23.8.08

Deutsche Unternehmen kehren heim


Der Stofftier-Hersteller Steiff holt seine Produktion aus China zurück und ist damit kein Einzelfall(r.個別狀況). Ist der Standort Deutschland doch wieder beliebter als das boomende Asien?

Es ist immer wieder Thema in den deutschen Medien: Mehr und mehr Unternehmen wandern ins Ausland ab. Hierfür werden vor allem die hohen Lohnkosten und Steuern in Deutschland verantwortlich gemacht. Experten glauben, dass China der große Zukunftsmarkt ist.
 
Kürzlich aber hat der traditionsreiche Stofftier-Hersteller Steiff mitgeteilt, dass er nicht mehr in China produzieren wird – und Steiff ist kein Einzelfall. Nach einer Studie des Vereins deutscher Ingenieure (VdI) kommt fast jeder fünfte Betrieb, der seine Herstellung ins Ausland verlegt hat, nach einigen Jahren wieder zurück. "Diese Zahlen zeigen uns, dass 'Made in Germany' weiterhin ein Zeichen für Qualität ist", sagt VdI-Präsident Bruno O. Braun.
 
Die Firma Steiff nennt vor allem Qualitätsmängel und lange Transportwege als Gründe für ihre Rückkehr. Der Geschäftsführer Martin Frechen beklagt außerdem, dass viele chinesische Mitarbeiter sofort den Job wechseln, wenn sie woanders 20 Dollar mehr im Jahr verdienen können. Allerdings braucht Steiff bis zu zwölf Monate, um einen Mitarbeiter einzuarbeiten.
 
Auch die hohen Energiepreise könnten zu einem Problem für die Unternehmen werden. Bisher lassen Hersteller die Einzelteile vieler Produkte meist einfach da produzieren, wo es am billigsten ist. Danach erst bringen Schiffe, Flugzeuge oder LKWs alles dorthin, wo es zusammengebaut wird. Wenn aber der Ölpreis weiter steigt, könnten die Transportkosten zu teuer werden und ebenfalls dafür sorgen, dass Firmen nach Deutschland zurückkehren.
 
Dienstag, 8. Juli 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3468899,00.html 
GLOSSAR
 
Unternehmen, das – die Firma
 
heimkehren – nach Hause kommen; zurückkehren
 
Stofftier, das – ein Spielzeug aus Stoff in Form eines Tieres, z.B. ein Teddybär
 
Standort, der – hier: der Ort, an dem eine Firma etwas produziert
 
boomen – hier: großes wirtschaftliches Wachstum erleben
 
Medien, die (Pl.) – die Presse; Fernsehen, Radio, Zeitung, Internet
 
abwandern – hier: den Ort wechseln; weggehen
 
Lohnkosten, die (Pl.) – das Geld, das ein Unternehmen für seine Mitarbeiter ausgibt
 
Experte/in, der/die – jemand, der über ein Thema sehr viel weiß
 
Zukunftsmarkt, der – der wirtschaftliche Markt, der in Zukunft boomen wird
 
traditionsreich – mit langer Tradition
 
Studie, die – die Untersuchung, die Recherche
 
etwas verlegen – hier: etwas an einem anderen Ort machen
 
Qualitätsmängel, die – schlechte Qualität; Fehler
 
Geschäftsführer, der – der Chef einer Firma
 
etwas beklagen – etwas nicht gut finden
 
woanders – an einem anderen Ort; hier: in einem anderen Unternehmen
 
jemanden einarbeiten – jemandem erklären und zeigen, wie er eine Arbeit machen muss
 
Energiepreis, der – hier: der Ölpreis (meist im Pl. "die Energiepreise")

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