8.6.08

Immer wieder Afrika


Hunger und Armut - Alltag für viele Menschen in Afrika. Darum steht Hilfe für Afrika wieder einmal ganz oben auf der Agenda(e.備忘錄.記錄簿) des G8-Gipfels. Doch haben die bisherigen Selbstverpflichtungen etwas gebracht?

Es gibt gute Gründe, sich mit den Problemen Afrikas auseinander zu setzen. "Afrika ist der Sozialfall der Weltgesellschaft schlechthin", sagt der Afrika- und Entwicklungshilfeexperte Cord Jakobeit. Natürlich gelte diese Einschätzung(e.評價) nicht für alle Länder, aber oftmals habe sich die politische und wirtschaftliche Situation nach dem Ende der Kolonialzeit(e.殖民時期)
eher verschlechtert als verbessert.
 
Vor zwei Jahren beim G8-Gipfel von Gleneagles stand Afrika zuletzt im Fokus(r.焦點) der reichsten Industrienationen. Es wurde beschlossen, die Entwicklungshilfe bis 2010 zu verdoppeln und die ärmsten Staaten von ihren Schuldenbergen zu befreien - als Anreiz(r.鼓勵.刺激.誘惑) zur Selbsthilfe. Auch in den Millenniumszielen der Vereinten Nationen hat sich die Weltgemeinschaft zum Kampf gegen die weltweite Armut verpflichtet. Gerade die G8-Staaten bekräftigten(vt.強調.斷言) dies immer wieder und wollen mit gutem Beispiel vorangehen(vt.帶頭.以身作則). Doch die weltweite Entwicklungshilfe ist im vergangenen Jahr gesunken. "Die G8-Staaten sind wortbrüchig(adj.食言的.背約的)", kritisiert Jakobeit. "Mit der Selbstverpflichtung der G8-Staaten, den Beitrag zur Entwicklungshilfe signifikant(adj.有意義的.意味深長的) zu erhöhen, sieht es finster(adj.黑暗的.可疑的) aus."
 
Das Konzept der Entwicklungshilfe wird mehr und mehr in Frage gestellt. Nicht nur in den Geberländern(e.贈與國), sondern auch in Afrika selbst. So lehnt der kenianische Ökonom James Shikwati konventionelle(adj.傳統的.有條約的) Entwicklungspolitik ab. Er setzt auf Fortschritt aus eigener Kraft. In den vergangenen Jahrzehnten wurden hunderte Milliarden Euro für Entwicklungshilfe ausgegeben, doch eine nachhaltige(adj.長久的.持久的) Wirkung wurde nur in den seltensten Fällen erreicht. Der Experte für Entwicklungspolitik Jakobeit konkretisiert(vt.使更明確.): "Langzeitstudien belegen, dass die positive Wirkung von Entwicklungshilfepolitik in Afrika nicht signifikant nachweisbar ist."
 
Wie niederschmetternd(adj.粉碎的.擊碎的.打倒的) die Situation in Afrika wirklich ist, zeigen die Fakten. 75 Prozent der Menschen in Afrika südlich der Sahara müssen von weniger als 2 Dollar pro Tag leben. Von der Globalisierung profitiert(vt.獲利) Afrika am wenigsten: Nach Angaben der Vereinten Nationen befinden sich zwei Drittel der am wenigsten entwickelten Staaten auf dem afrikanischen Kontinent.
 
 Freitag, 1. Juni 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2572147,00.html
GLOSSAR
 
Agenda, die - die Tagesordnung
 
Selbstverpflichtung, die - eine verbindliche Aufgabe, die man selbst gewählt hat
 
sich mit etwas auseinander setzen - sich intensiv mit etwas beschäftigen
 
Sozialfall, der - jemand, der Unterstützung braucht um zu überleben
 
Kolonialzeit, die - die imperialistische Fremdherrschaft europäischer Länder in Afrika von 1870 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914
 
im Fokus - im Mittelpunkt; im Blickpunkt
 
Industrienation, die - ein Staat mit einer bedeutenden eigenen industriellen Produktion
 
Entwicklungshilfe, die - das Bemühen weltweite Unterschiede in der Entwicklung und in den Lebensbedingungen dauerhaft und nachhaltig abzubauen
 
Schuldenberg, der - bildlicher Ausdruck für: besonders hohe Schulden
 
Anreiz, der - etwas Interessantes, das jemanden motivieren soll
 
Millenniumsziele der Vereinten Nationen, die - ein Katalog grundsätzlicher, verpflichtender Zielsetzungen für alle UN-Mitgliedstaaten. Armutsbekämpfung, Friedenserhaltung und Umweltschutz wurden als die wichtigsten Ziele der internationalen Gemeinschaft erklärt.
 
mit gutem Beispiel vorangehen - sich vorbildlich verhalten
 
wortbrüchig - ein Versprechen nicht einhaltend
 
signifikant - bedeutsam; kennzeichnend
 
Geberland, das - die Länder, die Geld geben
 
Ökonom, der - der Wirtschaftswissenschaftler
 
konventionell - herkömmlich(adj.傳統的)
 
nachhaltig - von langer Wirkung
 
niederschmetternd - deprimierend(adj.沮喪的.消沈的)
 
von etwas profitieren - mit etwas Gewinn machen
 

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