1.5.09

Eine Hundehütte für den Bundeskanzler

Der Kanzlerbungalow in Bonn war von 1964 bis 1999 Wohnsitz der deutschen Regierungschefs. Doch er traf nicht den Geschmack aller Bundeskanzler. Heute kann sich jeder selbst ein Bild von dem restaurierten(vt.整修) Bau machen.‎


Von Anfang an gab es Menschen, denen die moderne Architektur des Kanzlerbungalows missfiel. Den Ex-Minister Norbert Blüm erinnerte er an eine Hundehütte, aber Ludwig Erhard, Helmut Schmidt und Helmut Kohl fühlten sich hier wohl. Der erste Bewohner, Ludwig Erhard, zog 1964 ein. Seine Botschaft "Bescheidenheit(e.謙虛), Maß halten(不誇大), sparen" zeigte sich auch in der Architektur des Bungalows: Er war schlicht(adj.樸實的) und spartanisch eingerichtet.

 

Andere Regierungschefs waren dagegen weniger begeistert. Kurt-Georg Kiesinger, Erhards Nachfolger, fand den Bau zu klein und zu wenig repräsentativ(adj.代表性). Willy Brandt wollte dort gar nicht einziehen, erzählt Hans-Walter Hütter, Präsident der Stiftung "Haus der Geschichte". Er blieb in der Villa, in der er schon als Außenminister gewohnt hatte.  

 

Helmut Kohl dagegen bewohnte den nüchternen Bungalow viele Jahre lang und machte es sich mit altmodischen Sesseln und schweren Lampen gemütlich – ganz nach seinem Geschmack. Obwohl Kohl seinen Wohnsitz als "eher absurdes(adj.荒謬的) Bauwerk" bezeichnete, wollte er noch nicht einmal ausziehen, als er 1998 schon abgewählt war.

 

Gerhard Schröder musste sich die Frage "Einzug oder Auszug?" nicht mehr stellen, denn schon 1999 zog die Regierung in die neue Hauptstadt Berlin um. Der Kanzlerbungalow am Rhein bleibt ein Symbol der Bonner Republik. Nach zweijährigen Restaurierungsarbeiten kann nun jeder sehen, wie die Bundeskanzler lebten. Das Haus soll in Zukunft für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen genutzt werden.

Dienstag, 21. April 2009 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4194295,00.html


Glossar

 

Hundehütte, die – ein kleines Haus im Garten, in dem Hunde schlafen

 

Bungalow, der – ein Haus mit nur einer Etage

 

Wohnsitz, der – die Wohnung

 

etwas trifft den Geschmack von jemandem – etwas gefällt jemandem

 

sich ein Bild von etwas machen – sich eine Meinung zu etwas bilden

 

etwas restaurieren – ein Haus gründlich reparieren

 

etwas missfällt jemandem – etwas gefällt jemandem nicht

 

Bescheidenheit, die – die Tatsache, dass jemand mit sehr wenig zufrieden ist

 

Maß halten – nicht übertreiben

 

schlicht – einfach

 

spartanisch eingerichtet – mit wenigen Möbeln

 

begeistert – so, dass man etwas toll findet

 

Nachfolger, der – jemand, der ein Amt von jemand anderem übernimmt

 

repräsentativ – so, dass man etwas gut vorzeigen kann

 

Villa, die – ein sehr großes Haus

 

nüchtern hier: schlicht, einfach

 

altmodisch – nicht sehr modern

 

etwas ist nach dem Geschmack von jemandem – etwas gefällt jemandem

 

absurd – eigenartig; komisch

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