29.11.08

Medizinische Informatik

Medizinische Informatik als „Leuchtturmprojekt“ gewürdigt
Heilbronn - Als „Leuchtturmprojekt“ wurde der Kooperationsstudiengang Medizinische Informatik, der gemeinsam von der Hochschule Heilbronn und der Universität Heidelberg durchgeführt wird, vom Gesundheitsforum Baden-Württemberg bezeichnet.

„Der Studiengang Medizinische Informatik wurde von uns als ,Leuchtturmprojekt' ausgewählt, weil er eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung und einen hohen Praxisbezug in idealer Form kombiniert“, erklärt Dr. Günther Hanke, der Präsident der Landesapothekerkammer und Leiter der Arbeitsgruppe „Qualität in der Ausbildung“ beim Gesundheitsforum.

Nur im Studiengang Medizinische Informatik gibt es eine solche gemeinsame Ausbildung einer Universität und einer Fachhochschule. Zudem bietet der Kooperationsstudiengang beste Voraussetzungen, um im Berufsleben erfolgreich bestehen zu können: Der Informatikstudiengang hat einen engen Bezug zur Medizin und zu den besonderen Anforderungen des Gesundheitswesens, in dem die IT durch den medizinischen Fortschritt zu einem unverzichtbaren Partner geworden ist.

Die Weiterentwicklung der Schnittstelle von Medizin und Informationstechnologie, die in dieser Kooperation zwischen Heilbronn und Heidelberg vorangetrieben wird, trägt zu einer hochwertigen Patientenversorgung und zu einem leistungsfähigen Gesundheitssystem bei. Durch zahlreiche Forschungsprojekte mit der Gesundheitswirtschaft entwickelt dieses Kooperationsmodell patientenorientierte Gesundheitsleistungen.

Das Gesundheitsforum Baden-Württemberg wurde 2002 auf Initiative der Landesregierung und des Sozialministeriums ins Leben gerufen. Hauptziel des Forums ist die Vernetzung der verschiedenen Gesundheitsbranchen und die Förderung von übergreifenden Kooperationen. red

Ein Schloss für Berlin


Schlösser sind in Deutschland sehr beliebt. Braunschweig hat sein historisches Schloss wieder aufgebaut. Potsdam und Berlin haben ähnliche Pläne. Das geplante Berliner Stadtschloss aber sorgt für Kritik.

Es gehörte zu den bedeutendsten Bauten der Stadt: das Schloss der preußischen Könige und Kaiser im Zentrum Berlins. Jetzt soll an seinem früheren Platz das so genannte Berliner Humboldt-Forum entstehen. Geplant ist ein Ort, an dem die Bereiche Kunst und Wissenschaft miteinander vereint werden. Möglich machen soll dies eine enge Zusammenarbeit zwischen der Berliner Humboldt-Universität sowie verschiedenen Bibliotheken, Museen und Kunst-Sammlungen.
 
Im Jahr 1950 wurde das historische Stadtschloss von der DDR-Regierung abgerissen. Es galt als Symbol kapitalistischer Herrschaft. 25 Jahre später baute man stattdessen den "Palast der Republik". Dabei wurden nicht nur tausende von Glühbirnen verwendet, sondern auch sehr viel Asbest. Bereits 2002 beschloss der deutsche Bundestag den Abriss(r.草圖,概要) des Gebäudes.
 
Nach dem Abriss wurde lange diskutiert, was auf dem leeren Platz entstehen sollte: ein Wiederaufbau des alten Schlosses oder ein ganz anderes Gebäude? Schließlich entschied die Regierung, drei der historischen Fassaden(e.建築物的外觀) zusammen mit der Schlosskuppel(e.圓屋頂) für das neue Humboldt-Forum nachzubauen. Die vierte Fassade sollte modern gestaltet werden.
 
Viele weitere Fragen aber wurden noch nicht beantwortet. Wie werden die historischen Fassaden im Detail aussehen? Wie soll das Innere des Gebäudes genau genutzt werden? Wie viel wird der Bau tatsächlich kosten – und wer kann ihn bezahlen? So viel ist jedenfalls klar: Die Berliner werden noch eine ganze Weile(一段相當長的時間) auf ihr neues – altes – Stadtschloss warten müssen.

Freitag, 28. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3831784,00.html
Glossar
 
historisch – bezogen auf etwas oder jemanden aus der Vergangenheit; hier: alt
 
bedeutend – sehr wichtig; sehr bekannt
 
preußisch – bezogen auf den Staat Preußen (1701 – 1947)
 
Forum, das – ein Ort, an dem Fragen gestellt und Meinungen diskutiert werden können
 
etwas mit etwas vereinen – hier: aus zwei oder mehreren Dingen eins machen
 
sowie – und auch
 
DDR, die – die Deutsche Demokratische Republik (1949 – 1990)
 
etwas abreißen – ein Gebäude kaputtmachen und die Teile abtransportieren
 
etwas gilt als etwas – viele Menschen haben eine bestimmte Meinung über etwas
 
kapitalistisch – bezogen auf den Kapitalismus (eine bestimmte Wirtschaftsform)
 
stattdessen – dafür; anstelle von etwas
 
Palast der Republik, der – das Gebäude des DDR-Parlaments
 
Glühbirne, die – die Birne aus Glas, die in einer Lampe steckt und Licht macht
 
Asbest, der – ein Material im Häuserbau, das sehr giftig ist
 
bereits – schon
 


Fassade, die – die Außenwand eines Gebäudes

 
Kuppel, die – ein Dach, das aussieht wie eine halbe Kugel (z. B. die Reichstagskuppel)
 
etwas gestalten – etwas nach einer bestimmten Vorstellung entwickeln oder formen
 
im Detail – im Einzelnen; ganz genau
 
eine ganze Weile – lange Zeit

26.11.08

Der letzte Weg der Haustiere


Ob Hund, Katze oder Hase – Millionen deutsche Haushalte besitzen ein Haustier. Oft wird es zum besten Freund des Menschen. Aber was passiert eigentlich mit den Tieren, wenn sie eines Tages sterben?

"Meinen geliebten Benno in den Müll schmeißen?" Das kann sich Anneliese Miller nicht vorstellen. Schon vor einigen Wochen starb ihr Hund, doch noch immer trauert die ältere Dame um das treue Tier. Tröstlich(adj.令人安慰的) ist für sie nur ein Gedanke: "Ich glaube, dass auch Tiere eine Seele haben und man sich irgendwo und irgendwann mal wiedertrifft".
 
Tatsächlich könnten Haustierbesitzer ihren toten Tieren nochmals begegnen – allerdings im Supermarkt. Stirbt nämlich ein Tier, wird es zu einer Abdeckerei(e.殯葬業者) gebracht. Dort wird der Kadaver(r.動物屍體) zerkleinert, gekocht und zu Mehl oder Fett verarbeitet. Mit diesen Rohstoffen werden zum Beispiel Klebstoff, Waschpulver oder Zahnpasta hergestellt. Für die Industrie ist diese Verwertung eine gute Lösung, aber Tierfreunde sind meistens schockiert.
 
Bestattungsinstitute(e.殯葬業者) für Tiere bieten deshalb eine Alternative an: Der Tierkörper wird verbrannt und der Besitzer kann entscheiden, wo die Asche(e.骨灰) begraben wird. Ein Grab im eigenen Garten ist preiswert; teurer ist der Platz auf einem Friedhof für Tiere. Evelyn Schäfer arbeitet in Kerpen auf so einem Tierfriedhof. Neben den Gräbern gibt es dort sogar einen besonderen Raum, in dem die Trauerfeiern(s.告別式) stattfinden. "Nur einen Pfarrer oder eine Grabrede(e.悼詞) werden sie bei uns vergeblich(adj.白費力氣的) suchen", berichtet Evelyn Schäfer.
 
Auch wenn viele Menschen über diese übertriebene(adj.過分的.誇張的) Tierliebe nur noch den Kopf schütteln: Anneliese Miller ist sich sicher, dass ihr Hund Benno an diesem friedlichen Ort besser aufgehoben ist(gut aufgehoben sein 在安全的地方) als in einer Zahnpastatube im Supermarkt.

Dienstag, 25. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3819571,00.html 
 
Glossar
 
Haustier, das – ein Tier, das bei Menschen lebt und nicht wild ist
 
eines Tages – hier: irgendwann, an einem unbestimmten Tag
 
etwas schmeißen – etwas werfen
 
um jemanden/etwas trauern – traurig sein, weil man jemanden/etwas verloren hat
 
tröstlich – so, dass man weniger leidet
 
Abdeckerei, die – eine Firma, die tote Tiere → verarbeitet
 
Kadaver, der – ein toter Körper
 
etwas zerkleinern – etwas in kleine Stücke teilen
 
etwas verarbeiten – aus einem Material etwas Neues herstellen
 
Rohstoff, der – hier: ein Material, aus dem etwas hergestellt wird
 
Verwertung, die – ein Prozess, bei dem altes Material wiederverwendet wird
 
schockiert sein – hier: etwas sehr schrecklich finden
 
Bestattungsinstitut, das – eine Firma, die sich um Beerdigungen kümmert
 
Asche, die – ein graues Pulver, das übrig bleibt, wenn etwas gebrannt hat
 
Grabrede, die – eine Rede, die an einem Grab gehalten wird
 
den Kopf schütteln – hier: den Sinn einer Handlung nicht verstehen
 
friedlich – hier: ruhig und sicher
 
gut aufgehoben sein – an einem sicheren Ort sein

22.11.08

Andersrum im Stadion

Homosexualität im Fußball ist immer noch ein Tabu. Der schwule Ex-Fußballer Marcus Urban will das ändern. Auch homosexuelle Fanclubs bauen Vorurteile ab, denn die Liebe zum Fußball verbindet.

Das Dortmunder Westfalenstadion sieht aus wie ein schwarz-gelbes Meer. Mitten drin: Alexander, Jens und ihre Freunde. Sie schauen auf das Spielfeld unter ihnen und halten ihre Schals (r.圍巾.(足球賽的那種))nach oben: "Rainbow-Borussen" steht darauf. In ihrer Liebe zum Fußball sind sich alle Fans einig(sich.在這點上取得共識) – egal, ob "Homo" oder "Hetero(r.異性戀者)". "Als ich einem anderen Fan mal gesagt habe, dass ich schwul bin, hat der nur kurz etwas dazu gesagt", erzählt Jens, der Präsident der Rainbow-Borussen, "dann war das Thema schon wieder Fußball."
 
Der ehemalige DDR-Jugendnationalspieler Marcus Urban wusste schon früh, dass er auf Männer stand(vt.喜愛某人.某事懷有獨特的興趣). Damit die anderen nichts merkten, gab er sich betont männlich(??男子氣概?), machte Macho(???????)-Witze und erzählte sogar, wie toll er Frauen fand. Anfang der 90er Jahre stand Marcus Urban kurz vor dem Erfolg. Aber er beendete seine Karriere, weil er es nicht mehr aushielt(vt.忍受.堅持住), seine Gefühle dauernd verstecken zu müssen. Nun kämpft Urban dafür, dass sich das ändert. In einem Buch beschreibt er seine Erfahrungen.
 
Bei den deutschen Profifußballern hat sich noch niemand als homosexuell geoutet. Die Angst davor, ausgegrenzt zu werden, ist immer noch groß. Der Sportjournalist Ronny Blaschke glaubt, am leichtesten würde es für einen Spieler sein, der seine Karriere schon hinter sich hat; am besten ein Spieler, der als sehr männlich gilt und der sehr erfolgreich war. Dann, so Blaschke, "hat die Fußballwelt ihr Vorbild."

Freitag, 21. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3810267,00.html 
 
Glossar
 
andersrum – hier: homosexuell
 
Stadion, das – eine große Sportanlage mit Zuschauerplätzen
 
Tabu, das – ein Thema, über das nicht gesprochen werden darf
 
schwul – so, dass ein Mann einen Mann liebt; homosexuell
 
Ex- – nicht mehr
 
Fanclub, der – eine Gruppe, die etwas oder jemanden ganz toll findet
 
Vorurteile abbauen – dafür kämpfen, dass es weniger Vorurteile gibt
 
Rainbow-Borussen, die (Pl.) – der homosexuelle → Fanclub des Fußballvereins Borussia Dortmund ("Rainbow": engl. für "Regenbogen")
 
sich einig sein – die gleiche Meinung haben; das Gleiche denken
 
Hetero, der – jemand, der nicht homosexuell ist (z. B. ein Mann, der eine Frau liebt)
 
DDR, die – die Deutsche Demokratische Republik (1949 – 1990)
 
auf jemanden stehen – jemanden toll finden
 
sich betont männlich geben – sich besonders männlich verhalten
 
Macho, der – ein Mann, der seine Männlichkeit sehr betont
 
Karriere, die – der Erfolg im Beruf
 
etwas aushalten – etwas tun, obwohl man sich dabei nicht wohl fühlt
 
sich als etwas/jemand outen (aus dem Engl.) – etwas, das man bisher geheim gehalten hat, öffentlich sagen
 
jemanden ausgrenzen – jemanden aus einer Gemeinschaft ausschließen
 
Vorbild, das – jemand, den man so sehr bewundert, dass man so werden möchte wie er

Buch digital- Das E-Book


Nicht jeder Roman ist heute aus Papier. Das so genannte E-Book ist auf dem Vormarsch(r.挺進.進軍). Es ist billiger als das klassische Buch – und meistens auch leichter. Aber kann es herkömmliche(adj.傳統的) Bücher ersetzen?

Bücher sind immer aus Papier. Das war früher! Heute gibt es auf der größten Buchmesse der Welt in Frankfurt am Main viele Bücher, die nicht mehr aus Papier sind: zum Beispiel das Hörbuch oder das E-Book. Damit man die E-Books nicht am Computer lesen muss, gibt es besondere Lesegeräte in Taschenbuch-Größe. Der Bildschirm liegt unter einem Deckel(r.封面), den man wie beim normalen Buch hochklappt.

In den USA verzeichnet die Branche bereits ein rasantes Wachstum(快速成長); Für den Kindle, das Lesegerät von Amazon, stehen mehr als 160.000 Titel zur Verfügung. In Deutschland wurden bisher vor allem Nachschlagewerke digital genutzt. Mittlerweile kann man hier auch Romane problemlos auf den neuen Geräten lesen.
 
Der traditionelle Buchmarkt verändert sich. Die großen Verlage müssen sich nun auf die neue Technik einlassen. Helge Malchow, Leiter des Verlages Kiepenheuer & Witsch, benutzt das E-Book bereits gerne: Auf seinem 500 Gramm schweren E-Book-Lesegerät hat er 20 Manuskripte(S.手稿.草稿) gespeichert. Normalerweise wären das ungefähr 10 Kilo Papier.
 
Aber noch gibt es bei der Digitalisierung Probleme mit dem niedrigeren Verkaufspreis und dem illegalen Download aus dem Internet. Probleme, die die Hörbuchbranche schon seit Langem kennt: Der Download ist bei Internetportalen wie Audible oder Claudio 30 Prozent billiger als ein Hörbuch auf CD. Aber Johannes Stricker, Verlagsleiter von Hörbuch Hamburg, glaubt nicht, dass bald nur noch Dateien gekauft werden. Die Leute wollen seiner Meinung nach etwas in Händen halten: "Eine Datei zu verschenken ist nicht besonders sexy."

Dienstag, 18. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3802484,00.html
Glossar
 
digital – hier: in Form einer Computerdatei
 
E-Book, das – Abkürzung des englischen Begriffs "electronic book"; elektronisches Buch
 
etwas ist auf dem Vormarsch – etwas wird immer erfolgreicher
 
herkömmlich – traditionell
 
etwas ersetzen – den Platz von etwas einnehmen
 
Hörbuch, das – eine CD, auf der ein Buch vorgelesen wird
 
Deckel, der – hier: die vorderste Seite eines Buches, die aus Pappe ist
 
etwas verzeichnet rasantes Wachstum – etwas wächst sehr schnell
 
Branche, die – französisch: der Bereich; hier: der Geschäftsbereich
 
Amazon – ein Internet-Unternehmen, bei dem man Bücher, Musik und elektronische Geräte kaufen kann
 
etwas steht zur Verfügung – etwas kann benutzt werden
 
Nachschlagewerk, das – z.B. ein Lexikon(s.辭典.百科全書) oder ein Wörterbuch
 
Verlag, der – ein Unternehmen, das Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen veröffentlicht
 
sich auf etwas einlassen – hier: etwas ausprobieren; mit etwas anfangen
 
Manuskript, das – hier: ein Buch, das vom Verlag noch nicht gedruckt wurde
 
illegal – nicht erlaubt, hier: ohne zu bezahlen
 
Download, der – das Speichern einer Datei aus dem Internet auf dem eigenen Computer
 
Portal, das – hier: eine Internetseite, auf der man Dateien kaufen und herunterladen kann

14.11.08

Der lange Kampf um Gleichberechtigung


Am 12. November 1918 erhielten Frauen in Deutschland das Recht, zu wählen und gewählt zu werden. Heute sind Frauen in der Politik ganz selbstverständlich – außer auf der kommunalen(adj.地方自治的.) Ebene.

Ende des 19. Jahrhunderts begannen in Deutschland Frauen aus allen Teilen der Bevölkerung für politische Gleichberechtigung zu kämpfen. Am 12. November 1918 stand schließlich fest, dass alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen das gleiche Wahlrecht erhalten.



Bei den Wahlen zur Nationalversammlung, am 19. Januar 1919, durften Frauen zum ersten Mal an die Urnen. "Die Frauen waren begeistert", sagt die Sozial- und Geschichtswissenschaftlerin Gisela Notz, "die Wahlbeteiligung war mit 82,3 Prozent sehr hoch." Auch weibliche Parlamentsabgeordnete konnten gewählt werden. Knapp neun Prozent der Sitze in der Nationalversammlung gingen an Frauen.



Die deutsche Frauenbewegung war in der Frage des Wahlrechts allerdings nicht immer einer Meinung. Vor allem kirchliche Frauenvereine waren am Anfang gegen das Frauenwahlrecht. "Sie fanden, dass die Frau für die Familie sorgen soll und dass das Wählen sie davon ablenkt(vt.轉移方向.焦點)", erklärt Gisela Notz.



Heute sind im deutschen Bundestag rund 34 Prozent der Mitglieder weiblich; in den Landesparlamenten erreicht der Frauenanteil 30 Prozent. Auf kommunaler Ebene sind allerdings nur sehr wenige Frauen zu finden. "Es gibt immer noch Städte und Gemeinden, in deren Parlament keine einzige weibliche Abgeordnete(e.委任.派遣者) sitzt", kritisiert Uta Kletzing von der Europäischen Akademie für Frauen in Wirtschaft und Politik. "Während viele Männer die Aufmerksamkeit genießen, ist es für Frauen oft ein Hindernis oder zumindest eine unangenehme Nebenerscheinung(e.得出的結論) der politischen Arbeit. Es ist immer noch nicht selbstverständlich für eine Frau, zu einer öffentlichen Person zu werden", so Kletzing.



Freitag, 14. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3793820,00.html

Glossar



kommunal – bezogen auf eine Stadt oder Gemeinde



Ebene, die – hier: eine von mehreren Stufen innerhalb einer Ordnung



feststehen; etwas steht fest – etwas ist entschieden; etwas ist sicher



Nationalversammlung, die – hier: das erste Parlament der Weimarer Republik



Urne, die – hier: der Kasten, in dem die Stimmzettel der Wähler/innen gesammelt werden



begeistert sein – sich sehr freuen



sozial- – bezogen auf die Gesellschaft



Wahlbeteiligung, die – der → Anteil aller Wahlberechtigten, die zu einer Wahl gehen



Abgeordnete/r, die/der – das gewählte Mitglied eines Parlaments



etwas geht an jemanden – jemand bekommt etwas



Bewegung, die – hier: eine Gruppe von Menschen, die für ein gemeinsames Ziel kämpft



kirchlich – zur christlichen Kirche gehörend



jemanden von etwas ablenken – dafür sorgen, dass jemand sich nicht mehr auf etwas konzentriert



Bundestag, der – das deutsche Parlament



rund – hier: etwa; ungefähr



Anteil, der – ein bestimmter Teil von etwas



Akademie, die – eine Organisation, die wissenschaftlich arbeitet oder Menschen ausbildet



jemand genießt etwas – jemand fühlt sich mit etwas sehr wohl



Hindernis, das – etwas, das jemandem im Weg steht



Nebenerscheinung, die – die Konsequenz(e.結果.得出的結論) von etwas; etwas, das eine Sache begleitet

13.11.08

Die Jugend spricht anders

"Gammel(adj. 廢物)fleischpartys sind peinlich und Zorn(r.發狂)röschen nervig." Alle, die jetzt kein Wort verstanden haben, können sich in Jugend- wörterbüchern informieren. Doch ob Jugendliche tatsächlich so sprechen, ist fraglich.

Jugendsprache wird häufig kritisiert: Viele Erwachsene sehen in ihr den Verfall(r.崩潰.衰落) der deutschen Sprache oder eine Bedrohung durch Anglizismen(r.外來語). Dabei denken sie vielleicht an Wörter wie "cool" oder "krass" – und übersehen, dass Jugendliche oft sehr kreativ in ihrem Sprachgebrauch sind.
 
Doch jetzt berufen(vt.sich提及) sich immer mehr Verlage auf diese Kreativität. Sie suchen das Jugendwort des Jahres im Internet und sammeln Wortneuschöpfungen(e.創造新詞) in so genannten Jugendwörterbüchern. Dort werden dann Begriffe wie "Zornröschen" (zickiges(adj.行為惹人怨的) Mädchen) oder "Gammelfleischparty" (Party für Leute über 30) als Jugendsprache verkauft. Der Nutzen solcher Wörterbücher ist allerdings umstritten(adj.爭議的).
 
Eva Neuland, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Wuppertal, bezweifelt, dass Jugendliche diese Begriffe tatsächlich verwenden. Sie glaubt, "dass dies Erfindungen von Leuten sind, die so was professionell machen." Neuland hält das für eine Vermarktungsstrategie(e.值得注意的策略): "Es wird mit dem Thema Jugendsprache sehr viel Geld in unserer Gesellschaft gemacht, eben weil Jugendlichkeit ein so positiver Faktor(r.要素.因素) für uns alle ist."
  
Eines steht jedenfalls fest: Jugendsprache ist etwas, das Erwachsene nicht verstehen sollten, wie Professorin Neuland erläutert: "Wenn andere Gruppen in der Gesellschaft diesen Sprachgebrauch übernehmen, dann verliert Sprache die abgrenzende Funktion für die Jugendlichen."
 
Dienstag, 11. November 2008 VON http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3781751,00.html 
 

Glossar
 
nervig – sehr störend
 
fraglich – hier: unsicher; zweifelhaft
 
Verfall, der – der immer schlechter werdender Zustand
 
Anglizismus, der – ein Wort, das aus dem Englischen in die deutsche Sprache übernommen wurde
 
krass – extrem; umgangssprachlich: besonders gut; besonders schlecht
 
etwas übersehen – etwas nicht sehen; etwas nicht erkennen
 
kreativ – mit neuen Ideen
 
sich auf etwas berufen – hier: etwas als Grund für sein/ihr Handeln nennen
 
Verlag, der – ein Unternehmen, das Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen veröffentlicht
 
Wortneuschöpfung, die – das Erfinden eines ganz neuen Wortes
 
zickig – umgangssprachlich: wenn (meist) Frauen oder Mädchen schnell ihre Laune ändern und andere damit stören
 
etwas als etwas verkaufen – dafür sorgen, dass etwas in einer bestimmten Weise dargestellt wird
 
umstritten – so, dass es verschiedene Meinungen zu etwas gibt
 
etwas bezweifeln – nicht an etwas glauben
 
professionell – hier: beruflich; als Beruf
 
Vermarktungsstrategie, die – ein Plan, wie etwas am besten verkauft werden kann
 
Faktor, der – hier: etwas, das eine bestimmte Wirkung hat
 
feststehen; etwas steht fest – etwas ist entschieden; etwas ist sicher
 
sich abgrenzen – durch bestimmte zeigen, dass man anders ist als andere

8.11.08

Barack Obama wird Präsident der USA

Die Amerikaner haben ihren neuen Präsidenten gewählt: Barack Obama. Vor allem von den Jugendlichen wird der Demokrat wie ein Rockstar gefeiert, denn man glaubt, dass sich mit ihm vieles ändern wird.

Am 4. November 2008 wurde Barack Obama zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA gewählt. Damit hat sich der Demokrat gegen John McCain, den Kandidaten der konservativen Republikanischen Partei, durchgesetzt. Aber er ist auch in vielen anderen Ländern sehr beliebt.
 
Der Sohn eines Kenianers und einer Amerikanerin aus Kansas lebte für kurze Zeit in Indonesien und später bei seinen Großeltern auf Hawaii. In seiner Autobiografie(e.自傳) schreibt er, dass er früher Probleme mit Drogen und Alkohol hatte. Nach einem Jura-Studium an der Harvard-Universität wurde Obama schließlich Dozent in Chicago und arbeitete in einer kleinen Anwaltskanzlei, die sich mit Bürgerrechten beschäftigte.
 
Mitte 2008 setzte sich Obama als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei gegen Hillary Clinton durch. Sie galt eigentlich als Favoritin(e.親信.最有希望的獲勝者) für dieses Amt. Er präsentierte sich als Vertreter einer neuen Generation, die das Land verändern will. Obama gilt als linksliberaler Politiker, der vor allem den sozial Schwachen helfen will.
 
Obwohl er ein entschiedener Gegner des Irakkriegs ist, lehnt er Krieg nicht grundsätzlich ab. Obama befürwortet(vt.支持) das Recht auf Waffenbesitz. Außerdem ist er gegen einen Ausbau (r.改建.完竣)der Sozialhilfe wie in Europa. Er will, dass die USA unabhängiger von ausländischem Öl werden und möchte mehr in die Bildung investieren(vt.投資.投入.任命). Seine republikanischen Gegner glauben nicht, dass er seine ehrgeizigen(adj.追求虛榮心的) Ziele erreichen wird.

Freitag, 07. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3771456,00.html

Glossar
 
sich gegen jemanden durchsetzen – jemanden besiegen,
 
Autobiografie, die – ein Buch, das jemand über sein eigenes Leben schreibt
 
Jura (ohne Artikel) – die Wissenschaft, die sich mit Gesetzen beschäftigt
 
Dozent/in, der/die – jemand, der an der Universität unterrichtet
 
Kanzlei, die – das Büro eines Anwalts
 
Bürgerrechte, die – die Rechte, die ein Staat seinen Bürgern zugesteht, z.B. Wahlrecht
 
Favorit/in, der/die – die Person, die am beliebtesten ist
 
jemand gilt als etwas – viele Leute haben eine bestimmte Meinung über jemanden
 
Generation, die – eine Gruppe von Menschen, die ungefähr gleich alt sind
 
sozial Schwache, der/die – jemand, der wenig Geld hat
 
entschiedener Gegner – jemand, der etwas stark ablehnt
 
etwas befürworten – etwas gut finden
 
Ausbau, der – hier: die Verbesserung, die Erhöhung
 
Sozialhilfe, die – das Geld, das arme Menschen vom Staat zum Überleben bekommen
 
von etwas unabhängig sein – etwas nicht brauchen
 
in etwas investieren – Geld für etwas ausgeben
 
ehrgeizig – wenn man große Dinge erreichen möchte

6.11.08

Deutschlands arme Kinder

Kein Geld und keine Perspektive: Die Armut trifft am häufigsten Kinder alleinerziehender Eltern und ausländischer Familien. Es fehlt bisher an ausreichender Unterstützung, um die Situation der Kinder zu verbessern.

In Deutschland leben nach Schätzungen des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) drei Millionen Kinder in Armut. Besonders stark betroffen sind Kinder alleinerziehender Eltern: Bis zu 40 Prozent von ihnen gelten als arm. Auch die Kinder ausländischer Familien gehören zu den großen Verlierern. Für sie ist das Armutsrisiko doppelt so hoch wie für Kinder aus deutschen Familien.
 
"Kinderarmut in Deutschland heißt nicht, dass die Kinder verhungern", sagt Thomas Krüger, Präsident des DKHW. Dennoch sind die Auswirkungen der Armut gravierend(adj.沈重的.份量重的): Arme Kinder haben geringere Bildungschancen, leiden öfter an Krankheiten und an Übergewicht und zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten(e.無禮的行為). Dies führt dazu, dass sie von ihren Mitschülern nicht akzeptiert werden, so Krüger. "Die Kinder müssen auf Dinge verzichten, die für viele ihrer Altersgenossen(r.同年齡) selbstverständlich sind."
 
Damit zukünftig mehr Eltern von jüngeren Kindern arbeiten gehen können, will die Bundesregierung nun die Zahl der Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren erhöhen. Außerdem soll das Kindergeld um zehn Euro im Monat angehoben werden. Thomas Krüger jedoch reagiert kritisch: "Eine solche Maßnahme löst die Probleme nicht", sagt er. Krüger fordert vor allem Verbesserungen im Bereich der Bildung, wie zum Beispiel eine frühe Sprachförderung für Kinder ausländischer Eltern, mehr Ganztagsschulen und einen kostenlosen Zugang zu Lernmitteln und Schulessen.
 
Dienstag, 23. September 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3665535,00.html
Glossar
 
alleinerziehend – so, dass ein Elternteil seine Kinder ohne Partner/-in erzieht
 
Perspektive, die – hier: die Möglichkeiten und Chancen für jemanden in der Zukunft
 
nach Schätzung – wie ungefähr bestimmt oder beurteilt wurde
 
jemand/etwas gilt als jemand/etwas – viele Leute haben eine bestimmte Meinung über jemanden/etwas
 
gravierend – von großer Bedeutung
 
Übergewicht, das – das zu hohe Körpergewicht
 
Verhaltensauffälligkeit, die – ein andauerndes, nicht normales Verhalten, das negativ bewertet wird
 
jemanden akzeptieren – hier: jemanden so annehmen, wie er ist
 
auf etwas verzichten müssen – etwas nicht haben oder machen können
 
Altersgenosse, der – jemand, der genauso alt ist wie jemand
 
Kindergeld, das – das Geld, das Eltern vom Staat für jedes Kind monatlich bekommen
 
etwas anheben – hier: etwas erhöhen; mehr von etwas geben
 
Bereich, der – hier: ein abgegrenztes Themengebiet
 
Maßnahme, die – eine Handlung, durch die etwas verändert werden soll
 
Sprachförderung, die – die Hilfe, die Unterstützung beim Erlernen einer Sprache

Der neue Bond


Sein Name: Bond. James Bond. Sein Auftrag: Verbrecher jagen und die Welt retten. Der britische Geheimagent ist zurück in den Kinos – und das mit bisher nicht gekannter Härte(e.硬度.嚴厲 ).

"Es ist ein lauter Bond geworden", so ein britischer Filmkritiker, "eine ununterbrochene Kette von Motorboot-, Flugzeug- und Auto-Zusammenstößen." Das neue Bond-Abenteuer "A Quantum of Solace" (Deutsch: "Ein Quantum(s.量.數量) Trost") ist actionreicher als all seine Vorgänger. Und noch nie war Agent 007 so durchtrainiert und hart wie in der aktuellen Darstellung des Schauspielers Daniel Craig.
 
Craig hat bereits zum zweiten Mal die Rolle des James Bond übernommen und dabei so viele Stunts wie möglich selbst gemacht. So war es keine Überraschung, dass er zur Premiere(e.首映) mit einem Arm in der Schlinge(e.手受傷綁繃帶,節.環.陷阱) erschien. "Das ist nichts weiter", beruhigte er, "eine alte Schulterverletzung aus dem letzten Film, die jetzt operiert werden musste."
 
In "A Quantum of Solace" will Bond den Tod seiner Geliebten rächen(vt.報仇) und dabei einen Kriminellen zur Strecke bringen(追捕.捕殺). Die Geschichte ist so kompliziert wie absurd(adj.不合理的). Aber um die geht es in Bond-Filmen ja sowieso nicht. Craig erklärt, dass er unbedingt einen Film machen wollte, dessen Stil dem der ersten Bond-Filme mit Sean Connery ähnelt: "In einem klassischen Rahmen, aber so modern wie möglich."
 
So modern wie möglich – das gilt für "A Quantum of Solace" auf jeden Fall. Für viele Bond-Traditionalisten aber sind Ironie und Eleganz der früheren Filme verloren. Ihrer Meinung nach fehlt Daniel Craig die Leichtigkeit, die Sean Connery hatte. Der neue Bond ist kompromisslos(adj.不妥協的.不讓步的) modern. "Ein Film wie das Leben", schrieb das Londoner Magazin 'Time out', "brutal, gemein und kurz." Nur ganze 103 Minuten.

Dienstag, 04. November 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3764574,00.html 
 
Glossar
 
James Bond – die erfundene Figur eines britischen → Geheimagenten
 
Geheimagent/in, der/die – jemand, der im Auftrag eines Staates geheime Informationen sammelt
 
Filmkritiker/in, der/die – jemand, der darüber schreibt, wie gut oder schlecht er einen Film findet
 
Zusammenstoß, der – hier: wenn Fahrzeuge gegeneinander fahren
 
Quantum, das – eine Menge; hier: der Name einer Verbrecherorganisation
 
actionreich – hier: mit vielen gefährlichen → Stunts, explodierenden Autos, etc.
 
Vorgänger/in, der/die – hier: jemand oder etwas, der/das vorher da gewesen ist
 
durchtrainiert – sportlich; mit vielen Muskeln
 
Stunt, der – eine gefährliche Aktion in einem Film, wie z. B. ein Sprung aus großer Höhe
 
Premiere, die – hier: der Tag, an dem der Film zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird
 
Schlinge, die – hier: ein Tuch, das am Hals festgebunden wird und in das man den verletzten Arm legen kann
 
Das ist nichts weiter. – Das ist nicht schlimm.
 
jemanden zur Strecke bringen – jemanden verhaften; jemanden töten
 
absurd – ohne Sinn; nicht logisch
 
Stil, der – die Art, wie jemand oder etwas ist
 
jemandem/etwas ähneln – jemandem/etwas ähnlich sein
 
Traditionalist/in, der/die – hier: jemand, der möchte, dass eine Tradition gepflegt wird
 
Leichtigkeit, die – wenn jemand sich nicht anstrengen muss
 
gemein – hier: nicht nett; böse

4.11.08

Voll bis obenhin


Jedes Jahr im Herbst findet das Münchner Oktoberfest statt. Doch nicht jeder darf mitfeiern. Die Zelte sind oft wegen Überfüllung geschlossen. Das ist ziemlich ärgerlich, vor allem für Touristen, die von weit her kommen.

Ein Elf-Stunden-Flug für 1000 Euro. Und dann auch noch das Geld für die Übernachtung. Jeremy und Christopher aus Südafrika lassen sich ihren Oktoberfestbesuch einiges kosten. Doch zu Beginn der "Wiesn" läuft für sie noch nicht alles nach Plan. "Vor jedem Zelt ist eine ewig lange Schlange. Und die Türsteher (r.門口檢查員)lassen keinen rein hier", beschwert sich Jeremy. "Das ist nicht sehr gastfreundlich", meint Christopher, "schließlich bringen die vielen Touristen ja auch viel Geld nach München."
 
Laut dem Münchner Tourismusamt, findet auf dem Oktoberfest jeder Gast seinen Platz. Schließlich dauert die Wiesn 16 Tage. Außerdem dürfen die meisten Plätze nicht reserviert werden. Doch Jeremy und Christopher hilft das in diesem Moment nicht weiter. Sie machen aus der Not eine Tugend(化不利為有利) und spazieren erst einmal über die bunte Festwiese – vorbei an Achterbahnen, Zuckerwatte und Lebkuchenherzen. Schließlich führt sie der Durst aber doch wieder zu einem der Bierzelte. Diesmal haben sie Glück. Der Türsteher lässt sie hinein.
 
Es dauert keine fünf Minuten, bis die beiden Männer ihre erste Maß Bier in der Hand halten, sich zuprosten und auf die Bierbank klettern. Schnell sind die ersten Freundschaften geschlossen, und Musik und Bier zeigen ihre Wirkung. Spätestens dann hat sich auch der Ärger über das lange Warten vor dem Zelt in Luft aufgelöst.

Freitag, 26. September 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3671572,00.html 
 
Glossar
 
Oktoberfest, das (auch: "die Wiesn") – ein Fest, das jeden Herbst in München stattfindet und das vor allem dafür bekannt ist, dass man in großen Zelten viel Bier trinken kann
 
Überfüllung, die – wenn zu viele Menschen in einem Raum sind
 
sich etwas einiges kosten lassen – für etwas ziemlich viel Geld ausgeben
 
etwas läuft nicht nach Plan – etwas passiert nicht so, wie es jemand vorher geplant hat
 
Schlange, die – hier: eine Reihe wartender Menschen
 
Türsteher, der – jemand, der vor einer Diskothek oder einer Kneipe steht und kontrolliert, wer hineinkommt
 
laut jemandem – wie jemand sagt
 
aus der Not eine Tugend machen – das Beste aus einer negativen Situation machen
 
Achterbahn, die – ein kleiner Zug, mit dem Leute zum Spaß sehr schnell auf und ab fahren
 
Zuckerwatte, die – eine Süßigkeit, die wie eine Wolke aussieht und aus Zucker gemacht wird
 
Lebkuchen, der – ein Gebäck mit Gewürzen und Honig
 
Maß, die (Bayrisch) – ein Glas mit einem Liter Bier
 
einander/jemandem zuprosten – sein Glas heben, es gegen das Glas eines anderen stoßen und "Prost!" sagen
 
Bierbank, die – eine lange Holzbank, die oft bei Feiern oder in einem Biergarten benutzt wird
 
etwas löst sich in Luft auf – hier: etwas ist kein Problem mehr
 

2.11.08

Moderner Antisemitismus


Noch immer ist Antisemitismus in Deutschland und anderen europäischen Ländern weit verbreitet. Untersuchungen zeigen, dass auch ganz normale Bürger Vorurteile haben.

Es gibt sie immer noch, die Vorurteile über reiche Juden oder eine jüdische Weltverschwörung(e.陰謀.(世界?)). "Der Antisemitismus verbindet Menschen", sagt der Sozialpsychologe Andreas Zick, "Untersuchungen der Universität Bielefeld zeigen, dass es Zusammenhänge gibt zwischen Nationalstolz und Antisemitismus". Daher ist Antisemitismus ein Problem, das die ganze Gesellschaft betrifft – häufig verbunden mit Vorurteilen gegen andere Minderheiten.
 
Die Umfragen zeigen: Nur vier Prozent der Befragten denken nicht in antisemitischen Klischees(s.陳腔濫調.這指有偏見). Mehr als zehn Prozent glauben immer noch, dass Juden zu viel Einfluss haben. Und fast sieben Prozent sind der Meinung, dass die Juden durch ihr eigenes Verhalten mitschuldig an ihrer Verfolgung(e.迫害) während der NS-Zeit waren. Mehr als die Hälfte sagen, dass sie es leid sind, immer wieder von deutschen Verbrechen an den Juden zu hören. Seit einiger Zeit stellen die Wissenschaftler außerdem fest, dass mehr und mehr Befragte den Staat Israel ablehnen. Ein beliebtes Argument: Israel verhält sich heute gegenüber den Palästinensern(巴勒斯坦人) genauso, wie sich die Nationalsozialisten gegenüber den Juden verhalten haben.
 
Dieses Jahr sollen in acht europäischen Ländern Menschen zum Thema befragt werden. Denn antisemitische Vorurteile gibt es nicht nur in Deutschland. "Wir haben viele rechtspopulistische Bewegungen in Europa. Der Antisemitismus ist ein wesentlicher Teil dieser Bewegungen", stellt Andreas Zick fest. "Wir brauchen eine gemeinsame europäische Strategie – aber nicht nur gegen den Antisemitismus, sondern gegen alle Vorurteile. Ich glaube, damit haben wir in Europa erst angefangen."
 
Dienstag, 30. September 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3681277,00.html
Glossar
 
Antisemitismus, der – feindliches Denken und Handeln gegenüber Juden
 
etwas ist verbreitet – etwas kommt häufig vor
 
Weltverschwörung, die – hier: der angebliche geheime Plan von Juden auf der ganzen Welt, anderen Menschen zu schaden
 
Sozialpsychologe/-psychologin, der/die – jemand, der das Verhalten einer Gesellschaft wissenschaftlich untersucht
 
Zusammenhang, der – wenn etwas zu etwas anderem gehört; wenn etwas mit etwas anderem verbunden ist
 
jemanden/etwas betreffen – mit jemandem/etwas zu tun haben; jemanden/etwas angehen
 
Minderheit, die – hier: eine kleine Gruppe von Menschen in einem Staat, die sich von den anderen zum Beispiel in ihrer Religion unterscheidet
 
in Klischees denken – Vorurteile haben
 
mitschuldig – hier: auch schuld an etwas; mitverantwortlich für etwas
 
Verfolgung, die – hier: wenn man bestimmte Gruppen von Menschen aus einer Gesellschaft ausschließt und leiden lässt
 
NS-Zeit, die – die Zeit des Nationalsozialismus (1933 – 45); die Diktatur Hitlers
 
etwas leid sein – keine Lust mehr auf etwas haben
 
rechtspopulistisch – seine politisch rechten Ziele so darstellen, wie man glaubt, dass es den Menschen gefällt
 
Bewegung, die – hier: eine Gruppe von Menschen, die für ein gemeinsames Ziel kämpft
 
Strategie, die – der Plan, wie man ein bestimmtes Ziel erreichen will
 

Kriegsverbrechen an Kongos Frauen

Im Kongo herrscht seit Jahren Bürgerkrieg. Vor allem die Situation der Frauen ist dramatisch: Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung und viele Frauen wurden mit HIV infiziert(vt.傳染).

Immaculée Birhaheka lebt im Ostkongo, wo seit Jahren ein Bürgerkrieg herrscht. Sie leitet eine Frauenorganisation, die sich um vergewaltigte Frauen kümmert. "Die Frauen werden vergewaltigt und leben weit weg von den Gesundheitszentren. Außerdem ist da das Problem der Scham(r.羞愧). Wenn ein Mann erfährt, dass seine Frau vergewaltigt wurde, dann verstößt(vt.驅逐) er sie", erzählt die Menschenrechtlerin. Deshalb sprechen viele missbrauchte Frauen nicht darüber.



Für viele Opfer ist die Vergewaltigung(e.強姦) keine einmalige Erfahrung. Immaculée Birhaheka erzählt, dass zum Beispiel junge Mädchen als Sexsklavinnen gehalten werden. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen schätzt, dass drei Viertel aller Vergewaltigungen weltweit im Ostkongo stattfinden. "Wir wissen", so Immaculée Birhaheka, "dass zwischen Januar und März allein in Nordkivu 15.000 Frauen vergewaltigt wurden."



Die Frauenärztin Monika Hauser arbeitet für die Organisation Medica Mondiale. "Die HIV-Infektionsrate ist extrem hoch. Wir haben keine genauen Zahlen." Aber ungefähr 95 Prozent der missbrauchten Frauen, die die Organisation untersucht, sind HIV-positiv. "Und wir wissen, dass über zwei Drittel aller Frauen zwischen zehn und achtzig Jahren sexualisierte Gewalt erlebt haben", sagt Monika Hauser.



Auch die UNO schätzt die sexualisierten Verbrechen an Frauen im Kongo als die weltweit schlimmsten ein. Seit einigen Monaten beschäftigt sich der Internationale Gerichtshof in Den Haag damit. Durch eine neue UNO-Resolution(e.決議) ist es möglich, die Täter auch dort zu bestrafen. Bis jetzt fehlt aber noch die erforderliche Unterstützung, meint Immaculée Birhaheka. Die Lage der Frauen im Kongo ist nach wie vor dramatisch.

Freitag, 03. Oktober 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3685657,00.html

Glossar

Bürgerkrieg, der – ein Krieg zwischen verschiedenen Gruppen in einem Land



dramatisch – hier: sehr schlimm



Vergewaltigung, die – wenn jemand von einer anderen Person zum Sex gezwungen wird



etwas ist an der Tagesordnung – etwas passiert jeden Tag oder sehr häufig



HIV – das Virus, das die Krankheit Aids verursacht



jemanden infizieren – eine Krankheit an jemanden weitergeben; jemanden anstecken



Scham, die – das Gefühl, dass einem etwas peinlich ist



verstoßen – hier: wegschicken



Menschenrechtler/in, der/die – jemand, der für die Rechte der Menschen kämpft



jemanden missbrauchen – sexuelle Handlungen gegen den Willen einer Person vornehmen



einmalig – so, dass etwas nur ein einziges Mal passiert



Sklave, der – ein Arbeiter, der gekauft wurde und nicht frei ist



schätzen – hier: eine ungefähre Zahl sagen, vermuten



weltweit – auf der ganzen Welt



Infektionsrate, die – die Anzahl der Menschen, die die Krankheit bekommen haben



HIV-positiv – mit dem HIV-Virus infiziert



sexualisierte Gewalt, die – Gewalt, die im Zusammenhang mit Sex steht



Resolution, die – der Beschluss



erforderlich – nötig



nach wie vor – heute genauso wie früher

Späte Gerechtigkeit für spanische NS-Opfer


David Moyano hat das KZ Mauthausen überlebt. 7000 Spanier waren dort inhaftiert(vt.拘留.扣留). Mehr als sechzig Jahre später beschäftigt sich nun die spanische Justiz mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an Spaniern.

David Moyano war 14 Jahre alt, als er sich in Spanien der republikanischen Armee im Kampf gegen Franco anschloss. Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs flüchtete Moyano 1939 nach Frankreich. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er dann in einer spanischen Kompanie der französischen Armee an der deutsch-französischen Grenze. Dort wurde Moyano von den Deutschen gefangen genommen.



Das Deutsche Reich brachte die spanischen Franco-Gegner ins Konzentrationslager(s.集中營). Moyano wurde am 25. Januar 1941 – an seinem 19. Geburtstag – nach Mauthausen deportiert(vt.押送). Um die 7000 Spanier waren dort inhaftiert, mehr als die Hälfte von ihnen starb. Am 5. Mai 1945 befreiten amerikanische Truppen das Lager.



Doch für die überlebenden spanischen KZ-Häftlinge(r.犯人.囚犯) begann nach der Befreiung die nächste Tragödie(e.悲劇): Das Franco-Regime entzog ihnen die Staatsangehörigkeit. David Moyano erhielt schließlich die belgische Staatsangehörigkeit. Aber er und die anderen ehe­maligen Kämpfer gegen den Faschismus warten bis heute darauf, in ihrer spanischen Heimat als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt zu werden.



Immerhin werden jetzt in Spanien zum ersten Mal ehemalige SS-Männer vor dem nationalen Gerichtshof in Madrid angeklagt: Johann Leprich, Anton Tittjung, Josias Kumpf und Iwan Demjanjuk warten zurzeit in den USA auf ihre Auslieferung nach Spanien. Aufgrund des Alters der Zeugen und Täter ist dieser Prozess für die spanischen Opfer des Nationalsozialismus vielleicht die letzte Chance, Gerechtigkeit zu erleben. David Moyano ist 86 Jahre alt – und einer der vier Ankläger.

Dienstag, 07. Oktober 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3695496,00.html

Glossar



NS – Abkürzung für Nationalsozialismus: die Diktatur Hitlers (1933-1945)



KZ, das – Abkürzung für Konzentrationslager: ein Lager, in dem die Nationalsozialisten sehr viele Menschen gefangen hielten und töteten



jemanden inhaftieren – jemanden gefangen halten



Justiz, die – hier: das Gericht



sich einer Gruppe anschließen – Mitglied einer Gruppe werden



Kompanie, die – eine Gruppe der Armee



Armee, die – alle Soldaten eines Landes



deportieren – hier: viele Menschen mit einem Zug in ein Konzentrationslager bringen



um die 7000 – ungefähr 7000



Truppe, die – eine Gruppe von Soldaten



Häftling, der – jemand, der gefangen gehalten wird



Tragödie, die – hier: das Unglück, das schlimme Ereignis



Regime, das – eine Diktatur; eine Regierung, die nicht demokratisch ist



jemandem die Staatsangehörigkeit entziehen – jemandem den Pass eines Landes/die Nationalität wegnehmen



jemanden als Opfer anerkennen – offiziell sagen, dass jemand Opfer von etwas/jeman­dem ist



SS, die – die militärische Polizei der Nationalsozialisten



Auslieferung, die – die Übergabe einer Person an einen anderen Staat, weil die Person dort wegen eines Verbrechens gesucht wird



Ankläger, der – jemand, der jemand anderen wegen eines Verbrechens vor Gericht bringt

1.11.08

Rainbow und lancelot-Namenwahl auf Chinesisch


700 für 1,3 Milliarden: In China werden die Nachnamen knapp. Ein neues Gesetz erlaubt mehr Freiheit bei der Wahl des Namens. Viele Chinesen entscheiden sich zusätzlich für fantasievolle englische Vornamen.

In China gibt es ein neues Namensrecht. Das Kind erhielt bisher den Familiennamen des Vaters. Nun können ihm die Eltern aber zusätzlich auch den der Mutter geben. So soll vermieden werden, dass viele Kinder identische Namen haben. In der Zukunft soll es Schülern nicht mehr so gehen wie der heute 24-jährigen Zhang Wei: In ihrer Klasse hießen damals acht Kinder genau so wie sie.
 
In China gibt es nur knapp 700 Familiennamen – äußerst wenige für eine Bevölkerung von 1,3 Milliarden. 20 Familiennamen kommen besonders oft vor – wie etwa Zhang, Wang oder Li. Mit der neuen Regel können die Eltern ihr Kind ein wenig aus der Masse herausheben. In Chinas Städten gibt es einen weiteren Trend: Viele Menschen schmücken sich mit einem zusätzlichen westlichen Vornamen. Zum einen, weil manche Schriftzeichen nicht mit dem Computer lesbar sind, zum anderen, weil es als schick(adj.流行的) gilt.
 
Diese Namen sind amtlich(adj.官方的) nicht festgehalten, können also nach Lust und Laune(隨心情) geändert werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Snowy, Rainbow oder Sugar. Klassischer ist hingegen Edeltraud. Unter Männern trifft man auf Rainman, Micky oder Lancelot. Oder Arnold, der – nomen est omen – im Fitnessstudio um die Ecke als Trainer arbeitet.
 
Viele Ausländer hingegen legen sich in China einen Namen in chinesischen Schriftzeichen zu, weil dies den Umgang mit Behörden erleichtert. Für westliche Firmen, die hier Geschäfte machen wollen, ist ein chinesischer Name absolut notwendig. Denn allein der Name kann über den Erfolg eines Produktes entscheiden. Eine gute Übersetzung sollte deshalb ähnlich wie das Original klingen und eine positive Bedeutung haben. Gut getroffen ist dies mit "xi men zi" für Siemens ("Tor zum Westen"), "bao ma" für BMW ("kostbares Pferd") oder "ben chi" für Mercedes Benz ("schnell und sicher fahren").

Freitag, 5. Oktober 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2809747,00.html 
GLOSSAR
 
Namensrecht, das – ein Gesetz, das die Wahl der Vor- und Nachnamen regelt
 
etwas vermeiden – etwas verhindern
 
identisch – gleich
 
aus der Masse herausheben – von den anderen Menschen unterscheiden
 
Trend, der – etwas, das zu einem bestimmten Zeitpunkt viele Leute tun oder mögen; eine Modeerscheinung
 
sich mit etwas schmücken – etwas wählen, um damit positiv aufzufallen
 
schick – modisch; aktuell; vornehm
 
amtlich nicht festgehalten – bei keiner Behörde vermerkt; nicht offiziell
 
nach Lust und Laune – wie man es gerade möchte
 
der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – es gibt keine Regeln; man kann alle Ideen umsetzen
 
Rainman – eine Figur aus einem amerikanischen Film, wörtlich: Regenmann
 
Lancelot – eine Figur aus einer alten Erzählung über den König Artus
 
Arnold – deutscher Vorname, hier: Verweis auf Arnold Schwarzenegger, österreichischer Ex-Schauspieler, bekannt für seinen muskulösen Körperbau (Bodybuilder)
 
nomen est omen – lateinisch: der Name sagt etwas über die Person (wörtlich: Der Name ist ein Vorzeichen)
 
sich etwas zulegen – etwas besorgen; sich etwas neu anschaffen
 
erleichtern – einfacher machen
 
Geschäfte machen – wirtschaftlichen Erfolg haben

Der Regenschirmmörder


Vor 30 Jahren wurde ein bulgarischer Regimekritiker(r.統治制度批評者) in London ermordet. Bis heute sucht die Polizei nach dem Täter – ohne Erfolg. Nun hat ein Journalist die Akten über den geheimnisvollen Mord untersucht.

Georgi Markov starb am 11. September 1978 in London. In seinem Körper fanden die Ärzte eine millimetergroße Kugel mit dem Gift Rizin. Einige Tage davor wurde Markov auf der Straße von einem Unbekannten mit der Spitze eines Regenschirms am Bein verletzt. Seitdem sucht Scotland Yard nach dem "Regenschirmmörder".

 
Der Journalist und Schriftsteller Markov war ein bekannter Kritiker der Kommunistischen Partei Bulgariens  und des früheren Staatschefs Todor Schivkov. Verdächtigt wird deshalb vor allem der damalige bulgarische Geheimdienst. Der Journalist Hristo Hristov hat jahrelang prozessiert(vt.起訴.提起訴訟), damit der Staat das Archiv öffnet. "Auf diese Weise habe ich nun etwa 100 Aktenordner bekommen", so der Journalist. Darin gibt es nach Hristov Hinweise, dass Markov "unschädlich(adj.無害的)" gemacht werden sollte.

Möglicherweise ist der italienische Agent(r.間諜.特務) Francesco Gulino der "Regenschirmmörder". Ihm wurde in Bulgarien sofort nach dem Mord ein Preis verliehen, erzählt Hristov. Bis Ende 1989 bekam der Agent keine wichtigen Aufträge mehr und wurde trotzdem bezahlt. Im Archiv findet man außerdem Hinweise darauf, dass 1972 die bulgarischen Geheimdienste vom sowjetischen Geheimdienst KGB schnell wirkende Gifte bekommen haben – und die Mittel, mit solchen Giften unbemerkt zu schießen.

Nach Hristov handelt es sich um einen politischen Mord. "Der tatsächliche Täter kann nur durch die internationale Ermittlung(e.探查.調查) von Scotland Yard festgestellt werden", meint der Journalist. 2009 verjährt(vt.起訴) der Fall laut bulgarischer Gesetzgebung(e.立法). In Großbritannien allerdings gibt es für Mord keine Verjährung(e.起訴時效).

Freitag, 19. September 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3656461,00.html
Glossar

Regimekritiker, der – jemand, der öffentlich die Politik eines Staates ablehnt

 
Akte, die – eine Sammlung von Dokumenten zu einem Thema oder Ereignis

 
Scotland Yard – eine Bezeichnung für die Londoner Kriminalpolizei

 
kommunistisch – eine politische Richtung, die sich nach Karl Marx und Friedrich Engels richtet

 
der/die/das damalige – der/die/das frühere

 
Geheimdienst, der – eine Organisation, die zum Beispiel Informationen zum Schutz des Staates sammelt, wie der KGB oder die CIA

 
prozessieren – vor Gericht klagen

 
unschädlich machen – dafür sorgen, dass jemand keinen Schaden anrichten kann; hier: töten

 
möglicherweise – vielleicht

 
Agent, der – jemand, der für den Geheimdienst arbeitet, z.B. James Bond

 
jemandem einen Preis verleihen – hier: jemanden öffentlich für seine Arbeit oder seine Taten ehren

 
unbemerkt – ohne dass es jemand sieht oder hört

 
es handelt sich um – es ist
 
tatsächlich – wirklich; echt

 
Ermittlung, die – die Untersuchung

 
etwas verjährt – ein Verbrechen wird nach einer bestimmten Zeit nicht mehr bestraft

 
laut jemanden – wie jemand sagt

 
Gesetzgebung, die – das geltende Gesetz

Die Stadt der weißen Models


Wenn in Paris die Modeschauen stattfinden, haben die Models viel zu tun. Zumindest die weißen. Schwarze Models sind auf den Shows nicht zu sehen und haben es in Paris generell schwer, von der Arbeit als Model zu leben.

Tiguida ist bildschön. Ein Model eben. 1,79 Meter groß, 56 Kilo. Sie hat schöne braune Augen, schwarzes Haar und einen herzförmigen Mund. Tiguida ist schwarz, die Eltern kommen aus Mali und Niger. Doch auf den Pariser Modeschauen, wie der Prêt-à-porter, ist sie nicht dabei. Als Mannequin arbeitet sie kaum für Modeschauen. "In den Pariser Shows gibt es nicht zwei Schwarze, sondern nur eine, eine Schwarze oder ein Mischlingsmädchen(s.混血女生). Keine zwei, nur eine einzige", sagt die 19-Jährige. "Paris ist Weltmodehauptstadt: für die Weißen."
 
"Es ist einfach nicht genügend Arbeit für mehr", sagt die Deutsche Sabine Killinger von Elite Paris. "Ein schwarzes Model spricht in Asien nicht an, es gibt auch ethnische Geschichten, dass Araber und Schwarze sich sozusagen nicht besonders grün(片.不受歡迎) sind." Es gehe im Modebereich um Identifizierung(e.身分的證明). Und die Kundschaft könne eben eher von blond, groß und mager träumen "als wenn da jemand Schwarzes ist", sagt Killinger.
 
Tiguida macht Werbung für Cremes, Make-up und Frisuren – für Schwarze. "In London und in Italien haben schwarze Models Arbeit. Das ist nur in Frankreich so. Das ist Rassismus," sagt Tiguida. Die französische Agentur(e.代辦處) "Mode Black" erklärt dies so: In England ist die Situation dank der Communities und der ethnischen(adj.合乎道德的) Werbung besser, in Italien, weil die Modemacher dort mehr Schwarze buchen.
 
Für Tiguida heißt das Umziehen. "Ich habe beschlossen, ins Ausland zu gehen, weil es in Frankreich leider nicht genug Arbeit gibt für Schwarze." Es ist dabei nur ein kleiner Trost, dass es anderen in der Branche noch schlechter. "Ich habe eine arabische Freundin, sie hat nach drei Jahren beschlossen, wieder auf die Schule zu gehen, denn als Model findet sie keine Arbeit", sagt Tiguida. "Im Ausland würde es gehen, aber ihre Familie will sie nicht weg lassen. Deshalb hört sie auf – sie kann in Frankreich nicht arbeiten."

Dienstag, 2. Oktober 2007 (Real) von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2805760,00.html 
GLOSSAR
 
Modeschau, die – eine Veranstaltung, bei der Models die neuen Kleider von Designern tragen und präsentieren
 
es schwer haben – Probleme haben
 
Mannequin, das – eine Frau, die auf Modeschauen neue modische Kleidung trägt
 
Mischlingsmädchen, das – eine junge Frau, deren Eltern unterschiedliche Hautfarben haben
 
sich nicht grün sein – sich nicht mögen; zwei Menschen verstehen sich nicht
 
Identifizierung, die – hier: die eigene Wiedererkennung in jemanden
 
Kundschaft, die – eine Gruppe Menschen, die etwas kauft
 
Make-Up, das – englisch: die Schminke; z.B. Lippenstift
 
Agentur, die – hier: ein Büro, das Firmen hilft, ein passendes Model für ein Projekt zu finden
 
Community, die – englisch: die Gemeinschaft
 
jemanden buchen – jemandem für eine kurze Zeit Arbeit geben
 
Branche, die – der Arbeitsbereich

Raumfahrt für Millionen


Fahrten ins All haben eine große Faszination. Mittlerweile steht aber nicht mehr die Forschung im All im Vordergrund, sondern die wirtschaftliche Nutzung der Raumfahrt für das Leben auf der Erde.

Ob beim Wetterbericht oder bei der Navigation im Auto, ob beim Empfang von Fernseh- und Radioprogrammen oder von neuesten Daten zum Zustand des Waldes: Immer sind Satelliten(r.衛星) mit im Spiel. Raumfahrt spielt in unserem Alltag an vielen Stellen eine größer werdende Rolle. Matthias Spude von der Raumfahrtfirma EADS Astrium in Bremen sagt: "Raumfahrt ist eine Technologie, die ganz viele Geschäfte ermöglicht." So ist es zum Beispiel möglich, Veränderungen der Umwelt über Satelliten zu erkennen. Das ermöglicht Sicherheit, Kommunikation, Mobilität und Technologie. Spude meint, dass viele Bereiche von der Raumfahrttechnik profitieren und die Raumfahrt ein wirtschaftlich wichtiges Gebiet sei.
 
Doch so wichtig die Technologie mit Satelliten auch ist, einen Nachteil hat die Raumfahrt: Einen Satelliten vom Erdboden in das All zu bekommen, ist noch immer extrem teuer. Raketen sind komplizierte Geräte, deren Entwicklung finanziell stark gefördert wird, zum Beispiel bei der europäischen Ariane-Rakete. Spude hält das für gerechtfertigt(adj.正當有理公平的). Er sagt, dass die Raumfahrt wichtig für die Wirtschaft sei und deshalb vom Staat finanziell unterstützt werden müsse.
 
Astronauten(r.太空人) ins All zu schicken, mag der faszinierendste Aspekt der Raumfahrt sein. Doch Projekte wie die Internationale Raumstation sind kommerziell(adj.商業的) ein Flop: Forschung im All gibt es kaum. Auch der Plan Fabriken im All aufzubauen ist gescheitert, denn der Transport der Geräte ist einfach viel zu teuer. Einige private Firmen versuchen mit dem Weltraumtourismus Geschäfte zu machen. Doch bevor Urlaub im All eine große Anzahl an Kunden anziehen kann, müsste der Start in den Weltraum deutlich billiger werden: Bisher kostet die Fahrkarte ins All gut 10.000 Euro pro Kilogramm. Versuche, günstigere Raketen zu bauen und so die Kosten für Raumflüge stark zu senken, sind stets gescheitert.
 
• Dienstag, 9. Oktober 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2814296,00.html 
GLOSSAR
 
Raumfahrt, die – ein Begriff für die Erforschung und das Fahren ins Weltall
 
All, das – die Abkürzung für: das Weltall
 
Wetterbericht, der – die Nachrichten über das Wetter
 
Satellit, der – ein technisches Gerät, das sich im All befindet und Informationen an die Erde überträgt
 
etwas ist im Spiel – etwas ist beteiligt
 
etwas spielt eine Rolle – etwas ist wichtig
 
Erkenntnis, die – das Wissen; die Erfahrung
 
Gewinnbringend -
 
finanziell – das Geld betreffend
 
etwas für gerechtfertigt halten – mit etwas einverstanden sein
 
Astronaut, der – jemand, der in einer Rakete ins All fliegt
 
Flop, der – ein Misserfolg(r.失敗)
 
scheitern – keinen Erfolg haben
 
anziehen – hier: Interesse wecken

Der Star mit den blauen Augen

Paul Newman galt als einer der größten Schauspieler Hollywoods. Millionen von Menschen liebten seinen Charme(r.魅力) und seine berühmten blauen Augen. Aber Paul Newman war mehr als nur ein Schauspieler.

Zu seinen bekanntesten Filmen gehören die Komödie(e.喜劇) "Butch Cassidy und Sundance Kid" (1969) und der Gauner(r.騙子.狡猾的人)film "Der Clou" (1973). Er war zehn Mal für den Oscar nominiert(vt.提名). Für seine Rolle in Martin Scorseses Kultfilm "Die Farbe des Geldes" bekam er 1987 den Oscar als bester Hauptdarsteller.



Paul Newman galt in Hollywood als Multitalent(r.全方位天才), weil er die unterschiedlichsten Rollen spielen konnte: Gauner, Polizisten, leidenschaftliche Liebhaber und treue Ehemänner. Alle, die mit ihm zusammenarbeiteten, lobten seine Professionalität(e.專業) und Freundlichkeit. Newman war nicht nur Schauspieler, er arbeitete oft auch als Regisseur(r.導演).



Geboren wurde Newman am 26. Januar 1925 im US-Bundesstaat Ohio. Er studierte zuerst an einer Theaterschule. Schon kurze Zeit später zog er nach New York, wo seine Karriere als Schauspieler begann. Seit 1958 war der langjährige Kettenraucher(r.一支接一支的抽煙者), der in seiner Freizeit gerne Autorennen fuhr, mit der Schauspielerin Joanne Woodward verheiratet. Das Paar feierte im Januar 2008 seine goldene Hochzeit.



Bekannt war der Schauspieler auch für sein soziales Engagement: Er kämpfte gegen Drogenmissbrauch unter Jugendlichen, denn sein eigener Sohn war 1978 an Drogen gestorben. Das Geld, das Newman mit seiner Spaghetti- und Salatsoßenfirma verdiente, spendete er für gute Zwecke – oft für kranke Kinder. Er setzte sich immer wieder für Frieden und Menschenrechte ein. Am 26.09.2008 starb Paul Newman an Lungenkrebs.

Freitag, 10. Oktober 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3702537,00.html

Glossar

jemand/etwas gilt als jemand/etwas – viele Leute haben über jemanden/etwas eine bestimmte Meinung



Charme, der – wenn jemand sehr freundlich und höflich ist (jemand hat viel Charme)



Komödie, die – ein lustiger Film



Gauner, der – ein Betrüger; jemand, der sich nicht an Gesetze hält



jemanden nominieren – hier: jemanden für einen Preis vorschlagen



Kult- – von vielen Leuten sehr geliebt (Mickey Mouse ist eine Kultfigur)



Darsteller, der – der Schauspieler



Multitalent, das – jemand, der viele unterschiedliche Dinge sehr gut kann



Liebhaber/in, der/die – hier: jemand, mit dem man nicht "offiziell" zusammen ist



Professionalität, die – eine Arbeitsweise, die zeigt, dass jemand sehr viel Erfahrung und Wissen hat



Regisseur, der – jemand, der den Schauspielern sagt, wie sie spielen sollen



Karriere, die – der Erfolg im Beruf



Kettenraucher/in, der/die – jemand, der eine Zigarette nach der anderen raucht



Autorennen, das – ein Sport mit sehr schnellen Autos



goldene Hochzeit, die – das Fest, das man feiert, wenn man 50 Jahre verheiratet ist



soziale Engagement, das – wenn sich jemand sehr stark für soziale Themen einsetzt



Missbrauch, der – hier: wenn etwas so gebraucht wird, dass es der Gesundheit schadet



spenden – Geld schenken, um Menschen oder Organisationen zu helfen



Lungenkrebs, der – eine schwere Krankheit der Lunge