27.2.09

Der Schmetterling im Boxring


Seine Karriere ist eine Legende, sein Name ist weltbekannt – Muhammad Ali gilt als der beste Boxer aller Zeiten. Er beeindruckte nicht nur mit seinem einmaligen Stil, sondern auch mit seinem großen Selbstvertrauen.

Die Zuschauer jubeln. Der glückliche Sieger springt durch den Boxring und ruft immer wieder: "Ich bin der Größte." Es ist Februar 1964: Cassius Clay, besser bekannt als Muhammad Ali, ist zum ersten Mal Box-Weltmeister im Schwergewicht.
 
Alis Stil war einzigartig: Er tanzte um seinen Gegner herum, war schnell und provozierte(vt.挑釁) durch seine Körpersprache. Im Kampf ließ er beispielsweise seine Hände neben den Hüften(e.大腿) hängen, statt sie als Schutz vor das Gesicht zu nehmen. Der 1,91-Meter-Mann sagte über sich: "Ich flattere(vt.飛舞.飄動) wie ein Schmetterling und steche wie eine Biene."
 
Muhammad Ali wurde allerdings nicht nur für seine Art zu boxen bekannt. Auch die beleidigenden(adj.污辱的) Sprüche gegen seine Gegner waren berühmt. Seinen Weltmeisterschaftsgegner Liston bezeichnete Ali zum Beispiel als "hässlichen, alten Bären". Norman Mailer, ein Schriftsteller, der sich mit dem Boxer beschäftigt hat, erklärt: "Ali verstand, dass ein Sieg im Boxen viel mit Selbstvertrauen zu tun hat. Er beleidigte seinen Gegner vor dem Kampf, um ihn zu schwächen. Der Gegner sollte wütend sein, damit Ali ihn leichter treffen konnte."
 
Weil Muhammad Ali den Wehrdienst verweigerte, verlor er seinen Weltmeistertitel und musste für drei Jahre aufhören zu boxen.1971 stieg er wieder in den Ring – und verlor zum ersten Mal in seiner Laufbahn. Viele glaubten, dass seine Karriere vorbei war. Aber Ali kam zurück. Noch zweimal gewann er den Weltmeistertitel und machte sich damit unsterblich. Das hatte vor ihm noch kein Boxer geschafft. Muhammad Ali war eben der Größte.

Freitag, 27. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4061285,00.html 
 
Glossar
 
Schmetterling, der – ein Insekt mit bunten Flügeln
 
Boxring, der – ein quadratische Plattform, auf der Box-Kämpfe stattfinden
 
Karriere, die – der Erfolg im Beruf
 
Legende, die – hier: eine berühmte Geschichte
 
Stil, der – die Art, wie jemand etwas tut
 
Selbstvertrauen, das – das Vertrauen in das eigene Können
 
jubeln – Freude durch klatschen und rufen zeigen
 
Box-Weltmeister, der – hier: jemand, der gegen viele Gegner gewonnen hat und der beste Boxer auf der Welt ist
 
Schwergewicht, das – eine besondere Einteilung der Boxer nach Gewicht
 
einzigartig – sehr besonders
 
jemanden provozieren – Dinge tun oder sagen, die andere Menschen sehr ärgern
 
Hüfte, die – der mittlere Teil der Körpers, unter dem die Beine anfangen
 
flattern – die Flügel schnell bewegen
 
stechen – jemanden mit einem spitzen Gegenstand verletzen
 
etwas hat viel mit etwas zu tun – etwas steht in Zusammenhang mit etwas
 
den Wehrdienst verweigern – es ablehnen, Soldat zu werden
 
wieder in den Ring steigen – wieder mit dem Boxen beginnen
 
Laufbahn, die – der berufliche Weg
 
unsterblich – so, dass jemand auch nach seinem Tod nicht vergessen wird

24.2.09

Das Deutsche Tagebucharchiv


Tagebücher, Briefe, Lebenserinnerungen – mehr als 7000 Dokumente lagern im Deutschen Tagebucharchiv in Emmendingen. Sie erzählen Geschichten aus verschiedenen Zeiten und ganz unterschiedlichen Perspektiven.

"Der erste Kuss ist die Krone aller Küsse … Gestern hatte Kurt Geburtstag … Es war sehr schön! Morgen treffen wir uns wieder. Ich kann es kaum noch erwarten …" Diese Sätze stehen im Tagebuch einer Fünfzehnjährigen, geschrieben 1963. Solche und ähnliche Zeilen füllen das Deutsche Tagebucharchiv im süddeutschen Emmendingen.
 
Frauke von Troschke ist die Gründerin des Deutschen Tagebucharchivs. Die Idee dazu hatte sie auf einer Reise nach Italien Mitte der 90er Jahre. Dort veranstaltete das italienische Tagebucharchiv, das Archivo Diaristico Nazionale, regelmäßig Lesungen aus Tagebüchern ganz normaler Menschen. Zurück in Deutschland gründete von Troschke einen Verein, fand Sponsoren(r.贊助商) und geeignete Räume. So feierte 1998 das Deutsche Tagebucharchiv seine Eröffnung. "Jeder hat das Recht, gehört zu werden!" heißt es bis heute in dem Motto.
 
Das Archiv ist zu einer wichtigen Quelle für Recherchen geworden – sowohl für die Forschung als auch für Privatpersonen. Außerdem gibt es enge Kontakte zu Schulen. Sie nutzen die Tagebuchtexte für den Geschichtsunterricht. Denn das Archiv enthält eine große Anzahl verschiedener Dokumente, häufig auch aus Krisenzeiten. Da schreiben Menschen zum Beispiel über den Krieg, das Leben im Gefängnis oder im Exil.
 
Viele Tagebücher kommen durch Haushaltsauflösungen, Umzüge oder Erbschaften nach Emmendingen. Manchmal sind es ganze Pakete voller Bücher, Hefte oder Kalender. Damit diese Schätze möglichst lange halten, darf in den Originalen nur selten gelesen werden. 90 ehrenamtliche Mitarbeiter schreiben jedes einzelne Tagebuch ab und katalogisieren es. So gibt es von jedem Tagebuch eine Kopie.
 
Dienstag, 24. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4052093,00.html 

Glossar
 
Tagebuch, das – ein Buch, in das Menschen ihre Gedanken und Erlebnisse schreiben
 
Archiv, das – ein Ort, an dem Texte, Filme o. Ä. gesammelt werden
 
Dokument, das – hier: ein Text, der Informationen über die Vergangenheit enthält
 
Perspektive, die – hier: die Art, wie eine Person etwas sieht oder erlebt
 
Krone, die – das, was ein König auf dem Kopf trägt; hier: der/die/das Beste
 
etwas kaum noch erwarten können – sich so sehr auf ein Ereignis freuen, dass man nicht länger warten möchte
 
etwas füllt etwas – etwas sorgt dafür, dass etwas voller wird
 
Sponsor, der – ein Mensch oder eine Firma, der/die Geld für ein Projekt ausgibt
 
geeignet – passend
 
Motto, das – hier: ein kurzer Satz, der den wichtigsten Gedanken einer Gruppe darstellt
 
Recherche, die – die Suche nach Informationen
 
Exil, das – das Land, in dem man lebt, weil man seine Heimat aus politischen Gründen verlassen musste
 
Haushaltsauflösung, die – das Verteilen der Gegenstände eines Haushalts, nachdem
z. B. die letzte Person dieses Haushalts gestorben ist
 
Erbschaft, die – der Besitz, den man erbt
 
Schatz, der – hier: etwas, das einen großen Wert hat
 
halten – hier: nicht kaputt gehen
 
ehrenamtlich – so, dass jemand für eine Arbeit oder Tätigkeit kein Geld bekommt
 
abschreiben – einen Text noch einmal schreiben
 
etwas katalogisieren – etwas mit System ordnen

20.2.09

Jagd auf Illegale


Lange Zeit war Spanien Ausländern gegenüber sehr tolerant. Aber jetzt muss die spanische Polizei Quoten erfüllen: Jede Woche soll eine bestimmte Anzahl an Einwanderern ohne Papiere festgenommen werden.

Kontrolle direkt vor dem Büro der Vereinigung marokkanischer Einwanderer in Madrids Multikulti-Viertel Lavapiés: Zwei Polizisten wollen die Aufenthaltsgenehmigung eines Marokkaners sehen, der auf den Beginn seines Deutschkurses wartet. Der Mann hat Glück, seine Papiere sind in Ordnung. Samira Oukhiar, die Leiterin des Büros, ist außer sich: "So geht das nicht. Es wird immer mehr kontrolliert. Das ist eine richtige Jagd", sagt sie.
 
Das spanische Ausländerrecht ist eindeutig: Wer ohne Papiere in Spanien lebt, muss mit einer Abschiebung rechnen. Doch die "Illegalen" haben in Spanien auch einige Rechte: Sie dürfen die Ärzte des staatlichen Gesundheitssystems besuchen, ihre Kinder dürfen zur Schule gehen und wurden dort – bisher – nicht kontrolliert. Jetzt fragen sich viele Einwanderer, warum gerade Marokkaner so häufig kontrolliert werden.
 
"Es ist billiger, Marokkaner mit einer Fähre in ihre nahegelegene Heimat auszuweisen, als zum Beispiel Bolivianer in ein Flugzeug zu setzen", sagt Alfredo Perdiguero. Er ist Sprecher der Polizeigewerkschaft, die diese Woche eine Anweisung des Madrider Polizeichefs veröffentlicht hat. Darin ist für jeden Stadtteil festgelegt, wie viele Einwanderer ohne Papiere pro Woche festgenommen werden sollen. Die Beamten seien mit dieser Anweisung nicht einverstanden – doch wer nicht folgt, so Perdiguero, dem droht die Strafversetzung.
 
Offiziell soll so die Kriminalitätsrate gesenkt werden. Perdiguero ist aber sicher, dass 99 Prozent der Festgenommenen keine Vorstrafen haben und nicht einmal wissen, was eine Straftat sei. "Es werden also keine Kriminellen festgenommen. Stattdessen verhaften wir Leute auf dem Weg zur Arbeit oder Hausfrauen, die das Mittagessen für ihre Familie einkaufen. Mehr ist da nicht."
 
Freitag, 20. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4044735,00.html 

Glossar
 
illegal – gegen das Gesetz; verboten
 
Einwanderer, der – der Immigrant; ein Mensch, der seine Heimat verlassen hat, um in einem anderen Land zu leben
 
Papiere, die (Pl.) – hier: ein Dokument, das zeigt, dass jemand eine → Aufenthaltsgenehmigung hat
 
multikulti – Abkürzung für "multikulturell": so, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen miteinander leben
 
Aufenthaltsgenehmigung, die – die Erlaubnis, in einem Land zu leben
 
außer sich sein – wütend sein
 
eindeutig – so, dass es über etwas keine zwei Meinungen geben kann
 
Abschiebung, die – das Zurückschicken von jemandem in seine Heimat
 
jemanden ausweisen – jemandem befehlen, dass er das Land verlassen muss
 
Gewerkschaft, die – eine Organisation, die sich für die Rechte Arbeitnehmer einsetzt
 
Anweisung, die – der offizielle Befehl
 
einverstanden – so, dass man die gleiche Meinung hat
 
jemandem folgen – hier: das tun, was von jemandem gesagt wurde
 
Strafversetzung, die – der Befehl, dass jemand zur Strafe woanders arbeiten muss
 
Kriminalitätsrate, die – die Anzahl von Verbrechen
 
senken – dafür sorgen, dass etwas weniger wird
 
Vorstrafe, die – die Strafe, die jemand schon früher bekommen hat
 
Kriminelle, der/die – der Verbrecher; jemand, der kriminell handelt

17.2.09

Schlechte Zeiten für Musiker


Illegale Downloads aus dem Netz schaden sowohl den Plattenfirmen als auch den Künstlern. Die Hoffnungen, die in das Internet gesetzt wurden, haben sich nicht erfüllt. Viele Musiker müssen nun um ihre Existenz kämpfen.

2006 war für Ekkehard Ehlers die Welt noch in Ordnung. Er brachte die CD "A Life Without Fear" heraus und wurde in der Presse gefeiert. Bei einem ausverkauften Konzert in Schweden wurde er von Fans begrüßt, die T-Shirts mit dem Bild des CD-Covers trugen. Wochen später kam für Ehlers der Schock: "Ich habe in ganz Schweden nur zwei CDs verkauft!" Und auch in Deutschland verkaufte sich das Album nur 1000-mal.
 
Gleichzeitig wurden Ehlers Songs im Internet mindestens 25.000-mal illegal heruntergeladen. So fehlte ihm nicht nur das Geld, um neue Musik zu produzieren. Eine Zeit lang konnte er kaum seine Familie ernähren. Nun hält sich Ekkehard Ehlers mit einem Job als Saunameister über Wasser.
 
Noch vor Kurzem war das Internet für Musiker eine Hoffnung. Viele glaubten, dass mit Nischenprodukten(s.小市場.) im Internet Gewinne erzielt(vt,足夠) werden könnten. Doch tatsächlich sind    85 % aller online angebotenen Musiktitel im Jahr 2008 nicht ein einziges Mal verkauft worden. Und auch die klassischen Tonträger CD und LP laufen schlecht. Die Krise, in der die große Plattenfirmen schon seit Jahren stecken, hat inzwischen auch kleine Labels erreicht.
 
Schuld daran sind jedoch nicht nur Musikdownloads aus dem Internet. Achim Bergmann vom Münchner Label Trikont sieht auch einen gesellschaftlichen Wandel: Die Werbung und die Unterhaltungsbranche hätten eine Jugendkultur ohne ernsthaftes Interesse an Musik geschaffen. Er beklagt, dass Musik zwar überall zur Verfügung steht, doch nur noch von wenigen bewusst gehört würde. Für Bergmann müssten vor allem die Medien die öffentliche Diskussion über Musik wieder anregen(vt,激起.刺激).

Dienstag, 17. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4036505,00.html 
Glossar
 
illegal – hier: nicht erlaubt und ohne dafür zu bezahlen
 
Download, der – englisch: das Herunterladen von Musik, Texten o. Ä. auf den eigenen Computer
 
Netz, das – hier: das Internet
 
Plattenfirma, die – eine Unternehmen, das Musik auf CDs o. Ä. produziert und verkauft
 
ausverkauft – hier: so, dass für etwas (eine Veranstaltung, ein Konzert) keine Karten mehr zu kaufen sind
 
Cover, das – englisch, hier: die Hülle einer CD, LP o. Ä.
 
Schock, der – hier: ein großer Schreck
 
Album – hier: eine CD o. Ä., auf der mehrere Songs eines Musikers oder einer Band zu hören sind
 
Sauna, die – ein Raum aus Holz, in den man geht, um zu schwitzen
 
sich über Wasser halten – hier: gerade noch so viel Geld haben, um davon zu leben
 
Nischenprodukt, das – ein Produkt, das nur für eine spezielle, kleine Gruppe von Menschen interessant ist
 
etwas erzielen – etwas erreichen
 
Tonträger, der – etwas, worauf Musik oder Sprache gespeichert werden kann (LP, CD, DVD u. Ä.)
 
etwas läuft – (umgangssprachlich) etwas verkauft sich
 
Label, das – → die Plattenfirma
 
Branche, die – französisch: der Bereich; hier: der Geschäftsbereich
 
etwas beklagen – etwas nicht gut finden
 
etwas anregen – hier: dafür sorgen, dass etwas neu belebt oder aktiviert wird

13.2.09

Arm aber sexy


Wer heute in Sachen Kultur mitreden will, geht nach Berlin. Keine andere deutsche Stadt zieht so viele junge Künstler an wie die Metropole(e.中心) an der Spree. Droht dem Rest bald die kulturelle Bedeutungslosigkeit?‎

"Arm aber sexy": Diese Worte des Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit aus dem Jahr 2003 sind zu einer Art Slogan(r.標語) für die Hauptstadt geworden. Sie beschreiben einen Trend, dem vor allem junge Kreative folgen: Berlin hat sich ohne Zweifel zu Deutschlands Kulturmetropole Nummer eins entwickelt.
 
Junge Autoren bevölkern(vt.聚集.殖民) die Cafés des angesagten Stadtteils Prenzlauer Berg und brüten(vt.沈思) an Laptops über ihren Texten. Schon 2007 erschienen in Berlin mehr neue Bücher als irgendwo sonst in Deutschland. Damit überholte die Hauptstadt sogar frühere literarische Zentren wie etwa Stuttgart oder Frankfurt. Und auch viele Künstler, Designer und Filmemacher zieht es an die Spree.
 
Berlin ist in Aufbruchstimmung(覺醒). Doch was bedeutet diese Entwicklung für andere Metropolen in Deutschland? Für Köln stellt der Weggang von Künstlern und Kunsthändlern einen großen Verlust dar. Selbst die Art Cologne, die älteste Kunstmesse der Welt, schafft es kaum noch, internationale Sammler an den Rhein zu locken. Viele sind für ein Leben in Berlin sogar bereit, auf finanziell bessere Angebote anderer Städte zu verzichten.
 
Aber nicht nur Köln, auch Städte wie Hamburg und München haben an Attraktivität verloren. Deutschland folgt damit dem Trend vieler anderer Länder, deren kulturelles Leben sich auf ein einziges Zentrum konzentriert. Doch es gibt auch diejenigen, die bereits vom Ende dieser Entwicklung sprechen – so zum Beispiel Chris Dercon, der Leiter des Münchner Hauses für Kunst. Er behauptet: "Zu Fuß, in zerrissenen Adidas-Anzügen, kaputte iBooks unterm Arm, kaputte Sonnenbrillen auf der Nase, so werden sie in andere Städte flüchten: Köln, Düsseldorf, Hamburg und natürlich auch nach München."
 
Freitag, 13. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4026211,00.html 
Glossar
 
in Sachen – bezogen auf etwas; zum Thema
 
etwas zieht jemanden an – hier: etwas bewirkt, dass jemand zu ihm kommt
 
Metropole, die – eine Stadt, die für einen bestimmten Bereich (z. B. für die Kunst) ein wichtiges Zentrum ist
 
Bedeutungslosigkeit, die – das Unwichtig-Sein; das Fehlen von Bedeutung
 
Slogan, der – ein Satz, den man sich leicht merken kann und der
 
Kreative, der/die – jemand, der sich neue Dinge ausdenkt; jemand, der künstlerisch tätig ist
 
etwas bevölkern – in großer Anzahl an einem Ort sein
 
angesagt – modern und beliebt
 
über einem Text brüten – sehr lang über einen Text nachdenken
 
Designer/in, der/die – (aus dem Engl.) jemand, der z. B. Mode gestaltet
 
in Aufbruchstimmung sein – bereit sein oder Lust haben, etwas Neues zu beginnen
 
jemanden/etwas locken – jemanden/etwas dazu bringen, dass er/es zu einem bestimmten Ort kommt oder etwas Bestimmtes tut
 
auf etwas verzichten – etwas nicht haben oder tun wollen
 
an Attraktivität verlieren – an Anziehungskraft verlieren; nicht mehr so interessant sein oder so gut gefallen
 
sich auf etwas konzentrieren – hier: etwas bekommt die gesamte Aufmerksamkeit
 
bereits – schon
 
etwas zerreißen – etwas mit Kraft in Stücke teilen
 
iBook, das – eine bestimmte Form tragbarer Computer der Firma Apple

11.2.09

Der letzte Mauertote


Im Februar 1989 wurde Chris Gueffroy an der Berliner Mauer erschossen. Es war das letzte Mal, dass ein DDR-Bürger seinen Fluchtversuch(r.企圖潛逃) in den Westen mit dem Leben bezahlte – im November 1989 war die Mauer Geschichte.

Ein fataler(adj.致命的.不幸的.令人不愉快的) Irrtum brachte Chris Gueffroy im Februar 1989 auf die Idee, einen Fluchtversuch aus der DDR zu wagen(vt.冒險.敢於..). Ein befreundeter Soldat hatte ihm erzählt, der Schießbefehl sei ausgesetzt. Der zwanzigjährige Kellner entschloss sich gemeinsam mit einem Freund zur Flucht über die Mauer. Am Abend des 5. Februar 1989 versteckten sich beide in einer Schrebergarten(r.市郊的小菜園)anlage direkt an der Grenze. Aber ihre Flucht misslang.
 
Augenzeugen aus dem Westen berichteten später, sie hätten mindestens zehn Schüsse gehört und gesehen, wie ein Mann abtransportiert wurde. Chris Gueffroy starb innerhalb weniger Minuten, sein Freund überlebte schwer verletzt und wurde ins Gefängnis gebracht. Erst zwei Tage später teilte man der Familie mit, dass ihr Sohn tot sei. Er sei umgekommen, als er militärisches Sperrgebiet angegriffen habe, hieß es vage(adj.不清楚的.模糊的). In der Todesanzeige(e.訃告) war von einem "Unglücksfall" die Rede – die vorgeschriebene(vt.規定.命令.範例) Sprachregelung.
 
Chris Gueffroy war der letzte Mauertote. Ein halbes Jahr später brach die DDR zusammen. Der Soldat, der Chris Gueffroy erschossen hatte, wurde Anfang der Neunzigerjahre zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. 1997 musste sich das letzte Politbüro(s.政治局) der DDR für den Schießbefehl verantworten. Erich Honeckers Nachfolger Egon Krenz wurde zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.
 
Dort, wo Chris Gueffroy versucht hatte, über die Mauer zu klettern, befindet sich jetzt ein Park. Hier sind Spaziergänger und Radfahrer unterwegs. Ein Gedenkstein erinnert an den jungen Mann, der als letzter an der Mauer erschossen wurde. Der Berliner Senat(r.參議院.審議會) hat ihn im Juni 2003 aufstellen lassen – zu seinem 35. Geburtstag.

Dienstag, 10. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4016990,00.html
Glossar
 
Mauertote, der/die – ein Mensch, der bei der Flucht aus der DDR getötet wurde
 
etwas mit dem Leben bezahlen – wegen etwas sterben
 
etwas ist Geschichte – etwas ist Vergangenheit; etwas ist vorbei
 
fatal – mit schlimmen Folgen
 
es wagen, etwas zu tun – den Mut haben, etwas zu tun
 
Schießbefehl, der – der Befehl an die DDR-Soldaten, bei Fluchtversuchen zu schießen
 
etwas aussetzen – etwas unterbrechen
 
Schrebergarten, der – ein kleiner Garten, in dem Menschen, deren Wohnung keinen Garten hat, sich erholen und Blumen, Gemüse und Bäume anpflanzen
 
Augenzeuge/in, der/die – jemand, der etwas persönlich beobachtet hat
 
umkommen – sterben
 
Sperrgebiet, das – ein Gebiet, das nicht betreten werden darf
 
vage – ungenau
 
Todesanzeige, die – eine Mitteilung in der Zeitung, mit der die Familie über den Tod eines Menschen informiert
 
etwas vorschreiben – hier: befehlen; bestimmen, wie etwas sein muss
 
Politbüro, das – die Leitung der DDR-Regierungspartei SED
 
sich für etwas verantworten müssen – für etwas die Verantwortung übernehmen
 
Haft, die – die Gefängnisstrafe
 
Gedenk- – etwas, das an einen Toten oder ein Verbrechen erinnern soll
 
Senat, der – hier: die Regierung des Bundeslandes Berlin

6.2.09

Darwins Revolution


Sein ganzes Leben lang befasste sich Charles Darwin mit der Natur. Seine Evolutionstheorie(e.進化論) stellte schließlich die Wissenschaften auf den Kopf. Darwins Erkenntnisse sind heute noch von großer Bedeutung.

Charles Darwin wurde am 12. Februar 1809 in England geboren. Er studierte Medizin und Theologie, aber am meisten interessierte er sich für die Jagd(e.狩獵) und das Reiten(s.騎馬). Er untersuchte mit Begeisterung Tiere und war am liebsten in der Natur. 1831 bekam er die Chance, mit dem Forschungsschiff "HMS Beagle" zu reisen. Insgesamt fünf Jahre war Darwin unterwegs und besuchte verschiedene Kontinente.
 
Auf seiner Reise sammelte Darwin getrocknete Pflanzen, Fossilien(s.化石), Insekten und Vögel. Zurück in London untersuchte er vor allem die Finken(r.雀科的鳥類), die er auf den Galapagos-Inseln gefunden hatte. Viele von ihnen hatten einen kurzen dicken Schnabel(r.喙). Damit knackten(vt.打開.砸開.使裂開) sie Nüsse und Samen. Andere hatten einen langen dünnen Schnabel, mit dem sie in Blüten und schmale Ritzen(e.裂痕.裂縫) hineinkamen. Darwin erkannte, dass diese Finken gemeinsame Vorfahren haben mussten, aus denen sich mit der Zeit unterschiedliche Arten entwickelt hatten. Die Evolutionstheorie war geboren. Es folgten viele Jahre, in denen Darwin weiterforschte.
 
Als er sein Buch "Die Entstehung der Arten durch natürliche Auslese(e.自然淘汰)" 1859 veröffentlichte, waren die Reaktionen sehr unterschiedlich: Lob und Begeisterung, aber auch Kritik und Empörung(e.憤慨), vor allem bei der Kirche. Denn die biblische Schöpfungslehre besagt: Gott hat sämtliche Lebewesen – Mensch, Tiere und Pflanzen – innerhalb von sechs Tagen so erschaffen, wie sie heute aussehen. Darwin wurde als Atheist(r.無神論者) beschimpft, weil er sagte, dass alle Lebewesen sich stetig verändern und dass sie miteinander verwandt sind.
 
Heute sind Darwins Erkenntnisse über die Entstehung der Tiere und der Menschen weitgehend bestätigt, zum Beispiel auch seine Vermutung, dass der erste Mensch aus Afrika stammt. Er selbst verteidigte seine Thesen(e.論點) nie öffentlich, schrieb aber bis zu seinem Tod noch viele Bücher. Der Wissenschaftler starb am 19. April 1882 im Alter von 73 Jahren.
 
Freitag, 06. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4006723,00.html 
Glossar
 
Evolutionstheorie, die – die Idee von der Entwicklung der Lebewesen
 
etwas auf den Kopf stellen – etwas stark verändern
 
Theologie, die – die Lehre einer Religion
 
Begeisterung, die – die Freude; der Spaß
 
Fossil, das – sehr alte zu Stein gewordene Tierskelette
 
Fink, der – ein kleiner bunter Vogel
 
Schnabel, der – der Mund der Vögel
 
etwas knacken – hier: öffnen
 
Samen, der – das Korn einer Pflanze, aus dem eine neue Pflanze wachsen kann
 
Ritze, die – ein längliches Loch
 
Vorfahre, der – die Großeltern, deren Eltern und so weiter
 
natürliche Auslese, die – die Tatsache, dass in der Natur die Lebewesen sterben, die nicht gut an ihre Umwelt angepasst sind
 
Empörung, die – die starke Wut; das Beleidigtsein
 
biblisch – bezogen auf die Bibel
 
Schöpfungslehre, die – die Lehre, wie das Leben durch einen Gott entstanden ist
 
Atheist, der – jemand, der nicht an einen oder mehrere Götter glaubt
 
stetig – immer, andauernd
 
These, die – die Idee; die Vermutung

3.2.09

Deutsch fürs Visum


Seit der Reform des deutschen Zuwanderungsrechts(s.移民法) hat das Goethe-Institut Istanbul viel zu tun. Denn Frauen und Männer, die zu ihrem Ehepartner nach Deutschland ziehen wollen, müssen erst eine Sprachprüfung bestehen.

"Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen", tönt es aus dem Kursraum des Goethe-Instituts in Istanbul. Da sitzen erwachsene Menschen im Halbkreis und singen ein altes deutsches Kinderlied. Aber der Spaß am Singen will nicht bei allen aufkommen(vt.興起.產生). Für die meisten Kursteilnehmer ist es schwer, die fremde Sprache zu lernen. "Ich habe große Schwierigkeiten mit dem Wortschatz", sagt der 26-jährige Sunar. "Die deutschen Wörter sehen sich alle ähnlich und sind so kompliziert!" 

Sunar ist von Beruf Schneider und seit drei Jahren mit einer Frau in Deutschland verlobt. Von der Prüfung hängt seine gesamte Existenz ab: ohne Zertifikat(s.證明) kein Visum, ohne Visum kein Zusammenleben mit seiner Frau. Denn seit August 2007 gilt in Deutschland die Regelung, dass "nachziehende Ehepartner" einen Sprachtest bestehen müssen. Dies soll die Integration in Deutschland erleichtern und Zwangsehen(e.逼婚) verhindern. 

Doch viele türkische Ehepartner fühlen sich diskriminiert: Amerikaner oder Japaner beispielsweise brauchen das Zertifikat nicht. Wer aber aus Afrika, Lateinamerika oder eben der Türkei kommt, muss die Prüfung ablegen. Auch einige Politiker und Juristen in Deutschland sind der Meinung, dass diese Regelung verfassungswidrig(adj.違反憲法的) ist. 

Ein weiteres Problem ist, dass nicht überall die Möglichkeit besteht, Deutschkurse zu besuchen – zum Beispiel im Osten der Türkei. Die Leiterin des Goethe-Instituts in Istanbul, Claudia Hahn-Raabe, würde auch dort gerne Sprachunterricht anbieten. "Aber wir haben nicht genügend Lehrer, die das in Ostanatolien durchführen können", sagt sie. Immerhin(adv.至少地) gibt es Hoffnung für alle, die weit weg von zu Hause für ihr Visum büffeln(vt.努力用功): Etwa 90 Prozent der Kursteilnehmer beim Goethe-Institut bestehen auch die Prüfung. 

Dienstag, 03. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3999351,00.html
Glossar 

Zuwanderungsrecht, das – die Gesetze, die sich mit der Einwanderung beschäftigen 

etwas tönt – etwas ist zu hören

etwas kommt auf – hier: etwas entsteht; etwas entwickelt sich

Wortschatz, der – alle Wörter einer Sprache

Zertifikat, das – hier: eine Urkunde für eine bestandene Sprachprüfung

nachziehen – hier: zu jemanden ziehen, der an einem anderen Ort lebt

Integration, die – hier: die Bildung einer Gemeinschaft mit Menschen aus verschiedenen Kulturen

etwas erleichtern – etwas leichter machen

Zwangsehe, die – die Ehe, bei der mindestens einer der beiden Partner ohne seine Zustimmung verheiratet wird

jemanden diskriminieren – jemanden schlechter behandeln, der eine andere Hautfarbe, Religion, Kultur o. Ä. hat

eine Prüfung ablegen – eine Prüfung machen

Jurist/in, der/die – jemand, der die Gesetze in seinem Land studiert hat

verfassungswidrig – so, dass etwas gegen die Verfassung (gegen das deutsche Grundgesetz) ist

Ostanatolien, das – eine Region ganz im Osten der Türkei

etwas durchführen – etwas so machen, wie es geplant oder beschlossen wurde

immerhin – hier: wenigstens

büffeln – umgangssprachlich: lernen

1.2.09

TSG 1899 Hoffenheim – Ein Fußballmärchen?‎


Anfang der Neunzigerjahre war der Fußballverein Hoffenheim noch ein kleiner Dorfclub. Ein Multimillionär investierte in den Verein und brachte ihn ganz nach vorn: 2007 in die dritte Liga und 2008 in die erste Bundesliga.

Hoffenheim ist ein kleines Dorf mit 3000 Einwohnern – Fachwerkhäuser, Heimatmuseum, Ruhe. Für Touristen gibt es nur eine einzige Unterkunft in Hoffenheim. Man kann es kaum glauben, dass hier ein Fußballverein der ersten Bundesliga zu Hause ist – ein sehr erfolgreicher sogar.
 
Zu verdanken(vt.歸功.感謝) hat Hoffenheim den Aufstieg in die erste Liga seinem berühmtesten Sohn. Dietmar Hopp, Gründer der Softwarefirma SAP und Multimillionär, hat hier als Jugendlicher selbst Fußball gespielt. Und er erinnert sich gerne daran. Als er Anfang der 90er-Jahre seinen Heimatclub besuchte, konnte er nicht fassen, dass Hoffenheim inzwischen in der untersten Liga spielte. Das wollte er ändern.
 
Also fing er an, seinen alten Verein mit Geld und mit Konzepten zu unterstützen. Er förderte die Jugend, bildete Trainer aus und engagierte bekannte Profis, die die Spieler betreuen: Cheftrainer wurde Ralf Rangnick, der vorher den bekannten Bundesliga-Club Schalke 04 trainiert hatte. Sportpsychologe Hans-Dieter Hermann arbeitete früher für die deutsche Nationalmannschaft. Bernhard Peters, Weltmeistertrainer der deutschen Hockeymannschaft, kümmert sich um die Jugendarbeit.
 
Fans anderer Vereine behaupten, dass Hoffenheim nur gewinnen kann, weil Hopp so viel Geld investiert. Aber Hopp sieht seine Strategie anders: "Ich hab keinen Verein gekauft, sondern in die Jugend des Vereins investiert." Dass der Erfolg so schnell kommen würde, hätte niemand gedacht. Eineinhalb Jahre nach dem Aufstieg wurde in Hoffenheim ein eigenes Stadion für 30.000 Zuschauer gebaut – wie es sich für einen Fußballverein in der ersten Liga gehört.

Freitag, 30. Januar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3989722,00.html

Glossar
 
Multimillionär, der – jemand, der mehrere Millionen Euro besitzt
 
investieren – Geld oder Arbeitszeit in etwas stecken, damit es besser wird
 
Liga, die – eine Gruppe von gleich starken Mannschaften, die gegeneinander spielen
 
Bundesliga, die – die besten Mannschaften aus ganz Deutschland, die gegeneinander spielen (es gibt die erste und zweite Bundesliga)
 
Fachwerkhaus, das – ein traditionelles gebautes deutsches Haus
 
jemandem etwas zu verdanken haben – etwas durch die Hilfe von jemandem bekommen haben
 
Aufstieg, der – beim Fußball: der Wechsel von einer unteren in eine höhere Liga
 
Sohn, der – hier: jemand, der früher in diesem Dorf gewohnt hat
 
Software, die – ein Programm für Computer, z.B. Word oder Photoshop
 
etwas nicht fassen können – etwas nicht glauben können
 
Konzept, das – die Idee
 
jemanden fördern – jemanden so unterstützen, dass er besser wird
 
jemanden engagieren – jemanden einstellen
 
Fan, der – jemand, der z.B. einen Fußballverein oder einen Sänger sehr toll findet
 
Strategie, die – der Plan
 
etwas gehört sich – etwas muss so sein