1.5.09

Anders bauen für ein besseres Leben

Das Bauhaus gilt heute als bedeutende kulturelle Leistung. 1996 hat es die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Doch bei seiner Gründung vor 90 Jahren wurde die Kunstschule von vielen Menschen abgelehnt.


Wenn Kinder in den 1920er Jahren nicht auf ihre Eltern hörten, wurde ihnen gesagt: "Wenn du nicht artig bist, kommst du ins Bauhaus." Vielen Bürgern war das Bauhaus unheimlich. Die klaren, einfachen Formen der Architektur und der Produkte entsprachen nicht dem Geschmack der Zeit. Und auch die sozialen Ideen von Walter Gropius stießen bei vielen Menschen auf Ablehnung.

 

1919, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, gründete Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus. Es war eine Schule, in der Kunst und Handwerk eine Einheit bilden sollten. Es war aber auch die Idee von einer Kunstbewegung, die die Wohnverhältnisse(pl.居住條件) der Menschen verbessern sollte. Deswegen wurden am Bauhaus Produkte entworfen, die funktional, preiswert und leicht zu reinigen waren. Als Lehrer arbeiteten dort so berühmte Künstler wie Wassily Kandinsky oder Paul Klee.

 

Weil in Weimar die finanzielle Unterstützung von der rechten Regierung gekürzt wurde, zog das Bauhaus 1925 nach Dessau um. Die Industriestadt brauchte neuen Wohnraum für die vielen Arbeiter. Doch schon 1932 wurde das Bauhaus in Dessau als "undeutsche Schule" von den Nationalsozialisten geschlossen. 1933 löste es sich endgültig auf. Erst ab Mitte der 70er Jahre wurden viele der Bauhaus-Gebäude in Weimar und Dessau restauriert.

 

Die Bauhauskünstler konnten ihre Vorstellungen von einer humaneren Gesellschaft nicht umsetzen. Einige Ideen in Architektur und Design haben jedoch überlebt. Philipp Oswalt, Leiter der Stiftung Bauhaus, entdeckt immer wieder Bauhaus-Ideen im heutigen Alltag. Im Möbelhaus Ikea und in Baumärkten, sagt er, "ist einiges zu finden, was auf Dinge zurückzuführen ist, die im Bauhaus entwickelt wurden."

Freitag, 24. April 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4201826,00.html
Glossar

 

Weltkulturerbe, das – Bauwerke oder Kunstwerke, die von der UNESCO als ganz besonders bedeutend angesehen werden

 

auf jemanden hören – jemandem gehorchen; tun, was jemand sagt

 

etwas/jemanden zu etwas erklären – offiziell bestimmen, dass etwas/jemand etwas ist

 

artig – brav, lieb

 

etwas stößt auf Ablehnung – etwas wird abgelehnt; etwas wird nicht akzeptiert

 

etwas bildet eine Einheit – zwei oder mehr Dinge gehören so eng zusammen, dass sie wie eins sind

 

Bewegung, die – hier: eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel hat

 

Wohnverhältnisse, die (Pl.) – die Art und die Umstände, wie Menschen wohnen

 

etwas entwerfen – sich etwas Neues ausdenken und realisieren

 

funktional – so, dass bei einem Produkt der Zweck (und nicht z. B. die Schönheit) das Wichtigste ist

 

sich auflösen – hier: die Existenz einer Gruppe oder Organisation beenden

 

etwas restaurieren – so an etwas (zum Beispiel an einem Haus oder Kunstwerk) arbeiten, dass es wieder aussieht wie neu

 

human – menschlich; gut für die Menschen

 

etwas umsetzen – etwas realisieren; dafür sorgen, dass etwas Wirklichkeit wird

 

überleben – hier: bleiben; noch immer existieren

 

Baumarkt, der – ein Supermarkt, in dem man z. B. Werkzeug, Farbe oder Holz kaufen kann

 

etwas auf etwas zurückführen – in etwas den Grund für etwas sehen

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