30.6.08

Wem gehört die Arktis?


Die Folgen des Klimawandels machen sich auch in der Arktis bemerkbar. Neuerdings melden immer mehr Staaten Interesse an der Region an. Denn es geht um Bodenschätze, Verkehrswege und viel Geld.

Die lange vernachlässigte(vt.荒廢.疏忽.忽略) Region rückt in das internationale Interesse, nicht nur, weil sich dort die Folgen des Klimawandels sehr deutlich zeigen. Es geht um Bodenschätze, und es geht um die Erderwärmung, die den Abbau(r.開採) erst ermöglicht. Berechnungen der Klimaforscher kommen zum Schluss, dass die Arktis bereits(adv.已經) im Jahr 2040 im Sommer eisfrei sein könnte. Nicht nur die Schifffahrt würde dann einen Aufschwung erleben, auch ein Abbau der hier vermuteten Bodenschätze könnte mit vertretbarem(adj.可以代表的.可以替代的) Aufwand(r.支出.消耗.浪費) möglich sein.
 
Doch die Zahl der Intressenten ist groß. Erst vor wenigen Wochen hatten russische Forscher mit einer spektakulären(adj.引人注目的.) Aktion in über 4000 Metern Tiefe unter dem Nordpol eine russische Flagge aufgestellt, um die Gebietsansprüche symbolisch zu untermauern(vt.在...下加基礎.支持...有利的論證). Auch Dänemark will mit einer Arktis-Mission die eigenen Ansprüche auf unterseeische Gebirgsketten(e.連綿不斷的山峰) nachweisen. Kanadas Premierminister Stephen Harper hat angekündigt, den ersten Tiefwasserhafen und eine neue Militärbasis(e.軍事基地) in der Arktis errichten zu wollen.
 
Einer US-Studie zufolge befindet sich in der Region ein Viertel der weltweit vermuteten Vorkommen an Erdöl und Erdgas. Seit die Eiskappe(e.冰帽.冰冠) des Nordpols schmilzt, wächst das internationale Interesse an der Arktis und die Hoffnung, diese Rohstoffvorkommen bald leichter erschließen(vt.開發.開闢.吐露.推論) zu können. Die teure Arktisforschung ist erst im Zuge des Klimawandels attraktiv geworden und seit dem Schmelzen der Polarkappen beobachtet der Geophysiker Wilfried Jodak ein zunehmendes Interesse an der Region. Auch die Erweiterung der dortigen Hoheitszone(e.主權區) habe bislang keine Rolle gespielt, sagt er: "Das haben die Russen ins Rollen gebracht."
 
Kanada, Grönland und Russland sehen sich alle drei als die Nation, zu deren Hoheitsbereich das arktische Meer gehört. "Die Arktis gehört keinem Staat allein", sagt der Moskauer Seerechtsexperte Anatoli Kolodkin, der im UN-Tribunal für Seerechtsfragen mitarbeitet. Das Eismeer sei ein "besonderes Gebiet" und ein "gemeinsames Erbe der Menschheit". Trotzdem gehe es natürlich maßgeblich(adj.標準的.決定性的.權威的) um das Recht darauf, die dort vermuteten Rohstoffe wie Öl und Gas zu erkunden und zu fördern.

Freitag, 17. August 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2742150,00.html 
Glossar
 
Bodenschätze, die – Substanzen aus dem Erdboden; z.B. Erdöl oder Kohle
 
vernachlässigt – unbeachtet
 
Abbau, der – hier: die Gewinnung von Bodenschätzen
 
Aufschwung, der – die Besserung einer Situation
 
vertretbar – hier: günstig; realistisch
 
Aufwand, der – die Arbeit, mit der ein Plan realisiert wird
 
spektakulär – ereignisreich; spannend
 
Gebietsanspruch, der – das Recht auf eine Region
 
untermauern – beweisen; bekräftigen
 
Eiskappe, die – der Gipfel eines Eisbergs
 
schmelzen – das Erwärmen von Eis; auftauen
 
etwas erschließen – daran arbeiten, dass etwas genutzt werden kann
 
Hoheitszone, die – ein Gebiet, das von einem Land regiert wird
 
etwas ins Rollen bringen – etwas anfangen; etwas bewegen
 
maßgeblich – vorwiegend; besonders

Nach Nachbarn an der Oder


Europa wächst zusammen - das sieht man auch an der deutsch-polnischen Grenze. Immer mehr Polen in der Grenzregion zieht es aus verschiedenen Gründen auf die deutsche Seite. Polen und Deutsche profitieren(vt.獲利) gleichermaßen.

Zwischen dem polnischen Stettin und dem deutschen Pasewalk liegen nur 20 Kilometer - aber auch eine Staatsgrenze. Doch die hat für viele in der Region nur noch einen symbolischen Charakter. "Wir feiern zusammen, putzen zusammen und leben mittlerweile wie richtige Nachbarn", beschreibt eine Polin ihren deutsch-polnischen Alltag in Pasewalk, wohin sie vor einem Jahr umgesiedelt(vt.移居.遷居) ist.
 
Seit der EU-Osterweiterung haben sich im deutschen Grenzgebiet mehrere hundert Polen angesiedelt. Jeder vierte von ihnen ist selbstständig - einige als Ich-AG im Krankenpflegebereich, andere haben kleine Handelsunternehmen gegründet. Auch Industriebetriebe entdecken die Vorteile einer Ansiedlung in Deutschland. Jaroslaw Wieczorek ist ein Zulieferer der deutschen Autobranche. In Posen beschäftigt er 60 Leute. Doch vor ein paar Wochen gründete er ein zweites Unternehmen in Pasewalk und stellte auf Anhieb(r.立即.馬上) sieben Leute ein. In einigen Bereichen fehlen jedoch die Arbeiter. Denn nach der Wende(e.轉折點.轉類點) haben vor allem viele junge Menschen mit Ausbildung die Region verlassen und sind in die alten Bundesländer gegangen. Diesen Mangel an Arbeitern hofft man mit der Zusammenarbeit mit Polen zu beheben(vt.消除.排除).
 
Vor allem Stettiner zieht es ins deutsche Umland, denn die Grundstückspreise(r.地價) sind hier niedriger als in Polen. Alicja Spicak-Brezinska berät polnische Umsiedler bei der Suche nach einem passenden Zuhause. In Pasewalk, sagt sie, ständen viele Häuser leer, die die Einheimischen(r.本地人) nach der Wende verlassen hätten. "Diese Häuser sind sehr günstig zu haben, deshalb interessieren sich viele Polen aus Stettin dafür. Vor allem junge Leute mit Familien, die in Stettin arbeiten, sich dort aber kein eigenes Haus leisten können."
 
Und was halten die deutschen Nachbarn davon? In der Innenstadt von Pasewalk weckt das Thema weder Begeisterung noch andere Emotionen. "Sollen die doch machen, was sie wollen, solange sie mich in Ruhe lassen" sagen einige, andere sprechen von einem "guten Miteinander". "Man fährt auch selber nach Polen zum Einkaufen", fügt ein Passant hinzu.
Dienstag, 14. August 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2738466,00.html 
 
GLOSSAR
 
von etwas profitieren – einen Vorteil von etwas haben
 
gleichermaßen – zu gleichen Teilen
 
umsiedeln – in eine andere Region ziehen
 
EU-Osterweiterung, die – die Ausweitung des Europäischen Union auf östliche Länder
 
Handelsunternehmen, das – eine kleine Firma oder ein Geschäft
 
Zulieferer, der – jemand, der eine Ware produziert und diese an andere Firmen liefert
 
auf Anhieb – sofort 
 
Wende, die – hier: die friedliche Revolution in der DDR, die von 1989 bis 1990 stattfand und dadurch die DDR wieder mit der BRD vereinigt wurde
 
alten Bundesländer, die – die einzelnen Gebiete der ehemaligen BRD; z.B. Hessen, Bayern; die einzelnen Gebiete der ehemaligen DDR heißen neue Bundesländer
 
etwas beheben – ein Problem lösen
 
Umland, das – eine Region, die zu einer Stadt gehört
 
Grundstückspreis, der – den Preis, den man für ein Stück Land bezahlt
 
niedrig – hier: etwas ist billig
 
Einheimische, der – jemand, der an einem Ort geboren wurde und dort auch lebt
 
etwas von jemandem halten – eine Meinung über jemandem haben
 
Passant, der – der Fußgänger

29.6.08

Le Parkour- Die Welt als Spielplatz


Le Parkour kommt aus Frankreich, hat aber auch in Deutschland eine große Fangemeinde. Bei der neuen Sportart springen Leute von Dächern, rennen Wände hinauf und machen Saltos über Geländer(s.欄杆).

Flink(adj.敏捷的) wie eine Katze springt Alex aus Leipzig über die Mauer - die Beine angezogen wie beim Hocksprung. Alex ist ein "Traceur". So nennen sich Sportler, die Parkour(e.極限運動名) machen. Frei übersetzt bedeutet das: jemand, der den Weg absteckt(vt.標示.標明). Und genau das tut Alex: Er sucht sich Wege, die abseits(在..旁) der gewöhnlichen Pfade(r.小徑) liegen. Hindernisse gilt es dabei so schnell und effizient(adj.有能力的.效率高的.生效的) wie möglich zu überwinden(vt.克服.戰勝). Auf die Höhe kommt es dabei aber nicht an.
 
Zusammen mit Freunden trainiert der Leipziger vier- bis fünfmal die Woche. Manchmal sind da schon größere Sprünge dabei, aber die wollen gründlich vorbereitet sein. "Bevor wir wirklich irgendwo in die Höhe gehen, testen wir das alles unten auf sicherem Gelände, also auf der Ebene, wo es ungefährlich ist. Und erst wenn das sicher ist und sitzt, dann machen wir es in der Höhe.”
 
Erfunden wurde Parkour in den 80er Jahren von dem Franzosen David Belle. Er praktizierte(vt.實踐.實行) die neu erdachte Art der Fortbewegung in Lisse, einem Vorort(s.市郊) von Paris. Von dort aus verbreitete sich die Sportart in der ganzen Welt. Auch in Deutschland gibt es inzwischen einen Parkour-Verband. Die Präsidentin Sandra Hess ist ehemalige Weltmeisterin in Freestyle-Karate und fasziniert von Parkour. Sie gibt Workshops und versucht, die Sportart in Deutschland zu etablieren(vt.建立.設立).
 
Besondere Voraussetzungen braucht man nicht, wenngleich es natürlich vorteilhaft ist, vorher schon mal Sport getrieben(活動.繁忙.熱鬧景象) zu haben. "Am Anfang ist es natürlich schon schwierig, eine Mauer zu überwinden. Das trainiert man natürlich, wie in jedem Sport", sagt Sandra Hess. Mit der Zeit verändere sich dann auch der Blick auf die Stadt. Auf altbekannten Wegen entdecke man immer neue Hindernisse. Mit Parkour werde die Welt zu einem einzigen Spielplatz.
 
Freitag, 10. August  2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2732455,00.html
GLOSSAR
 
flink – schnell; beweglich sehr geschickt
 
Hocksprung, der – ein Sprung, bei der bis zur Landung(e.靠岸.著陸) die Beine an den Körper herangezogen(vt.拉過來) werden
 
abstecken – hier: einen Weg markieren oder kennzeichnen
 
abseits – weiter entfernt
 
gewöhnlich – normal
 
überwinden – eine Schwierigkeit bewältigen(vt.克服.完成)
 
etwas sitzt – etwas wird beherrscht
 
etwas etablieren – etwas bekannt machen 
 
wenngleich – obwohl

Exportschlager-japanische Jugenkultur


Trends aus Japan verbreiten sich mittlerweile auch in Europa. Jugendliche in Deutschland etwa verkleiden sich als Charaktere aus ihren Lieblings-Mangas und vergöttern(vt.崇拜.仰慕) japanische Musikgruppen.

"Ich bin Queen Esther", sagt die junge Frau. Ihr Äußeres könnte man mit dem einer futuristischen(adj.未來主義的) Disko-Schneekönigin vergleichen - falls es so etwas gibt. Sie trägt ein Märchenkleid in Weiß mit ausladendem(adj.向外寬出來的) Rock, Puffärmeln(r.袖子寬.衣口窄的蓬蓬袖) und Korsett(s.緊身胸衣), alles mit Perlen übersät(adj.密佈的.佈滿的). Der hoch stehende Kragen(r.領口) erschwert(vt.增加..的困難) ihr den Blick zur Seite, passt aber zur Krone(e.皇冠.頂.冠). Ein Mantel in Leoparden-Optik vollendet(vt.完成.做完) das Bild. Queen Esther ist eine Figur aus einer japanischen Fernsehserie. Im richtigen Leben ist Queen Esther Stefanie Wittmann und arbeitet bei einem Autohersteller.
 
Dieses Verkleiden der Jugendlichen nennt sich Cosplay - von "Costume Play". Angefangen hat das Verkleidespiel in Japan, wo sich Jugendliche Anfang der 80er Jahre als Figuren aus ihren Lieblings-Mangas verkleideten, um in Tokios Vergnügungsvierteln(消遣.玩樂) zu posieren(vt.擺好架式.做出姿勢). Mittlerweile ist der Trend endgültig in Europa angekommen. Der Großteil der Cosplayer ist weiblich und zwischen 15 und 25 Jahre alt.
 
Längst werden nicht mehr nur Charaktere aus Mangas - japanischen Zeichentrickserien - "gecosplayt". Erlaubt ist alles von japanischen Bandmitgliedern über Disneyfiguren bis hin zu den Helden(r.英雄) aus Hollywoodfilmen wie "Fluch der Karibik". Die meisten Kostüme sind kitschig(adj.乏味的) und sexy. Beliebt sind zum Beispiel Plastikhaare in Pink oder Lila, die oft bis zu den Fersen(e.腳後跟.鞋跟) reichen, bauchfreie Oberteile, Miniröcke und hohe Stiefel. Ein oft teures und sehr zeitaufwändiges(adj.很花時間的) Hobby: Die Kluft ist fast immer selbst gemacht.
 
Einige orientieren sich bei Cosplay an japanischen Band-Idolen. Diese Spielart des Cosplays nent sich "Visual Kei", das übersetzt so viel wie "Visuelles System" heißt. Jens Nave arbeitet beim Manga-Magazin "Animania" und beschreibt Visual Kei als eine Subkultur, die sich sich besonders über das Internet verbreitet. Die Medien werden zwar nur langsam darauf aufmerksam, aber Jens Nave ist sich sicher, dass die Fangemeinde(e.迷) um den japanischen Exportschlager von Mangas über Cosplay bis zu Visual Kei weiter wachsen wird.
 
Dienstag, 7. August 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2728146,00.html
GLOSSAR
 
Exportschlager, der – eine Lieferung von etwas in ein anderes Land, das dort sehr beliebt ist
 
vergöttern – anbeten
 
ausladend – sehr breit
 
Puffärmel, der – ein Teil des Ärmels, der sehr weit ist und an den Enden eng wird
 
Korsett, das – ein enges Kleidungsstück, um die Figur schlanker zu machen
 
mit etwas übersät – mit etwas überdeckt
 
Vergnügungsviertel, das – ein Stadtteil, mit verschiedenen Attraktionen und Möglichkeiten sich zu amüsieren
 
zeitaufwändig – man braucht viel Zeit für etwas
 
Kluft, die – ein Kostüm
 
Subkultur, die – ein Teil einer Kultur, die eigene Eigenschaften hat

28.6.08

Mit Kopftuch auf Jobsuche


Im Berufsleben haben junge muslimische Frauen mit Kopftuch oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Die Suche nach einer Stelle ist schwierig, manche Berufe bleiben ihnen ganz verschlossen. Viele ziehen sich deswegen zurück.

Die 32-jährige Muslimin Elif Saat darf sich zu den wenigen Glücklichen zählen. Obwohl sie ein Kopftuch trägt, arbeitet sie schon lange bei der Duisburger Postbank als Finanzmanagerin. Als sie ihren Job antrat, war ihre Kopfbedeckung kein Hindernis. "Entscheidend war damals ganz einfach die Kompetenz(e.能力.資格.權限). Ich habe in den dreizehn Jahren meines Berufslebens keine negativen Erfahrungen gemacht", sagt Elif Saat. Sie ist eine von mehr als 1,6 Millionen muslimischen Frauen in Deutschland und praktiziert(vt.實踐.實行) ihren Glauben strikt(adj.嚴格的.精準的 ).
 
Doch nicht allen muslimischen Frauen geht es so gut wie Elif Saat. Acht Bundesländer haben ein Kopftuchverbot für Musliminnen in Erziehungsberufen eingeführt. Für Zehra Yilmaz war das eine persönliche Tragödie(e.悲劇), denn sie wollte in ihrem Traumberuf als Lehrerin arbeiten. Von ihren Eltern sei sie modern erzogen worden, ihre Mutter habe kein Kopftuch getragen, erzählt sie. Den Islam habe sie neu für sich entdeckt, seit dem Studium trage sie ein Kopftuch. "Ich habe nicht angenommen, dass mein Glaube oder meine Kopfbedeckung irgendwie meine berufliche Karriere behindern würden."
 
Heute arbeitet Yilmaz nicht in einer Schule, sondern in einer Begegnungsstätte(e.諮詢所) in Duisburg. Dort begegnet sie jeden Tag jungen muslimischen Frauen, die trotz einer guten Ausbildung keine Arbeit finden können. Vorurteile(s.成見.偏見) gegen das Kopftuch bestärken bei vielen Musliminnen das Gefühl, gesellschaftlich ausgegrenzt(vt.排斥.拒..於門外) zu werden. "Solchen Erfahrungen folgt oftmals ein Rückzug der jungen Frauen aus der Gesellschaft", sagt Zehra Yilmaz.
 
Dabei stellte die Konrad-Adenauer-Stiftung in einer Meinungsumfrage im vergangenen Jahr fest, dass 90 Prozent der traditionell verhüllten(vt.蒙上.遮住.遮蓋) Musliminnen in Deutschland in fast jeder Hinsicht(e.關係.考慮) genauso denken wie durchschnittliche deutsche Frauen. Die Mehrheit von ihnen hält nichts vom Hausfrauendasein(s.家庭主婦) und legt(片語.這是..價值的..在...上) großen Wert auf berufliche Selbstverwirklichung(e.自我發展).
Freitag, 3. August 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2719522,00.html
 
GLOSSAR
 
Vorurteil, das – meistens eine negative Meinung über etwas, von dem man nicht viel weiß
 
etwas bleibt jemandem verschlossen – jemandem steht etwas nicht offen
 
Kopfbedeckung, die – hier: das Kopftuch
 
Hindernis, das – die Versperrung; das Problem
 
strikt – streng
 
Bundesland, das – Deutschland ist in 16 Bundesländer eingeteilt; jedes Bundesland kann dabei in bestimmten Bereichen eigene Gesetze festlegen; z.B. Berlin, Bayern
 
Erziehungsberuf, der – die Arbeit im pädagogischen Bereich; z.B. Lehrerin oder Kindergärtnerin
 
Begegnungsstätte, die – eine Einrichtung, in der sich Menschen gegenseitig bei Problemen helfen und Erfahrungen austauschen
 
jemanden ausgrenzen – jemanden ausschließen(vt.排斥...拒..於門外)
 
Meinungsumfrage, die – die Befragung der Menschen, welche Ansicht sie zu einem bestimmten Thema haben
 
etwas verhüllen – etwas bedecken
 
in jeder Hinsicht – in jeder Beziehung; in jedem Bereich
 
Hausfrauendasein, das – das Leben einer Frau, die für ihre Familie alle Arbeiten im Haus erledigt
 
Selbstverwirklichung, die – die Entwicklung der Persönlichkeit, bei der man seine Fähigkeiten nutzt um die eigenen Ziele zu erreichen
 
jemand legt auf etwas Wert – jemandem ist etwas wichtig

Migranten fördern Innovation


Der Zuzug von hochqualifizierten(高資格) Ausländern stärkt die Innovationskraft deutscher Regionen. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Migranten tragen zu einer kreativen Entwicklung bei.

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland die Wahrnehmung von Migranten in der Öffentlichkeit geändert. Das belegt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Der Zuzug Hochqualifizierter fördert die Innovationskraft der Regionen.
 
"Es ist sehr gut, wenn Leute aus anderen Ländern kommen und eigene Erfahrungen mitbringen", sagt Anila Gottschling, Ingenieurin aus Albanien. Ihr Arbeitsbereich ist die Hochtechnologie. Sie forscht und entwickelt neue Geräte und Instrumente, die die mittelständische(adj.中小規模的) Firma ACCEL für Labors und Forschungsinstitute weltweit produziert.
 
Mit ihrer Meinung steht Gottschling nicht alleine da: Die durchgeführte(貫徹.實踐) Studie bestätigt(vt.證實.證明), dass gerade im Bereich der Forschung die kulturelle Vielfalt der Arbeitskräfte bedeutsam(adj.意義重大的.意味深長的.) ist. Denn unterschiedliche Kenntnisse und Problemlösungsstrategien können die Entwicklung neuer Produkte und Prozesse fördern.
 
Anila, zum Beispiel, studierte zuerst in der albanischen Hauptstadt Tirana Physik auf Lehramt und später Physikalische Technik in Norwegen, Deutschland und Italien. "Die Auslandserfahrungen sind wichtig, weil meine Firma viel mit dem Ausland zu tun hat", sagt sie. Auch die Studie bestätigt: Gerade diese Kombination(e.組合.邏輯推論) - Qualifikation und Interkulturalität - hat die stärksten Effekte für Innovationen.
Dienstag, 31. Juli 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2713240,00.html   
GLOSSAR
 
Migrant, der – ein Mensch, der aus seinen Heimatland in ein anderes Land auswandert
 
fördern – unterstützen
 
Innovation, die – etwas Neues
 
Zuzug, der – die Zuwanderung
 
hochqualifiziert – sehr gut ausgebildet
 
Studie, die – die Untersuchung
 
Arbeitsmarkt, der – das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage von Arbeitsplätzen
 
zu etwas beitragen – bei etwas mithelfen
 
belegen – beweisen
 
Hochtechnologie, die – der Forschungsbereich, der mit den aktuellsten technischen Prozessen arbeitet
 
mittelständisch – ein Begriff bei Firmen: eine Firma mit weniger als 500 Mitarbeitern
 
gerade – hier: besonders; vor allem
 
Vielfalt, die – das Angebot an vielen verschiedenen Dingen
 
Arbeitskraft, die – der Arbeiter
 
Problemlösungsstrategie, die – ein Plan oder eine Idee, schwierige Aufgaben zu klären
 
etwas auf Lehramt studieren – einen Wissensbereich studieren, den man später als Lehrer an Schulen unterrichtet

27.6.08

Sind Supergirls zu sexy?


Schön und sexy – so sehen die weiblichen Figuren in vielen Zeichentrickfilmen aus. Außerdem spielen sie selten die Hauptrolle. Die wichtigen Figuren, egal ob Mensch oder Tier, sind meist männlich.

Zwei von drei weiblichen Figuren in TV-Serien für Kinder haben unnatürlich lange Beine und eine Wespentaille(e.蜂腰.細腰). Ein internationales Medien-Institut hat dies in einer umfangreichen Medienanalyse gezeigt. Das Frauenbild, das in Zeichentrickserien verbreitet wird, ist "besorgniserregend(adj.令人擔憂的)", erklärt Maya Götz, die Leiterin des Instituts.
 
Seit zehn Jahren beobachtet Maya Götz, dass es in Zeichentrickfilmen immer mehr Mädchenfiguren gibt, die sehr sexy gezeichnet sind. Mit den Anime-Serien hat die Zahl der Sexbomben im Kinderprogramm stark zugenommen. "Das hat schlechte Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein(s.自信) der Mädchen", sagt Götz. "Denn sie finden ihren eigenen Körper im Vergleich nicht perfekt genug."
 
Die Studie hat außerdem ergeben(vt.產出.得出), dass weibliche Figuren in Kinderserien(e.組.順序.級) meistens nur die Nebenrolle spielen. 68 Prozent der Hauptfiguren sind männlich. Bei Tieren, Monstern und sonstigen Wesen(s.生存.生命.本性) sieht es sogar noch schlechter aus. 87 Prozent der Tierfiguren sind männlich, nur knapp 13 Prozent weiblich.
 
"Kinder suchen starke Figuren, an denen sie sich orientieren können", sagt Götz. "Wenn Mädchen nur die schönen Supergirls sehen, dann prägt sie das." Sie appelliert(vt.呼籲.號招) daher an die Filmemacher, endlich neue weibliche Figuren zu erschaffen.
 
Freitag, 27. Juni 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3443852,00.html
Glossar
 
Supergirl, das – eine weibliche Zeichentrickfigur, die viele besondere Fähigkeiten hat
 
Zeichentrickfilm, der – ein gezeichneter Film (z.B. von Walt Disney)
 
Hauptrolle, die – die wichtigste Rolle z.B. in einem Theaterstück oder einem Film
 
Wespentaille, die – wenn der mittlere Teil des Körpers sehr dünn und schmal ist, so wie bei einer Wespe(e.黃蜂)
 
umfangreich – sehr groß
 
Medien, die – Sammelbegriff für Radio, Fernsehen, Internet usw.
 
Medienanalyse, die – die Untersuchung von Fernsehen, Radio und Internet
 
etwas verbreiten – hier: etwas vielen Menschen zeigen
 
besorgniserregend – so, dass man sich Sorgen darum machen muss
 
Anime-Serie, die – eine Art von Zeichentrickfilmen, die aus Japan kommt
 
Sexbombe, die – Umgangssprache: eine Bezeichnung für eine Frau, die sehr sexy und attraktiv aussieht
 
Selbstbewusstsein, das – das Wissen, dass man etwas wert ist und sich gut fühlt
 
ergeben – als Ergebnis haben; zeigen
 
Nebenrolle, die – eine nicht so wichtige Rolle
 
Monster, das – eine Figur in Geschichten und Märchen, vor der man Angst hat
 
Wesen, das – hier: etwas Lebendes (z.B. Tiere, aber auch Märchenfiguren)
 
sich an jemandem orientieren – sich nach jemandem richten; sich jemanden zum Vorbild nehmen
 
etwas prägt jemanden – etwas beeinflusst jemanden stark
 
an jemanden appellieren – jemanden zu etwas aufrufen

26.6.08

Wenn der OP-Tisch zusammenbericht


Experten warnen vor einer globalen Fett-Welle mit dramatischen Folgen - denn wer übergewichtig ist, trägt ein höheres Risiko, krank zu werden. Krankenhäuser müssen sich schon jetzt auf dickere Patienten einstellen.

Die Zahl der Dicken ist weltweit auf eine Milliarde angewachsen und könnte bis 2015 noch einmal um die Hälfte zunehmen. Das Problem betrifft mittlerweile nicht nur die Industrie-, sondern auch die Entwicklungsländer. Auf das Gesundheitswesen kommen ganz neue Herausforderungen zu. Zum Beispiel, wenn herkömmliche(adj.傳統的) medizinische Geräte für extrem Fettleibige(e.肥胖者) einfach nicht geeignet sind.
 
Auch Klaus Heisterkamp hat diese Erfahrung gemacht. "Ich war zu einer Nasenoperation angemeldet. Diese Operation wurde mir verweigert(vt.拒絕), weil ich zu dick sei - zu schwer für den Operationstisch. Und die Operation sei nicht so dringend, dass man sie nicht verschieben(vt.延期.挪動) könnte", sagt Heisterkamp. Dann hörte er den Standardsatz: "Specken Sie ein wenig ab(vt.減重), dann können Sie wiederkommen."
 
Heisterkamp wog damals 190 Kilogramm. Unter diesem Gewicht drohen die meisten herkömmlichen Operationstische zusammenzubrechen, auch Klemmen(e.鉗.夾) und Nadeln sind zu kurz. Um operiert werden zu können, hätte der fettleibige Mann mindestens 30 Kilo abnehmen müssen. Die Operation sollte ihm helfen, nachts wieder besser atmen zu können. Seit Monaten litt Klaus Heisterkamp infolge seines Übergewichts an Atemnot und kam kaum noch zur Ruhe.
 
Für den Arzt Christian Schneider führt kein Weg daran vorbei: die Fettleibigen müssen ihren Lebensstil ändern, sich mehr bewegen und besser ernähren. Um das zu schaffen, hat sich Klaus Heisterkamp den Magen verkleinern lassen. Die Klinik, die den Eingriff durchgeführt hat, war allerdings auch nicht auf Patienten mit extremen Übergewicht eingestellt. Das Krankenhaus musste deshalb einen extragroßen Operationstisch mieten.
 
 Freitag, 27. Juli 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2708951,00.html
GLOSSAR
 
OP-Tisch – Kurzform: Operationstisch
 
Fettleibigkeit, die – starkes Übergewicht
 
übergewichtig – zu dick
 
sich auf etwas/ jemanden einstellen – sich auf etwas/ jemanden vorbereiten
 
Patient, der – ein Kranker, der im vom Arzt behandelt wird
 
Gesundheitswesen, das – eine Institution, die sich um die Gesundheit der Menschen kümmert
 
herkömmlich – normal; gewöhnlich
 
Fettleibige, der – der Übergewichtige
 
Operation, die – ein chirurgischer Eingriff am Körper des Patienten
 
jemandem etwas verweigern – nicht zulassen, dass jemand etwas bekommt oder tut
 
dringend – eilig
 
verschieben – zeitlich verlegen
 
abspecken – umgangsprachlich: Gewicht verlieren; abnehmen
 
etwas droht – etwas passiert vielleicht
 
Klemme, die – Gerät bei einer Operation
 
Nadel,die – Gerät bei einer Operation
 
Atemnot, die – der Zustand, bei der das Atmen schwer fällt
 
es führt kein Weg daran vorbei – es gibt keine andere Lösung
 
Lebensstil, der – die Art und Weise zu leben
 
Magen, der – ein Organ, das bei der Verdauung beteiligt ist
 
allerdings - aber
 
etwas mieten – etwas gegen Geld benutzen

Warten auf den Tod durch die Steine


Seit über einem Jahrzehnt sitzt Mokarrameh Ebrahimi im Gefängnis. Jeden Tag muss sie fürchten, gesteinigt zu werden. Sie ist wegen Ehebruchs verurteilt. Ihr Partner wurde bereits gesteinigt.

Mokarrameh Ebrahimi sitzt seit elf Jahren im Choubin Gefängnis in der iranischen Provinz Ghazvin. Ihr elfjähriger Sohn Ali ist bei ihr. Vor wenigen Wochen hat Ali seinen Vater Jafar Kiani verloren und Ebrahimi ihren Partner. Kiani wurde gesteinigt. Auch Ebrahimi droht der gleiche Tod. Sie hat mit Kiani zusammengelebt, obwohl sie mit einem anderen Mann verheiratet war. Vor elf Jahren wurden sie und ihr Partner nach Artikel 83 des iranischen Strafgesetzbuchs wegen Ehebruchs zum Tode durch Steinigung verurteilt.
 
Bei einer Steinigung werden die Verurteilten lebendig in ein baumwollenes(adj.棉製的) Leichentuch(s.裹尸布) gewickelt und dann in ein Erdloch eingegraben. Eine Gruppe von Männern, meist Justizbeamte und Revolutionswächter werfen die Steine, deren Größe im iranischen Gesetzbuch genau festgelegt ist: Sie dürfen nicht so groß sein, dass der Gesteinigte sofort stirbt, wenn er von einem oder zwei getroffen wird.
 
"Die Steinigung ist eine barbarische(adj.野蠻的.粗野的) und unmenschliche Strafe", sagt Mina Ahadi, die Vorsitzende des internationalen Komitees(s.委員會) gegen Steinigung. "Internationaler Druck kann auf jeden Fall dazu führen, dass die iranische Regierung diese Strafe gesetzlich abschafft(vt.廢除)", sagt Gasser Abdel-Razek, der Regionaldirektor von Human Rights Watch für den Nahen Osten und Nordafrika. Man müsse gerade die Kräfte im Iran unterstützen, die sich gegen die Steinigungen engagieren.
 
Die geplante Steinigung von Jafar Kiani und Mokarrameh Ebrahimi war von den iranischen Behörden wegen weltweiten Protests ausgesetzt(vt.推遲) worden. Trotzdem wurde Kiani einige Wochen später in der Nähe der Stadt Takestan öffentlich gesteinigt(vt.向..丟石頭). Auch im Fall von Ebrahimi kann das gleiche passieren. Trotzdem gibt es noch Hoffnung für die 43-jährige Mutter. "Mokarrameh kann der Steinigung entkommen(vt.脫逃.脫身), wenn wir genug weltweiten Druck ausüben", sagt Mina Ahadi. "Wir können sie noch retten."
 
Dienstag, 24. Juli 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2704604,00.html
 
GLOSSAR
 
steinigen – das Werfen mit Steinen auf Menschen mit tödlichem Ausgang
 
Ehebruch, der – jemand hat eine Partnerschaft mit einem anderen Partner, obwohl er/ sie verheiratet ist
 
jemanden zu etwas verurteilen – ein Richter entscheidet, welche Strafe jemand bekommt
 
drohen; jemandem droht etwas – etwas passiert jemandem vielleicht
 
Artikel, der – hier: ein Paragraph im Gesetzbuch
 
Strafgesetzbuch, das – ein Buch, in dem festgelegt ist, wie verbotene Handlungen zu bestrafen sind
 
Justizbeamter, der – jemand, der im Rechtswesen arbeitet
 
barbarisch – grausam
 
Strafe, die – eine Maßnahme, die eine unrechte Tat wieder gutmacht
 
etwas abschaffen – etwas beseitigen; etwas vernichten
 
Kraft, die – die Stärke; hier: eine aktive Menschengruppe
 
etwas unterstützen – sich für etwas einsetzen, damit es Erfolg hat
 
sich für/ gegen etwas engagieren – sich für/ gegen etwas einsetzen; aktiv sein
 
Behörde die – die Verwaltung
 
etwas aussetzen – etwas zeitlich aufschieben
 
entkommen – etwas umgehen; fliehen

25.6.08

Das Schicksal der iranischen Bahá'i


Die Bahá'i sind die größte religiöse Minderheit im Iran. Seit Langem werden sie dort verfolgt(vt.迫害.追蹤.追求.密切注意) und unterdrückt(vt.壓迫.鎮壓.壓抑). Viele Bahá'i sind deswegen ausgewandert. Einer von ihnen ist der 35-jährige Berus.

Berus lebt schon seit vielen Jahren in Deutschland, weit weg von seiner Heimat dem Iran. Er will nicht sagen, wo genau er wohnt und wie er wirklich heißt. Er hat Angst, dass der iranische Geheimdienst von seinen kritischen Äußerungen(e.言論) erfährt und seine Familie im Iran dafür bestraft. Denn Berus und seine Familie sind Anhänger der Bahá'i-Religion.
 
Weltweit gibt es etwa sieben Millionen Bahá'i. Sie glauben, dass Gott immer wieder Propheten(r.預言者) auf die Erde gesandt hat, zum Beispiel Jesus, Moses und Mohammed. Für streng gläubige Muslime ist das eine schwere Sünde(e.宗教上.道德上的罪). Denn sie sind sich sicher, dass es neben Mohammed keine weiteren Propheten gab.
 
"Den Bahá'i geht es im Iran wegen ihres Glaubens sehr schlecht", sagt Hans Bielefeld, Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Sie dürfen nicht zur Universität gehen, als Beamte arbeiten oder nach islamischem Recht heiraten. Hunderte von ihnen wurden unter der islamischen Regierung hingerichtet(vt.處決.處死), viele sitzen in Gefängnissen – ohne Kontakt nach Außen.
 
Wie Berus haben viele der Bahá'i den Iran verlassen. Aber Berus glaubt fest daran, dass die Unterdrückung eines Tages aufhören wird. Denn eine wichtige Prophezeiung(e.預言) der Bahá'i-Religion ist, dass alle Menschen auf der Welt eines Tages in Frieden miteinander leben werden.  
 
Dienstag, 24. Juni 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3435892,00.html
Glossar
 
Schicksal, das – hier: die Ereignisse, die das Leben eines Menschen bestimmen
 
Minderheit, die – hier: eine kleine Gruppe von Menschen in einem Staat, die sich von den anderen unterscheiden
 
jemanden verfolgen – hier: jemanden schlecht behandeln, weil er eine andere Religion hat
 
jemanden unterdrücken – jemandem nicht die gleichen Rechte geben wie allen anderen
 
auswandern – für immer in ein anderes Land gehen
 
Geheimdienst, der – eine staatliche Organisation, die geheime Informationen aus anderen Ländern beschafft und geheime Geschäfte des eigenen Landes vor Spionen schützt
 
Äußerung, die – das, was jemand sagt
 
Anhänger, der – jemand, der zu einer bestimmten Gruppe gehört und an etwas Bestimmtes glaubt
 
Prophet, der – jemand, von dem man sagt, dass er eine Botschaft von Gott überbringt
 
Muslime/in, der/die – Anhänger/in des Islams
 
Sünde, die – eine Tat, die gegen die Gesetze einer Religion ist
 
Menschenrecht, das – die grundsätzlichen Rechte eines Menschen, zum Beispiel: das Recht auf eine eigene Meinung
 
jemanden hinrichten – jemanden zur Bestrafung töten
 
aufhören – ein Ende haben, enden
 
Prophezeiung, die – das, was ein Prophet über die Zukunft vorhergesagt hat
 
eines Tages – irgendwann

23.6.08

Die Duft-Dynastie von Köln


Weil Wasser früher als gesundheitsschädlich galt, wurden Parfüms zum Überdecken(s.遮蓋.掩蔽) unangenehmer Körpergerüche(r.氣味) genutzt. In Köln erfand ein Mann das Eau de Cologne. Ein Museum erzählt die Geschichte dieses Wässerchens.

Ein Mann mit genialem(adj.天才的.傑出的) Geruchssinn(s.嗅覺) und einer feinen Nase fürs Geschäft kreierte(vt.創造) vor fast 300 Jahren in Köln ein besonders edles(adj.貴族的) Wässerchen. Der Parfümeur Johann Maria Farina, der 1709 in die blühende Handelsstadt Köln kam, nannte seine Duft(r.香味)-Schöpfung zu Ehren seiner neuen Heimat "Eau de Cologne" (französisch für "Wasser von Köln"). Aus der ältesten Parfümfabrik der Welt ist das Duftmuseum "Farina Haus" geworden. Dennoch ist das kleine Museum gegenüber vom historischen Rathaus noch vielen unbekannt.
 
Im "Farina Haus" weht ein Hauch(r.氣息.氣味) der Geschichte durch die Räume. Die Kellerräume sind fast originalgetreu erhalten und erzählen von der Farina-Produktion des Eau de Cologne. Da das Wasser vor 300 Jahren als dreckig und gesundheitsschädlich galt, wurden Parfüms zum Überdecken unangenehmer Körpergerüche genutzt: "Die Menschen haben sich nicht gewaschen. Manche haben sich mit Parfüm geradezu übergossen", erzählt der Museumsführer, der seine Besucher auf Wunsch auch in Rokoko(s.洛可可式)-Tracht durch die Räume leitet(vt.引導.主持).
 
Das Eau de Cologne war nur für die Reichsten erschwinglich(adj.負擔的起的). Die Farina-Fläschchen gingen auch an praktisch alle Höfe in Europa, an den Kaiser von Österreich, Königin Elisabeth von England oder auch an den Schah von Persien. Napoleon Bonaparte ließ sich der Legende(e.傳說.傳聞) zufolge(依據.依照) seine Stiefel(r.靴) so anfertigen(vt.生產.製造), dass stets noch Platz für ein Flakon(s.香水憑) blieb. Der Erfolg von Farina habe immer wieder Plagiatoren(r.抄襲者) auf den Plan gerufen, betont der Museumsführer. Dazu zählt Farina auch ein 1792 aufgetauchtes(突然出現) Wässerchen von Kaufmann Wilhelm Mühlens: Die Marke "4711 Echt Kölnisch Wasser".
 
Freitag, 20. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2699191,00.html 
GLOSSAR
 
Duft, der – ein angenehmer Geruch
 
Dynastie, die – eine Familie, die über viele Generationen einflussreich ist und mit etwas sehr bekannt geworden ist
 
gesundheitsschädlich – schlecht für die Gesundheit
 
Wässerchen, das – Verkleinerungsform von Wasser; hier: das Parfüm
 
Geruchssinn, der – der Sinn des Menschen, mit dem er Gerüche wahrnimmt
 
eine Nase für etwas haben – ein Gespür für etwas haben; etwas sehr gut können
 
etwas kreieren – etwas erfinden; etwas erschaffen
 
blühend – gerade Blüten tragend
 
blühende Stadt – eine Stadt, die sich schnell und stark entwickelt
 
Handelsstadt, die – eine Stadt, in der viele Käufer ihr Waren anbieten
 
Duft-Schöpfung, die – die Entwicklung eines Duftes
 
Hauch, der – ein leichter, kaum spürbarer Wind
 
originalgetreu – der ursprünglichen Form entsprechend
 
Rokoko-Tracht, die – ein Kostüm, das dem Stil des Rokoko (eine Epoche des Barock) nachempfunden ist
 
leiten – führen
 
erschwinglich – bezahlbar
 
Stiefel, der – ein geschlossener Schuh, der auch das Unterbein bedeckt
 
etwas anfertigen – etwas herstellen
 
Flakon, das – aus dem Französischen: eine kleine Glasflasche mit Verzierung
 
Plagiator, der – jemand, der etwas kopiert, ohne dafür eine Erlaubnis zu haben

22.6.08

In den Fußstapfen der Oranier


Zwischen Schwerin und Amsterdam bewegt man sich auf den Spuren des mächtigen Fürstengeschlechts(s.王宮家族) der Oranier. Mehr als 2400 Kilometer Kulturreise bietet die Oranier-Route mit 27 Städte-Stationen.

Das Haus Oranien ist eines der ältesten und bekanntesten Fürstengeschlechter Europas. Was nur wenige wissen: Seine Begründer und Vorfahren(r.祖先), unter anderem auch die des Königreiches der Niederlande, stammen aus Hessen. Mitten im Herzen Deutschlands stand die Wiege(e.搖籃) des niederländischen Königshauses. Nicht in der Mitte Deutschlands sondern im Nordosten beginnt eine Themen-Tour, die sich der Geschichte und Gegenwart der Oranier widmet(vt.sich 貢獻於). Dort waren die Einflüsse des einst(adv.從前有一次) mächtigen Fürstengeschlechts am intensivsten, das im 17. und 18. Jahrhundert eine Blütezeit(e.全盛時期) erlebte.
 
Die Residenz(e.頭頭住的地方) Schwerin ist nicht nur der Startpunkt der Reise. Mit ihrem märchenhaften Inselschloss präsentiert(vt.介紹.引薦.提出.呈現.贈送) der ehemalige Herrschaftssitz eine optimale Verbindung von Natur und Kultur. Hier wurde 1876 Herzog Heinrich zu Mecklenburg-Schwerin geboren. Schon damals bestand eine Beziehung zum Haus Oranien, aber er hob sie auf eine neue Stufe: Er heiratete 1901 die niederländische Königin Wilhelmina und wurde so zum "Prinz Hendrik der Niederlande". Die regierende Königin Beatrix ist seine Enkelin(e.外孫女.孫女).
 
Von Schwerin aus geht es weiter über Oranienburg, Dessau/Wörlitz, Wernigerrode, Wiesbaden und Moers in die Niederlande. Die Oranier-Route bietet viel. Zu viel, um die Tour(e.旅遊) in einem Stück zu bewältigen. Schöner ist es, wenn man sich Zeit lässt und sich in Abschnitten vortastet. Den Reisenden erwarten imposante(adj.壯觀的.動人的) Burgen und Schlösser, umgeben von Gärten und Parkanlagen. Besonders deutlich wird die Verschmelzung(e.融合) niederländischer und deutscher Architektur und Handwerkskunst in Potsdam. Schloss Sanssouci und das "Holländische Viertel" der brandenburgischen Landeshauptstadt sind Musterbeispiele(s.模範.典範) der kulturellen Beeinflussung der Deutschen durch die Niederländer.
 
Dienstag, 17. Juli 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2694844,00.html
 
GLOSSAR
 
Fußstapfen, der – der Fußabdruck im Boden
 
Fürstengeschlecht, das – eine adelige Herrscherfamilie
 
Vorfahr , der – ein Familienmitglied, das vor eine langen Zeit gelebt hat und von dem jemand abstammt
 
jemand stammt aus einem Ort – jemand kommt aus einem Ort
 
mitten im Herzen – im Zentrum
 
Wiege, die – ein Bett für kleine Kinder; hier: der Ursprung des Königshauses
 
sich etwas widmen – sich intensiv mit etwas beschäftigen
 
einst - früher
 
Blütezeit, die – eine Zeit, in der etwas sehr erfolgreich und beliebt ist
 
Residenz, die – aus dem Lateinischen: ein Ort, an dem ein König oder Fürst herrscht
 
märchenhaft – schön wie ein Märchen; wunderschön
 
Herrschaftssitz, der – die Residenz von einem König
 
Stufe, die – ein Absatz einer Treppe; hier: die Ebene
 
etwas in einem Stück bewältigen – etwas ohne Pause beenden
 
sich vortasten – sich langsam vorwärts bewegen
 
imposant - beeindruckend
 
Verschmelzung, die – die Verbindung von zwei verschiedenen Dingen
 
Handwerkskunst, die – eine Kunstform der handwerklichen Berufe, z.B. Töpferei oder Tischlerei
 
Musterbeispiel, das – ein Vorbild, das bestimmte Eigenschaften besonders gut zeigt

Traumberuf Diplomat


Diplomat zu werden ist für viele Uni-Absolventen ein Traumberuf. Aber der Weg dorthin ist steinig: Nur die allerbesten Bewerber ergattern(vt.弄到.巧取) einen Platz an der Akademie des Auswärtigen Amts in Berlin.

Idyllischer(adj.田園生活的.質樸的) könnte die Akademie des Auswärtigen Amts nicht liegen. Inmitten(prp.在..之中) von Wald und saftigen(adj.多汁的.有力的.粗野的) Wiesen, direkt am Ufer des Tegeler Sees bekommen die angehenden(adj.起初的.新進的) Diplomaten den letzten Schliff(r.訓練.操練.磨光). Es scheint fast so, als sollten sie hier noch einmal Kraft tanken, bevor sie an die Botschaften in Rom, Minsk oder Addis Abeba geschickt werden. Aber das stimmt nur zum Teil: Der Stundenplan der Attachés - so heißen die angehenden Diplomaten - ist prall(adj.繃緊的.拉緊的.豐腴的.) gefüllt.
 
Wer hier ausgebildet wird, hat bereits einen Studienabschluss - und bekommt nun noch einen einjährigen Crash-Kurs obendrauf. Christian Doktor ist einer der 35 Attachés. Um einen Platz an der Akademie des Auswärtigen Amts zu erobern, musste Christian Doktor sich gegen etwa 1500 Mitbewerber durchsetzen und in einem mehrstufigen Auswahlverfahren zeigen, dass er sich für den Diplomatenberuf eignet.
 
"Dazu gehören nicht nur die intellektuellen(adj.智力的) Fähigkeiten und die Kreativität, die man in dem Job braucht, sondern ganz ausgeprägt auch soziale und interkulturelle Kompetenz(e.能力.資格.權限). Außerdem sind Souveränität(e.主權.統治權.獨立.自主) im Auftreten und Motivation wichtig", sagt Ausbildungsleiter Stefan Biedermann.
 
Wer Diplomat werden will, muss außerdem bereit sein, alle drei Jahre in einem anderen Land zu arbeiten. "Deswegen sprechen wir immer von einer Lebensentscheidung und nicht von einer Berufsentscheidung. Das beeinflusst das Privatleben, die Familie, die Verwandtschaft, die Freunde so komplett, dass man von einem einfachen Beruf oder einem Job eigentlich nicht sprechen sollte." Christian Doktor hat diese Entscheidung längst für sich getroffen - er will die Welt sehen und verschiedene Kulturen kennen lernen.
 
Freitag, 13. Juli 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2681467,00.html
GLOSSAR
 
Diplomat/ in, der/ die - ein Regierungsbeauftragter, der seinen Staat im Ausland vertritt
 
der Weg ist steinig - Redewendung: es ist schwierig etwas zu erreichen
 
Traumberuf, der - die Tätigkeit, die man sich wünscht auszuüben
 
etwas ergattern - etwas das selten oder knapp ist bekommen
 
idyllisch - landschaftlich sehr schön und ruhig
 
angehend - zukünftig
 
Kraft tanken - bildlich: neue Energie bekommen
 
Botschaft, die - die diplomatische Vertretung eines Staates in einem anderen Staat
 
Crash-Kurs, der - Anglizismus: ein Kurs, in dem der Unterrichtsstoff sehr schnell und intensiv aufgearbeitet wird
 
intellektuell - geistig
 
soziale Kompetenz, die - Fähigkeiten, wie Fairness(e.公正.遵守比賽規則), Kollegialität(e.同心協力), Höflichkeit…
 
interkulturelle Kompetenz, die - die Fähigkeit mit Menschen anderer Kulturkreise erfolgreich zu kommunizieren
 
Souveränität, die - hier: die Sicherheit
 
Lebensentscheidung, die - ein Entschluss, der auf alle Bereiche im Leben Einfluss nimmt
 
Berufsentscheidung, die - der Entschluss einen bestimmten Beruf zu ergreifen
 
Privatleben, das - alles, was jemand tut, das nicht mit dem Beruf zu tun hat
 
längst -schon lange; bereits

21.6.08

Langer Weg zum friedlichen Miteinander in Bosnien-Herzegowina


Es waren die schwersten Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg, die in den 1990er Jahren in Bosnien-Herzegowina begangen wurden. Und noch immer finden Gerichtsverhandlungen(e.法案審理) statt, um die Verbrechen aufzuklären.

In Bosnien-Herzegowina kam es in den 1990er Jahren zu den schwersten Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg. Allein beim Massaker(s.屠殺) in Srebrenica wurden 8000 Bosnier ermordet. Auch Vertreibungen(e.驅逐) und Massenvergewaltigungen(e.群眾壓制) gehörten zur Kriegsstrategie(e.戰爭策略) der Serben. Seitdem bemühen sich Menschenrechtsaktivisten und Juristen, diese Verbrechen aufzuarbeiten, um einen dauerhaften und stabilen(adj.穩定的) Frieden im Land zu ermöglichen.
 
Die Chancen dafür stehen besser als in vielen anderen Konfliktgebieten. Denn die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen hat hier besonders früh begonnen. Schon 1993, also noch während des Bosnien-Krieges, wurde in Den Haag das Internationale Kriegsverbrechertribunal(s.審判席) (International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia) eingesetzt. An Gerichtsverhandlungen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken. Aber es sollte ein Zeichen gesetzt werden, dass die Internationale Gemeinschaft die Massaker und Massenvergewaltigungen nicht dulden werde. Inzwischen sind bereits viele Verfahren geführt worden.
 
Wie wichtig diese juristische Aufarbeitung ist, betont die frühere UN-Sonderbeauftragte für Bosnien-Herzegowina, Märta Elisabeth Rehn. Sie werde manchmal gefragt, warum es so wichtig sei, dass diese Leute wie der Serbenführer Karazdic oder sein General Mladic nach Den Haag gebracht werden. Aber wenn sie sich mit den Frauen von Srebrenica unterhalte, merke sie, wie unglücklich diese darüber seien, dass ihr Leiden niemanden kümmere. "Für sie ist Gerechtigkeit wichtig, damit sie überhaupt weitermachen können und zu einer Versöhnung(e.調解.和解) bereit sind", meint Rehn.
 
Dienstag, 11. Juli 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2676662,00.html 
GLOSSAR
 
Miteinander, das – das Zusammenleben
 
Kriegsverbrechen, das - Verstöße gegen das Völkerrecht, die im Krieg begangen werden
 
Gerichtsverhandlung, die – ein Verfahren, bei dem Juristen Verbrechen oder Konflikte untersuchen
 
etwas aufklären – die Antwort auf eine Frage finden; hier: die Täter finden
 
Massaker, das – das grausame Töten vieler Menschen
 
Vertreibung, die – ein Vorgang, bei dem Menschen gegen ihren Willen ihren Heimatort verlassen müssen
 
Massenvergewaltigung, die – sexuelle Übergriffe, denen viele Personen gegen ihren Willen ausgesetzt sind
 
Menschenrechtsaktivist/in, der/die - jemand, der/ die sich für die Grundrechte von Menschen einsetzt
 
Jurist, der – jemand, der Rechtswissenschaften studiert hat und in diesem Gebiet arbeitet
 
aufarbeiten - etwas bewältigen, indem man sich damit auseinandersetzt(vt.爭辯.說明.探討)
 
dauerhaft - ständig
 
stabil - große Belastung aushaltend
 
Konfliktgebiet, das – eine Region, in der mehrere Menschen unterschiedliche Forderungen stellen, so dass dadurch Streit entsteht
 
etwas dulden – etwas zulassen
 
Leiden, das – der Schmerz; der Kummer
 
etwas kümmert jemanden – etwas macht jemandem Sorgen; etwas interessiert jemanden
 
Versöhnung, die – ein Vorgang, bei dem Menschen die Taten von anderen verzeihen können

Der digitale Beethoven


Der berühmte Komponist Ludwig van Beethoven wurde in Bonn geboren. Heute ist sein Haus ein Museum. Tausende Besucher aus aller Welt kommen hierher. Jetzt gibt es die große Beethoven-Sammlung auch online.

In einem kleinen, rosafarbenen Haus in der Bonngasse wurde Ludwig van Beethoven 1770 geboren. Heute ist sein Geburtshaus ein Museum. Jedes Jahr kommen rund 100.000 Besucher aus aller Welt hierher, um die weltweit größte Beethoven-Sammlung zu bewundern. Sein letzter Flügel, seine Hörgeräte und sogar Haarlocken – im Beethoven-Haus können Besucher viele persönliche Gegenstände des Komponisten anschauen.
 
In dem Museum gibt es außerdem ein riesiges Archiv(s.文獻.檔案室). Hier werden Schriften(e.筆跡.字跡.作品), Briefe und Bilder des Komponisten aufbewahrt(vt.保存.保管). Weil diese Dokumente sehr wertvoll sind, konnten bis vor Kurzem nur Forscher das Archiv nutzen. Besucher des Beethoven-Hauses bekamen nur einen Bruchteil(r.一小部份) dieser Dokumente zu sehen.
 
Doch das hat sich geändert. Denn das Beethoven-Haus ist jetzt mit einer umfangreichen(adj.內容豐富的.廣大的) Seite im Internet. Im digitalen Archiv können sich Internet-Nutzer mehr als 5000 historische Dokumente anschauen. Außerdem gibt es auf der Seite Kommentare(r.評論.評述) und Hörproben von Beethovens Werken. Und auch aus Beethovens Briefen kann man sich vorlesen lassen.
 Freitag, 20. Juni 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3426556,00.html
 
Glossar
 
digital – mit dem Computer gemacht
 
Komponist, der – jemand, der sich Musikstücke ausdenkt und sie aufschreibt
 
Ludwig van Beethoven – ein berühmter Komponist der Klassik; * 1770  † 1827
 
online – im Internet
 
etwas bewundern – etwas anschauen und sehr gut finden
 
Flügel, der – hier: ein besonderes Klavier
 
Hörgerät, das – ein Gerät, das Menschen, die schlecht hören, hilft besser zu hören
 
Archiv, das – ein Ort, an dem viele alte Schriften aufbewahrt werden
 
Schrift, die – hier: ein Schriftstück; ein schriftlicher Text
 
etwas aufbewahren – etwas behalten; etwas sicher lagern
 
Dokument, das – hier: ein altes Schriftstück, das wichtige Informationen enthält
 
wertvoll – von großem Wert; sehr wichtig
 
Forscher/in, der/die – ein/e Wissenschaftler/in; jemand, der etwas untersucht
 
Bruchteil, der – ein sehr kleiner Teil
 
etwas zu sehen bekommen – etwas anschauen dürfen
 
umfangreich – sehr groß
 
historisch – geschichtlich; alt
 
Kommentar, der – die Meinung zu etwas
 
Hörprobe, die – ein kurzes Stück, das man sich anhören kann
 
Werk, das – hier: eine große künstlerische Leistung; das, was jemand erschaffen hat

19.6.08

Liebe im Internet


Mit Chats, Börsen(e.交易所.錢包) und Foren(s.Forum論壇) ist das Netz der Balz(e.動物的發春期.這指調情)platz des 21. Jahrhunderts. Wer einen Partner sucht, dem kann eine professionelle(adj.職業的) Dating-Plattform auf die Sprünge helfen(支持). Deutschland hinkt(vt.跛) dabei ein wenig hinterher.

Helen Morrison war eine Vorkämpferin(r.先驅) der modernen Liebe: Sie gab im Jahr 1727 in einer Zeitung in Manchester die erste dokumentierte Kontaktanzeige auf - und wurde dafür prompt(adj.立刻的.準時的) ins Irrenhaus(s.精神病院) gesteckt. Wer wann die erste Kontaktanzeige im Internet veröffentlicht hat, ist nicht bekannt - und auch nicht, ob jener User in der Irrenanstalt(e.精神病院) endete.
 
Millionen einsamer Herzen vertrauen nicht mehr dem Zufall(r.偶然事件), sondern suchen den passenden Partner online. Alleine im deutschsprachigen Raum gibt es hunderte von Singlebörsen. Viele sind auf die Bedürfnisse ihrer User spezialisiert: Es gibt Kontaktseiten für Gehörlose und Fernfahrer, Hippies und Weinkenner, Hundeliebhaber, Vegetarier, Heavy-Metal-Fans, Katholiken, Landwirte und so weiter.
 
Match.com bewirbt sich selbst als die weltweit größte Kontaktbörse. Über 15 Millionen User sind allein hier auf der Suche - aus jeder Altersgruppe, aus allen Teilen der Welt. Etwa jeder Zehnte kommt aus dem deutschsprachigen Raum. Das findet Birgitta Schall von match.com noch zu wenig - und hält es für ein Mentalität(e.精神狀態.氣質.情緒)sproblem: "Online-Dating hat hier noch nicht die Akzeptanz(e.認命)wie etwa in den USA oder in England", meint Schall. Die Deutschen hätten einfach Probleme, zuzugeben, dass sie ihren Partner online suchen.
 
Doreen und Hans gehören nicht zu dieser Gruppe - oder zumindest nicht mehr. Nach einer gescheiterten(adj.失敗的) Beziehung meldeten sich die beiden Berliner auf einer Single-Seite an - ohne ernsthaft die große Liebe suchen zu wollen. "Das war eher zum Spaß", sagt Doreen. Für mehr Erwartungen war die Skepsis(e.懷疑) auch viel zu groß - sozusagen aus Erfahrung. Doch schon nach wenigen E-Mails trafen sich die beiden auch in der Realität und zogen schon wenige Wochen später zusammen.
 
Freitag, 6. Juli 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2672014,00.html 
GLOSSAR
 
Forum, das – ein öffentlicher Platz für Gespräche und Diskussionen
 
Balz, die – das Paarungsspiel von Tieren; hier: der Flirt(r.調情)
 
Netz, das - hier: das Internet
 
auf die Sprünge helfen – unterstützen; behilflich sein
 
Vorkämpferin, die – eine Person, die sich als Erste für eine Sache oder Idee einsetzt
 
Kontaktanzeige, die –ein Artikel in einer Zeitung, um Bekanntschaften zu suchen
 
prompt - sofort
 
Irrenhaus, das – umgangssprachlich: Klinik für Psychiatrie
 
gesteckt – hier: ins Krankenhaus gebracht
 
Bedürfnis, das – hier: das Interesse; der Wunsch
 
Landwirt, der – der Bauer
 
sich selbst bewerben als – sich selbst nennen; sich selbst vermarkten
 
Mentalität, die – die Meinung; die persönliche Einstellung
 
Akzeptanz, die – die Bereitschaft zur Annahme
 
etwas zugeben – etwas eingestehen(adj.擔保.為..承擔後果)
 
etwas ist gescheitert – etwas hatte keinen Erfolg
 
Skepsis, die – das Misstrauen

Benimm-Regeln für Touristen in Venedig


Die Stadt Venedig hat Anstandsdamen angestellt, damit sich die Touristen künftig(adj.將來的) besser benehmen. Doch ob man damit den täglichen Touristenansturm(r.蜂擁.突擊) besser in den Griff(r.抓) bekommt(善於應付某事), ist fraglich.

Es ist ein sonniger Tag. Auf dem Markusplatz drängen sich Touristengruppen aus aller Welt am Eingang des Markusdoms. Eine Gruppe prächtig gekleideter indischer Touristen hat ihre Sandalen(e.涼鞋) ausgezogen und entspannt sich auf den Stufen rund um den Platz. Neben ihnen packt eine holländische Familie einen großen Fresskorb(r.大量食物) aus. Ähnliche Szenen wiederholen sich rund um die berühmte Piazza. Genau dieses Touristen-Verhalten versucht Venedigs Stadtverwaltung jetzt zu stoppen.
 
Sie hat das Essen, Sonnen, Hinlegen(s.放下) und Campieren auf der Piazza und in der umliegenden(adj.鄰近的.周圍的) Nachbarschaft verboten. So genannte "Hostessen" sollen darüber wachen, dass die Regeln eingehalten(vt.遵守.履行) werden. "Die sieben Hostessen sollen das gute Benehmen fördern", sagt Tourismus-Stadtrat Augusto Salvadori. "Sie erklären den Touristen zum Beispiel, dass sie nicht auf der Piazza picknicken oder ihren Oberkörper entblößen(vt.裸露) sollen. Und sie erinnern sie daran, dass sie nicht einfach ihren Müll rumliegen lassen können."
 
Auf dem Markusplatz ist diese Benimm-Dich-Razzia nicht gerade beliebt. "Das ist lächerlich(adj.可笑的.好笑的)", sagt die amerikanische Touristin Courtney Walker, während sie ihren Hamburger und Fritten fest umklammert(vt.握住.緊抱.抓住). Viele Venezianer teilen diese Meinung. So würden die Hostessen vor allem nicht das Problem beheben(vt.消除.排除), wie man mit mehr als 19,5 Millionen Touristen im Jahr umgehen soll. "Statt zukünftige Strategien für den Tourismus und die Bewirtschaftung zu entwickeln, verbietet die Stadtverwaltung das Essen von Sandwiches", sagt Andrea Chiappa, Vize-Präsident der Hotelier-Vereinigung Venedig, kopfschüttelnd(adj.搖頭的).
 
 Dienstag, 3. Juli 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2668343,00.html
GLOSSAR
 
Ansturm, der – ein starkes Drängen einer großen Menschengruppe zu einem Ort hin
 
etwas in den Griff bekommen – ein Problem lösen
 
prächtig – prunkvoll
 
ausziehen – hier: Schuhe/ Kleidung vom Körper nehmen
 
sich entspannen – sich ausruhen
 
Stufe, die – hier: ein Teil einer Treppe
 
Fresskorb, der – umgangssprachlich: ein Behälter mit sehr vielen Lebensmitteln
 
Stadtverwaltung, die – alle Ämter, die die öffentlichen Lebensbereiche organisieren, zum Beispiel Schulbildung, Umwelt, Gesundheit
 
umliegend – sich in der Nähe befindend
 
etwas einhalten – sich an etwas orientieren, dass im Augenblick gültig ist
 
entblößen – sich entkleiden
 
umklammern – stark festhalten
 
beheben - lösen
 
mit etwas/ jemandem umgehen – etwas/ jemanden behandeln
 
Bewirtschaftung, die – die Versorgung; die Dienstleistung
 
verbieten – untersagen; ein Verbot aussprechen
 

18.6.08


Eines der großen Rätsel(s.謎) der Alt-Ägypten-Forschung scheint gelöst: Ägyptische Archäologen haben die Mumie der legendären(adj.legendar.傳說的.難以置信的) Königin Hatschepsut identifiziert(vt.鑑定.驗明.把..視為同一). Sie war die einzige weibliche Herrscherin im alten Ägypten.

Hatschepsut war die einzige weibliche Herrscherin im alten Ägypten. Sie regierte(vt.統治.管理) nach dem Tod ihres Gatten(r.丈夫) und Halbbruders, des Pharaos Thutmosis II., von 1502 bis 1482 v. Chr. Sie soll den Thron ihrem jüngeren Stiefsohn Thutmosis III. entrissen(vt.搶走.奪走) haben. Die ungewöhnliche Frau trug während ihrer Herrschaft einen künstlichen(adj.人工的) Bart, kleidete sich wie ein Mann und bezeichnete(vt.稱..為) sich als Pharao. Trotz ihres eigenwilligen(adj.固執的) Auftretens besaß sie angeblich mehr Macht als Kleopatra und Nofretete.

Bereits 1903 war die Mumie der Hatschepsut bei Grabungen im Tal der Könige gefunden worden. Der britische Archäologe Howard Carter erkannte sie damals allerdings nicht als die legendäre Pharaonin. Neu aufgerollt(vt.這裡指加工,打開捲著的東西.提出問題加以研究.捲起袖子) wurde der Fall erst 2006, als ein Team von Archäologen unter Leitung des Chefs der ägyptischen Altertümer-Verwaltung, Zahi Hawas, damit begann, die Bestände(r.存在的東西.貨物) des Museums nach der Mumie der legendären Hatschepsut zu durchforsten(vt.有計畫的砍伐.探勘). Von Hatschepsut selbst besaß man bis dahin einen Zahn, der in einer Holzkiste aus ihrem prächtigen(adj.富麗堂皇的.奢華的) Totentempel(r.祭祀神殿) lag, und Organe, die in Krügen(r.陶土作的罐子) waren und als Grabbeigaben(e.陪葬物) gedient hatten.
 
Nach langer Suche erinnerte sich der Wissenschaftler an die von Carter zurückgelassene(vt.離開.留下.留...給) Frauenmumie aus dem Tal der Könige und ließ diese nach Kairo bringen. Nun ging es nur noch darum, das Puzzle zusammenzusetzen. Die DNA-Analysen des Gewebes(s.細胞組織.織物) der Mumie ergaben, dass die Tote mit Hatschepsuts Vater Thutmosis I., ihrem Halbbruder Thutmosis II. und ihrem Halb-Neffen Thutmosis III. verwandt gewesen sein musste. Die Computer-Tomographie(e.斷層掃描) ergab zweifelsfrei, dass der Zahn aus Hatschepsuts Holzkiste genau in die Zahnlücke der Mumie passte.
 
Top-Thema vom Freitag, 29. Juni 2007 http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2651061,00.html 
GLOSSAR
 
jemanden identifizieren - jemanden erkennen
 
Rätsel, das - eine schwierige Frage
 
legendär - hier: durch eine alte Geschichte bekannt; sagenhaft
 
regieren - herrschen
 
Gatte, der - der Ehemann
 
etwas entreißen - etwas mit Gewalt nehmen
 
künstlich - nicht natürlich
 
sich bezeichnen als - sich nennen
 
angeblich - wahrscheinlich
 
Grabung, die - archäologisch: im Erdboden nach alten, interessanten Gegenständen suchen
 
aufrollen - hier: bearbeiten
 
Altertümer-Verwaltung - eine Abteilung, die für alte Gegenstände verantwortlich ist
 
Bestand, der - hier: alle Gegenstände(r.物體.對象.題目) und Ausstellungsstücke des Museums
 
durchforsten - suchen
 
besitzen - haben
 
prächtig - prunkvoll
 
Organ, das - ein Bestandteil des Körpers, das eine bestimmte Aufgabe hat, zum Beispiel: das Herz, der Magen oder die Niere
 
Grabbeigabe, die - ein Gegenstand, die zu einem Toten ins Grab gelegt wird
 
zurücklassen - verlassen(vt.離開)
 
Gewebe, das - hier: der Stoff, aus dem ein menschlicher Körper besteht
 
Tomographie, die - ein Prozess, der Körperteile im Querschnitt darstellt
 
zweifelsfrei - eindeutig

Gesunde Bio-Pommes? kein Problem


Gute Ernährung und Fast Food – auf den ersten Blick ein Gegensatz. Ein Imbissbudenbesitzer aus München zeigt jedoch, dass man beides haben kann. In seinem Lokal gibt es gesundes Fast Food.

Es ist mittags um halb eins. In einer Imbissbude in München stehen die Menschen Schlange. Der Duft(r.氣味) von Pommes erfüllt(vt.使充滿) die Luft. Hinter der Theke(e.櫃台.吧檯) steht Bernie Heiler. Er ist der Besitzer der "Pommes-Boutique(e.小商店)". Das Lokal ist klein, aber extravagant(adj.奢侈的.過分的.浪費的). Der Boden ist schwarz, die Wände lila und grün.
 
Im Jahr 2006 hatte Bernie Heiler die Idee, einen coolen Imbiss zu eröffnen. Er fand, dass viele Imbissbuden schäbig(adj.磨損的.陳舊的.小氣的) sind und ungesundes Essen verkaufen. "Wenn die Imbissbude eine schöne Atmosphäre(e.氣氛.環境.大氣層) hat und man Essen mit guter Qualität verkauft, kommt das bestimmt gut an", dachte er sich. Und er hatte Recht. Es hilft ihm auch, dass Bio-Produkte in Europa immer beliebter werden.
 
Gut 200 Pommes-Tüten werden täglich verkauft. Als Beilage(e.配菜.附加物) gibt es zum Beispiel eine Portion Rohkost(e.生的食物). Auf der Speisekarte stehen auch Brat- und Currywürste. Das Fleisch kauft Heiler beim Bio-Metzger. Dazu gibt es 20 unterschiedliche Soßen, wie die scharfe "Samurai"-Soße oder die weniger scharfe andalusische(adj.安達露西亞的..西班牙南部) Sauce mit Zwiebeln und Tomaten.
 
Eine Portion(e.份) Pommes isst Bernie Heiler jeden Tag ohne schlechtes Gewissen(s.良心.良知) selbst. Er ist davon überzeugt, dass seine Pommes-Tüte mehr Vitamin C enthält als eine Portion Salat!

Dienstag, 17. Juni 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3417593,00.html
 
Glossar
 
Bio – hier: Essen, das ohne chemische Zusätze und ökologisch hergestellt wurde (zum Beispiel: Bio-Tomaten oder Bio-Fleisch)
 
Pommes, die – Kartoffeln, die in Streifen geschnitten und in viel heißem Fett gebraten werden
 
Ernährung, die – das, was ein Mensch isst
 
Fast Food, das – Essen, das schnell vorbereitet ist und das man meist auch mitnehmen kann
 
Imbissbude, die – ein kleiner Laden, in dem fertige Gerichte verkauft werden
 
Schlange stehen – hintereinander warten, bis man an der Reihe ist
 
Theke, die – ein hoher Tisch, hinter dem der Verkäufer steht
 
Boutique, die – ein kleiner Laden, in dem meistens Kleidung und Schmuck verkauft werden
 
extravagant – etwas verrückt; speziell
 
schäbig – ein bisschen schmutzig und alt; abgenutzt(adj.用壞的.磨損的)
 
Atmosphäre, die – die Stimmung
 
etwas kommt gut an – etwas gefällt den Menschen
 
Beilage, die – das, was es zu einem Hauptgericht gibt, z.B. Salat oder Kartoffeln
 
Rohkost, die – Gemüse, das nicht gekocht wurde
 
Brat- oder Currywurst, die – spezielle Wurstsorten
 
Metzger, der – jemand, der Fleisch zubereitet und verkauft
 
andalusisch – aus Andalusien kommend (ein Gebiet im Süden Spaniens)
 
schlechtes Gewissen, das – das Gefühl, wenn man weiß, dass man etwas Schlechtes tut

15.6.08

Der Vatikan und der Verkehr


Autofahren kann gefährlich sein - und sündhaft(adj.罪惡的). Mit den Zehn Geboten für Autofahrer warnt der Vatikan vor Sünden im Straßenverkehr und fordert eine christliche Vorbildfunktion. Nicht bei allen Gläubigen(r.信徒) kommt das gut an.

Sündigen im Straßenverkehr? Matthias Koffler ist irritiert(adj.激怒的.擾亂的.迷惑的). "Wie ernst ist das denn gemeint?", fragt der Geistliche Leiter der Katholischen Junge Gemeinde (KJG) spontan(adj.本能的.自動自發的). Von den Zehn Geboten für Autofahrer hat er noch nichts gehört. "Die erste Reaktion ist, gibt es nicht wichtigere Themen für den Vatikan?", sagt Koffler.
 
Die "Zehn Gebote" für Autofahrer sind aber absolut ernst gemeint und beschreiben ethisches Autofahren. Das erste Gebot lautet: "Du sollst nicht töten." In den weiteren Geboten werden die Autofahrer zu Höflichkeit aufgefordert(vt.要求.請求zu). "Autos sollten kein Ausdruck von Macht und Dominanz sein", heißt es. Auch an die Nächstenliebe appelliert(vt.呼籲.招換an) der Vatikan, etwa im Hinblick auf Hilfe für Unfallopfer und deren Angehörige. "Selbst gefährliches Überholen(s.超過.趕過.修理) kann Sünde sein", warnte Kurienkardinal(r.羅馬教廷主教) Renato Martino in Rom bei der Vorstellung des Verhaltenskodexes.
 
Bei den Gläubigen vor Ort scheinen die Leitsätze(r.指導原則) jedoch kaum anzukommen. Johannes Reiter, Professor für Moraltheologie an der Universität Mainz, hat von ihnen nur zufällig erfahren. "Im Tagesgeschehen gehen diese Gebote in der Kirche unter", sagt er. "Das sind Selbstverständlichkeiten, wie zivilisierte Menschen miteinander umgehen." Er erwarte nicht, dass nun in Zukunft "Zehn Gebote" für alle Lebenslagen veröffentlicht würden.
 
Genau das befürchten aber manche Gläubige. "Mir erscheint diese Ableitung(e.推廣.疏導) auf Autofahrer banal(adj.平庸的)", erklärt Barbara Breher, stellvertretende Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland. "Alles was in diesen Geboten steht, lässt sich in den biblischen Zehn Geboten finden. Soll man jetzt für alle Lebensbereiche Zehn Gebote formulieren? Diese Regelungswut halte ich nicht für gelungen."
 
 Dienstag, 26. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2635100,00.html
Die Zehn Gebote für Autofahrer:
 
1. Du sollst nicht töten!
2. Die Straße sei für dich ein Kommunikationsweg zwischen den Menschen und kein Ort, um tödlichen Schaden anzurichten!(vt.釀成.惹起.準備好擺上)
3. Höflichkeit, Korrektheit und Umsicht sollen dir helfen, unvorhersehbare(adj.不可預見的.無法預測的) Situationen zu meistern(vt.掌握.勝任.控制)!
4. Sei barmherzig(adj.富有同情心的) und hilf dem Nächsten in der Not(e.必要.急須.貧困), besonders wenn er Opfer eines Unfalls ist!
5. Das Auto sei für dich kein Statussymbol der Macht und Herrschaft und kein Anlass(r.誘因.原因.機會) zur Sünde!
6. Überzeuge in Liebe die jungen Menschen - aber auch die nicht mehr jungen - sich nicht hinters Steuer zu setzen, wenn sie nicht fahrtüchtig(adj.很會開車的) sind!
7. Helfe den Familien von Unfallopfern!
8. Sorge dafür, dass sich Unfallopfer und Verursacher in einem geeigneten Moment begegnen, damit sie die befreiende Erfahrung der Vergebung(e.原諒.寬恕.分配) machen können!
9. Schütze auf der Straße die Schwächsten!
10. Fühle dich stets für die anderen verantwortlich
 

GLOSSAR
 
sündhaft – gewissenlos(adj.沒有良心.不負責任的)
 
Gläubige, der – ein religiöser Mensch
 
etwas kommt bei jemandem gut an – umgangssprachlich: etwas gefällt jemandem
 
sündigen – sich ohne Moral verhalten
 
irritiert sein – verwirrt sein(adj.混亂的.糊塗的.不知所措的)
 
spontan – ohne zu überlegen
 
Ausdruck, der – hier: das Zeichen; das Symbol
 
an jemanden appellieren – jemanden zu etwas auffordern
 
Unfallopfer, das – jemand, der im Straßenverkehr verletzt oder getötet wurde
 
Angehöriger, der – das Familienmitglied
 
Kurienkardinal, der – in der römisch-katholischen Kirche: oberster Mitarbeiter der Zentralregierung
 
Leitsatz, der – die Regel
 
Tagesgeschehen, das – der Alltag
 
weitgehend – hauptsächlich
 
Selbstverständlichkeit, die – die Normalität
 
Lebenslage, die – die Lebenssituation
 
Ableitung, die - die Übertragung(e.播送.傳播.翻譯.改編.改寫)
 
Regelungswut, die – der Drang, Regeln aufzuschreiben
 
Kommunikationsweg, der – ein Mittel um miteinander in Kontakt zu treten
 
anrichten – verursachen
 
unvorhersehbar – unerwartet
 
etwas meistern – etwas schaffen
 
barmherzig – hilfsbereit
 
Statussymbol, das – ein Gegenstand, der Reichtum und Macht demonstriert
 
fahrtüchtig – fähig sein, zu fahren
 
Vergebung, die – die Gnade
 

14.6.08

Moderne Sklaverei in China


In chinesischen Ziegeleien(e.磚窯廠) und Minen schuften Arbeiter unter menschenunwürdigen(adj.不合乎人的尊嚴的.) Bedingungen. Die Besitzer der Betriebe beuten(vt.剝削.開採) die Männer hemmungslos(adj.無限制的) aus. Den Behörden wird vorgeworfen(vt.責備.斥責), die Sklavenhalter gedeckt zu haben.

Befreite Sklavenarbeiter, die verdreckt (adj.滿身是泥.髒的)und teilweise mit offenen Wunden aus ihren Unterkünften(r.住宿) wanken(vt.搖晃.不穩.猶豫.遲決) - diese Bilder haben chinesische Öffentlichkeit wachgerüttelt(vt.搖醒.喚醒). Über tausend Arbeiter wurden in chinesischen Ziegeleien und Kohleminen wie Sklaven behandelt. Sie lebten unter menschenunwürdigen Bedingungen und schufteten für Hungerlöhne.
 
Die jungen Arbeiter stammen zum größten Teil aus der benachbarten(adj.鄰近的) Provinz(e.省) Henan, eine landwirtschaftlich geprägte Provinz mit 100 Millionen Einwohnern. Die ungebildeten Arbeitskräfte vom Land suchen Jobs in den Städten und werden so leicht zum Opfer illegaler Arbeitsvermittler(r.仲介). Diese sprechen die jungen Männer am Straßenrand an und versprechen ihnen gute Verdienste. Anschließend schicken sie die ahnungslosen Arbeitssuchenden in einem Bus auf die Reise zu einer illegalen Mine oder Ziegelei.
 
Die Besitzer der Betriebe verdienen durch den Einsatz von Schwarzarbeitern das Tausendfache. Den chinesischen Behörden wird vorgeworfen, Sklavenhalter gedeckt zu haben. Die schockierenden Bilder aus Ziegeleien und Minen beunruhigen(vt.令人感到不安的) nun auch die chinesische Regierung. Die kommunistische Partei fürchtet, dass das von ihr propagierte(adj.宣傳.為...做廣告) positive Bild von der "harmonischen(adj.和諧的) Gesellschaft" durch die Sklavenarbeiter im modernen China böse angekratzt(adj.損傷的) werden könnte.
 
Freitag, 22. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2619020,00.html 
GLOSSAR
 
schuften - sehr hart körperlich arbeiten
 
menschenunwürdig - so schlecht, dass es für einen Menschen nicht angemessen ist
 
jemanden ausbeuten - von jemandem Leistungen verlangen, um selbst daran zu verdienen
 
jemanden decken - dafür sorgen, dass jemand für eine kriminelle Handlung nicht verantwortlich gemacht wird
 
Sklavenhalter, der - jemand, der Menschen für sehr geringen oder gar keinen Lohn schwer für sich arbeiten lässt
 
verdreckt - schmutzig
 
wanken - unsicher gehen, als ob man umfallen würde
 
jemanden wachrütteln - hier: jemanden auf etwas aufmerksam machen
 
Arbeitsvermittler, der - jemand, der einem Arbeitssuchenden eine Arbeit verschafft
 
Verdienst, der - hier: der Lohn
 
ahnungslos - nicht wissend
 
schockierend - erschütternd
 
etwas propagieren - versuchen, viele Menschen von etwas zu überzeugen
 
böse - hier: sehr stark; sehr schlimm
 
etwas ist ankratzt - bildlich: etwas ist beschädigt
 

Die literarische Leben der Siebenbürger Sachsen


Es gibt nur noch wenige Siebenbürger Sachsen im rumänischen Sibiu (Hermannstadt). Ihre deutschsprachige Literatur und Kultur steht kurz vor dem Ende. Ein Hoffnungsschimmer ist ein Café, das deutsche Bücher verkauft.

Im 12. Jahrhundert kamen die ersten Deutschen zum Arbeiten in das Gebiet Siebenbürgen, das damals zu Ungarn gehörte, um die Grenze zu sichern. Sie bekamen damals versehentlich(adv.由於疏忽大意.無意中) den Namen "Sachsen", und so nennen sich heute noch die Deutschen, die seit Generationen in der Region leben: Siebenbürger Sachsen. Obwohl sie eine Minderheit(e.少數) sind, bereicherten(vt.使充實.富裕.豐富) sie seit Jahrhunderten durch ihre Kultur und Literatur die Gegend(e.地區地帶), die seit dem Ende des Ersten Weltkrieges zu Rumänien gehört.
 
Aber viele Autoren - und ihre Leser - flohen bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor der minderheitenfeindlichen Politik Rumäniens. Nach dem Fall der Mauer 1989 folgten in einer großen Ausreisewelle fast alle anderen. Es gibt nur noch wenige Siebenbürger Sachsen in Hermannstadt. Damit stellt sich die Frage, ob die Literatur und Kultur der Siebenbürger Sachsen noch eine Zukunft hat.
 
Im Büchercafé Erasmus sitzen Schüler, Studenten, auch ein paar Touristen. Hier kann man in Ruhe stöbern(vt.翻尋.搜尋.紛飛), lesen und einen Milchkaffee trinken. Es werden deutsche, rumänische und sogar englische Bücher verkauft. Das Café ist auch ein Treffpunkt der Siebenbürger Sachsen geworden. Denn das Büchercafé Erasmus hat mit seinem Angebot an deutschen Büchern einen Notstand(r.緊急狀況) beendet. Die Bücher haben sogar den gleichen Preis wie in Deutschland, denn die Transportkosten übernehmen die Buchhändler selbst.
 
Das Büchercafé Erasmus ist nicht der einzige Hoffnungsschimmer für die deutschsprachige Kultur in Siebenbürgen. Einige der Autoren, die weggegangen sind, kommen zurück. Andere kommen aus Deutschland, ohne hier familiär verwurzelt(adj.紮根的) zu sein. Sich als Europäer oder Weltbürger zu verstehen, die Chance haben die Menschen in Hermannstadt inzwischen mehr denn je. Mit der Vergangenheit im Rücken etwas völlig Neues zu gestalten(vt.塑造.刻畫.擬定.舉辦), das wird die Aufgabe für die kommenden Jahre sein.
 
Dienstag, 19. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2615478,00.html 
GLOSSAR
 
Hoffnungsschimmer, der – Bild für: etwas, das Zuversicht und Hoffnung gibt
 
versehentlich – ohne Absicht
 
Minderheit, die – eine kleine Gruppe von Personen, die innerhalb einer großen Gruppe von Personen lebt
 
etwas bereichern - hier: etwas positiv erweitern
 
Gegend, die – die Region
 
fliehen –einen Ort schnell verlassen
 
minderheitenfeindlich – sich gegen eine Minderheit richtend
 
Ausreisewelle, die - wenn viele Menschen auf einmal ein Land verlassen
 
stöbern – lange nach alten Dingen suchen
 
Treffpunkt, der – ein Ort, an dem mehrere Personen zusammenkommen
 
Notstand, der – hier: eine Situation, in der es an etwas mangelt
 
Transportkosten, die – das Geld, das man für die Beförderung bezahlen muss
 
etwas übernehmen – hier: etwas bezahlen
 
Buchhändler, der – jemand, der Bücher verkauft
 
verwurzelt sein – eine persönliche Verbindung mit einem Ort zu haben
 
Weltbürger, der – ein Mensch, der für andere Länder und Kulturen offen ist
 
sich als etwas verstehen – sich als etwas zu sehen
 
etwas gestalten – etwas entwickeln; etwas formen

13.6.08

Coke versus Pepsi-Die neue Brausekrieg


Seit Jahren kämpfen Coca-Cola und Pepsi um die Vormachtstellung(e.優勢) in Sachen Cola. Jetzt läuten die beiden Hersteller eine neue Runde ein: den Kampf um gesunde Getränke. Die Kundschaft will Fitness-Drinks statt Limonade.

Zu viel Zucker, zu ungesund und zu viel Kohlensäure - viele gesundheitsbewusste Menschen wenden sich von der süßen Brause(e.汽水.蓮蓬頭) ab. Statt Cola trinken sie lieber Vitamingetränke und exotische(adj.外來的) Tees. Hautsache es ist gesund!
 
Die beiden großen Cola-Hersteller Coca-Cola und Pepsi wollen diesen neuen Markt erobern. Sie haben es auf die Produzenten von Vitamin- und Energy-Drinks abgesehen(vt.看見.預見). In Mexiko, China, der Ukraine, Großbritannien oder den USA - überall kaufen die beiden Branchenriesen(r.專業巨人) andere Firmen auf(vt.大量購買).
 
Bei Pepsi erkannte man den Trend(r.趨勢) zum gesunden Drink allerdings schon früher als bei Coca-Cola. Bereits 2001 schnappte(vt.很快的抓住.) man sich für 13,8 Milliarden Euro den Lebensmittelkonzern Quaker Oats. Coca-Cola hatte das Angebot im Vorfeld(在開始之前) abgelehnt. Das war eine fatale(adj.致命的.決定性的) Fehlentscheidung.
 
"Der Unterschied ist, dass Pepsi es damals wirklich ernst meinte und Coke nicht", sagt Emanuel Goldman, einer der angesehensten amerikanischen Getränke-Analysten im Gespräch mit der New York Times. Bei Coke habe man die Umstellung(e,轉變位置.重新部屬) des Sortiments(s.套.組.副.類.花色品種) vernachlässigt. Das muss jetzt offenbar schnell ausgebügelt(vt.使...又平穩下來.把..燙平(Falten皺紋)) werden.
 
In der Ukraine hat Pepsi offenbar den Wettbewerber Coca-Cola im Rennen um den Hersteller Sandora ausgestochen(vt.取代.挖掉.割掉.勝過.超越). Besonders umkämpft ist auch der chinesische Markt. Die beiden Hersteller konkurrieren um die Marktanteile. Der Anteil von Coca-Cola wuchs im ersten Quartal um 17 Prozent. Und auch Pepsi zieht nach(vt.跟隨.描繪.重新培植). Der Konzern will seine Belegschaft (e.一個企業全體的員工)in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Der Kampf geht also weiter.
 Freitag, 15. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2610508,00.html
 
GLOSSAR
 
Brause, die - ein süßes, sprudelndes Getränk
 
Vormachtstellung, die - hier: die Herrschaft auf einem Gebiet
 
eine neue Runde einläuten - Bild aus dem Boxkampf: einen neuer Kampf zwischen zwei Gegnern beginnt
 
Kohlensäure, die - Säure, die Bläschen in Limonade entstehen lässt
 
gesundheitsbewusst - auf die Gesundheit achtend
 
erobern - darum kämpfen, etwas zu bekommen
 
es auf etwas absehen - etwas unbedingt haben wollen
 
sich etwas schnappen - sich etwas schnell nehmen
 
im Vorfeld - vor dem Beginn
 
etwas ablehnen - etwas nicht annehmen; etwas nicht akzeptieren
 
etwas ernst meinen - etwas als wichtig empfinden
 
angesehen - geachtet; bekannt
 
Sortiment, das - das Warenangebot
 
vernachlässigen - sich um etwas nicht kümmern
 
offenbar - anscheinend
 
ausbügeln - bildlich: die Falten aus Kleidung bügeln; hier: einen Fehler ausbessern(vt.修補)
 
jemand ausstechen - besser sein als jemand und ihn von seinem Platz verdrängen
 
umkämpft - umworben
 
konkurrieren - im Wettbewerb etwas für sich gewinnen
 
nachziehen - einem Beispiel folgen; etwas nachahmen
 
Belegschaft, die - Personen, die in einer Firma arbeiten
 

"Rock me, Amadeus!" – die Musik-Legende Falco


Die Sonnenbrille und die Lederjacke waren seine Markenzeichen. Der Musiker Falco begeisterte Menschen auf der ganzen Welt. Er war eine schillernde(adj.看不透的.五彩繽紛的) Figur der 80er Jahre. In seiner Karriere hat er Höhen und Tiefen erlebt.

Hans Hölzel alias (adv.化名為)Falco hatte sein Leben lang davon geträumt, berühmt zu werden. Als Kind spielte er Klavier, und als Jugendlicher lernte er E-Gitarre und E-Bass. Zu Beginn seiner Zeit als Musiker spielte er in verschiedenen Bands. Doch 1981 wurde er als Solo-Künstler entdeckt. Sein erstes bekanntes Lied war "Der Kommissar".
 
1986 schaffte Falco es als erster deutschsprachiger Künstler auf Platz Eins der US-Charts. Sein Song "Rock me Amadeus" wurde ein international bekannter Hit(r.風行一時的作品). In dem Song geht es um den Komponisten(r.作曲家) Wolfgang Amadeus Mozart.
 
Mit dem Hit "Rock me Amadeus" hatte Hans Hölzel sein Ziel erreicht: er war ein erfolgreicher Musiker, hatte viele Fans und verkaufte Millionen Schallplatten(e.唱片). Doch in den 90er-Jahren wurde es stiller um ihn(沈寂了). Er war nicht mehr so erfolgreich wie früher.
 
Als schon lange niemand mehr von Falco sprach, endete Hans Hölzels Leben 1998 bei einem Autounfall. Seine letzte CD "Out of the Dark" schaffte es post mortem(死後) sofort auf Platz zwei der Charts in Österreich und Deutschland. Er hat auch heute noch viele Fans.
 
  Freitag, 13. Juni 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1546445,00.html
Glossar
 
Legende, die – hier: jemand, der sehr berühmt ist
 
Markenzeichen, das – eine bestimmte Sache, die typisch für einen Menschen ist
 
jemanden begeistern – jemanden sehr beeindrucken
 
schillernd – bunt, auffällig
 
Karriere, die – der berufliche Weg
 
Höhen und Tiefen, die – bildlich: gute und schlechte Zeiten
 
alias – auch bekannt als
 
E-Gitarre, die – ein Musikinstrument: die elektronische Gitarre
 
E-Bass, der – ein Musikinstrument: der elektronische Bass
 
Band, die – Anglizismus: eine Musikgruppe
 
Solo-Künstler/in, der/die – jemand, der/die alleine auf der Bühne steht
 
Charts, die – eine Liste, auf der die erfolgreichsten Lieder der Woche oder des Monats stehen
 
Hit, der – Anglizismus: ein bekanntes und erfolgreiches Lied
 
Komponist/in, der/die – jemand, der/die Musikstücke schreibt
 
Fan, der – Anglizismus: jemand, der einen bestimmten Künstler sehr gerne mag (man sagt: "ich bin ein Fan von …")
 
Schallplatte, die – ein Tonträger in Form einer großen schwarzen Scheibe
 
es wird stiller um jemanden – jemand bekommt weniger Aufmerksamkeit
 
post mortem – nach dem Tod

11.6.08

Liebe auf den zwei Blick


Auf den ersten Blick wirkt Kassel beschaulich(adj.沈思的.舒坦寧靜的). Doch alle fünf Jahre richtet sich das Augenmerk auf die Stadt. Dann findet hier die documenta statt. Die Kunstausstellung(e.美術展) zieht Menschen aus aller Welt ins ruhige Kassel.

In Kassel findet alle fünf Jahre die bedeutendste(adj.重要的.卓越的.有價值的) Ausstellung moderner, bildender Kunst statt. Die documenta lockt Besucher aus aller Welt in die Stadt an der Fulda. Wenn man einen Spaziergang durch Kassel macht stößt man auf so allerlei(adj.各式各樣的) Verrücktes(r.瘋子). Auf einen 1000 Meter langen Metallstab zum Beispiel, der senkrecht (adj.垂直的)in die Erde gerammt(vt.從側面撞擊) wurde. Die Skulptur(e.雕像) nennt sich das "Kasseler Loch" und wurde von dem Künstler Walter de Maria kreiert(vt.創造).
 
Nicht nur neue Kunstwerke zieren(vt.裝飾) Kassel, man kann hier auch ältere Werke bewundern: Die Galerie alter Meister im Schloss Wilhelmshöhe birgt(vt.搶救.隱藏.保護.藏有) eine der bedeutendsten Rembrandt-Sammlungen der Welt.
 
Doch Kassel hat noch mehr zu bieten. Die Stadt bildet den Mittelpunkt der "Deutschen Märchenstraße", einer romantischen Touristenstrecke von Hanau nach Bremen. Die Straße verdankt ihren Namen den Gebrüdern Wilhelm und Jacob Grimm. Sie lebten und arbeiteten in der Region um Kassel. Zwischen 1812 und 1815 trugen sie hier den größten Teil ihrer weltberühmten Sammlung von Märchen zusammen.
 
Und was gibt es in Kassel noch außer Kunst und Märchen? Die Kasseler sind stolz auf ihre Fleischspezialitäten. Doch es geht nicht um das namensverwandte Gericht "Kasseler", sondern um die "Ahle Wurscht". Diese Wurst gibt es nur hier in Kassel und sonst nirgendwo in Deutschland.
 
Dienstag, 12. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2606272,00.html 
GLOSSAR
 
beschaulich - ruhig
 
Augenmerk, das - die Aufmerksamkeit
 
bedeutend - wichtig; herausragend
 
jemanden locken - jemanden dazu bringen, irgendwohin zu gehen
 
auf etwas/ jemanden stoßen - jemand treffen, hier: etwas entdecken
 
allerlei - vieles, verschiedenes
 
senkrecht - aufrecht; gerade
 
etwas rammen - hier: etwas mit Kraft in den Boden stoßen
 
etwas kreieren - etwas erschaffen(vt.創造)
 
zieren - schmücken, dekorieren
 
Werk, das - hier: große künstlerische Leistung
 
bergen - beinhalten, umfassen
 
Kuriose, das - das Seltsame, das Merkwürdige
 
Märchen, das eine überlieferte Erzählung, in der Personen wie zum Beispiel Hexen, Riesen oder Zwerge  und unwirkliche Ereignisse vorkommen
 
etwas zusammentragen - etwas sammeln
 
Kasseler, das - gepökeltes und leicht geräuchertes Schweinefleisch
 
Ahle Wurscht - nordhessischer Dialekt für alte Wurst. Ahle ist dabei der Ausdruck für "alte" und bringt zum Ausdruck, dass es sich um eine lange gereifte Wurst handelt.
 
nirgendwo - an keinem Ort

Entwicklungshilfe-ein süßes Gift


Braucht Afrika wirklich mehr Entwicklungshilfe? Experten warnen: Mehr Geld bedeutet nicht unbedingt, dass die Probleme des armen Kontinents wirksam bekämpft werden.

Die Summe ist unvorstellbar(adj.無法想像的): Seit 1960 ist fast eine Billion US-Dollar an Entwicklungshilfe nach Afrika geflossen. Trotzdem geht es vielen Ländern in Afrika heute schlechter als damals, kritisiert Cord Jakobeit, Politikwissenschaftler an der Universität Hamburg.
 
"Wenn die Antwort auf die Probleme Afrikas 'mehr Geld' ist, dann ist diese Antwort naiv", sagt Jakobeit. Diese Forderung trage zwar dazu bei, das Bewusstsein der Öffentlichkeit in den Industrieländern für die Probleme Afrikas zu schärfen(vt.加強.削尖). Vor Ort ändere sich dadurch aber noch nichts. Es sei noch viel zu wenig über die Wirkungen von Entwicklungshilfe bekannt, um sagen zu können, mehr Geld bringe Fortschritt, gibt Jakobeit zu bedenken.
 
Skeptisch(adj.懷疑的) ist auch Matthias Busse vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut. Laut Busse könne Entwicklungshilfe wirken wie ein "süßes Gift". Hilfe könne dazu führen, dass die Länder sich kaum noch anstrengen um Steuern einzutreiben. "Die brauchen sie aber für einen lang anhaltenden, sich selbst verstärkenden Aufschwung(r.發展.高漲.繁榮)", sagt Busse.
Der Forscher verurteilt Entwicklungshilfe jedoch nicht pauschal(adj.總共的). Positive Wirkungen seien möglich. Grundsätzlich sollte Entwicklungshilfe nur dann gewährt werden, wenn ein Land bereits selbständig Fortschritte erzielt habe, fordert Busse. Die reichen Länder sollten deshalb ihre Entwicklungshilfe-Etats(r.預算) deutlich reduzieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren. 

Freitag, 12. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2581051,00.html
GLOSSAR
Entwicklungshilfe, die - die meist finanzielle Unterstützung von armen Ländern
 
unvorstellbar - unbegreiflich; unglaublich
 
fließen - hier: transferieren; zukommen lassen
 
kritisieren - beurteilen; werten
 
naiv - arglos; leichtgläubig
 
Öffentlichkeit, die - die Allgemeinheit
 
Industrieländer, die - reiche Staaten; hoch entwickelte Länder mit bedeutender Produktion von Waren
 
skeptisch - kritisch; zweifelnd
 
süßes Gift, das - etwas verschleiertes Schlechtes mit einer offensichtlich angenehmen Seite; hier: Unterstützung, die einen negativen Effekt hat
 
verurteilen - bestrafen; richten
 
pauschal - insgesamt
 
grundsätzlich - prinzipiell
 
Etat, der - ein Budget(s,預算)
 
reduzieren - verkleinern; herabsetzten
 
konzentrieren - auf etwas besonders Acht geben

10.6.08

Im Lager der G8-Gegner herrscht Ruhe vor dem Sturm


Mehrere tausend Globalisierungsgegner haben in der Nähe des Tagungsorts(r.會議地點) Quartier bezogen. Rund fünf Kilometer Luftlinie(e.兩點之間的直線.航線) vom großen Sicherheitszaun entfernt bereiten sie sich auf den G8-Gipfel vor.

Im Lager sind Reggaerhythmen zu hören. Doch die sanften Klänge täuschen(vt.欺騙.迷惑) – die Stimmung im Lager der Gipfelgegner ist gespannt(adj.緊張的.極度的). Die Bewohner im Camp wissen, dass die brutalen(adj.暴力的) Übergriffe(r.干涉.侵犯) von Rostock die Deeskalationsstrategie(e.降低範圍和強度..前降低後戰略) der Sicherheitskräfte zunichte(adj.使某事落空(machen)使..化為烏有(werden)) gemacht haben. Diese warten in einiger Entfernung an einer Straßenkreuzung vor der Zufahrt zum Camp auf ihren Einsatz.
 
Einer der Lagerbewohner ist Marius Kürten. Er befürchtet, dass das Lagers geräumt werden könnte, wegen der heftigen Ausschreitungen(e.暴力行為.越軌.過度放蕩) in Rostock: "Wir bereiten uns im Moment auf einen Sturm(r.突擊.猛攻.狂風.政治上的風暴) unseres Lagers durch die Polizei vor. Wir glauben, dass die Polizei versucht, die Teilnehmerzahl für die folgenden Proteste zu verringern, indem sie das Lager stürmt und somit die Straftäter der letzten Demonstrationen festnimmt." Allerdings  vermutet auch er, dass gewaltbereite Autonome (r.自主.自治者)aus dem In-und Ausland Unterschlupf(r.躲藏.藏匿) in diesem Lager gefunden haben.
 
Die meisten Globalisierungsgegner haben hier zweifellos friedliche Absichten. Aber nicht alle distanzieren(vt.sich von 疏遠.不參與某事) sich von den gewaltbereiten Demonstranten - nicht um jeden Preis(所有情況). Einige geben der Polizei die Schuld an den Auseinandersetzungen des vergangenen Wochenendes, auch wenn man weiß, dass die gewalttätigen Chaoten viele der Sympathien für die Gipfelgegner zunichte gemacht haben.
 
 6. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2577253,00.html
GLOSSAR
 
Quartier, das - die Unterkunft
 
Tagungsort, der - der Ort, an dem die Teilnehmer eine Konferenz zusammen kommen
 
Luftlinie, die - die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten über den direkten Luftweg
 
G8-Gipfel, der - ein Treffen der Gruppe der Acht. Dieser Gruppe gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Russland, die Vereinigten Staaten und Großbritannien an. Sie beraten über globale Probleme wie den Klimaschutz und Armut.
 
etwas täuscht - etwas ist nicht so wie es scheint
 
gespannt - voller Erwartung(急切等待) darauf, was geschehen wird
 
brutal - besonders gewalttätig
 
Deeskalationsstrategie, die – Vorgehensweise, um Konflikte zu verhindern
 
Sicherheitskraft, die - ein/e Polizist/in
 
etwas zunichte machen - etwas zerstören
 
etwas räumen - von einem Ort weggehen
 
heftig - stark; schlimm
 
Ausschreitung, die - eine unkontrollierte gewalttätige Handlung
 
Sturm, der - hier: ein schneller Angriff
 
etwas verringern - etwas verkleinern
 
Straftäter, der - jemand, der ein Gesetzt gebrochen hat
 
Autonome, der - Mitglieder bestimmter unabhängiger Bewegungen
 
Unterschlupf, der - ein Ort an dem man Schutz findet; ein Zufluchtsort
 
sich von etwas distanzieren - von etwas Abstand nehmen
 
um jeden Preis - unter allen Umständen
 
Sympathie, die - hier: das Wohlwollen; die Zustimmung