31.5.08

Offene Türen für müde Seelen


Spätes Aufstehen und Faulenzen(vt.遊手好閒.懶散) im Liegestuhl(r.躺椅) ist nicht vorgesehen. Statt-dessen stehen feste Gebetszeiten auf dem Ferienprogramm. Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub im Kloster.

Eigentlich wollte Elke Bartelheimer einfach nur Urlaub machen. Doch auf der Suche nach einem Ort der Ruhe und Erholung stieß die 36-Jährige auf das Kapuzinerkloster Stühlingen - ein Kloster zum Mitleben. Eine Woche verbrachte Elke schließlich in dem Kloster im Schwarzwald. Für sie war es ein Urlaub der besonderen Art. Spätes Aufstehen und Faulenzen im Liegestuhl waren nicht vorgesehen. Stattdessen standen feste Gebetszeiten sowie Mitarbeit in Garten, Wäscherei oder Küche auf dem Ferienprogramm. Schließlich sollten sich die Gäste nicht verwöhnen(vt.sich過分放縱) lassen oder dem alltäglichen Leben im Kloster einfach zuschauen. Vielmehr ging es darum, den Alltag mit zu leben und zu gestalten.
 
Dass Klöster Gäste beherbergen(vt提供住宿.懷有..), ist nicht Neues. Neu ist lediglich der große Andrang(r.擠.擁擠.充斥) von Menschen. Viele möchten die Erfahrungen mit dem Leben in einer geistlichen Gemeinschaft machen. Bruder Markus gehört seit 20 Jahren der Klostergemeinschaft an. Er meint: "Die Leute merken, dass das Leben - so wie es jetzt in der Gesellschaft läuft - nicht alles sein kann". Seiner Ansicht nach sehnen sie sich nach einer Auszeit(e.暫停) und wollen dem Alltag mit seiner Hektik entfliehen. Viele Klostergäste seien auf der Suche nach spirituellen(adj.心靈上的) Erlebnissen.
 
Einen typischen Klosterbesucher gibt es nicht. Elke Bartelheimer hat in Stühlingen ganz unterschiedliche Typen getroffen - vom Geschäftsmann über den Philosophie-Studenten bis hin zum Politiker. Für Bartelheimer war der Aufenthalt im Kloster Stühlingen genau das, was sie gebraucht hat. "Ich bin in der einen Woche so richtig zur Ruhe gekommen und war danach sehr ausgeglichen(adj.均衡的.平穩的.沈著的)", sagt sie.
 
 Dienstag, 1. Mai 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2462743,00.html
GLOSSAR
 
Faulenzen, das - das Ausruhen; der Müßiggang
 
auf etwas stoßen - etwas mehr oder weniger zufällig finden
 
Urlaub, der - arbeitsfreie Zeit
 
Kloster, das - Ort, an dem Nonnen und Mönche zusammenleben
 
Kapuzinerkloster, das - Kloster, in dem Nonnen und Mönche eines speziellen Ordens zusammenleben
 
Schwarzwald, der - ein Mittelgebirge in Baden-Württemberg
 
Alltag, der - die gewöhnliche Zeit; die Routine
 
geistlich - kirchlich; in Hinsicht auf die Kirche und den Glauben
 
Gesellschaft, die - eine größere Gruppe zusammenlebender Menschen
 
Hektik, die - nervöses Herumeilen, Stress
 
spirituell - geistig
 
typisch - charakteristisch
 
Philosophie, die - die Wissenschaft des Denkens und Handelns
 
Politiker, der - meist Parteiangehöriger mit politischem Amt z.B. Minister

Ein besseres Leben ohne Marken?


Gucci, Prada oder Adidas – Neil Boorman kaufte alles, was teuer war und einen Namen hatte. Doch eines Tages warf er alle Markenartikel auf einen Haufen(r.堆.一大堆) und verbrannte sie. Für ihn begann ein neues Leben.

Neil Boorman war süchtig nach Markenprodukten. Er musste immer die neusten Marken kaufen. Neil hatte kaum Selbstbewusstsein(s.自信.自負). Nur durch die Markenartikel fühlte er sich besser. "Ich weiß genau, wie das ist, süchtig zu sein. Aber nicht Alkohol, sondern Marken waren meine Droge. Diese Sucht musste ich überwinden(vt.克服.sich克制)", sagt der 30-Jährige.
 
Vor eineinhalb Jahren verbrannte Neil Boorman seine Markensachen in einem Londoner Park. Er wollte sich damit in aller Öffentlichkeit von seiner Sucht trennen. "Danach fühlte ich mich erleichtert(adj.輕鬆的)", sagt Boorman.
 
Inzwischen arbeitet Neil für eine karitative(adj.慈善的) Organisation und lebt so bescheiden wie möglich. Kleider und Lebensmittel kauft er in unabhängigen Läden. Waschmittel und Kosmetika(e.美容.整容) stellt er selbst her. Eigentlich, sagt Neil Boorman, muss man sich vor jedem Einkauf fragen, ob man die Sachen wirklich braucht.
 
Viele Menschen können Neils neue Lebensweise nicht verstehen. Die 20-Jährige Fatuma zum Beispiel kann sich ein Leben ohne Marken nicht vorstellen. "Marken machen mich glücklich. Wie kann man nur so dumm sein und Markensachen verbrennen", kommentiert(vt.評論.評述) sie Boormans Aktion.
 
Freitag, 30. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3373837,00.html
Glossar
 
Marke, die – eine Ware mit einem bekannten Namen
 
Gucci, Prada, Adidas – Firmen, die teure und bekannte Markenprodukte herstellen
 
einen Namen haben – bekannt sein, anerkannt sein
 
Haufen, der – ein kleiner Berg von Dingen (zum Beispiel Kleider, Erde etc.)
 
Selbstbewusstsein, das – die Selbstsicherheit; Zufriedenheit mit sich selbst
 
süchtig nach etwas sein – von etwas abhängig sein; etwas immer wieder brauchen
 
etwas überwinden – hier: etwas hinter sich lassen
 
erleichtert sein – hier: von Sorgen und Problemen befreit sein
 
karitativ – so, dass es armen oder kranken Menschen hilft
 
bescheiden – hier: mit wenigen Dingen zufrieden
 
unabhängig – hier: nicht an eine große Marke gebunden
 
Kosmetik, die – Produkte zur Körperpflege
 
kommentieren – seine Meinung zu einem Thema sagen
 
Aktion, die – hier: die Tat
 

30.5.08

Malaria-Der vermeidbare Tod


Jedes Jahr erkranken Millionen an der tödlichen Tropenkrankheit - meist vermeidbar. Fieber, Schüttelfrost und Krämpfe sind symptomatische Beschwerden. Es gibt jedoch Maßnahmen zur Vorbeugung.

Alle 30 Sekunden stirbt nach UNICEF-Angaben ein Kind in Afrika an der Malaria Krankheit. Weltweit betrachtet ist die Tropenkrankheit für eine bis drei Millionen Todesfälle jährlich verantwortlich, davon 90 Prozent in Schwarzafrika. Darüber hinaus kommt es jedes Jahr zu 300 bis 500 Millionen Neuerkrankungen. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul kann die mangelhafte Unterstützung nicht fassen: "Wenn Malaria eine Krankheit wäre, die die Industrieländer bedroht, gäbe es schon längst genug Medikamente, die schnell einsetzbar wären." Sie kündigte an, sich für mehr finanzielle Mittel im Kampf gegen Aids und Malaria einzusetzen.
 
Der Erreger(r.病菌.病源體) der Malaria wird durch den Stich der Mücke(e.蚊子) übertragen. In großen Teilen der Erde ist er gegen das gängige(adj.道路等.暢通的.貨物等.暢銷的.貨幣等.流通的.慣用的) Medikament Chloroquin bereits resistent(adj.有抵抗能力的.有抗藥性的). Neue Medikamente sind jedoch teurer und dementsprechend(adj.按前所述的) für viele nicht bezahlbar. Eine Schutzimpfung(e.接種.打預防針) gibt es nicht. Die Symptome variieren(vt.使變形.使有變化), abhängig von der Krankheitsform. Es kommt zu Fieberschüben in drei- bis viertägigem Abstand, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen(r.關節炎.痛風). Die gefährlichste Form stellt die Malaria tropica dar, die unbehandelt(adj.不可處理的.解決不了的) fast immer zum Tod führt. Setzt die Behandlung rechtzeitig ein, kann die Krankheit in den meisten Fällen geheilt werden. Doch für die Versorgung aller Betroffenen weltweit sei noch viel Geld nötig, so die Vereinten Nationen.
 
Die meldepflichtige Infektionskrankheit(e.傳染病) ist vor allem in Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens verbreitet. Wer in Gebiete mit hohem Malariarisiko reisen möchte, sollte sich vorher einer medikamentösen Prophylaxe(e.預防措施) unterziehen. Moskitonetze und entsprechende Kleidung schützen zusätzlich vor Mückenstichen.
 
Freitag, 27. April 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2459381,00.html
 
GLOSSAR
 
UNICEF - das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.
 
Prozent, das - Maßeinheit; ein Prozent (1 %) ist der hundertste Teil eines Ganzen       (100 %)
 
Bundesentwicklungsministerin, die - Regierungsmitglied, Leiterin des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
 
Industrieland, das - ein technisch hoch entwickelter Staat mit einer bedeutenden eigenen industriellen Produktion von Gütern
 
Medikament, das - ein Mittel gegen Krankheit
 
finanziell - Geld betreffend; geldmäßig
 
Malaria, die - Tropenkrankheit, die durch Moskitos hervorgerufen wird
 
resistent - widerstandsfähig
 
Schutzimpfung, die - vorbeugende(adj.預防的) Maßnahme gegen verschiedene Infektionskrankheiten
 
Symptom, das - ein Zeichen, das auf eine Erkrankung hinweist
 
variieren - verändern, abwandeln
 
Fieberschübe, die - eine Stück für Stück Erhöhung der menschlichen Körpertemperatur
 
Vereinte Nationen, die - internationale Organisation für Weltfrieden und Menschenrechte (auch UN, UNO)
 
Infektionskrankheit, die - eine durch Erreger hervorgerufene Erkrankung
 
Prophylaxe, die - die Vorbeugung; Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten

28.5.08

Eine Rose verblüht,ein Buch bleibt


Seit den 1920er Jahren werden in Spanien zum Namenstag eines Heiligen Rosen und Bücher verschenkt. 75 Jahre später wurde diese Tradition zum internationalen Kultur-Ereignis(s.事件) ausgeweitet(vt.使變大.加寬.擴大), um das Lesen weltweit zu fördern.

Viele Menschen tun es täglich, egal ob in der Bahn, im Café, in der Hängematte oder Badewanne(e.浴缸) - sie lesen. Sie studieren Zeitungen, durchforsten(vt.有計畫的砍伐) Kontaktanzeigen und schmökern(vt.翻閱閒書.) in Büchern. Millionen von gedruckten Buchstaben auf Papier lassen sich gebunden(adj.裝訂的.束縛的) und im Handtaschenformat bequem in sämtliche(adj.全部的) Alltagssituationen mitnehmen. Auf Anregung(e.激發.鼓勵) des zuständigen Direktors Milagros del Corral hat die UNESCO 1995 den "Welttag des Buches und des Urheberrechts(s.著作權.版權)" ins Leben gerufen. Seitdem wird jedes Jahr am 23. April ein weltweites Lesefest gefeiert.
 
Das Spektakel(s.喧譁.惹人注目的事情) rund ums Buch soll die Lust am Lesen wecken. Denn das Buch nimmt als Medium der Wissensvermittlung eine bedeutende Rolle in der Informationsgesellschaft ein. "Wir müssen sicherstellen, dass Bücher für jeden und überall zugänglich(adj.開放的.可使用的.可提供的.可接近的) sind", lautete die Forderung(e.要求.傳喚) von del Corral. Deswegen finden am 23. April weltweit zahlreiche Veranstaltungen statt. Zum Beispiel auch in der Schweiz. Unter dem Motto "Reisezeit ist Lesezeit" werden an Bahnhöfen kleine Lektüre(e.讀物.教材)geschenke(s.贈送教材) an Pendler(r.長期車票使用者..指很多人經過的地方) verteilt, während zwischen Gleis und Fahrkartenschalter junge Schauspieler bunte Reisegeschichten vortragen.
 
Doch wie lebt es sich eigentlich in einer Welt, die nur so von Zeichen wimmelt(vt.蜂擁.密集.充滿), wenn man sie nicht versteht? Allein in Deutschland leben nach Aussage des Bundesverbands Alphabetisierung und Grundbildung e.V. ungefähr vier Millionen funktionale Analphabeten(r.文盲). Damit sind Menschen gemeint, die nicht in der Lage sind, eine Zeitschrift zu lesen oder einen Brief zu schreiben. Das Thema wird in der Öffentlichkeit jedoch tabuisiert(vt.禁忌) und stigmatisiert(vt.污蔑.毀謗.給..打上烙印). Dabei muss man sich fragen, ob nicht gerade ein derartiger(adj.如此的) weltweiter Feiertag den Anlass(r.誘因.外來的原因.機會) dafür bieten könnte, mit Vorurteilen zum Analphabetismus aufzuräumen.
 
Dienstag, 24. April 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2451828,00.html 
GLOSSAR
 
Namenstag, der - ein katholischer Gedenktag des Heiligen, auf dessen Namen eine Person getauft wird
 
international - mehrere Nationen oder Staaten sind beteiligt
 
täglich - jeden Tag
 
etwas durchforsten - etwas durchsuchen, etwas querlesen
 
in etwas schmökern - etwas durchblättern
 
UNESCO, die - "United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization.", eine von der UNO gegründete Organisation zur Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur
 
Urheberrecht, das - Bestimmungsrecht eines Künstlers über sein Werk
 
Spektakel, das - eine Aufführung, ein Schauspiel
 
Medium, das - eine Mittel zur Informationsweitergabe, z.B. ein Buch, ein Radio oder das Internet
 
zugänglich - erreichbar
 
funktional - wirksam, auf eine Tätigkeit bezogen
 
Analphabet, der - jemand, der nicht schreiben und lesen kann
 
etwas tabuisieren - etwas zu einem Thema machen, über das nicht gesprochen wird
 
stigmatisiert - negativ auffallend
 
Vorurteil, das - eine Meinung über eine Sache, ohne hinreichende Kenntnis
 

27.5.08

Ein Blick in der Urzeit


Vor 350 Millionen Jahren entstand die Grube(e.穴.坑) Messel in der Nähe von Darmstadt. Heute ist die Grube UNESCO Weltkulturerbe. Denn hier wurden viele gut erhaltene Fossilien(e.化石) von Tieren und Pflanzen entdeckt.

Auf dem glatten(adj.光滑的.平話的.平穩的.沒花紋的) Stein erkennt man deutlich das Skelett(s.骨架) eines sehr kleinen Pferdes. Es ist das Fossil eines Urpferdes. Diese Pferdeart lebte vor vielen Millionen Jahren auf der Erde und ist schon lange ausgestorben. 70 versteinerte(adj.像石頭一般的) Überreste(e.遺骸.廢墟.遺址) diese Tieres hat man in der Grube Messel bei Darmstadt gefunden. Und nicht nur das: mehrere hundert Fossilien von Tier- und Pflanzenarten wurden hier entdeckt.
 
Wo heute die Grube ist, war vor 350 Millionen Jahren ein großer See. Auf dem Grund des Sees gab es viel Schlamm(r.泥漿.泥濘.沈積物). Die Tiere und Pflanzen, die starben und auf den Boden des Sees sanken, wurden von dem Schlamm eingeschlossen(vt.將..包括在內). Über Millionen von Jahren trocknete der See aus. Die Überreste der Tiere und Pflanzen blieben in der Erde und versteinerten.
 
Als 1871 in der Grube Messel Kohle abgebaut wurde, fand man die Fossilien der Tiere und Pflanzen. Sie sind heute noch sehr gut erhalten. Auf einigen kann man noch die Haut und die Haare der Tiere erkennen. Manche Fossilien zeigen sogar die Reste der letzten Mahlzeit im Bauch der Tiere. Und im Körper eines versteinerten Urpferdes kann man sogar noch ein ungeborenes Baby sehen.
 
1995 wurde die Grube zum UNESCO Welterbe ernannt. Auf dem Gelände(s.地形.地勢) gibt es ein Freilicht-Museum und eine Ausstellungshalle. Außerdem werden Spaziergänge durch die Grube sowie Grabungen(e.挖掘)und Vorträge(r.朗誦.表演) angeboten.
 
Dienstag, 27. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3363070,00.html
 
Glossar
 
Urzeit, die – die älteste Zeit in der Geschichte der Erde
 
Millionen, die – eine sehr große Zahl = 1 000 000
 
Grube, die – eine große, breite Vertiefung in der Erde
 
UNESCO Weltkulturerbe, das – Orte, die die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) besonders schützt
 
gut erhalten – in gutem Zustand
 
Fossil, das – Abdrücke von Tieren und Pflanzen, die vor langer Zeit gelebt haben, im Gestein
 
Skelett, das – alle Knochen eines Körpers
 
etwas ist ausgestorben – es gibt eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart nicht mehr
 
versteinert – zu Stein geworden
 
Überrest, der – das, was von etwas übrig bleibt; der Rest
 
Schlamm, der – ein Gemisch aus Wasser und Erde
 
sinken – sich langsam nach unten bewegen
 
etwas einschließen – verhindern, dass etwas nicht mehr herauskommt
 
etwas trocknet aus – alles Wasser verschwindet aus etwas
 
Kohle, die – eine schwarze Substanz aus der Erde, die man zum Heizen verwendet
 
etwas abbauen – hier: etwas aus der Erde holen
 
Mahlzeit, die – das Essen
 
etwas zu etwas ernennen – etwas einen besonderen Titel geben
 
Freilicht-Museum, das – ein Museum, das im Freien ist
 
Grabung, die – das Graben nach etwas
 
Vortrag, der – eine lange Rede vor einem Publikum

25.5.08

Das Schmerz-Gen


Ein ganzes Leben ohne Schmerzen - was sich wie aus einem Science-Fiction Roman anhört, gibt es wirklich. Forscher untersuchen Menschen, die keinen Schmerz empfinden. Das Ziel ist eine neue Generation von Medikamenten.

Während seiner Zeit als Arzt in einem pakistanischen Krankenhaus wurde Geoff Woods mit einem ganz außergewöhnlichen Fall (vt.mit 對質.使對證): "Mir wurde von einem Jungen erzählt, der sich regelmäßig verletzte, aber offensichtlich keinen Schmerz fühlte." Als Woods zum dritten Mal von dem Jungen berichtet wurde, war dieser gerade gestorben: "Er sprang an seinem Geburtstag vom Dach eines Hauses und erlag seinen Verletzungen." Der Sprung vom Dach hatte wohl nur der Unterhaltung seiner Freunde dienen sollen. Ein normaler Mensch wüsste, dass er sich Schmerzen zufügen(vt.加害於.施予.補充.添加) würde. Doch was geschieht, wenn ein Mensch gar keinen Schmerz kennt? Der Genetiker(r.遺傳學家) erkannte sofort die Bedeutung des Jungen für die Forschung. Denn das Empfinden von Schmerz ist enorm(adj.非常大的.巨大的) wichtig, um drohende(adj.緊迫的) Gefahren(迫在眉睫的危險) zu erkennen.
 
Umfangreiche(adj.包羅萬象的.廣大的.肥胖的) Tests mit betroffenen Personen zeigten, dass ihre Intelligenz, Entwicklung, Nervenstränge(r.神經管.神經反應???) und sogar ihre Empfindungen vollkommen normal waren - eben bis auf das Schmerzempfinden. Bei genetischen Untersuchungen stellte sich heraus, "dass diese Menschen einen einzigartigen genetischen Defekt haben: einen Fehler in einem Gen mit der Bezeichnung SCN9A", erläutert Woods. Wenn man dieses Gen beim Menschen ausschalte, dann fühle man keinen Schmerz mehr. Obwohl alle Nerven immer noch intakt(adj.未受損傷的.完整無缺的) seien.
 
Auch der Neurobiologe(r.神經生物學) Doktor John Wood vom University College London hat sich jahrelang mit dem Thema beschäftigt. Er untersuchte den gleichen genetischen Fehler bei Mäusen. Dabei ähneln sich viele der molekularen(adj.分子的) Mechanismen(r.力學), die der Schmerzempfindung zu Grunde liegen, bei Tier und Mensch. Wood arbeitet nun daran, das betreffende Gen in Mäusen auszuschalten und auf dieser Basis ein Medikament zu entwickeln, das den Schmerz blockiert. Wood schätzt allerdings, dass die Testphase(e.測試階段) einer neuen Generation von Schmerzmitteln erst in ein paar Jahren beginnen könne. Der klinische Gebrauch könnte dann frühestens 2015 starten. Spätestens dann stellen sich auch ethische Fragen: Was darf überhaupt am lebendigen Nervengewebe(s.神經組織) des Menschen verändert werden?
Freitag, 20. April 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2446896,00.html
 
GLOSSAR
 
Science-Fiction Roman, der - eine Form der Literatur über neue wissenschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklungen. Häufig sind es Zukunftsvorstellungen
 
jemanden mit etwas konfrontieren - jemanden in eine Situation bringen, in der er/ sie sich mit etwas beschäftigen muss
 
Schmerz, der - unangenehmes Gefühl im Körper, wenn man verletzt oder krank ist
 
Genetiker, der - Wissenschaftler der Vererbungslehre
 
Forschung, die - die systematische Suche nach neuen Erkenntnissen
 
Intelligenz, die - die Fähigkeit zum Erkennen von Zusammenhängen und zum Finden von Problemlösungen
 
Entwicklung, die - die Entstehung, die Bildung
 
Nervenstrang, der - ein seilartiges Gebilde im Körper, das mit sensorischen Reizen zu tun hat
 
Neurobiologe, der  - ein Wissenschaftler, der den Aufbau und die Funktionsweise von Nervensystemen untersucht
 
molekular - Vorgänge der Naturwissenschaften betreffend, die sich auf sehr kleine Teilchen beziehen
 
Mechanismus, der - die Art und Weise, wie Teile eines Ganzen zusammen funktionieren
 
Basis, die - die Grundlage
 
Medikament, das - Mittel zur Heilung von Krankheiten
 
Testphase, die - ein zeitlicher Abschnitt, in dem das Funktionieren von etwas überprüft wird
 
Generation, die - die Gesamtheit von Lebewesen, die alle zu etwa derselben Zeit geboren sind
 
klinisch - hier : in der Klinik
 
Nervengewebe, das - ein Netzgebilde im Körper, das mit sensorischen Reizen zu tun hat

24.5.08

Wilhelm Busch - Vater des Comics und des schwarzen Humors


NNeben Luther, Goethe, Schiller, Kant und Bach gehört er zu den berühmtesten Deutschen überhaupt: Wilhelm Busch. Wahrscheinlich hätte er sich darüber köstlich(adj.吸引人的.珍貴的.可口的) amüsiert(vt.sich .über覺得好笑.有趣.以...為樂).

Wilhelm Busch gilt als der deutsche Vater des Comics und des schwarzen Humors. Geboren wurde er vor 175 Jahren am 15. April 1832 in der Nähe von Hannover. Er war das erste von sieben Kindern. Als sein Bruder Otto geboren wurde, musste Wilhelm das Haus verlassen, da war er neun Jahre alt. Er kam bei einem Onkel unter, dem Pastor(r.基督教神父) Georg Kleine, der den Jungen auch unterrichtete. Seine Eltern sah Wilhelm jahrelang nicht.
 
Mit 33 Jahren brachte Wilhelm Busch "Max und Moritz" heraus, was ihn literarisch(adj.文學上的) unsterblich machte. Die Rechte an seinem Werk verkaufte er für nur 1700 Goldmark an seinen Verleger, der damit ein Vermögen(s.財產) verdiente. Ein Vermögen allerdings, das wohl auf einem Irrtum beruht(vt.以..為基礎.為依據). Denn die Geschichte, die sich nach außen hin so schrecklich moralisch(adj.道德上.精神上) und wilhelminisch-pädagogisch gebärden(vt.行為舉止.表情.表現), ist tatsächlich eine verkappte(adj.偽裝的.喬裝的) Kritik(e.批評.評論) am Kleinbürgertum(s.小資產階級) der Erwachsenen. Man nehme nur die Witwe Bolte, deren ganzer Lebensinhalt Hühner sind. Als sie das von Max und Moritz gemeuchelte(vt.謀殺.暗殺) Federvieh(s.家禽) fein säuberlich im Apfelbaum aufgehängt findet seufzt(vt.嘆息) sie pathetisch(adj.激情的.動人的.悲切的):
 
Fließet aus dem Aug', ihr Tränen!
All mein Hoffen, all mein Sehnen(s.渴望.懷念),
Meines Lebens schönster Traum
Hängt an diesem Apfelbaum!
 
Mit Bildergeschichten wie "Max und Moritz" machte Busch sich rasch(adj.迅速的.飛快的) einen Namen. Mit seiner einzigartigen Kombination(e.聯合.組合.組成) aus witzigen Zeichnungen und satirischen(adj.諷刺的.挖苦的) Versen(r.詩), die sich bei aller Kunstfertigkeit kinderleicht einprägen(vt.sich 銘記), wird Busch zum Urvater des Comics. Der Erfolg der bösen Buben(r.流氓.學徒.樸克牌裡的捷克) ist bis heute ungebrochen. 2005 gab es sogar den Film "Max und Moritz reloaded".
Dienstag, 17. April 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2444083,00.html
 
GLOSSAR
 
Comic, das – eine Geschichte aus einer Reihe gezeichneter Bilder mit kurzen Texten
 
schwarzer Humor, der – Witze und Späße, die ernste Themen in satirischer oder verharmlosender Weise behandeln
 
Pastor, der – der evangelischer Pfarrer
 
literarisch – die Literatur betreffend
 
Recht, das – der Besitzanspruch
 
Goldmark, die – Währung des Deutschen Kaiserreiches
 
Vermögen, das – der gesamte Besitz
 
Irrtum, der – ein Fehler, der dadurch entsteht, dass man sich nicht richtig konzentriert  oder informiert
 
moralisch – sittlich; Verhalten, das sozialen Werten entspricht
 
wilhelminisch – strukturiert, an die Regierungsjahre Wilhelms II. gelehnt, die von einer militarisierten Gesellschaft geprägt waren
 
Pädagogik, die – Wissenschaft, die sich mit Erziehung und Unterrichten beschäftigt
 
gebärden – verhalten, benehmen
 
verkappt – nicht offensichtlich, aber doch zu erkennen
 
Kritik, die – die Beurteilung(e.判斷.評價.評論)
 
Kleinbürgertum, das – eine beschränkte, nur auf die eigene kleine Welt bezogene Weltsicht(世界觀Weltanschauung)
 
meucheln – morden, hinrichten(vt.處死,準備好)
 
pathetisch – ausdrucksvoll, dramatisch
 
satirisch – bissig(adj.尖酸的.要咬人的), ironisch(adj.諷刺的.冷嘲的)
 
Vers, der – Zeile mit einem bestimmten Rhythmus(r.韻律.節奏.藝術品的勻稱), Reim(r.韻) in einem Gedicht
 
reloaded (重新填裝)- Anglizismus(s.英式慣用語): neu aufgelegt

Südafrikas Last mit der Vergangenheit


Südafrika hat bei der Vergangenheitsbewältigung(e.解決.完成) einen einmaligen Weg beschritten. Eine Wahrheits- und Versöhnungskommission vereinte die Aspekte einer Gruppentherapie(e.群眾治療), einer Messe und einer Gerichtsverhandlung(e.法律的審理).

Durch Wahrheit versöhnen - so lautete das Prinzip der südafrikanischen Wahrheitskommission: "Wenn wir die Wahrheit kennen, können wir anfangen, die Vergangenheit hinter uns zu lassen, und mit Hoffnung in eine friedliche Zukunft zu gehen", hieß es in den Grundsatzpapieren. Die Kommission versuchte die Gräueltaten(e.殘酷的行為) des Apartheid-Regimes(s.政權.政體) aufzuarbeiten (vt.把..處理完畢.改作.改制)und die politisch motivierten Menschenrechtsverletzungen(e.侵犯人權) zu untersuchen.
 
Doch der Erfolg der Wahrheitskommission wird zumindest in Südafrika immer stärker bezweifelt(vt.被..懷疑). So ist es der 40-jährigen Carol Basona ziemlich egal, ob die Täter von einst nun um Vergebung bitten oder nicht. Basona hatte während der Apartheid in ihrem Township Philippi bei Kapstadt Aktionen des zivilen Ungehorsams(r.不服從.不聽從的) mitorganisiert. Bei einem Polizeieinsatz wurde sie in den 1980er Jahren durch eine Schusswunde(e.槍傷) schwer verletzt. Ihre Kinder mussten die Schule verlassen, um Geld zu verdienen.
 
Solange die durch die Apartheid verursachte Armut der Schwarzen nicht wirksam bekämpft werde, könne man auch nicht von Versöhnung reden, meint Carol Basona. Eine finanzielle Entschädigung(e.補償.賠償) hat sie nie bekommen. Als die Wahrheitskommission ihre Arbeit beendet hatte, entschied die Regierung, dass nur die 20.000 Apartheidopfer, die vor der Kommission ausgesagt hatten, eine einmalige Entschädigungszahlung von ungefähr 3000 Euro bekommen sollten. Für viele war das ein Schlag ins Gesicht. Besonders wenn sie sahen, wie die Mörder von damals - von der Kommission begnadigt - ein ruhiges, komfortables Rentnerdasein(s.退休) an der touristischen Westküste des Landes führten.
 
Obwohl die Täter, die vor der Wahrheitskommission aussagten, zum allergrößten Teil begnadigt(vt.減刑.赦免) wurden, kamen sie nicht ungeschoren (adj.未剪過.不受打擾的)davon, meint Paul Haupt. Der südafrikanische Psychologe hat vier Jahre lang über die Motive der weißen Täter geforscht. "Die eigentlichen Täter sind heute alle gebrochene Menschen, von ihrer Nachbarschaft geächtet(vt.驅逐譴責), oft geschieden", sagt Paul Haupt. "In der Wahrheitskommission musste der Täter in das Gesicht der Mutter der von ihm ermordeten Person schauen. Und plötzlich erschien der Ermordete nicht mehr als Staatsfeind, sondern als ein Südafrikaner, der eine Mutter, einen Bruder, eine Schwester hatte. Der Täter sah die Menschlichkeit seines Opfers, das er gefoltert, verstümmelt und ermordet hatte."
 
 Freitag, 13. April 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2441440,00.html
GLOSSAR
 
Prinzip, das - eine Regel oder ein Grundsatz, nach dem jemand lebt
 
Wahrheitskommission, die - eine Einrichtung zur Untersuchung von politisch motivierten Verbrechen.
 
Grundsatzpapier, das - eine Doktrin, eine Maxime oder ein Prinzip in Schriftform
 
Gräueltat, die - eine besonders grausame(adj.殘暴的.兇暴的) und opferreiche Tat
 
Apartheid- Regime, das - diktatorische Herrschaftsform während der Rassentrennung(e.種族隔離) in Südafrika
 
Menschenrechtsverletzung, die - die Verletzung des Konzepts(s.計畫.草稿), nach dem allen Menschen universelle Rechte zustehen
 
Township, der - die während der Apartheid in Südafrika eingerichteten Wohngegenden für die schwarze, die farbige oder die indische Bevölkerung
 
zivil - bürgerlich, privat,
 
Ungehorsam, der - die Aufsässigkeit(e.反抗.難以管束), die Widerspenstigkeit(e.倔強.不順從)
 
Polizeieinsatz, der - geführtes und geplantes polizeiliches Handeln unter Zuhilfenahme von Einsatzmitteln
 
Armut, die - die Bedürftigkeit, die Besitzlosigkeit, die Geldnot
 
finanziell - geldlich
 
Entschädigung, die - die Abfindung, die Wiedergutmachung
 
Regierung, die - die politische Führung eines Staates
 
Mörder, der - jemand, der aus niedrigen Beweggründen einen Menschen tötet
 
Rentnerdasein, das - der Ruhestand
 
Psychologe, der - jemand, der sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen befasst
 
Motiv, das - der Grund, der Leitgedanke
 
Staatsfeind, der - Person, die dem Bestand und der Sicherheit des Staates entgegenarbeitet

Arbeiten in der Fremde für das Wohl der Daheimgebliebenen


So fern(adj.遠的) und doch so nah: Viele Migranten unterstützen ihre Familien in der Heimat. In den Empfängerländern sind die Geldsendungen oft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Doch Überweisungsfirmen kassieren(vt.兌現.佔有.廢除.撤銷.裁員) hohe Gebühren.

Der typische Migrant, der zurzeit seine Heimat in Osteuropa oder in einem Land der ehemaligen Sowjetunion verlässt ist jung, gut gebildet und kinderlos, erklärt Bryce Quillin Autor einer Studie der Weltbank, die sich mit dem Thema beschäftigt. Früher sei das Motiv der Auswanderung die Rückkehr in die ehemalige ethnische(e.族群) oder kulturelle Heimat gewesen – oder die Flucht aus Konfliktgebieten(s.衝突地區). Heutzutage sei es, laut Quillin, jedoch meist das Streben nach besseren Lebensbedingungen. Der durchschnittliche Betrag(r.款.總額), den die Emigranten nach Hause überweisen, beträgt 500 Dollar im Monat – und entspricht in etwa 20 Prozent ihres Einkommens. In der Heimat trägt das Geld dann wesentlich(adj.本質上.主要的) zum Überleben oder zum zusätzlichen(adj.附加的.補充的) Wohlstand (r.繁榮.富裕)der Familie bei.
 
Der Anteil, der die Menschen in der Heimat erreicht, könnte allerdings noch höher sein. Elf Prozent der Summe der Rücküberweisungen, schätzt die Weltbank, gehen durch die hohen Überweisungsgebühren verloren, wenn das Geld auf dem legalen Weg in die Heimat geschickt wird. Es wäre also durchaus im öffentlichen Interesse, wenn diese Gebühren gesenkt werden könnten, sagt Bryce Quillin.
 
Momentan werden Geldsendungen in die Heimat allerdings nur selten über die Bank abgewickelt(vt.解開.了結). Häufig überbringen Freunde, Familienmitglieder oder die Migranten selbst das Geld. Das liegt daran, dass eine große Zahl der Auswanderer illegal in ein anderes Land geht und deshalb keinen Zugang zu formalen Finanzkanälen(r.財物途徑) hat. Anderen fehlt der Zugang zu Banken, weil sie beispielsweise als Saisonarbeiter(r.季節工.) in ländlichen Gegenden arbeiten. Die informellen(adj.未定型的) Transaktionen(e.交易.買賣) sind oft auch preiswerter. Der Nachteil: gegen Missbrauch kann sich niemand schützen.
 
Dienstag, 10. April 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2438037,00.html 

GLOSSAR
 
Migrant, der - jemand, der nicht nur kurzfristig seinen Wohnsitz wechselt und nicht im Aufenthaltsland geboren wurde
 
Finanzkanal, der - Weg, auf dem Geldtransaktionen(e.金錢交易) abgehandelt(vt.深入研究.分析) werden
 
Saisonarbeiter, der - der Wanderarbeiter
 
informell - formlos
 
Transaktion, die - Geschäft
 
Ethnisch/ Ethnie - Gruppe, Minderheit, Personen, welche der gleichen kulturellen Gruppe zugeordnet werden können
 
Konfliktgebiet, das - ein Gebiet in dem zwei oder mehr Parteien eine Auseinandersetzung haben
 
Monopol, das - eine Marktsituation, in der für ein Produkt entweder nur ein Anbieter oder nur ein Nachfrager existiert
 
Einkommen, das - die Einkünfte, die Einnahme, der Lohn
 
Wohlstand, der - der Besitz
 
Motiv, das - der Leitgedanke
 
Betrag, der - die Geldsumme, die Menge
 
Weltbank, die - Institution, die die wirtschaftliche Entwicklung von weniger entwickelten Ländern durch finanzielle Hilfen, Beratung und technische Hilfe fördert
 
legal - gesetzlich, gesetzmäßig
 
Missbrauch, der - der falsche Gebrauch
 
Summe, die - der Betrag, das Ergebnis

23.5.08

Immer beliebter-Studieren in den Niederlanden


Lernen in kleinen Gruppen und ein internationales Umfeld – immer mehr Deutsche gehen in die Niederlande, um dort zu studieren. An der Universität Maastricht kom-men 30 Prozent der Studenten aus Deutschland.

Julia Langenohl ist nach dem Abitur nach Maastricht gezogen, um dort zu studieren. Sie hat sich für internationale Betriebswirtschaftslehre eingeschrieben. "Hier gibt es keine überfüllten(adj.滿的.塞滿的) Hörsäle(r.講堂.課堂.階梯教室) wie in Deutschland. Das finde ich gut", sagt sie. So wie Julia denken viele: 14.000 Deutsche haben im vergangenen Jahr in den Niederlanden studiert, viele von ihnen an der Uni Maastricht.
 
Aber nicht nur Deutsche gehen zum Studium nach Maastricht. Auch Chinesen, Belgier, Polen, Indonesier und US-Amerikaner studieren hier. Viele Vorlesungen und Kurse sind auf Englisch. "Das ist ein sehr wichtiger Teil unserer Strategie(r.戰略)", erklärt der Rektor der Universität Jo Ritzen. Sein Ziel ist es, Studierende auf den internationalen Arbeitsmarkt vorzubereiten.
 
Die Universität wirbt(vt.做廣告.招募) im Ausland, um Studenten für ein Studium an der Maas zu begeistern. Dieses Engagement hat auch einen finanziellen Grund. "Je mehr Studenten und Absolventen wir haben, umso mehr Geld bekommen wir", erklärt Ritzen. "Pro Abschluss sind das immerhin zwischen 10.000 und 20.000 Euro im Jahr", sagt Ritzen.
 
Studierende wie Julia profitieren(vt.獲利) davon. Die Gruppenräume sind modern ausgestattet. Es gibt überall Beamer(r.投影機) und Computer, und die Gruppe bekommt immer einen Tutor, der Hilfestellung geben kann. "Man sieht den Universitäten an, dass mehr investiert(vt.投資.投入) wird", meint Julia.

 Freitag, 23. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3355063,00.html
Glossar
 
Umfeld, das – die Umgebung
 
Abitur, das – die abschließende Prüfung an der Schule, die eine Voraussetzung für das Studium ist
 
Betriebswirtschaftslehre, die – ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften
 
sich für ein Fach einschreiben – sich für ein Fach an der Universität anmelden
 
überfüllt – zu voll
 
Hörsaal, der – ein großer Raum an der Universität, wo Vorlesungen stattfinden
 
Uni, die – Abkürzung für Universität
 
Vorlesung, die – ein Vortrag zu einem bestimmten Thema
 
Strategie, die – der Plan
 
Rektor, der – hier: der Leiter der Universität
 
Arbeitsmarkt, der – der Bereich der Wirtschaft, in dem es um Angebot und Nachfrage von Arbeitsplätzen geht
 
für etwas werben – etwas so bekannt machen, dass Menschen sich dafür interessieren
 
Maas, die – der Fluss, der durch Maastricht fließt
 
Engagement, das – die Bemühung(e.努力.辛勤.盡力); der Einsatz(r.開始.賭注.投入)
 
Absolvent/in, der/die – jemand, der sein Studium erfolgreich beendet hat
 
Abschluss, der – hier: das Beenden des Studiums mit einer Prüfung
 
von etwas profitieren – einen Vorteil von etwas haben
 
Beamer, der – ein spezieller Projektor, der ein Bild auf einem Computer vergrößert an der Wand darstellt
 
Tutor, der – jemand, der Studenten in einem bestimmten Fach betreut
 
investieren – hier: Geld für etwas ausgeben

"Hope" für die südafrikanischen Aids-Patienten


Im Kampf gegen Aids muss global gedacht und lokal gehandelt werden - wie von der Hilfsorganisation Hope in Kapstadt. Ihr Gründer ist ein katholischer Pfarrer weit aller Klischees.

Stefan Hippler ist ein katholischer Pfarrer(r.牧師.傳教士), wie er nicht dem Klischee(r.陳腔濫調.鉛版.電鑄版) entspricht(vt.合乎.滿足). Er ist ein fröhlicher und offener Mensch. Er lacht viel und verbreitet Optimismus - Hoffnung eben.
Hippler ist Pfarrer in Kapstadt. Die deutsche Bischofskonferenz (e.主教會議)entsandte ihn seinerzeit als Auslandsseelsorger nach Südafrika. Inzwischen lebt er seit zehn Jahren dort. 2001 gründete er seine Hilfsorganisation "Hope", die sich dem Kampf gegen Aids verschrieben(vt.獻身於) hat und die mittlerweile so bekannt ist, dass schon Nelson Mandela und Joschka Fischer da waren.
 
Alles begann mit der Gründung der Kinderstation(e.兒童部門) im Tygerberg-Krankenhaus in Kapstadt. Sofort machte sich der deutsche Pfarrer Hippler an die Vernetzungsarbeit, die zum Erfolgsrezept (s.處方成果)des Hope-Projektes geworden ist: Als erstes wurden Sozialarbeiter mit medizinischem Wissen im HIV/Aids-Bereich ausgebildet. Die Aufgabe dieser Sozialarbeiter ist es dann, die Township(e.小鎮)-Bewohner mit den dortigen Gesundheitszentren bis hinauf zum staatlichen Kinderkrankenhaus zu vernetzen. Ganz wichtig ist nach wie vor die Aufklärungsarbeit, besonders weil die Regierung jahrelang das Aidsproblem vertuscht(vt.掩飾.粉飾) und heruntergespielt hat. Innerhalb von wenigen Jahren wurde "Hope" zu einem der erfolgreichsten Aidsprojekte der Region.
 
Hippler macht keinen Hehl(r.隱藏.隱瞞) daraus, dass er von der offiziellen Linie der katholischen Kirche und ihrem Kondomverbot abweicht(vt.偏離). Natürlich gäbe es Bischöfe, die mit seiner Einstellung nicht glücklich seien, aber er folge nur seinem Gewissen und seinem Verstand. Allerdings vermisse er den Versuch der katholischen Kirche, sich theologisch mit der Herausforderung der Aids-Pandemie(e.瘟疫) auseinanderzusetzen(vt.爭論.爭辯). Bildunterschrift: Und wie schafft es Hippler, bei immer noch täglichen 1500 Neuinfektionen(e.新傳染病) die Hoffnung nicht zu verlieren? "Rette einen Menschen und Du rettest die ganze Welt - so heißt ein jüdisches Sprichwort", sagt Hippler. "Darum geht es."
Dienstag, 04. April 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2430520,00.html 

GLOSSAR
 
Pfarrer, der - katholischer/ evangelischer Geistlicher
 
Klischee, das - eine festgefahrene Vorstellung
 
Optimismus, der - positives Denken
 
Bischofskonferenz, die - Koordinierungsorgan der katholischen Kirche
 
Auslandsseelsorger, der - im Ausland tätiger Pfarrer
 
Kinderstation, die - Kinderabteilung im Krankenhaus
 
Vernetzungsarbeit, die - Herstellung von besseren Informationsstrukturen(e.結構.)
 
Sozialarbeiter, der - privater oder staatlicher Arbeiter, der versucht schlechte soziale Bedingungen zu verbessern
 
Township, das - Bezeichnung für die während der Apartheid (e.種族隔離)in Südafrika eingerichteten Wohngegenden für die farbige Bevölkerung
 
Gesundheitszentrum, das - krankenhausähnliche Institutionen
 
Aufklärungsarbeit, die - Informationsmaßnahme über eine Erkrankung
 
theologisch - religionswissenschaftlich
 
Pandemie, die - die Ausbreitung einer Krankheit
 
Neuinfektion, die - die Neuansteckung(e.傳染)
 
Sprichwort, das - die Lebensweisheit
 

Warum Normen die Wirtschaft retten


Genormt wird auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Das deutsche Institut für Normung (DIN) hat ungefähr 30.000 Vorgaben entwickelt. Welche Rolle spielen diese für die Wirtschaft?

Der deutschen Mentalität werden Genauigkeit(e.準確性.精密度) und Zuverlässigkeit (e.可靠.可信.忠誠)nachgesagt(vt..背後議論.覆述). Menschen in anderen europäischen Ländern - vor allem in Südeuropa - werden oft als gelassener beschrieben. So genannte Normungsorganisationen versuchen Produkte und deren Maße, Materialien und funktionelle Eigenschaften(e.特性.特點.地位.資格) zu standardisieren(vt.使標準化.使統一). Es gibt sie aber nicht nur in Deutschland - auch auf internationaler Ebene(e.級.平面.平原) wird genormt.
Die Internationale Organisation für Normung (ISO) nahm 1926 ihre Tätigkeit auf – mittlerweile beteiligen(vt.sich參與.參加.) sich mehr als 150 Staaten an der Arbeit der ISO. Das Europäische Komitee(s.委員會) für Normung (CEN) schafft Normen in der Europäischen Union - diese sollen dem reibungslosen(adj.無障礙的.無摩擦的) Austausch auf dem Binnenmarkt(r.共同市場) dienen und so die europäische Wirtschaft im globalen Handel fördern. In internationalen Gremien vertritt das Deutsche Institut für Normung (DIN) die deutschen Interessen.
Das DIN hat mittlerweile(adv.在這同時) ungefähr 30.000 Normen entwickelt - zu viele, glauben Einige. DIN 1355 zum Beispiel legt unter anderem den Montag als ersten Tag der deutschen Woche fest. Trotzdem könnte sich das jeder Deutsche doch auch ohne Norm merken. DIN 5012 beschreibt den standardisierten Kurzbrief - auch diese Norm ist wohl nicht zwingend notwendig. Der weltweite Gebrauch des 1922 in der DIN 476 entwickelten Papierformats beweist dagegen, wie nützlich Normen sein können - Vielen ist die Bezeichnung DIN schließlich nur durch das DIN-A4-Format und die anderen Größen bekannt.
Freitag, 30. März 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2425798,00.html
GLOSSAR
etwas normen – etwas einheitlich festsetzen
Genauigkeit, die – die Gründlichkeit(e.徹底深入.認真仔細)
Zuverlässigkeit, die – die Gewissenhaftigkeit
jemandem etwas nachsagen – etwas über jemanden behaupten
gelassen - ruhig
etwas standardisieren – etwas einheitlich festsetzen
reibungslos – problemlos
Binnenmarkt, der - der gemeinsame Markt
global - weltweit
sich etwas merken – etwas im Kopf behalten
etwas ist zwingend notwendig – etwas ist unbedingt erforderlich
etwas beweisen – etwas belegen

20.5.08

Tödlicher Goldrausch in Peru


In der peruanischen Region Cajamarca sind große Firmen auf der Suche nach Gold. Sie rauben den Bauern ihr Land und vergiften(vt.使中毒) das Wasser. Ein katholischer Priester(r.牧師.神父) kämpft gegen die Ausbeutung von Menschen und Umwelt.

Früher besaß der Bauer Nicolás Cruzado fruchtbares(adj.肥沃的) Land und ein schönes Haus. Doch dann verkaufte er alles an eine Firma, die dort Gold abbauen wollte. Die Firma versprach Cruzado eine Abfindung(e.賠款.賠償金) und einen neuen Job in der Stadt. Heute lebt der Bauer gemeinsam mit seiner Frau und seinen neun Kindern in einem verfallenen Haus am Rand der Stadt Cajamarca. Den Job hat er nie bekommen, und auch von dem Geld hat er nichts gehabt.
 
So wie Nicolás Cruzado geht es hunderten Bauern. Um ihnen zu helfen, hat der katholische Priester und Umweltaktivist(r.環境保護積極份子) Marco Antonio Zegarra Arana 1992 zusammen mit Biologen und Rechtsanwälten die Organisation "Grufides" gegründet. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Ausbeutung der Menschen und die Zerstörung der Umwelt.
 
Arana kritisiert zum Beispiel, dass die Firmen das Gold mit einem sehr giftigen Stoff aus dem Stein lösen. Dieser gelangt meist ungefiltert(adj.不可過濾的) in den Boden und vergiftet das Grundwasser. Die Menschen aus der Region berichten, dass die Fische und ihr Vieh(s.家畜.家禽) sterben. Auch werden immer mehr Kinder mit Missbildungen (e.畸形.殘缺)geboren.
 
"Einige wenige profitieren(vt.獲利.得利) vom Reichtum, während immer mehr in Armut leben", sagt Arana, "und unter den Folgen der Umweltzerstörung haben die Armen am meisten zu leiden". Deswegen informiert er mit seiner Organisation die Bauern über ihre Rechte, auch wenn er täglich Drohungen(e.威脅) bekommt und sein Haus nur noch mit Polizeischutz verlassen kann.
 
 Dienstag, 20. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3348517,00.html
Glossar
 
Goldrausch, der – der starke Wunsch, Gold zu finden
 
etwas rauben – jemandem etwas gegen seinen Willen abnehmen
 
etwas vergiften – Gift in etwas tun
 
Priester, der – jemand, der ein religiöses Amt hat
 
Ausbeutung, die – das Ausnutzen
 
fruchtbar – so, dass Pflanzen gut darauf wachsen können
 
Gold abbauen – Gold herausholen
 
jemandem etwas versprechen – hier: jemandem sagen, dass er etwas bekommt
 
Abfindung, die – hier: Geld, das jemand bekommt, wenn er auf etwas verzichtet
 
verfallen – bei Gebäuden: in sehr schlechtem Zustand
 
Umweltaktivist, der – jemand, der sich für den Erhalt der Natur einsetzt
 
Biologe/in, der/die – jemand, der Biologie studiert hat und sich mit der Natur beschäftigt
 
lösen – hier: trennen
 
irgendwohin gelangen – irgendwohin kommen
 
ungefiltert – so, dass Gifte nicht entfernt werden
 
Grundwasser, das – das Wasser, das unter der Erde ist
 
Vieh, das – Nutztiere wie z.B. Hühner, Schafe, Kühe usw.
 
Missbildung, die – ein Körperteil oder Organ ist nicht so geformt, wie es sein soll
 
von etwas profitieren – einen finanziellen Nutzen von etwas haben
 
Umweltzerstörung, die – die Schädigung der Natur
 
Polizeischutz, der – Schutz durch die Polizei, weil man in Gefahr ist
 

19.5.08

Es ist die Nachtigall


Von April bis Anfang Juni ist der unverwechselbare Gesang der Nachtigall(r.夜鶯) zu hören. Am besten geht das im Dessau-Wörlitzer Gartenreich in Sachsen-Anhalt. Dort brüten(vt.孵化出) nämlich rund 440 Vogelpaare.

Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich in Sachsen-Anhalt, das seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, lockt mit einer Attraktion: Auf der Fläche von insgesamt 142 Quadratkilometern brüten alljährlich rund 440 Nachtigallen-Paare. Das ist ein Spitzenplatz(r.領先地位.領導地位) in Europa. "Wer den einmaligen Gesang von Nachtigallen genießen will, muss im Frühjahr zu uns kommen", erklärt Guido Puhlmann, Leiter des Biosphärenreservats Mittelelbe, zu dem das Gartenreich zählt.
Die Nachtigallen, die nördlich des Äquators(r.赤道) in Afrika überwintern, werden in der zweiten Aprilhälfte in Deutschland erwartet, wie der Experte weiter berichtet. Vor allem zur Partnerwahl und zur Revier(s.管轄區.森林區.獵區)markung(e.分界線) lässt das Männchen seinen abwechslungsreichen(adj.多樣的), voll klingenden Gesang(r.鳥鳴) ertönen(vt.響起). "Balzen(s.求愛Balz) ist die Triebkraft der Welt", kommentiert Puhlmann. Das Brutgeschäft indes sei Sache der Weibchen(e.雌性動物).
Bundesweit gibt es wissenschaftlichen Schätzungen zufolge 95.000 Paare der scheuen(adj.害羞的.膽怯的.易受驚的) Brutvögel. Ein singendes Männchen pro Quadratkilometer gelte als optimaler(adj.最理想) Bestand. Im Mai des Jahres 2006 wurden im Dessau-Wörlitzer Gartenreich sogar 3,1 Männchen pro Quadratkilometer gezählt. "Das ist auch ein Indikator(r.感應物) dafür, dass es der Natur hier sehr gut geht", erklärt Puhlmann.
Der Gesang sei von April bis Anfang Juni während der Balz zu hören und zwar vorwiegend(adj.主要的) nachts. Und Guido Puhlmann berichtet, dass mittlerweile Verhaltensforscher beim Gesang von Nachtigallen bis zu 260 unterschiedliche Strophen nachweisen können. Der unverwechselbare(adj.不會弄錯的.不會混淆的) flötende(adj.鳴叫的vt.) Gesang wirkte sich auch auf die Musik aus: Der weltberühmte Komponist(s.作曲家) Joseph Haydn zum Beispiel widmete(vt.貢獻) der Nachtigall in dem Stück "Die Schöpfung" eine eigene Strophe. Auch Ludwig van Beethoven, Igor Strawinsky und Johann Strauß ließen sich von ihrem Gesang inspirieren(vt.zu激動.鼓舞).
Dienstag, 27. März 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2420097,00.html
GLOSSAR
unverwechselbar – einzigartig; einmalig
mit etwas locken – mit etwas ködern
Attraktion, die – ein Anziehungspunkt; etwas Besonderes
alljährlich – in jedem Jahr
Paar, das – zwei von einer Art
Spitzenplatz, der – die beste Position; die Nummer eins
etwas genießen – sich an etwas erfreuen
abwechslungsreich – kurzweilig; vielfältig
Balzen, das – das Umwerben(s.追求.求愛)
bundesweit – in der gesamten Bundesrepublik Deutschland
etwas scheuen – etwas vermeiden; etwas umgehen
Indikator, der – ein Anzeichen für etwas
vorwiegend – hauptsächlich
unterschiedlich – verschieden
unverwechselbar – einmalig
jemandem etwas widmen – für jemanden etwas schreiben, komponieren, malen und damit ehren
jemanden zu etwas inspirieren - jemanden zu neuen Ideen anregen

Ungarn-Die Rückkehr des Markstandes


Für viele Ungarn ist es zu teuer geworden, in den großen Kaufhäusern einzukaufen. Darum gehen sie wieder lieber auf regionale Märkte. Dort bieten Händler Lebensmittel und handgemachte Waren zu günstigen Preisen an.

Auf einem großen Platz im nordungarischen Nyíregyháza haben Händler ihre Marktstände aufgebaut. Sie sind aus ganz Ungarn, Polen, Rumänien und aus der Ukraine gekommen, um hier ihre Waren zu verkaufen.
 
Die Waren, die sie anbieten, sind sehr günstig. Fünf Paar Socken kosten drei Euro, Geschirr oder ein Glas selbst gemachte Marmelade gibt es für ein paar Cent. Die Waren kosten so wenig, weil die Händler sie aus gebrauchten oder fehlerhaften Materialien herstellen. Außerdem wird die Arbeitszeit nicht bezahlt.
 
Auch die 72-jährige Agnes Hudaky hat einen Marktstand. Sie verkauft selbst genähte(vt.縫) Anzüge mit bestickten(vt.在...上刺繡) Jacketts für je 40 Euro. Den Stoff bekommt sie kostenlos von einer Kleiderfirma, die ihn nicht mehr verwenden kann. Sie verkauft an jedem Markttag zwei oder drei Stück. Manchmal tauscht sie die Anzüge auch einfach gegen Dinge, die sie auf dem Markt findet.
 
Für Menschen, die wenig Geld verdienen, ist der Markt ein kleines Paradies. Außerdem haben Hersteller und Käufer viel Zeit und tauschen Tipps und Tricks(r.提示.竅門) aus. Auch das macht diese Märkte für viele Menschen immer attraktiver(adj.吸引的).
 
Freitag, 16. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3340753,00.html
Glossar
 
Rückkehr, die – das Zurückkommen; das Wiederkommen
 
Marktstand, der – ein großer Tisch, an dem Menschen etwas verkaufen
 
regional – örtlich
 
Lebensmittel, die – das Essen; die Nahrung
 
Händler/in, der/die – der/die Verkäufer/in
 
handgemacht – selbst gemacht; mit den Händen hergestellt
 
etwas aufbauen – etwas aufstellen; etwas errichten
 
Geschirr, das – Sammelbegriff für Teller, Tassen, Schüsseln u.ä.
 
gebraucht – schon einmal verwendet
 
fehlerhaft – mit kleinen Fehlern
 
etwas wiederverwenden – etwas noch einmal benutzen
 
etwas ist bestickt – etwas ist mit einem Muster verziert, das mit Nadel und Faden genäht wurde
 
Jackett, das – die Jacke eines Anzugs
 
kostenlos – ohne dafür zu bezahlen
 
etwas tauschen – jemandem etwas geben und etwas anderes dafür bekommen
 
Paradies, das – hier: ein besonders angenehmer Ort
 
attraktiv – hier: so, dass Menschen gerne hingehen

Für jeden Kunden einen Roman


Wer träumt nicht davon, einmal eine Figur in einem Roman zu sein? Ein kleiner Laden in Berlin macht es möglich. Hier können sich Menschen ihr persönliches Buch schreiben lassen, in dem sie die Hauptrolle spielen.

Viele Menschen träumen davon, einmal den eigenen Namen in einem Buch zu lesen. Manche wären gerne ein Detektiv(r.偵探) in einem Krimi, andere wären lieber eine Prinzessin(e.公主) in einem Märchen(s.童話) oder ein Cowboy im Wilden Westen. Ein kleiner Laden in Berlin macht's möglich. Hier können Menschen die Hauptfigur in ihrem eigenen Roman werden.
 
Der Besitzer Michael Wäser hat seinen Geschichtenladen 2007 eröffnet. Er bietet dort viele vorgeschriebene Geschichten an, von denen sich der Kunde eine aussuchen(vt.選拔.挑選) kann. Dann wird an allen Stellen in der Erzählung, an denen der Name der Hauptperson steht, der Name des Kunden eingesetzt.
 
Man kann aber auch sein ganz persönliches Buch bestellen. Bevor das Buch geschrieben wird, bestimmt der Kunde in einem Fragebogen(r.調查表.意見表), wie die Erzählung und die Hauptperson sein sollen. "Ich lese mir die Angaben durch, überlege und irgendwann habe ich die Idee für das Buch", sagt Wäser. Dann schreibt er die Geschichte auf und überarbeitet(vt.修改.修訂) sie dann noch einmal. Nach einer Woche ist das Buch meist fertig.
 
So eine persönliche Geschichte kostet 169 Euro. Für 200 Euro mehr kann man sie sogar in einem professionellen(adj.職業的.職業性的) Studio vertonen(vt.給..譜曲) lassen. So entsteht ein ganz persönliches und originelles Hörbuch, das man einem guten Freund oder auch sich selbst schenken kann.

Dienstag, 13. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3332754,00.html
 
Glossar
 
Roman, der – eine lange literarische Geschichte
 
Hauptrolle, die – hier: die wichtigste Person in einem Buch
 
Detektiv, der – ein Mensch, der versucht Verbrechen aufzuklären, indem er andere beobachtet und Informationen über sie sammelt
 
Krimi, der – hier: Abkürzung für Kriminalroman; eine spannende Erzählung, in der es um Verbrechen geht
 
etwas eröffnen – etwas neu aufmachen
 
vorgeschrieben – hier: schon fertig geschrieben
 
sich etwas aussuchen – etwas wählen
 
Fragebogen, der – ein Papier, auf dem Fragen stehen, die man beantworten muss
 
Angabe, die – eine Information; eine Auskunft
 
etwas überarbeiten – noch einmal an etwas arbeiten, um es besser zu machen
 
professionell – sehr gekonnt(adj.熟練的); qualifiziert
 
vertonen – hier: einen Text laut vorlesen und dabei aufnehmen, so dass man daraus z.B. eine CD machen kann
 
originell – witzig und neu
 
Hörbuch, das – ein Buch, das es auf CD oder Kassette gibt
 

17.5.08

Alles nur Weißwurst und Kartoffeln?


Fleisch mit Kartoffeln und Soße, dazu ein kühles Bier – so sieht angeblich eine typisch deutsche Mahlzeit aus. Doch die deutsche Küche hat mehr zu bieten. In Deutschland gibt es viele regionale(adj.範圍的)Spezialitäten.

Wer deftiges(adj.豐盛的.容易飽的) Essen mag, wird sich in Deutschland wohl fühlen. Denn traditionell gehört zu einem typisch deutschen Essen viel Fleisch, eine dunkle Soße und Kartoffeln. Doch es gibt keine einheitliche(adj.一致的.統一的) deutsche Küche. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten.
 
Eine Besonderheit aus dem Rheinland ist der Sauerbraten. Das ist Rind- oder Pferdefleisch, das in Essig(r.醋) eingelegt(vt.醃漬.存入) wurde. Thüringen dagegen ist bekannt für seine Klöße(e.團塊.糰子) und die Thüringer Rostbratwurst. In Niedersachsen isst man Grünkohl mit 'Pinkel', einer speziellen Wurst. Und in Bayern gibt es die Weißwurst. Gegessen wird sie traditionell vor elf Uhr vormittags. Die Bayern schneiden die Wurst nicht in Stücke, sie "zuzeln" sie aus der Pelle(e.皮..馬鈴薯的皮或腸衣) heraus. Dazu trinken sie gern Weißbier.
 
Bier gilt als das Lieblingsgetränk der Deutschen. Kein Wunder, denn es gibt in Deutschland über tausend verschiedene Biersorten. Aber Deutschland ist auch für seinen Wein bekannt. Beliebte deutsche Weinsorten sind Weißweine wie Riesling, Silvaner und Müller-Thurgau und Rotweine wie Dornfelder oder Spätburgunder. Diese Weine haben auch im Ausland einen Namen.
 
In Deutschland gibt es aber keineswegs nur deutsches Essen, denn hier leben über sieben Millionen Einwanderer. So gehören Pizza, Spaghetti, Döner, Gyros oder Sushi mittlerweile schon zum Speiseplan vieler Deutscher.
 
Dienstag, 6. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3315147,00.html
Glossar
 
Weißwurst, die – eine Wurst, die viel in Bayern gegessen wird
 
kühl – recht kalt
 
Mahlzeit, die – das Essen
 
deutsche Küche, die – die Art und Weise, wie in Deutschland gekocht wird
 
regional – hier: so, dass es etwas nur in einer bestimmten Region gibt
 
Spezialität, die – hier: ein Essen, das für ein Land oder eine Region typisch ist
 
deftiges Essen – einfaches Essen, dass meist sehr fettig ist und satt macht
 
sich wohl fühlen – ein gutes Gefühl haben
 
einheitlich – so, dass es keine Unterschiede gibt
 
etwas einlegen – etwas so lange in einer Flüssigkeit liegen lassen bis es deren Geschmack annimmt
 
Kloß, der – Kugeln, die aus einem Teig aus Brot, Kartoffeln oder anderen Zutaten geformt und dann gekocht werden
 
Grünkohl, der – eine Gemüsesorte
 
zuzeln – die Art, wie man in Bayern die Weißwurst mit dem Mund aus der Pelle saugt
 
Pelle, die – hier: die Hülle, die die Wurst zusammenhält
 
Weißbier, das – eine Biersorte
 
Döner – eine türkische Spezialität: ein mit Fleisch und Salat gefülltes Brot
 
Gyros – ein Essen aus Griechenland: Fleischsstücke, meist mit Pommes frites, Salat
 und einer Knoblauch-Soße serviert
 
Sushi – Spezialität aus Japan: kleine Rollen aus rohem Fisch oder Gemüse mit Reis

15.5.08

Erinnern und wiedergutmachen – Aktion Sühnezeichen


Die Aktion Sühnezeichen bietet Jugendlichen die Möglichkeit sich, im Ausland zu engagieren. Junge Menschen können in Ländern, die unter der der NS-Herrschaft gelitten haben, arbeiten und so um Vergebung bitten(e.um.bitten請求某人寬恕).

Um Vergebung bitten und Versöhnung(e.調解.和解) praktizieren(vt.實踐.實行) – das ist das Ziel der Aktion Sühnezeichen. Seit 1958 bietet das christliche Hilfswerk jungen Menschen die Möglichkeit, sich in Ländern, die unter der NS-Herrschaft gelitten haben, zu engagieren.
 
Ein Jahr lang können die Jugendlichen freiwillig helfen. Sie betreuen Holocaust(r.猶太大屠殺)-Opfer und ehemalige Zwangsarbeiter. Sie begleiten(vt.陪伴.護送) Schulklassen bei Besuchen von Gedenkstätten(e.紀念館) und sorgen sich um den Erhalt der Gedenkstätten und jüdischen Friedhöfen. Außerdem unterstützen sie Flüchtlinge, psychisch(adj.心裡上的.精神上的) Kranke und Menschen mit Behinderungen.
 
15.000 Jugendliche haben sich seit der Gründung der Organisation engagiert. Es kommen immer wieder neue hinzu. Doch die Motivation der Helfer hat sich mit der Zeit verändert, meint Andrea Koch von Aktion Sühnezeichen. "Beim letzten Lesen der Bewerbungen hat es mich etwas traurig gemacht, dass das Lernen von Sprachen immer wichtiger wird", sagt Koch. Ein Jahr als freiwilliger Helfer muss heute für viele junge Menschen in die Karriereplanung passen. Und auch die Idee des Sühnens(e.贖罪.賠償) ist nicht mehr jedermanns Sache.
 
Freitag, 9. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3326790,00.html 
Glossar
 
etwas wiedergutmachen – schlimme Taten wieder ausgleichen
 
sich engagieren – sich für etwas einsetzen
 
NS-Herrschaft, die – die Zeit, in der die Nationalsozialisten in Deutschland an der Macht waren, 1933 – 1945
 
Vergebung, die – das Verzeihen einer schlimmen Tat
 
Versöhnung, die – das Vertragen nach einem Streit oder Konflikt
 
praktizieren – tun; machen
 
Hilfswerk, das – eine Organisation, die Menschen in Not hilft
 
freiwillig – ohne Zwang; aus eigenem Willen
 
Holocaust, der – die Ermordung der Juden durch die Nationalsozialisten
 
Zwangsarbeiter/in, der/die – ein Mensch, der eingesperrt wird und gegen seinen Willen arbeiten muss
 
Gedenkstätte, die – ein Ort, der an ein schlimmes Ereignis oder eine wichtige Person erinnern soll
 
Flüchtling, der – jemand, der seine Heimat verlassen muss
 
psychisch – geistig
 
Behinderung, die – hier: eine körperliche oder geistige Einschränkung
 
Motivation, die – der Grund für jemanden, etwas zu tun
 
Karriereplanung, die – die Vorstellung, die man von seiner Entwicklung im Beruf hat
 
Sühnen, das – die Buße(e.罰金); das, was man tut, um ein Unrecht wiedergutzumachen
 
etwas ist nicht jedermanns Sache – etwas wird nicht von jedem gemocht
 

13.5.08

Der Mönch am Meer, eine Ikone der deutschen Romantik

Berlins große Kunstschätze(pl.博物館的珍藏物) ziehen Jahr für Jahr viele Menschen in die deutsche Hauptstadt. Auch Caspar David Friedrichs Bild der Mönch am Meer hat viele Bewunderer, einer von ihnen ist Bin Chuen Choi.

Das erste Mal hat der Hongkonger Künstler Bin Chuen Choi sein Lieblingsbild in der Alten Nationalgalerie in Berlin gesehen. "Als ich das Bild das erste Mal gesehen habe, dachte ich, das Thema ist zwar sehr bekannt. Aber so kompromisslos ein Bild zu malen, ist doch etwas ganz Besonderes." Seither sieht sich der chinesische Künstler das Gemälde immer wieder an: den schier(adv.幾乎.差不多) endlosen Himmel und das schwarze, trostlose(e.絕望的.不愉快的) Meer; auf der kahlen(adj.禿的) Landspitze(e.海岬) steht, winzig(adj.微小的) und verloren, ein Mönch(r.憎侶).
 
Das Individuum(s.個人.個體) mit seinen Gefühlen und in seiner Einsamkeit so in den Mittelpunkt zu stellen, war außergewöhnlich(adj.特殊的.不尋常的) in der Epoche(e.時代.時期) der Romantik. "Damals hat man eher die Natur nachgeahmt(vt.模仿.仿造)", erklärt Bin Chuen Choi, "während Caspar David Friedrich versucht hat, ungreifbare(adj.不了解的) Empfindungen sichtbar zu machen." Vielleicht spricht das Bild des einflussreichen Romantikers deshalb seit fast 200 Jahren so viele Menschen an. “Der Mönch am Meer“ wurde zu einer Identifikation(e.驗明)sfigur(e.身材.圖畫.人物) für Sinnsuchende, Melancholiker und Einsame, sein Bild eine universell(adj.普遍的.萬能的.廣博的) verständliche Ikone(e.聖像) der deutschen Romantik.
 
Friedrich hat zwei Jahre lang an "Der Mönch am Meer" gemalt, während er selbst von Depressionen(e.沮喪.消沈.不景氣) geplagt war. Bin Chuen Choi erkennt in dem Werk einen Künstler im Schwebezustand(r.漂浮狀況) zwischen Verzweiflung und Hoffnung: "Als ich mir das Bild länger angeschaut habe, erkannte ich genau über dem Mönch eine Öffnung in den Wolken, durch die Licht einfällt. Ich nehme an, dass Caspar David Friedrich keine Zufälle(r.偶然事件) zulässt. Er hat schließlich sehr lang an diesem Bild gearbeitet. Somit spiegelt sich in diesem Bild auch ein bisschen Hoffnung wieder."
 
Dienstag, 6. Februar 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2338982,00.html
 
GLOSSAR
 
schier - nahezu
 
kahl - leer, unbewachsen
 
trostlos – trist
 
winzig – sehr klein
 
verloren – hier: einsam
 
außergewöhnlich – nicht normal
 
Epoche, die – ein längerer Zeitraum, der sich durch eine oder mehrer Gemeinsamkeiten auszeichnet
 
nachahmen – nachmachen, kopieren
 
ungreifbar – nicht zu verstehen
 
Identifikationsfigur, die – eine Figur mit der sich viele andere gefühlsmäßig gleichsetzen
 
Sinnsuchende, der/die – jemand, der nach der tieferen Bedeutung der Dinge sucht
 
Melancholiker/in, der/der – jemand der leidet; ein zu Schwermut und Traurigkeit neigender Mensch
 
universell – allumfassend
 
Ikone, die – das Kultbild
 
Depression, die – die Niedergeschlagenheit; die traurige Stimmung
 
Schwebezustand, der – hier: ein Zwischending
 
 
Fragen zum Text
 
In welcher Epoche wurde das Bild der Mönch am Meer gemalt?
1.      in der Romantik
2.      in der Renaissance
3.      in der Aufklärung
 
Was ist eine Ikone?
1.      ein Kultbild
2.      ein Gemälde
3.      eine Statur
 
Was spiegelt sich im Bild von Caspar David Friedrich wieder?
1.      Frohsinn und Ausgelassenheit
2.      Hoffnung und Verzweiflung
3.      Mut und Zuversicht
 

 
Arbeitsauftrag
Beschreiben Sie Ihr Lieblingsbild in einem kurzen Aufsatz. Erklären Sie außerdem, warum Sie dieses Bild besonders mögen und was es für die persönlich bedeutet.

1001 Nacht in den Riads von Marrakesch

Marrakesch ist eine der alten Königsstädte Marokkos – und ein Touristenmagnet. Tradition ist hier noch immer gelebter Alltag. Ganz besonders bei den altehrwürdigen Stadthäusern mit ihren prächtigen(adj.豪華的.奢侈的.壯觀的) Innenhöfen, den Riads.

Ar-Riad ist Arabisch und bedeutet soviel wie "Garten". Doch das deutsche Wort "Garten" vermag(vt.能夠.,能夠做到 ) kaum die Schönheit zu fassen, die sich hinter den häufig schmucklosen(adj.無裝飾的) Fassaden(e.房子的外觀.正面) der Häuser in Marrakesch verbirgt. Die kunstvolle(adj.富於藝術的) Architektur(e.建築風格) der Mosaikfliesen, das Sprudeln(s.噴湧.噴泉.湧出) erfrischender (adj.令人涼爽的.令人興奮的)Brunnen(r.井.噴泉.) und die bunte Vielfalt (e.多樣.許多種)der Blumen sind ein überwältigender(adj. 雄偉的.扣人心弦的) Anblick für die Besucher. Eine Oase der Frische und Ruhe in der staubigen(adj.有灰塵的.粉末狀的) Hitze einer lebhaften(adj.活潑的) Altstadt.
Doch die Pracht(e.豪華) der Riads, die schon vor Jahrhunderten in Marrakesch entstanden sind, war lange Zeit vom Verfall (e.失敗.損壞)bedroht. "Die meisten Riads gehörten Großfamilien aus Marrakesch, die ihren Besitz im Laufe der Jahrhunderte unter vielen Erben hatten teilen müssen. Zahlreiche Familienmitglieder waren finanziell nicht in der Lage, die prunkvollen(adj.奢華的) Räume zu pflegen", sagt Bürgermeister Omar Jazouli. Die Relikte(e.遺物.) einer großartigen(adj.偉大的.出色的) Vergangenheit drohten unwiderruflich(adj.不可取消的.不可更改的) zerstört zu werden.
Das hat sich geändert. Denn nach einem Aufruf an wohlhabende Kunstliebhaber aus aller Welt erwarben vor allem Ausländer die feudalen(adj.封建的.顯貴的) Häuser in der Altstadt von Marrakesch und ließen sie renovieren(vt.修復.修繕.整修). Viele wurden zu Gästehäusern für Touristen umfunktioniert(vt.改變功能.作為他用), die Marrakesch und die Riads als Reiseziel entdeckt haben. Sie suchen hier die Rückbesinnung(e.回憶) auf eine andere Zeit, fliehen vor der hektischen(adj.匆忙的) Welt der westlichen Zivilisation(e.文明.開化) und verwöhnen(vt.縱容.嬌生慣養) ihre Sinne durch die orientalische(adj.東方的) Pracht.
Das Interesse der Touristen hat viele Riads vor dem Verfall gerettet. Doch der Ansturm(r.突擊) auf das architektonische Erbe(s.遺產.繼承) der Stadt hat nicht nur positive Reaktionen ausgelöst. Einwohner und Denkmalschützer kritisieren, dass so manche Restauration(e.回復.修復) alter Häuser nicht gelungen ist. Touristen und ausländische Hausbesitzer haben auch die Lebenskosten für Einheimische(r.本地人) in die Höhe getrieben.
23. März 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2416750,00.html
GLOSSAR
Schönheit, die –gutes Aussehen; die Eigenschaft, dass etwas schön ist
schmucklos – schlicht; einfach
Fassade, die – die Vorderseite (eines Hauses oder Gebäudes)
kunstvoll – künstlerisch gestaltet; hier: verziert; schön
überwältigend – hier: beeindruckend
wohlhabend – reich
Pracht, die – die Schönheit; die Herrlichkeit
Verfall, die – die Zerstörung; die Beschädigung(e.損壞)
finanziell – in Bezug auf das Geld; wirtschaftlich
unwiderruflich – endgültig
feudal – hier: vornehm
etwas renovieren – etwas restaurieren; etwas wiederherstellen
etwas umfunktionieren – eine Sache in einer anderen Funktion einsetzen; auch: etwas zweckentfremden
Zivilisation, die – die Gesellschaft
positiv – gut 



3.5.08

Pripjat – das vergessene Dorf bei Tschernobyl


1986 explodierte ein Reaktorblock im Atomkraftwerk Tschernobyl. Nur vier Kilometer entfernt davon liegt das Dorf Pripjat. Früher lebten dort 50.000 Menschen. Heute ist das Dorf verlassen.

Auf den Straßen von Pripjat wächst Unkraut(s.雜草). Die Plattenbauten(s.組合屋) zerbröckeln(vt.捏碎.逐漸崩裂) langsam. Früher lebten 50.000 Kraftwerksmitarbeiter mit ihren Familien in Pripjat. Heute ist das Dorf eine Geisterstadt. 1986 explodierte der vierte Reaktorblock im Atomkraftwerk Tschernobyl und alle Menschen mussten das Dorf räumen(vt.移除.清除.撤離).
 
Auch Viktor Haidak und seine Familie wohnten damals in Pripjat. Der ehemalige Kraftwerksingenieur wird bald 68 Jahre alt. Er leidet unter den Folgen der Katastrophe. "Ich hatte Krebs und zwei Herzinfarkte(r.心肌梗塞). Mir geht es schlecht und ich zähle jeden Tag, den ich lebe", sagt er.
 
Im letzten Jahr besuchten er und seine Familie die alte Heimat. Viktors Frau Lijdja erinnert sich an die Reise: "Es ist ein furchtbarer(adj.可怕的) und merkwürdiger Ort. Dort ist nichts Lebendes geblieben." Die Haidaks haben sich ihr altes Haus angeschaut und das Krankenhaus, in dem ihr Sohn Nicolaj auf die Welt kam, fotografiert.
 
Nikolaj war noch ein Säugling(s.嬰兒), als der Reaktor(r.反應爐) explodierte(vt.爆炸.). Schon als Baby hatte er Krebs. Jetzt studiert der 22-Jährige Informatik. "Ich will Computer-Programmierer werden. Ich bin krank, aber versuche nicht immer daran zu denken – um zu leben."
 
Freitag, 2. Mai 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3307509,00.html 
Glossar
 
Tschernobyl – der ukrainische Ort, in dem 1986 das Atomkraftwerk explodierte
 
Reaktorblock, der – der Teil eines Atomkraftwerks, in dem Energie mit Atomen gemacht wird
 
Atomkraftwerk, das – ein Kraftwerk zur Gewinnung von Strom durch Atome
 
Unkraut, das – wild wachsende Pflanzen
 
Plattenbau, der – ein Mehrfamilienhaus, das aus fertigen Betonteilen zusammengebaut wurde
 
zerbröckeln – zerfallen
 
Kraftwerksmitarbeiter/in, der/die – hier: jemand, der in dem Atomkraftwerk arbeitet
 
Geisterstadt, die – eine Stadt, in der keine Menschen mehr leben
 
jemand muss etwas räumen – jemand muss etwas schnell verlassen
 
Katastrophe, die – ein sehr schlimmes Ereignis
 
Krebs, der – eine gefährliche Krankheit, bei der bestimmte Zellen im Körper unnatürlich stark wachsen
 
Herzinfarkt, der – eine Erkrankung des Herzens
 
furchtbar – sehr schlimm
 
Säugling, der – ein Baby
 
Informatik, die – die Computerwissenschaft
 
Computer-Programmierer – jemand, der Programme für den Computer entwickelt
 

Wie Kambodscha gegen pädophile Sextouristen vorgeht


Jahrelang galt Kambodscha unter Pädophilen als rechtsfreier Raum, in dem jede Art von Sex käuflich ist. Dem Geschäft mit den Kindern haben die Hilfswerke UNICEF und Terres des Hommes den Kampf angesagt(vt.j-m den Kampf 像..挑戰,宣告).

Es ist ein trauriger Weltrekord: Nirgendwo sonst sind so viele Minderjährige Opfer sexueller Handlungen wie in den Mekong-Anrainerstaaten. Zu dieser Region gehören neben Thailand, Vietnam und Laos auch Kambodscha. UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, gab im Jahr 2006 bekannt, dass ungefähr zwei Millionen Kinder weltweit zur Prostitution(e.賣淫.出賣靈魂.糟蹋.) gezwungen werden. Eine Million davon lebt in Asien.
Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher des Kinderhilfswerks "Terre des Hommes" erkennt in der Zunahme der Missbrauchsfälle in Kambodscha ein Muster(r.樣本): "Wenn die Menschen vom Land in die Städte ziehen, wissen viele nicht, wovon sie leben sollen." Oft setzt dann ein Prozess ein, den UNICEF so beschreibt: Eltern geben ihre Kinder in die Obhut(e.照顧) von Vermittlern und glauben, dass sie bloß putzen müssen. Dabei werden viele von ihnen zur Arbeit in Bordellen(s.妓院) gezwungen, vergewaltigt(vt.強姦.侵犯.侵害) und geschlagen. Oft werden die Kinder mit Drogen wehrlos(adj.無依靠的.無援的) gemacht.
In den letzten Jahren hat Kambodscha allerdings wichtige Schritte gegen Kindesmissbrauch eingeleitet. Die beiden Kinderhilfswerke unterstützen die Regierung dabei. Mit Hilfe von UNICEF wurde im Innenministerium eine Abteilung gegen Kinder- und Menschenhandel eingerichtet. "Terre des Hommes" versucht mit ländlichen Präventionsprogrammen(s.預防方案) die Kinder und Eltern aufzuklären, damit es nicht mehr zu solchen Verbrechen kommt. Außerdem betreut die Hilfsorganisation in Kambodscha die Opfer, die sich aus der Zwangsprostitution befreien konnten. 

Dienstag, 21. März 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2397365,00.html
Glossar
Pädophile, der – ein Erwachsener, der sexuelles Interesse an Kindern hat
Minderjährige/r, die, der – Person unter 18 Jahren
Prostitution, die – die Vornahme sexueller Handlungen gegen Bezahlung
Zunahme, die – der Anstieg
jemanden zu etwas zwingen – jemanden zu etwas nötigen; jemanden unter Androhung von Gewalt dazu bringen etwas zu tun
Muster, das – eine bestimmte, sich wiederholende Anordnung
Obhut, die – die Fürsorge(e.照顧); die Betreuung
bloß – nur
Bordell, das – ein Gebäude in dem sexuelle Dienstleistungen angeboten werden
jemanden vergewaltigen – jemanden gegen seinen/ihren Willen zu Sex oder sexuellen Handlungen zwingen
wehrlos – hilflos; schwach
Präventionsprogramm, das – eine vorbeugende Maßnahme

1.5.08

Hochschule will die Besten


Die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz bietet ein praxisorientiertes Studium nur für die Besten an. Die private Universität hat einen Schönheitsfehler - sie kostet.

5.000 Euro Studiengebühren pro Semester müssen Studenten zahlen, die an der WHU studieren. Doch dafür wird ihnen auch einiges geboten: mehrere Auslandsaufenthalte, ein praxisnahes Studium und natürlich eine campusweite Wireless-LAN-Verbindung. Doch nur die Besten der Besten werden an der Elitehochschule angenommen.
Hendrik Thörner zählt zu den so genannten Besten, auch wenn er das von sich nicht behaupten(vt.堅持.主張) würde. Im Frühjahr 2001 hat er sich mit 400 anderen an der WHU beworben, den Aufnahmetest bestanden. Er spricht Englisch, Spanisch und "Taxi-Chinesisch", wie er sagt. Und er bringt das soziale Engagement mit, das Rektor Michael Frenkel erwartet. BWL-Student Thörner ist Rettungssanitäter(r.搜救醫護人員). Mit vier Kommilitonen hat er ein Ersthilfe-System für Vallendar gegründet.
Student Christopher Cederskog hat im August 2006 seine Diplomarbeit abgegeben - nach acht Semestern, zwei davon hat er im Ausland absolviert. In den Semesterferien hat er außerdem drei Praktika gemacht. "Was wirklich der Vorteil ist, dass man aus dem Studium herausgeht und wirklich weiß, wie der Job nachher aussehen wird." Das sei ein großer Unterschied zu Leuten, die an der staatlichen Universität studiert und nicht so viele Praktika gemacht haben, glaubt Cederskog. Nach einer halbjährigen Verschnaufpause(e.喘息休息期) wird er bei der Deutschen Bank seinen ersten Job antreten.
Die WHU zieht eine positive Zwischenbilanz(e.期中結算): Die große Mehrheit der Absolventen - knapp 80 Prozent - gehören zu den zehn Prozent der besten Betriebswirtschafts-Studenten in Deutschland. Der Rektor Michael Frenkel möchte die WHU gerne vergrößern. Momentan bildet er an seiner Hochschule 85 Betriebswirte pro Jahr aus. Bald sollen es doppelt so viele sein. Dafür braucht Frenkel noch mehr Abiturienten, die sich bewerben - und exzellente Professoren, die bei ihm arbeiten wollen. 

Freitag, 16. März 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2386791,00.html
GLOSSAR
Studiengebühren, die – Bezahlung für das Studium
praxisnah – an der praktischen Arbeit orientiert
campusweit - auf dem gesamten Unigelände
Elitehochschule, die - eine Universität, an der nur die besten Studenten studieren dürfen
etwas von sich behaupten - etwas über sich selber sagen
Engagement, das – die persönliche Verpflichtung; die Bemühung
etwas von jemandem erwarten – etwas annehmen; etwas voraussetzen
Rettungssanitäter, der – eine zum Rettungsdienst ausgebildete Person
Kommiliton(e)/in, der, die – ein/e Student/in, der/die an derselben Uni studiert
etwas absolvieren – etwas durchführen; etwas abschließen
Verschnaufpause, die – eine kurze Erholungsphase
Zwischenbilanz, die – die Schlussfolgerung; das Fazit(s.總結)
exzellent – sehr gut; ausgezeichnet

Fragen zum Text
Wie hoch sind die Studiengebühren an der WHU pro Semester? 
1.  5.000 Euro
2.  500 Euro
3.  50.000 Euro.
Jemand, der eine Verschnaufpause einlegt...´
1.  hat Schnupfen.
2.  erholt sich kurz
3.  arbeitet hart und viel.
Ein exzellenter Student ist ein...
1.  sehr guter Student.
2.  fauler Student.
3.  gelangweilter Student.
Arbeitsauftrag
Halten Sie Studiengebühren für sinnvoll? Oder finden Sie, dass das Studium kostenlos sein sollte? Begründen Sie Ihre Meinung.

 

Kampf gegen Aids rückt wieder in den Fokus


HIV und die dadurch ausgelöste Krankheit Aids haben sich in den letzten 25 Jahren weltweit weiter ausgebreitet (vt.sich蔓延.散播)und Millionen von Menschen immenses(adj.非常多) Leid zugefügt.

Seit Beginn der Epidemie(r.瘟疫.傳染病.流行病) sind etwa 30 Millionen Menschen an der Krankheit gestorben, Millionen von Kindern wurden zu Waisen(e.孤兒) oder Halbwaisen. Am stärksten steigt die Infektionsrate bei Frauen.
Angesichts dieser Zahlen hält Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul Hilfe für dringend(adj.緊急的.迫切的) nötig: "Es gibt im südlichen Afrika so viele Aids-Waisen, wie in Deutschland Kinder leben - das heißt rund 15 Millionen." Dies mache das Ausmaß(s.大小.規模) der Pandemie(e.瘟疫) in vielen Entwicklungsländern deutlich, so Wieczorek-Zeul. Es gehe dabei vor allem(特別的是) um den Schutz von Frauen und Mädchen, die am stärksten von der Krankheit betroffen seien.
Die Bekämpfung(e.鬥爭.) der Krankheit werde noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen, so die Ministerin, man müsse sich auf ein langes Engagement einstellen. Es gebe aber auch Hoffnung machende Nachrichten. So seien die Kosten für Aids-Medikamente seit dem Jahr 2000 um rund 90 Prozent gesunken: "Trotzdem ist es immer noch notwendig, weiter kostengünstig Medikamente zur Behandlung von Aids-Kranken in Entwicklungsländern zur Verfügung zu stellen", sagte Wieczorek-Zeul.
HIV ist allerdings nicht nur ein Problem der Länder der Dritten Welt. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte, auch in Deutschland steckten(vt.sich傳染) sich immer mehr Menschen an. "Das Erschreckende ist dabei, dass trotz der guten Strategien(e.戰略), die wir haben, die Zahl der Neuinfektionen steigt", sagte Schmidt. Viele glaubten, dass die Krankheit mit medikamentösen Therapien nicht nur einzudämmen(vt.限制.阻止.築堤), sondern sogar heilbar sei. Die Ministerin betonte, Aids sei nach wie vor eine tödliche Krankheit.

Dienstag, 13. März 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2381701,00.html
GLOSSAR
weltweit – auf der gesamten Welt
immens – sehr groß
Epidemie, die – eine ansteckende Krankheit, die viele Menschen zur gleichen Zeit in einem bestimmten Gebiet haben
Waise, der/die – ein Kind, dessen Eltern beide gestorben sind
Infektionsrate, die – die Anzahl derjenigen, die sich mit einer Krankheit anstecken
angesichts – im Hinblick auf
dringend – eilig; unbedingt
Ausmaß, das – hier: die Folge; Umgang und Größe der Krankheit
Pandemie, die – die länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit
Engagement, das – die Bemühung
Entwicklungsland, das – ein Land, das nur sehr wenig entwickelt ist; meist ein armes Land
Dritte Welt, die – Bezeichnung für die Entwicklungsländer
etwas eindämmen – etwas abschwächen
heilbar – behandlungsfähig; besserungsfähig
tödlich – zum Tod führend


Fragen zum Text
Wer oder was ist ein Waisenkind?
1.  ein sehr schlaues Kind
2.  ein Kind, dessen Eltern beide gestorben sind
3.  ein krankes Kind
Wenn die Infektionsrate bei Frauen steigt, dann…
1.  ist die Anzahl der Frauen, die sich mit Aids anstecken hoch.
2.  ist die Anzahl der Frauen, die sich mit Aids anstecken niedrig.
3.  gibt es keine neuen Ansteckungen.
Aids ist eine …. Krankheit.
1.  tödliche
2.  ungefährliche 
3.  heilbare
Arbeitsauftrag
Immer mehr und mehr Menschen stecken sich mit dem HI-Virus an. Wie kann man dagegen vorgehen? Schreiben Sie eine Strategie auf. Diskutieren Sie anschließend über Ihre Ideen.