
Mehr als zwei Millionen Tonnen Bomben warfen die Amerikaner während des Vietnamkriegs über Laos ab. Heute versuchen Räumtrupps, das Land von Blindgängern(r.未爆彈) zu befreien – eine Arbeit, die noch Jahrzehnte dauern wird.
Konzentriert hält der Mann mit dem grünen T-Shirt seinen Metall-Detektor über den Boden. Schritt für Schritt bewegt er sich langsam über das kleine Feld im Nordosten von Laos. Jedes Mal, wenn das Gerät Metall im Boden findet, ist ein hoher Ton zu hören: Der Mitarbeiter der "Mines Advisory Group" (MAG) entschärft(vt.使不能造成危害.使..緩和) Minen(e.地雷) und Bomben.
Die britische MAG ist auf der ganzen Welt im Einsatz, unter anderem in Angola, im Irak, im Libanon oder in Kambodscha. Und eben auch in Laos. Seit 1994 versucht sie, das Land von den Folgen des Vietnam-Krieges zu befreien. Eine Generationen(e.世代)-Aufgabe, erklärt Jo Durham, die die MAG-Zentrale leitet. "Man geht davon aus, dass ungefähr ein Viertel des Landes mit Blindgängern verseucht(vt.毒害.傳染.危害) ist. Insgesamt haben die USA über zwei Millionen Tonnen Bomben über Laos abgeworfen, und ungefähr ein Drittel davon ist nicht explodiert(vt.爆炸)." Offiziell war Laos gar nicht am Vietnam-Krieg beteiligt(vt.參加), aber getroffen wurde es trotzdem. Durch die Bombardierungen(e.轟炸.炮擊) wollten die Amerikaner den vietnamesischen Kämpfern, die von Laos aus unterstützt wurden, die Versorgungswege(r.供給路.供應路線) abschneiden.
Die Zahl der Minenopfer erhöht sich bis heute. Erwachsene werden bei der Feldarbeit, Kinder beim Spielen verstümmelt(vt.殘廢) oder getötet. Dabei kennen die meisten Menschen nach Meinung von Jo Durham die Gefahren, die im Boden versteckt sind. Das größte Problem liegt eher darin, dass die Menschen oft keine Wahl haben. Denn sie sind arm, und wenn sie sich und ihre Familien ernähren(vt.供養) wollen, müssen sie Risiken eingehen. In besonders armen und verseuchten Gegenden würden die Leute Kriegsschrott(r.戰爭廢鐵) sammeln, um ihn dann zu verkaufen. "Und dabei stoßen sie manchmal eben auch auf Blindgänger." Es wird wohl noch Jahrzehnte dauern, bis diese gefunden, entschärft und zerstört sind.
op-Thema vom Dienstag, 18. März 2008 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3199505,00.html
GLOSSAR:
Erbe, das – hier: das, was von etwas übrig geblieben ist
Räumtrupp, der – hier:eine Gruppe von Arbeitern, die Bomben entfernt
Blindgänger, der – ein Geschoss oder eine Mine, die noch nicht explodiert sind
Metall-Detektor, der – ein Gerät, mit dem versteckte Metalle entdeckt werden können
etwas entschärfen – hier: verhindern, dass etwas (eine Bombe oder Mine) explodiert
Mine, die – eine Art Bombe, die sich im Boden oder im Wasser befindet
Im Einsatz sein – einer Aufgabe nachgehen; eine Arbeit machen
Generationen-Aufgabe, die – eine Aufgabe, die sehr lange dauert
von etwas ausgehen – von etwas überzeugt sein; etwas voraussetzen
mit etwas verseucht sein – hier: vollständig von etwas bedeckt(adj.遮蓋住) sein, vollständig von etwas durchdrungen(vt.充滿..某物) sein
an etwas beteiligt sein – hier: bei etwas mitmachen, mitwirken
Versorgungsweg, der – ein Weg, über den Lebensmittel oder neues Material transportiert wird
jemandem den Weg abschneiden – jemanden daran hindern, einen Weg zu benutzen
verstümmelt werden – hier: so verletzt werden, dass Körperteile abgerissen werden
ein Risiko eingehen – eine Gefahr auf sich nehmen; etwas riskieren
Kriegsschrott, der – alte Dinge aus Metall(s.金屬), die von einem Krieg übrig geblieben sind
auf etwas stoßen – etwas zufällig, überraschend finden
Fragen zum Text:
Wie groß ist die Fläche, die in Laos noch mit Minen bedeckt ist?
1. ein Viertel der Gesamtfläche von Laos
2. zwei Millionen Quadratmeter
3. ein Drittel der Gesamtfläche von Laos
Warum wurde Laos im Vietnamkrieg von den Amerikanern bombardiert?
1. Weil Laos offiziell auf Seiten Nordvietnams kämpfte.
2. Weil die amerikanischen Bomben häufig ihr Ziel verfehlten.
3. Weil Vietnamesen von Laos aus unterstützt wurden.
Was ist der Hauptgrund, dass noch heute Menschen in Laos durch Minen getötet werden?
1. Armut
2. Unwissen
3. Unvorsichtigkeit
Arbeitsauftrag:
Noch ist in Laos die Gefahr durch Minen allgegenwärtig. In einigen Jahrzehnten ist dies – hoffentlich – Vergangenheit. Schreiben Sie den zweiten und dritten Absatz des Textes neu – aus der Perspektive des Jahres 2050. Gebrauchen Sie dazu das Präteritum.
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