28.6.08

Mit Kopftuch auf Jobsuche


Im Berufsleben haben junge muslimische Frauen mit Kopftuch oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Die Suche nach einer Stelle ist schwierig, manche Berufe bleiben ihnen ganz verschlossen. Viele ziehen sich deswegen zurück.

Die 32-jährige Muslimin Elif Saat darf sich zu den wenigen Glücklichen zählen. Obwohl sie ein Kopftuch trägt, arbeitet sie schon lange bei der Duisburger Postbank als Finanzmanagerin. Als sie ihren Job antrat, war ihre Kopfbedeckung kein Hindernis. "Entscheidend war damals ganz einfach die Kompetenz(e.能力.資格.權限). Ich habe in den dreizehn Jahren meines Berufslebens keine negativen Erfahrungen gemacht", sagt Elif Saat. Sie ist eine von mehr als 1,6 Millionen muslimischen Frauen in Deutschland und praktiziert(vt.實踐.實行) ihren Glauben strikt(adj.嚴格的.精準的 ).
 
Doch nicht allen muslimischen Frauen geht es so gut wie Elif Saat. Acht Bundesländer haben ein Kopftuchverbot für Musliminnen in Erziehungsberufen eingeführt. Für Zehra Yilmaz war das eine persönliche Tragödie(e.悲劇), denn sie wollte in ihrem Traumberuf als Lehrerin arbeiten. Von ihren Eltern sei sie modern erzogen worden, ihre Mutter habe kein Kopftuch getragen, erzählt sie. Den Islam habe sie neu für sich entdeckt, seit dem Studium trage sie ein Kopftuch. "Ich habe nicht angenommen, dass mein Glaube oder meine Kopfbedeckung irgendwie meine berufliche Karriere behindern würden."
 
Heute arbeitet Yilmaz nicht in einer Schule, sondern in einer Begegnungsstätte(e.諮詢所) in Duisburg. Dort begegnet sie jeden Tag jungen muslimischen Frauen, die trotz einer guten Ausbildung keine Arbeit finden können. Vorurteile(s.成見.偏見) gegen das Kopftuch bestärken bei vielen Musliminnen das Gefühl, gesellschaftlich ausgegrenzt(vt.排斥.拒..於門外) zu werden. "Solchen Erfahrungen folgt oftmals ein Rückzug der jungen Frauen aus der Gesellschaft", sagt Zehra Yilmaz.
 
Dabei stellte die Konrad-Adenauer-Stiftung in einer Meinungsumfrage im vergangenen Jahr fest, dass 90 Prozent der traditionell verhüllten(vt.蒙上.遮住.遮蓋) Musliminnen in Deutschland in fast jeder Hinsicht(e.關係.考慮) genauso denken wie durchschnittliche deutsche Frauen. Die Mehrheit von ihnen hält nichts vom Hausfrauendasein(s.家庭主婦) und legt(片語.這是..價值的..在...上) großen Wert auf berufliche Selbstverwirklichung(e.自我發展).
Freitag, 3. August 2007 von http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2719522,00.html
 
GLOSSAR
 
Vorurteil, das – meistens eine negative Meinung über etwas, von dem man nicht viel weiß
 
etwas bleibt jemandem verschlossen – jemandem steht etwas nicht offen
 
Kopfbedeckung, die – hier: das Kopftuch
 
Hindernis, das – die Versperrung; das Problem
 
strikt – streng
 
Bundesland, das – Deutschland ist in 16 Bundesländer eingeteilt; jedes Bundesland kann dabei in bestimmten Bereichen eigene Gesetze festlegen; z.B. Berlin, Bayern
 
Erziehungsberuf, der – die Arbeit im pädagogischen Bereich; z.B. Lehrerin oder Kindergärtnerin
 
Begegnungsstätte, die – eine Einrichtung, in der sich Menschen gegenseitig bei Problemen helfen und Erfahrungen austauschen
 
jemanden ausgrenzen – jemanden ausschließen(vt.排斥...拒..於門外)
 
Meinungsumfrage, die – die Befragung der Menschen, welche Ansicht sie zu einem bestimmten Thema haben
 
etwas verhüllen – etwas bedecken
 
in jeder Hinsicht – in jeder Beziehung; in jedem Bereich
 
Hausfrauendasein, das – das Leben einer Frau, die für ihre Familie alle Arbeiten im Haus erledigt
 
Selbstverwirklichung, die – die Entwicklung der Persönlichkeit, bei der man seine Fähigkeiten nutzt um die eigenen Ziele zu erreichen
 
jemand legt auf etwas Wert – jemandem ist etwas wichtig

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