, einen Nachteil hat die Raumfahrt: Einen Satelliten vom Erdboden in das All zu bekommen, ist noch immer extrem teuer. Raketen sind komplizierte Geräte, deren Entwicklung finanziell stark gefördert wird, zum Beispiel bei der europäischen Ariane-Rakete. Spude hält das für gerechtfertigt(adj.正當有理公平的). Er sagt, dass die Raumfahrt wichtig für die Wirtschaft sei und deshalb vom Staat finanziell unterstützt werden müsse.
 
Astronauten(r.太空人) ins All zu schicken, mag der faszinierendste Aspekt der Raumfahrt sein. Doch Projekte wie die Internationale Raumstation sind kommerziell(adj.商業的) ein Flop: Forschung im All gibt es kaum. Auch der Plan Fabriken im All aufzubauen ist gescheitert, denn der Transport der Geräte ist einfach viel zu teuer. Einige private Firmen versuchen mit dem Weltraumtourismus Geschäfte zu machen. Doch bevor Urlaub im All eine große Anzahl an Kunden anziehen kann, müsste der Start in den Weltraum deutlich billiger werden: Bisher kostet die Fahrkarte ins All gut 10.000 Euro pro Kilogramm. Versuche, günstigere Raketen zu bauen und so die Kosten für Raumflüge stark zu senken, sind stets gescheitert.
 
• Dienstag, 9. Oktober 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2814296,00.html 
GLOSSAR
 
Raumfahrt, die – ein Begriff für die Erforschung und das Fahren ins Weltall
 
All, das – die Abkürzung für: das Weltall
 
Wetterbericht, der – die Nachrichten über das Wetter
 
Satellit, der – ein technisches Gerät, das sich im All befindet und Informationen an die Erde überträgt
 
etwas ist im Spiel – etwas ist beteiligt
 
etwas spielt eine Rolle – etwas ist wichtig
 
Erkenntnis, die – das Wissen; die Erfahrung
 
Gewinnbringend -
 
finanziell – das Geld betreffend
 
etwas für gerechtfertigt halten – mit etwas einverstanden sein
 
Astronaut, der – jemand, der in einer Rakete ins All fliegt
 
Flop, der – ein Misserfolg(r.失敗)
 
scheitern – keinen Erfolg haben
 
anziehen – hier: Interesse wecken