13.2.09

Arm aber sexy


Wer heute in Sachen Kultur mitreden will, geht nach Berlin. Keine andere deutsche Stadt zieht so viele junge Künstler an wie die Metropole(e.中心) an der Spree. Droht dem Rest bald die kulturelle Bedeutungslosigkeit?‎

"Arm aber sexy": Diese Worte des Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit aus dem Jahr 2003 sind zu einer Art Slogan(r.標語) für die Hauptstadt geworden. Sie beschreiben einen Trend, dem vor allem junge Kreative folgen: Berlin hat sich ohne Zweifel zu Deutschlands Kulturmetropole Nummer eins entwickelt.
 
Junge Autoren bevölkern(vt.聚集.殖民) die Cafés des angesagten Stadtteils Prenzlauer Berg und brüten(vt.沈思) an Laptops über ihren Texten. Schon 2007 erschienen in Berlin mehr neue Bücher als irgendwo sonst in Deutschland. Damit überholte die Hauptstadt sogar frühere literarische Zentren wie etwa Stuttgart oder Frankfurt. Und auch viele Künstler, Designer und Filmemacher zieht es an die Spree.
 
Berlin ist in Aufbruchstimmung(覺醒). Doch was bedeutet diese Entwicklung für andere Metropolen in Deutschland? Für Köln stellt der Weggang von Künstlern und Kunsthändlern einen großen Verlust dar. Selbst die Art Cologne, die älteste Kunstmesse der Welt, schafft es kaum noch, internationale Sammler an den Rhein zu locken. Viele sind für ein Leben in Berlin sogar bereit, auf finanziell bessere Angebote anderer Städte zu verzichten.
 
Aber nicht nur Köln, auch Städte wie Hamburg und München haben an Attraktivität verloren. Deutschland folgt damit dem Trend vieler anderer Länder, deren kulturelles Leben sich auf ein einziges Zentrum konzentriert. Doch es gibt auch diejenigen, die bereits vom Ende dieser Entwicklung sprechen – so zum Beispiel Chris Dercon, der Leiter des Münchner Hauses für Kunst. Er behauptet: "Zu Fuß, in zerrissenen Adidas-Anzügen, kaputte iBooks unterm Arm, kaputte Sonnenbrillen auf der Nase, so werden sie in andere Städte flüchten: Köln, Düsseldorf, Hamburg und natürlich auch nach München."
 
Freitag, 13. Februar 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4026211,00.html 
Glossar
 
in Sachen – bezogen auf etwas; zum Thema
 
etwas zieht jemanden an – hier: etwas bewirkt, dass jemand zu ihm kommt
 
Metropole, die – eine Stadt, die für einen bestimmten Bereich (z. B. für die Kunst) ein wichtiges Zentrum ist
 
Bedeutungslosigkeit, die – das Unwichtig-Sein; das Fehlen von Bedeutung
 
Slogan, der – ein Satz, den man sich leicht merken kann und der
 
Kreative, der/die – jemand, der sich neue Dinge ausdenkt; jemand, der künstlerisch tätig ist
 
etwas bevölkern – in großer Anzahl an einem Ort sein
 
angesagt – modern und beliebt
 
über einem Text brüten – sehr lang über einen Text nachdenken
 
Designer/in, der/die – (aus dem Engl.) jemand, der z. B. Mode gestaltet
 
in Aufbruchstimmung sein – bereit sein oder Lust haben, etwas Neues zu beginnen
 
jemanden/etwas locken – jemanden/etwas dazu bringen, dass er/es zu einem bestimmten Ort kommt oder etwas Bestimmtes tut
 
auf etwas verzichten – etwas nicht haben oder tun wollen
 
an Attraktivität verlieren – an Anziehungskraft verlieren; nicht mehr so interessant sein oder so gut gefallen
 
sich auf etwas konzentrieren – hier: etwas bekommt die gesamte Aufmerksamkeit
 
bereits – schon
 
etwas zerreißen – etwas mit Kraft in Stücke teilen
 
iBook, das – eine bestimmte Form tragbarer Computer der Firma Apple

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